In einem entscheidenden Moment der griechischen Geschichte war der Peloponnesische Krieg (431–404 v. Chr.) nicht nur ein Konflikt zwischen zwei Städten, sondern eine Konfrontation zwischen zwei Modellen von Souveränität:
Athen, die Demokratie: wo Entscheidungen sich in Reden und Interessen auflösen. Und Sparta, die Souveränität: wo Handeln vor der Theoretisierung geschieht. Athen repräsentierte die Demokratie: eine Volksversammlung, Beratungen, Redefreiheit und Interessenkonflikte. Doch, wie Thukydides beschrieb, geriet sie in die Falle der Bürokratie, die zwischen Entscheidung und Zögern schwankte.
Jeder sprach, und niemand entschied.
Sparta war das genaue Gegenteil: ein Staat, der nicht viel redet, sondern entscheidet. Und damit näher an Carl Schmitts Verständnis von Souveränität:
«Der wahre Herrscher ist derjenige, der im Ausnahmezustand entscheidet.»
Schmitt sieht den Politiker nicht als bloßen Verwalter der Institutionen, sondern als denjenigen, der das Schicksal gestaltet, wenn das gewohnte System zusammenbricht.
Machiavelli hätte in Sparta die Verkörperung von «Virtù» gesehen:
die politische Tugend, die ohne Illusionen entscheiden kann, während Athen die Gefahr der «Beratung als Ersatz für Handlung» darstellt.
Agamben wiederum sieht in Athen einen «permanenten Ausnahmezustand»:
Macht ohne Träger, Entscheidung ohne Gesicht. So stellt die Geschichte eine Frage, die nichts von ihrer Aktualität verloren hat:
Wird Souveränität im Namen des Rechts oder im Namen der Entscheidungsfähigkeit ausgeübt?
Ist der Politiker die Institution oder der Moment, in dem das Leben den Ausnahmezustand im Namen der Bedeutung durchbricht?
Es ist interessant zu beobachten, wie so mancher Journalist nicht wertfrei seine Recherche und Arbeiten zu irgeneinem Thema veröffentlichen kann, sondern vielmehr den üblichen Narrativen folgt. Beängstigend ist dann zu beobachten, wie in Folge die Personen mit diametral entgegengesetzte Sichtweisen, demzufolge oft sehr schnell beschimpft, herabgestuft und gemieden werden.
Eigentlich ist das alles nicht neu. Neu ist nur der vehemente Anspruch und die Deutungshoheit und Positionierung von Wahrheit und Lüge, (neudeutsch Fake und Hassrede) im Interesse der Regierenden. Die Opposition und so mancher Bürger weden schnell verunglimpft. Dabei ist es die Aufgabe der Opposition seit den Griechen und ihrer Erfindung der Demokratie vor 2500 Jahren, die Herrschenden in Schach zu halten, da die Erfahrung lehrte, das diese all zu schnell nur ihre eigenen Interessen verfolgen und im Klüngel den eigentlichen Souverän übergehen.
Die Wörter “Populus”, “Volk” und “Souveränität” sind eng miteinander verbunden im Kontext der Politik und Philosophie. Sie beziehen sich auf die Quelle und das Wesen der staatlichen Macht.
“Populus” (lateinisch):
Bezeichnet das Volk als eine Gesamtheit von Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben und politisch organisiert sind
In der Schule waren die Besserwisser schnell verpönt. Heutzutage haben erwachsene Besserwisser in der Politik zahlreiche Tools den anderen zu diffamieren, sei es ihn als Nazi zu bezeichnen oder der Hassrede zu bezichtigen. Das reicht schon als Mittel der Ausgrenzung.
Und am Narrativ gearbeitet wird mit allen Mitteln.
Administratoren in sozialen Medien, die z.B. der Verfassungsschutz mittels V-Männern betreibt, zeigen schon die Fragwürdigkeit dieser Behörde. Brisant an der Sache ist, daseinige Fake-Profile der Verfassungsschutzämter gezielt provozieren, hetzen und womöglich sogar strafrechtlich relevante Handlungen begehen könnten.
Wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervorgeht, betreibt der Brandenburger Verfassungsschutz insgesamt 287 sogenannte „Fake-Accounts“ in sozialen Netzwerken. Die Landesregierung hatte die Auskunft zunächst unter Verweis auf das „Staatswohl“ verweigert und lieferte die Informationen erst auf erneuten Druck in Form eines Konfrontationsschreibens nach.
Will ich erobern oder mich verteidigen, will ich mich rächen oder Resourcen für meine Gruppe garantieren? Ja, der vermeintlich Stärkere kann sich nicht erpressen lassen! Er wird bis zum umfallen kämpfen (zumindest seine Untertanen). Ja diese werden für seine Werte sterben, ihr Fürst, ihr Regierender, Vertreter ist ja der Stärkere und von daher der “Rechte” Inhaber.
Die Destruktivität eines Krieges nimmt er in Kauf, ist Beiwerk einer schnörkellosen Realität.
Dies waren zumindest die Slogans der Neocons der Vereinigten Staaten der 80er Jahre wie Charles Krauthammer, Paul Wolfowitz und Dick Cheney, Verfechter eines wirklichen Imperiums amerikanischer Tradition. Ein Zitat, welches Karl Rove zugeschrieben wird, ist im Kontext bezogen auf einen Text eines Journalisten, der sich auf die Prinzipien der Aufklärung und des Empirismus bezog: “So funktioniert die Welt nicht mehr wirklich. Wir sind jetzt ein Imperium, und wenn wir handeln, schaffen wir unsere eigene Realität. Und während Sie diese Realität studieren – mit Bedacht, wie Sie wollen – werden Sie wieder handeln und andere neue Realitäten schaffen, die Sie ebenfalls studieren können, und so werden sich die Dinge klären. Wir sind die Akteure der Geschichte … und ihr, ihr alle, werdet nur noch studieren, was wir tun.”
Die europäische Geschichte lehrt uns aber etwas anderes: der “Westfälische Friede” war eine vernunftbegabte Conclusio eines 30 jährigem blutigen Desasters, nämlich den “Anderen”, den “Feind” zu respektieren und jede andere Form zivilisatorischer, gesellschaftlicher Version, Entwicklung neben sich neutral (ohne Überstülpung der eigenen Werte) gewähren zu lassen. Und dies nicht unbedingt in Form von Akzeptanz, sondern in Form von dualistischem Grundsatz: Der “Andere” hat ein Anrecht auf “seine Welt”, und man kann ihm nur diplomatisch, auf keinem Fall mit einem Messer begegnen.
Thomas und Klaus Mann über Nizza: Ein Blick aus 1930 und heute
Nizza im Jahr 1930 aus der Sicht von Thomas Mann
Es ist ein sonniger Nachmittag in Nizza, und die Strahlen der Wintersonne streifen die azurblauen Wellen des Mittelmeers, während die Eleganz der Promenade des Anglais den Charme der französischen Riviera widerspiegelt. Der junge Thomas Mann, damals 54 Jahre alt, schlendert entlang der Küste, von der sanften Brise umhüllt, und lässt sich von der Zeit und dem Licht dieser Stadt einnehmen. Für ihn ist Nizza zu dieser Zeit ein Ort der Zuflucht, eine Stadt, die sowohl im Schatten der Wellen als auch im Glanz der Sonne eine gewisse Melancholie zu tragen scheint.
Nizza bietet Thomas Mann eine Zuflucht vor den Herausforderungen seines öffentlichen Lebens und seiner tiefen Auseinandersetzungen mit der deutschen Gesellschaft. In Nizza findet er eine besondere Art der Ruhe und das Gespür für die „Grenzen der Welt“, die er in seinen Werken beschreibt. Es ist ein Ort, an dem sich der Sturm der politischen und gesellschaftlichen Veränderungen Europas in seiner Wahrnehmung kaum spürbar macht. Nizza, die Stadt, die von der gehobenen Gesellschaft der Zeit geliebt wird, zieht auch den Schriftsteller an, der sich zwischen den Welten von Kunst, Gesellschaft und persönlicher Isolation bewegt.
Die Altstadt von Nizza, mit ihren verwinkelten Gassen und dem Trubel der Märkte, scheint fast aus einer anderen Zeit zu stammen. Die Mischung aus italienischer und französischer Kultur, die in der Architektur und im Alltag sichtbar wird, hebt sich wohltuend von der getriebenen Atmosphäre der Großstadt ab. Thomas Mann, der mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus in Deutschland haderte, würde hier die Kontinuität einer Kultur erleben, die trotz aller Veränderungen eine gewisse Beständigkeit bewahrt hat. Die hohen Palmen, die zur Allee führen, der bunte Marktplatz und das gemächliche Leben vermitteln dem Schriftsteller eine Welt, die im Vergleich zur deutschen politischen Spannung fast als heilsam erscheint.
Nizza aus der Sicht von Klaus Mann heute
Klaus Mann, der die Erfahrungen seines Vaters in dieser Stadt sicherlich auch geteilt hat, betrachtet Nizza heute aus einer sehr anderen Perspektive. Für ihn, der sich mit seiner eigenen Identität und der gelebten Geschichte auseinandersetzt, ist Nizza mittlerweile ein Symbol des Wandels und des globalen Kapitalismus, der in den letzten Jahrzehnten in der Stadt Einzug gehalten hat.
Die mediterrane Sonne ist noch immer präsent, doch die Straßen von Nizza, die im Jahr 1930 eine gewisse Intimität und französische Eleganz ausstrahlten, haben sich verändert. Klaus Mann würde heute die breiten, glitzernden Boulevards der Stadt durchqueren, die jetzt von internationalen Hotelketten und luxuriösen Geschäften gesäumt sind. Die schimmernde Promenade des Anglais ist nach wie vor ein Höhepunkt der Stadt, doch die Atmosphäre ist weniger von der klassischen europäischen Ruhe geprägt und mehr von einem internationalen, globalisierten Flair.
In den letzten Jahrzehnten hat sich Nizza, das einst ein Rückzugsort für Künstler und Intellektuelle war, zunehmend zu einem Zentrum für den Massentourismus entwickelt. Die Ankunft zahlreicher Touristen, die nach dem mediterranen Traum suchen, hat die Stadt verändert. Die traditionellen Cafés und Boutiquen, die für Thomas Mann einst so verlockend waren, sind nun oft durch kommerzielle Angebote ersetzt worden, die die authentische Atmosphäre verdrängen. Nizza scheint heutzutage, besonders für junge Menschen, eher ein Ort der flüchtigen Begegnungen als der tiefgründigen Reflexion.
Doch in Klaus Manns Augen ist dies vielleicht nicht nur ein Verlust, sondern auch ein Hinweis auf die Unaufhaltsamkeit der Veränderung. Die Stadt ist mehr denn je ein Spiegelbild der modernen Welt, in der sich die kulturelle Identität ständig im Wandel befindet. Das, was einst als Ruhepol galt, ist heute ein globaler Treffpunkt, an dem Kultur und Kommerz miteinander verwoben sind. Für Klaus Mann, der in seiner Schriftstellerei mit den Themen Identität, Kunst und gesellschaftlicher Veränderung ringt, könnte dies ein besonders faszinierender Aspekt Nizzas im Jahr 2025 sein.
Nizza: Ein Ort der Kontraste
Die Stadt Nizza bleibt ein Ort der Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Für Thomas Mann war sie ein Refugium der Ruhe und des reflektierten Lebens, ein Ort der Flucht vor der politischen Unruhe in Deutschland. Für Klaus Mann, der heute eine globalisierte, technisierte Welt erlebt, ist sie ein Sinnbild der Veränderungen, die die Welt erfasst haben. Nizza hat sich von einem ruhigen Rückzugsort zu einem pulsierenden internationalen Zentrum entwickelt, das die Veränderungen der letzten hundert Jahre widerspiegelt. Doch trotz aller Modernisierung und Veränderung bleibt das Meer, der Himmel und die „Seele der Stadt“ ein konstant beglückendes Erlebnis, das sowohl Thomas als auch Klaus Mann, wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise, inspiriert hätte.
Der Außenminister von Indien, Dr. Subrahmanyam Jaishankar, erklärt auf der Münchener Sicherheitskonferenz 2025 den Europäern das Problem ihrer Weltsicht. Der indische Außenminister verurteilt auf seine eigene subtile Art und Weise das propagandistische Verhalten westlicher Politiker auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
“Kann ich hier zwei kurze Kommentare abgeben? Erstens, ich würde die Gleichsetzung von “Liberalismus auf eine Art internationale Weise” mit “Demokratie” infrage stellen. Ich denke, verschiedene Gesellschaften haben ihre eigene Kultur, ihre eigenen Werte, ihre eigene Art, Dinge zu tun, und die Idee, dass es EINE universelle Wahrheit, EIN Urteil und EINE NORM, gibt, die gepredigt, propagiert, bewertet und beurteilt werden sollte, ist meiner Meinung nach eines der großen Probleme, die wir heute in der Politik haben. Und das wird von ThinkTanks gemacht, es wird von Leuten gemacht, die Ratings vornehmen, es wird von Zeitungen gemacht, also denke ich, dass es in vielen Teilen der Welt eine Reaktion auf selbsternannte Wächter gibt, Leute, die nie an einer Wahl teilgenommen haben und nichts mit Demokratie zu tun haben. Die dem Rest der Welt tatsächlich sagen, was richtig ist und was falsch ist in der Demokratie. Und ich denke, es ist für mich unvermeidlich, dass das infrage gestellt wird. Mein zweites Problem ist, dass jedes Land seine Mainstream-Politik hat, es hat seine Aussenseiter. Okay, wenn ich mir zum Beispiel anschaue, wie Europäer, Westler, mit diesen Aussenseitern in diesen Gesellschaften umgehen, wenn ich mir das anschaue, was westliche Botschafter in Indien tun? Wenn meine Botschafter auch nur einen Bruchteil davon täten, wären Sie alle empört. Ich denke also, hier gibt es Doppelmoral.”
Der Außenminister von Indien, Dr. Subrahmanyam Jaishankar, erklärt den Europäern, Westler, das Ende ihrer Weltsicht.
(untertitelt)
"Kann ich hier zwei kurze Kommentare abgeben?
Erstens, ich würde die Gleichsetzung von "Liberalismus auf eine Art internationale Weise" mit… pic.twitter.com/TRcRQpKXXW
Radio Stralsund begibt sich auf die Spuren der Exilanten an der Coté d’Azur aus der Zeit der 1930er. Hierzu gibt es bereits ein Pitch. Radio Stralsund ist auf der Suche nach Sponsoren und Mitstreitern zu diesem Thema.
“Auf den Spuren deutscher Exilanten: Cote d’Azur, Nizza und Sanary”
Einleitung
Seite 1–5:
Vorstellung des Themas: Deutsche Exilanten in den 1930er Jahren an der Cote d’Azur.
Historischer Hintergrund: Flucht vor dem NS-Regime, Bedeutung der Region für Künstler, Intellektuelle und Schriftsteller.
Ziel des Buches: Eine Mischung aus historischem Reisebericht, Routenführer und Hommage an die Exilkultur.
Kurze Übersicht über die Kapitel und Besuchspläne.
Kapitelübersicht
Kapitel 1: Historischer Kontext und Exil in Südfrankreich
Seite 6–15:
Politische Situation in Deutschland und Fluchtgründe.
Südfrankreich als Zufluchtsort: Geografische und kulturelle Attraktivität.
Überblick über die wichtigsten Exilanten (u.a. Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Berthold Brecht, Heinrich Mann).
Erste Siedlungen in Nizza und Sanary.
Kapitel 2: Exilanten in Nizza – Die Stadt der Zuflucht
Seite 16–25:
Beschreibung von Nizza in den 1930er Jahren.
Liste der Exilanten und ihre Wohnorte (Adressen, wenn möglich).
Porträts: Wer lebte wo, und wie beeinflusste die Stadt ihr Werk?
Interessante Anekdoten aus dem Leben der Exilanten.
Kapitel 3: Sanary-sur-Mer – Das “deutsche Dorf”
Seite 26–35:
Überblick über Sanary als Zentrum deutscher Exilanten.
Exilanten-Netzwerke und kulturelles Leben.
Details zu den Wohnorten: Adressen, Gebäude und ihre heutige Nutzung.
Die Rolle von Exilbuchhandlungen und Cafés.
Kapitel 4: Berühmte Persönlichkeiten im Exil
Seite 36–45:
Detaillierte Porträts ausgewählter Exilanten:
Thomas Mann
Heinrich Mann
Lion Feuchtwanger
Erika Mann
Berthold Brecht
Literatur, Kunst und Werke, die in Südfrankreich entstanden sind.
Kapitel 5: Die Wohnorte heute – Historische Orte entdecken
Seite 46–55:
Überblick über erhaltene Gebäude und Erinnerungsorte.
Vergleich von historischen und heutigen Fotografien.
Hinweise zur Besichtigung und zum kulturellen Wert der Gebäude.
Kapitel 6: Routenplaner Nizza
Seite 56–65:
Route 1: Spaziergang durch die Altstadt von Nizza (3 Stunden).
Beginn: Promenade des Anglais.
Haltepunkte: Wohnhäuser, kulturelle Hotspots und Cafés der Exilanten.
Route 2: Nizza und die Riviera (ganztägig).
Besuch von Gärten, Villen und Museen mit Bezug zu Exilanten.
Kapitel 7: Routenplaner Sanary-sur-Mer
Seite 66–75:
Route 1: Stadtführung durch Sanary (2 Stunden).
Fokus auf die Wohnorte von Lion Feuchtwanger und Berthold Brecht.
Route 2: Rundgang durch das Umland von Sanary (halbtägig).
Besuch von Buchhandlungen und Landschaften, die das Exil prägten.
Kapitel 8: Besuchspläne für Touristen – Praktische Tipps
Seite 76–85:
Vorschläge für 1-, 2- und 3-Tages-Aufenthalte.
Unterkunftstipps: Hotels und Pensionen mit historischem Flair.
Restaurants und Cafés, die an Exiltraditionen erinnern.
Tipps zur Reisezeit und kulturellen Veranstaltungen.
Kapitel 9: Kulturelles Erbe und Erinnerung
Seite 86–95:
Wie erinnert man heute an die Exilanten?
Gedenktafeln, Museen und Ausstellungen in Nizza und Sanary.
Die Bedeutung des Exils für die Region und die Welt.
Kapitel 10: Anhang und weiterführende Ressourcen
Seite 96–100:
Literaturliste und Werke, die vor Ort entstanden.
Verweise auf weiterführende Literatur, Websites und Filme.
Karten und Übersicht der Routen.
Besonderheiten und Mehrwert
Illustrationen: Historische Fotos und moderne Bilder von Wohnorten und Stadtansichten.
Interaktive Karten: QR-Codes für digitale Karten und Audioguides.
Zitate und Anekdoten: Originalzitate der Exilanten über ihr Leben in Frankreich.
Zielgruppe: Kulturinteressierte Reisende, Geschichtsfreunde und Leser mit Interesse an Literatur und Exilgeschichte.
Stralsund zeigt Flagge für den Frieden Flaggentag der Mayors for Peace am 8. Juli.
Kriege, Terror und eine weltweite Bedrohung der Demokratien: Vor diesem Hintergrund findet am 8. Juli der Flaggentag der Mayors for Peace statt. Auch die Hansestadt Stralsund als Teil des globalen Netzwerks und eine von knapp 900 Mitgliedstädten setzt mit dem Hissen der Mayors for Peace Flagge am Rathaus ein deutliches Zeichen gegen Kriege und für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen.
Neun Länder verfügen aktuell über Atomwaffen, die meisten der akut einsatzbereiten Waffen besitzen die USA und Russland. China baut sein Atomwaffenarsenal in großer Schnelligkeit weiter aus. Die Zahl der in hoher Alarmbereitschaft gehaltenen Sprengköpfe stieg auf rund 2.100. In allen nuklear bewaffneten Staaten sieht das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI Bestrebungen, die Bestände zu modernisieren.
Zudem geht der anhaltende russische Angriffskrieg auf die Ukraine einher mit einem Rückzug Russlands aus internationalen Verträgen, die den Besitz strategischer Kernwaffen begrenzen und Atomtests stoppen.
Oberbürgermeister und „Mayor for Peace“ Alexander Badrow zum Flaggentag „Uns alle eint der tiefe Wunsch nach Frieden. Er beginnt bei uns selbst und setzt sich über den eigenen Gartenzaun hinweg fort über die Grenzen unserer Stadt, des Landes und Europas. Als Mitglied eines weltweiten Netzwerks hissen wir jedes Jahr die weiß-grüne Flagge der Mayors for Peace – sie verleiht unserem Wunsch nach Verständigung und Vertrauen statt Aufrüstung und atomarer Abschreckung sichtbaren Ausdruck. Denn letztendlich geht es mir vor allem um die Sicherheit meiner Stralsunderinnen und Stralsunder.“
Was ist der Flaggentag Am Flaggentag erinnern die Mayors for Peace an ein Gutachten des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag vom 8. Juli 1996. Darin wurde festgestellt, dass die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen gegen das Völkerrecht verstoßen, und dass eine völkerrechtliche Pflicht besteht, Verhandlungen zu führen – mit dem Ziel nuklearer Abrüstung.
Wer sind die Mayors for Peace Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Das weltweite Netzwerk setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um Wege für ein friedvolles Miteinander zu diskutieren. Mehr als 8.390 Städte in 166 Ländern gehören dem Netzwerk an, darunter 895 Städte in Deutschland. Rund 600 Städte in Deutschland beteiligen sich in diesem Jahr am Flaggentag.
In den 1980er Jahren erlebten die Sami in Nordnorwegen eine Phase der politischen und kulturellen Erneuerung. Einer der führenden Akteure dieser Bewegung war John-Reier Martinsen, ein angesehener Aktivist und Intellektueller.
John-Reier Martinsen setzte sich für die Rechte und Anerkennung der Sami ein, die jahrhundertelang marginalisiert und diskriminiert worden waren. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass die Sami-Kultur und -Sprache in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen und respektiert wurden.
In den 1980er Jahren entstanden auch viele neue Organisationen und Initiativen, die sich für die Belange der Sami einsetzten. Dies führte zu einer wachsenden Bewusstseinsbildung und einem stärkeren Gemeinschaftssinn innerhalb der Sami-Community.
Martinsen selbst war ein Vordenker und Inspirator für viele junge Sami, die sich ebenfalls für ihre kulturelle Identität und Rechte einsetzten. Sein Engagement trug dazu bei, dass die Sami stärker in die norwegische Gesellschaft integriert wurden und ihre Stimme in politischen Entscheidungsprozessen Gehör fand.
Die 1980er Jahre waren somit eine wichtige Zeit für die Sami in Nordnorwegen, in der sie einen wichtigen Schritt in Richtung Selbstbestimmung und Anerkennung machten. John-Reier Martinsen spielte dabei eine entscheidende Rolle und wird bis heute als einer der Pioniere der samischen Bewegung verehrt.
Die späten 1970er und frühen 1980er Jahre waren eine politisch angespannte Zeit in den samischen Gebieten in Nordnorwegen. Eine Gruppe samischer Aktivisten protestierte gegen die traditionelle Fügsamkeit und erhöhte das Niveau des Aktivismus und der Forderungen.
John-Reier Martinsen war Mitglied der maoistischen Partei AKP (m-l) und gehörte ab 1984 dem Zentralkomitee der Partei an. Während und nach der großen Alta-Umweltkontroverse in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren arbeitete er daran, radikale Sami aus den Sami-Organisationen zu rekrutieren, um gegen die seiner Ansicht nach illegale Besetzung samischer Gebiete (Sápmi / Sameland) durch den skandinavischen Nationalstaat und die Unterdrückung der samischen Bevölkerung zu kämpfen.
1982 versuchten Martinsen und sein Freund Niillas A. Somby erfolglos, eine Brücke zu sprengen, um ein Entwicklungsprojekt zu stoppen. Die Sprengladung ging versehentlich hoch und zerstörte durch die Explosion Sombys Arm und Auge. Die Brücke wurde nicht wesentlich beschädigt. Martinsen sorgte dafür, dass Somby ins Krankenhaus gebracht wurde, und erstattete dann Anzeige bei der Polizei. Beide wurden wegen Brandstiftung angeklagt, worauf eine Höchststrafe von 21 Jahren drohte. Nach sechs Monaten Haft flüchtete Somby über Finnland nach Kanada, wo er und seine Familie von verschiedenen Indianerstämmen versteckt gehalten wurden. John-Reier Martinsen wurde wegen Vandalismus verurteilt und verbüßte insgesamt ein Jahr im Gefängnis.
Einige der aktivsten Mitglieder dieser Bewegung wurden mit Morddrohungen, ja sogar Mordversuchen, Berufsverboten, Telefonabhörungen und finanziellen Schikanen konfrontiert. Dies geschah nicht nur von reaktionären Personen. Der norwegische Teil von Sameland ist auch ein sensibles NATO-Gebiet. Das Zurückbleiben war gut entwickelt. Die Reaktion war in der Arbeiterpartei organisiert. Aus diesen Bereichen kamen viele Aufrufe zur Gewaltanwendung gegen samische Aktivisten, Naturschützer und Kommunisten. John-Reier gehörte zu allen drei Kategorien.
Der “Unfall”
John-Reier Martinsen und sein Freund Hermann Hansen waren mit dem Hundeschlitten auf dem zugefrorenen Joatka-See unterwegs, sie waren auf dem Heimweg von Alta zurück nach Karasjok, nachdem sie sich einen Wettbewerb angesehen hatten. Sie waren bereits drei oder vier Stunden unterwegs. Es war dunkel, aber die Sicht war gut und die Bedingungen für die Hundeschlittenfahrt waren gut. Beide hatten Scheinwerfer auf dem Kopf und die Reflexe die Hunde trugen Reflex-Lampen. Der Abstand zwischen den beiden Hundeteams betrug einige hundert Meter.
Ein Schneemobil kam aus der entgegengesetzten Richtung. Der Fahrer, ein 19-jähriger Mann, war etwas weiter weg in einer Hütte gewesen und fuhr wieder hinunter nach Alta. Die gut ausgetretene Schneemobilspur über den See ist vier Meter breit. Die Spur im Schnee zeigt, dass Martinsen und sein Hundeteam zwei Meter neben der gut ausgetretenen Spur standen, als sich der Motorroller näherte. 15-20 Meter vor dem Zusammentreffen der beiden kommt der Rollerfahrer von der Spur ab und steuert direkt auf das Hundegespann und Martinsen zu. Er rammt den Schlitten und tötet Martinsen und viele seiner Hunde. Dann biegt er auf den Rollerweg ab und fährt weiter, in Richtung Dorf. Hansen ist verletzt. Als er bei der ersten Hundestaffel ankommt, findet er John-Reier Martinsen tot vor, zusammen mit toten und halbtoten Hunden. Eine spätere Autopsie ergibt, dass John-Reier an so schwerer “stumpfer Gewalt” gegen die Schläfe gestorben ist, dass er Quetschungen am Gehirn erlitt.
Hermann Hansen sieht Fußspuren im Schnee neben den Toten. Es sind menschliche Fußabdrücke, aber nicht die von John-Reiers Stiefeln. Es ist ein weiter Weg zu anderen Personen, die solche Spuren hinterlassen haben könnten, abgesehen von dem Motorschlittenfahrer. Die Polizei hat es später versäumt, diese Spuren zu sichern.
Auf dem Weg hinunter ins Dorf trifft der Mörder auf zwei andere Motorschlittenfahrer. Die Zeitung Klassekampen schreibt, dass er ein paar Tage später damit prahlte, “dass er am Joatka-See ‘ein paar Hunde erlegt’ habe”. Als der 19-jährige Fahrer wieder im Dorf war, ging er zu einer Party und dann nach Hause.
Gerichtsprozesse
Im Juni 1987 stand der Schneemobilfahrer vor Gericht, angeklagt wegen “fahrlässiger Tötung” von John-Reier Martinsen. Da die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift so formuliert hatte, konnte er nicht wegen vorsätzlichen Mordes verurteilt werden, ganz gleich, welche Beweise vor Gericht auftauchten.
Zu den auffallend schlampigen Ermittlungen und Ungereimtheiten gehören:
Der 19-jährige mutmaßliche Mörder erzählte dem Berufungsgericht von Hålogaland, was er als erstes tat, nachdem er von seinem Vater abgeholt worden war:
“Ich wollte zur Polizei gehen, um den Fall zu klären und zu erklären, dass ich es nicht war, der das getan hat, aber als ich dort ankam und mich erklären musste, wurde ich gebeten, nichts zu sagen, bevor ich einen Anwalt hatte. “Wer hat Ihnen gesagt, dass Sie sich nicht erklären sollen?”, fragte der Staatsanwalt. “Einer der Beamten der Polizei”, antwortete der Angeklagte.
Als sich die zwei Polizisten vor Gericht erklärten, sagten beide, dass nur der jeweils andere an diesem Morgen mit dem Mörder gesprochen habe. Einer der beiden muss gelogen haben.
Am 11. Juni wurde der Hundeschlitten von John Reier Martinsen im Gerichtssaal gezeigt, mit Blutspuren auf dem rechten Ski. Aus den Untersuchungsunterlagen in diesem Fall geht hervor, dass von diesem Blut keine Proben genommen wurden. Das Gericht erfuhr nicht, ob es sich um menschliches Blut oder Hundeblut handelt.
Die Ermittlungen ergaben keine eindeutige Antwort auf die Frage, wie John-Reier getötet wurde. Die Staatsanwaltschaft “vermutet”, dass der Motorschlitten die Mordwaffe ist. Das muss bedeuten, dass der Motorroller so weit vom Boden abhob, dass ein Ski John-Reier an der Schläfe traf. Als Verteidiger Olav Hestenes nach der Laterne fragt, die John Reier auf dem Kopf trug, antwortet der Staatsanwalt: “Ich zumindest habe sie nicht”. Keiner hat die Laterne. Es wird nicht besser, als der Verteidiger fragt, wo die mutmaßliche Mordwaffe – der Motorschlitten – ist. Ein Beamter des Sheriffs erklärt, dass der Angeklagte sie vor etwa fünf oder sechs Monaten zurückerhalten hat. Der Angeklagte erklärt, dass er seinerseits den Motorroller repariert und an jemanden verkauft habe, der ihn angeblich auch weiterverkauft habe. Ein solcher Umgang mit einer mutmaßlichen Mordwaffe ist nicht üblich, zumindest nicht, bevor der Prozess beendet ist.
Ein Hundeschlittenführer befestigt den Schlitten mit einem Schneeanker, wenn er das Gespann anhält. John Reier Martinsen verwendete ein vier bis fünf Kilo schweres V-förmiges Eisenstück als Schneeanker. Es war mit Spikes versehen, damit es im harten Schnee gut hält. Als der Staatsanwalt vor Gericht Dias zeigte, sahen alle, dass sich auch auf dem Schneeanker Blutspuren befanden. Der Sachverständige der nationalen Ermittlungseinheit KRIPOS stand im Gerichtssaal spontan auf, ging zur Leinwand und erklärte, dass “hier wahrscheinlich Blutgerinnsel oder etwas Ähnliches sind, ja”. Als die Staatsanwältin die Polizei fragt, ob sie untersucht haben, ob Blut oder etwas Ähnliches auf dem Anker war, erhält sie nur ein stummes Nicken als Antwort. Die Staatsanwältin hebt den Anker vom Boden auf und erklärt, dass “jetzt jedenfalls nichts mehr da ist”. Der Beamte der Polizei ist blass und unruhig und sagt, dass sie den Anker wahrscheinlich untersucht hätten, wenn Blut daran gewesen wäre. Aber in den Unterlagen, die KRIPOS zur Analyse zugesandt wurden, steht kein Wort über Blutproben aus dem Schneeanker.
Der Motorschlittenfahrer wurde wegen Totschlags verurteilt.
Machen Sie mit beim Tag des offenen Denkmals am 8. September.
So lautet das Motto des bundesweiten Tages des offenen Denkmals in diesem Jahr. Jeweils am zweiten Sonntag im September findet er statt. In diesem Jahr am 8. September. Jede Eigentümerin und jeder Eigentümer eines Baudenkmals ist in unterschiedlichem Maße auch Besitzer und Bewahrer von geschichtsträchtiger Bausubstanz, die etwas über die Erbauer, die Bewohner und die verschiedenen Veränderungen zu berichten weiß und somit Zeitzeuge der Geschichte ist. Manches aus der wechselvollen Geschichte drängt sich dem Betrachter förmlich auf. Anderes will entdeckt, gelesen, erforscht und interpretiert sein.
Lässt man sich auf die Suche und das Lesen von Wahrzeichen als geschichtliche Zeitzeugen ein, erschließen sich gerade in einer geschichtsträchtigen und denkmalreichen Stadt wie Stralsund bisher kaum wahrgenommene Bauten als ein wahres Füllhorn an Informationen. Nicht nur Denkmalpfleger, Restauratoren, Bauforscher, Historiker und Architekten können diese „Wahr-Zeichen“ entdecken, sie offenbaren sich auch dem interessierten und kundigen Laien.
Die Untere Denkmalschutzbehörde der Hansestadt Stralsund ruft alle Denkmaleigentümer auf, sich am Tag des offenen Denkmals zu beteiligen und die „Wahr-Zeichen“ ihres Denkmals erleben und vielleicht auch erkunden zu lassen. Interessenten, die sich am Tag des offenen Denkmals beteiligen möchten, sich aber bisher noch nicht angemeldet haben, haben dazu noch bis zum 30. Juni Zeit. Die Anmeldung erfolgt dabei schriftlich bei der Unteren Denkmalschutzbehörde Stralsund, Badenstraße 17 oder ganz einfach per E-Mail bei stadtplanung@stralsund.de
Alle Stralsunderinnen und Stralsunder und ihre Gäste sind jetzt schon aufgerufen, sich am Sonntag, dem 8. September, auf die Spurensuche zu Zeitzeugen der Geschichte zu begeben.
Am 02. Juli findet vor dem Rathaus am Alten Markt in Stralsund, bei Regenwetter im Rathausfoyer um 10:00 Uhr ein außergewöhnlicher Bild(er)-Wechsel in der Ausstellungsreihe „Kunst im Rathaus“ statt.
Zu sehen sein wird eine von drei besten Arbeiten der Schülerinnen und Schüler des Projekt-Kurses Klasse 11 des Hansa-Gymnasiums “Kultur – Erbe – Kunst”. Die Arbeiten waren im vergangenen Schuljahr entstanden. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich im Rahmen dieses Projektfachunterrichts unter Leitung von Lehrerin Kathrin Bucholz intensiv mit dem Thema in Bezug auf ihre Heimatstadt Stralsund auseinandergesetzt und ihre Sicht auf die Hansestadt Stralsund künstlerisch umgesetzt. So sind 20 einzigartige und künstlerisch beachtliche Werke entstanden, von denen drei ausgewählt wurden. Die werden nun die im Rathaus nacheinander ihren Platz in der Ausstellungsreihe finden werden. Jede dieser Arbeiten reflektiert ihre ganz eigene Stimmung. Dazu widerspiegeln sie die Sichtweise und künstlerische Einstellung junger Menschen in Bezug auf unsere Stadt, in der sie geboren und aufgewachsen und von der sie bis heute fasziniert sind.