Kategorie: Kunst

  • Ik bün bi de Werft

    Die Ausstellung “Museum auf der Straße” zeigt 7 Portraits ehemaliger Mitarbeiter der Volkswerft Stralsund. Der Anlass war das 75-jährige Werftjubiläum, der Fotograf war Holger Kummerow, der Auftraggeber das Stralsund Museum.

    Zum Museum

  • Zwischen Welten

    Zwischen Welten ist ein neues Buch von Juli Zeh. Zwei alte Studienkollegen und ehemalige gemeinsame WG-Bewohner, der jetzige Journalist Stefan und Theresa, die mittlerweile den landwirtschaftlichen Betrieb ihres Vaters in Brandenburg übernommen hat, treffen sich zufällig in Hamburg. Dies ist die geniale Vorlage für die Darstellung unserer heutigen Kluft zwischen einer zunehmenden woken städtischen und konservativ ländlichen Bevölkerung, zwischen Medienleuten und hart arbeitenden Menschen in der Landwirtschaft. Aber es gibt zwischen ihnen eine Bereitschaft zum Diskurs, welcher über WhatsApp und E-Mail geführt wird.

    Interessant ist hier die Reaktion so mancher Kritiker auf dieses Buch: So meinen manche, das Buch sei eine Steilvorlage für die Neue Rechte. Dabei ist das vereinfachte, simplizierende Denken so macher Kritiker entlarvend, ja, es spiegelt in verblüffender Form das Dilemma der beiden Protaganisten aus dem Buch. Es wird weder der Klimawandel geleugnet, noch an der Gleichberechtigung aller Menschen gezweifelt. Es ist einfach nur bedenkenswerte Sozialkritik! Und wenn man das nicht mehr darf…

  • Ahnungslos in Berlin

    “Im Alter von 24 Jahren wachte Byron auf und wusste dass er berühmt war. So ähnlich ging es Lovelock. Am 6. August 1936 stand der bisher in Deutschland unbekannte Medizinstudent aus Neuseeland am Berliner Reichssportfeld, umjubelt von 120000 Zuschauern: er hatte nicht nur die erste olympische Goldmedaille für Neuseeland gewonnen; sein “makelloser” 1500 Meter Lauf gilt noch heute als klassisches Beispiel in der Geschichte internationaler Leichtathletik.”

    Dies ist der Klappentext von “Ahnungslos in Berlin” von James McNeish aus der LCB-Edition.

    Der Autor beschreibt seine Reise im Jahre 1983 in Berlin. Er ist auf den Spuren von Lovelock, der während der Berliner Olympiade 1936 die Bestleistung im 1500 Meter Lauf erzielte. Diese Spurensuche ist spannend geschrieben und verrät viele Details dieser Alibi Olympiade unter der Ägide von Adolf Hitler ausgerichtet und von den Nationen der Welt honoriert. Außerdem ist es eine schöne Beschreibung des damaligen West-Berlin im Jahre 1983.

    Ahnungslos in Berlin - James McNeish
  • KI generiert ein surrealistisches Video

    @ambientDawn

    Hieronymus Bosch trifft Salvador Dali. Unglaublich.

    @ashleywessel780

    Ich bin seit fast 3 Tagen wach, und das ist genau das, was ich jetzt sehen muss. Die KI-Videos erinnern mich an die Art von Dingen, die ich halluziniere, wenn ich unter extremem Schlafentzug leide. Einfach endlose Komplexität und Schöpfung.

    @stillcursed5168

    Ich kann diese Art von wechselnden Bildern in meinem Kopf erzeugen, wenn ich meine Augen schließe. Nur Landschaften und Gesichter, die sich ständig verändern. Der einzige Unterschied ist, dass ich euch nicht zeigen kann, was ich sehe. Es ist wirklich seltsam, dass wir in einer Zeit leben, in der eine Maschine das Gleiche tun kann.

  • Magic Mix 4

    In unserer Magic Mix Reihe 4 von Radio Stralsund immer Donnerstag von 17:00 – 19:00 Uhr haben wir mindestens zwei ikonische Stimmen, die uns Anfang 2022 für den großen Auftritt im Himmel verlassen haben, Gary Brooker von Procol Harum und Mark Lanegan von den Screaming Trees. Beide besiegeln verschiedene Epochen der Rockmusik, wobei der erste eine Brücke von den psychedelischen zu den progressiven Sechzigern schlägt und der zweite den Indie-/Grunge-Rock der späten 80er bis mittleren 90er Jahre mit der ausgefeilten Atmosphäre seiner Singer-Songwriter-Metamorphose in diesem Jahrhundert verbindet. Dann sind da noch Sandy Nelson mit seinen klassischen Instrumentalstücken, Dallas Good von Torontos Neo-Surf-Americana-Revivalisten The Sadies, Derek Hussey, der Ian Durys Platz bei den Blockheads einnahm, Sam Henry, der Schlagzeuger bei
    Portland, Oregon’s Heroes the Wipers, Don Craine, der in einer der besten britischen Beat-Bands, Downliners Sect, sang, ein paar Country-Musiker (Warner Mack und Jimbeau Hinson) und Chuck Criss, der Multi-Instrumentalist von Freelance Whales, einer US-Indie-Band. Viel Spaß!

    1. Stunde

    01 Sandy Nelson – Teen Beat [1959]

    02 Sandy Nelson – Let There Be Drums [1962]

    03 The Sadies – Anna Leigh [New Seasons, 2007]

    04 The Sadies – The Trial [New Seasons, 2007]

    05 The Blockheads – Greed [Staring Down The Barrel, 2009]

    06 Procol Harum – A Whiter Shade Of Pale [1967]

    07 Procol Harum – Cerdes [1967]

    08 Procol Harum – Grand Hotel [1973]

    09 Wipers – Window Shop For Love [Is This Real, 1979]

    10 Wipers – Return Of The Rat [Is This Real, 1979]

    11 Wipers – Romeo [7”, 1979]

    12 – Downliners Sect – Bad Storm Coming [1965]

    13 – Downliners Sect – Glendora [1966]

    2. Sunde

    01 – Screaming Trees – Dollar Bill [Sweet Oblivion, 1992]

    02 – Screaming Trees – Shadow of the Season [Sweet Oblivion, 1992]

    03 – Mark Lanegan – House A Home [Whiskey For The Holy Ghost, 1994]

    04 – Mark Lanegan – Where Did You Sleep Last Night [The Winding Sheet, 1990]

    05 – Isobel Campbell & Mark Lanegan – Come Undone

    06 – Mark Lanegan – Apples From A Tree [Straight Songs Of Sorrow, 2020]

    07 – The Members – Sound Of The Suburbs [7”, 1979]

    08 – The Members – Offshore Banking Business [7”, 1979]

    09 – Warner Mack – A Satisfied Mind [1961]

    10 – The Oak Ridge Boys – I’m Settin’ Fancy Free [1981]

    11 – Freelance Whales – Broken Horse [Weathervanes, 2009]

  • Magic Mix 7

    In unserer Magic Mix 7 Reihe von Radio Stralsund, immer Mittwoch 18:00 – 20:00 Uhr, setzen wir die Serie Great Gig In The Sky fort und würdigen den großen Klaus Schulze von seinen Anfängen mit Tangerine Dream über seine verschiedenen Kollaborationen bis hin zu seinem Solowerk. Dann geht es um eine der weiblichen Kultfiguren der 60er Jahre, Judy Henske. Viele weitere werden folgen, wie Naomi von The Judds, die als “Königin der Country-Musik der 80er Jahre” bekannt ist; Rudy Gomis (Orchestra Baobab); Ric Parnell (Schlagzeuger bei Atomic Rooster, Spinal Tap, den Hardrockern Horse, den Fusionisten Nova und den italienischen Tritons aus den frühen 70ern); Regine Zylberberg (französische Nachtclub-Liebling, bekannt als “Königin der Nacht”); Howie Pyro (N. Yorker Bassist bei den frühen Punks The Blessed, den Garagenrockern The Freaks und Jesse Malin’s D. Generation); Mitt Gamon (Multiinstrumentalist bei Ruts DC, The Blockheads, Gang Of Four etc. ); Jewell Caples (R’n’B-Sängerin, die als “First Lady von Death Row Records” bezeichnet wird und mit der Crème de la Crème der US-Rapper aufnahm); Mickey Gilley (Country-Sänger, Cousin von Jerry Lee Lewis); Dennis Waterman (englischer Sänger und Schauspieler); Norman Dolph (der Mann, der die ersten Aufnahmen der Velvets machte; dieses Acetat wurde kürzlich für 25.000 Dollar versteigert); Ricky Gardiner (Gitarrist der schottischen Rockband Beggars Opera).

    1. Stunde

    01 – Tangerine Dream – Wish You Were Here

    02 – Tangerine Dream – Asche Zu Asche (Ashes To Ashes)

    03 – Ash Ra Tempel – Traummaschine (extract)

    04 – Klaus Schulze & Pete Namlook – Three Pipers at the Gates of Dawn V

    05 – Stomu Yamashta, Steve Winwood, Klaus Schulze, Michael Shrieve, Al Di Meola – Time Is Here

    06 – Judy Henske – High Flying Bird

    07 – Judy Henske & Jerry Yester – Snowblind

    08 – Judy Henske – Love Henry 

    09 – The Judds – Love Can Build a Bridge

    10 – Orchestra Baobab – Mouhamadou Bamba

    11 – Tritons – I Can’t Get No Satisfaction

    2. Stunde

    01 – Regine – Le jour ou tu te maries

    02 – Regine – Rue des rosiers

    03 – D Generation – Good Ship Down

    04 – The Ruts – Babylon’s Burning

    05 – Jewell – Woman To Woman

    06 – Mickey Gilley – Stand By Me

    07 – Dennis Waterman – Hollywood Seven

    08 – The Velvet Underground And Nico – Ill Be Your Mirror

    09 – Beggars Opera – Time Machine

    10 – Iggy Pop – The Passenger

    11 – Klaus Schulze – Satz; Ebene

  • Piratensender

    Der Film Pogo 1104 erzählt die Geschichte vom Betrieb des beliebten Piratensenders Radio Störtebecker aus Hamburg aus dem Jahre 1984. Zu jener Zeit gab es zahlreiche Piratensender, also Rundfunksender, welche als sogenannte Schwarzsender ihr Programm ohne Lizenzen ausstrahlten.

    Der Film von Wigbert Wicker ist auch deswegen so wertvoll, da er die Stimmung und den Geist der 80er Jahre in Hamburg gut dokumentiert.

  • Radio und Mauerfall

    Vor der Wiedervereinigung im Jahr 1990 lebten die Deutschen in einem geteilten Land. Eine Mauer trennte das Land in die Bundesrepublik (BRD) im Westen und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) im Osten. Und auch die Radiosenderlandschaft war geteilt in Ost und West. Nach Mauerfall und Wende wurde der Rundfunk der DDR mit Sendern der BRD zu einem Sender für ganz Deutschland verschmolzen. Das ist heute der Deutschlandfunk. Eva Sudrow hat in Ost-Berlin in der Hörspielredaktion des Rundfunks der DDR gearbeitet und später für den Deutschlandfunk. Sie hat Radio für das halbe Land gemacht und dann für das ganze Land. Verena Hütter hat mit ihr gesprochen.
     

    Verena Hütter, Eva Sudrow Frau Sudrow, was war Ihre Aufgabe beim Rundfunk der DDR?

    Eva Sudrow: Ich war Assistentin, Sachbearbeiterin, Sekretärin – eine technische Kraft sozusagen.

    Wann haben Sie beim Rundfunk angefangen?

    Am 1. April 1976. Da nannten wir uns – also noch zu DDR-Zeiten – Staatliches Komitee für Rundfunk der DDR. Ich war in der Hauptabteilung Funk-Dramatik. Und dann kam 1990 die Wende. Viele Kollegen wurden entlassen, es blieben nur noch wenige übrig. Damals nannten wir uns Funkhaus Berlin. Dann wurden die DDR-Sender zu einem einzigen Sender zusammengefasst, dem Deutschlandsender Kultur. Der existierte zwei Jahre unter der Obhut von ZDF und ARD. Und schließlich wurde 1994 Deutschlandradio Berlin gegründet. Da wurde dieser letzte Sender vom Rundfunk der DDR mit dem RIAS zusammengefügt.

    Der RIAS war der Rundfunk im amerikanischen Sektor, den die US-Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg in Westberlin gegründet hatten. Und aus Köln kam auch noch ein Sender dazu?

    Aus Köln kam der Deutschlandfunk dazu. Der war für die politische Information zuständig. Unser Sender hingegen war hauptsächlich auf die Kultur ausgerichtet. Im November 2015 bin ich dann in Rente gegangen. Nach fast 39 Jahren beim Radio.

    Ein Hörspiel kann man sich vom Aufwand her wie eine Filmproduktion vorstellen.

    Wow! Und langweilig war’s bestimmt nicht.

    Das war überhaupt nicht langweilig. Ich beschreibe Ihnen einmal den Arbeitsplatz im damaligen DDR-Funkhaus in der Berliner Nalepastraße. Ich gehörte damals der Redaktion Produktions- und Sendeleitung an. Die war zuständig für die Produktion und Sendung von Hörspielen. Ein Hörspiel kann man sich vom Aufwand her wie eine Filmproduktion vorstellen. Eben nur ohne Kamera. Statt dem Kameramann war bei uns der Toningenieur wichtig. Der Verwaltungsaufwand war hoch. Und die vielen notwendigen organisatorischen Arbeiten, die damit verbunden waren, das war mein Aufgabenbereich.

    Meine Redaktion, die Funk-Dramatik, war für das komplette Hörspielprogramm zuständig. Wir waren keinem speziellen Sender zugeteilt. Wir hatten verschiedene Sender, die wir bedient haben. Die haben uns ihren Sendeplatz angegeben und den mussten wir dann bestücken. Wir haben auch internationale Hörspiele produziert, Hörspiele für Kinder und Familienserien wie Neumanns 2x klingeln.

    Wer waren die Neumanns?

    Das war eine witzige Familienserie aus dem Leben der Familie Neumann. Sie lief einmal pro Woche mit einer Sendedauer von circa 20 Minuten.

    War es ihr Berufswunsch, zum Radio zu gehen?

    Überhaupt nicht. Ich war zuerst bei der Außenhandelsbank beschäftigt in Berlin. Aber die hatten keine Kindergartenplätze. Durch einen Zufall habe ich erfahren, dass sie beim Funkhaus Berlin jemanden gesucht haben, und die hatten Kindergartenplätze. Deshalb bin ich zum Rundfunk gekommen, wegen meiner Kinder.

    Das ist schön! Von der Ausbildung her sind Sie Bankkauffrau?

    Nein, angefangen habe ich als Stenophon-Typistin und habe eine Sekretariatsausbildung gemacht. Mit anderen Zertifikatsabschlüssen habe ich mich später weiterentwickelt.

    Ich versuche mir die Zeit des Mauerfalls vorzustellen. Sie meinten, dass viele entlassen wurden. Und Sie konnten aber zum Glück bleiben?

    Das war eine sehr aufregende Zeit. Es gab Untersuchungen. Da ging es um die Staatssicherheit. Ob man da irgendwie involviert war. Es gab Kontrollen. Das war nicht einfach. Es war nervenaufreibend zu warten, bis dann schließlich die Zusage kam. Ich habe es schriftlich – schwarz auf weiß – , dass ich kein IM (Spitzel) war. [lacht]

    Die Zeit des Mauerfalls war schon haarig.

    Als die Mauer fiel, war ich ein Kind, ich habe das nicht präsent. Kam der Mauerfall wirklich komplett überraschend? Oder haben Sie das einige Monate davor schon vermutet, dass es dazu kommt?

    Der Mauerfall kam für uns sehr überraschend. Einige Anzeichen gab es jedoch. Da war die große Demonstration am 4. November 1989. Wo sich das Volk nochmal aufgebäumt hat. Und davor fingen mit der Perestroika die ersten politischen Veränderungen an. In der Redaktion wurde viel diskutiert. Wir in der Funk-Dramatik hatten ständig Kontakt mit Künstlern und Schauspielern, die von außen zur Produktion kamen. Die hatten ihre ganz eigenen Anschauungsweisen und brachten Informationen mit. Es war schon haarig.

    Und unmittelbar nach dem Mauerfall ging es los mit der Durchleuchtung der Mitarbeiter*innen. Wo man geschaut hat: Wer hat eine weiße Weste und bleibt?

    Wir waren circa 3.000 Beschäftigte. Wie in einem kleinen gut organisierten Städtchen. Da gab’s sogar eine Poli-Klinik, verschiedene Ärzte. Alles war vor Ort. Und nach dem Mauerfall wurde das lichter und immer lichter. Immer mehr verschwand. Das war traurig.

    Wie lange hat dieses Stadium angehalten? Ein Jahr?

    Länger war das. Gleich ab 1990 ging es los, das Bangen und Hoffen: Wer bleibt? Was wird aus uns? Wie geht es weiter? Wir waren jetzt nur noch ein einziger Sender, da wurden nicht mehr so viele Leute gebraucht. Viele haben auch von sich aus gekündigt. Ich hab gedacht, halt durch. Entweder es klappt, oder es klappt nicht.

    Und nach einigen Jahren war es überstanden. Es stand fest, dass Sie bleiben konnten. Und dann gab es 1994 erneut eine Veränderung …

    … den Zusammenschluss mit dem RIAS. Zu DDR-Zeiten waren die Sender der DDR und der RIAS Gegenpole. Sie haben sich gegenseitig politisch bekriegt. Der RIAS hat es möglich gemacht, dass ihn auch DDR-Bürger hören konnten. Was ich als Jugendliche natürlich auch gemacht habe. Der RIAS war ein interessanter Sender, sein Programm hat mir zugesagt.

    Man hatte sich für uns nicht so interessiert.

    Und nun waren diese beiden gegenpoligen Sender plötzlich unter einem Dach zusammengefasst. Wie kam man miteinander aus?

    Es gab schon Reibereien. Es hat gedauert, bis man gut zusammengearbeitet hat. Anfangs waren die Kollegen vom RIAS traurig darüber, dass es ihren Sender so nicht mehr gab. Aber die eigentlichen Verlierer waren wir.

    Sie waren die Verlierer?

    So haben wir das damals ausgedrückt. Wir hatten dieses riesengroße Funkhaus in der Nalepastraße, wo wir alle Platz gehabt hätten. Und wir mussten aber umziehen in den anderen Teil der Stadt zum Hans-Rosenthal-Platz in Schöneberg, wo der RIAS seinen Standort hatte. Das war eine politische Entscheidung.

    Können Sie sich erinnern, was der größte Unterschied zwischen den RIAS-Kollegen und ihnen war?

    Das ist schwierig zu beantworten. Eigentlich waren sie freundlich und nett. Hin und wieder fiel ein Satz, da haben wir gemerkt: Die waren nicht so gut informiert über uns. Im Westen hatten sie ihre heile Welt, da war alles in Ordnung. Man hatte sich für uns nicht so interessiert. Das war mein Empfinden.

    Die Hörspiele von früher laufen noch immer.

    Ich weiß, dass Hörspiele aus Deutschland im Ausland – in den USA zum Beispiel – einen sehr guten Ruf genießen. Haben sich die Hörspiele der DDR in ihrer künstlerischen Machart sehr von den Hörspielen, die im Westen produziert worden waren, unterschieden?

    Das würde ich nicht sagen. Hörspiel ist Hörspiel. Es kommt nur auf die Inhalte an. Was die Autoren geschrieben haben, und was die Redakteure daraus machen. Bei einigen DDR-Hörspielen hat man nach der Wende gesagt: Das können wir heute nicht mehr bringen. Aber viele andere Hörspiele aus dem DDR-Fundus wurden auch nach der Wende weiterhin gesendet. Es wurde ein extra Sendetermin eingerichtet. Das hat sich gut gefügt.

    Hören Sie heute immer noch Radio?

    Ich höre noch viel Radio. Regional-Radio und Deutschlandfunk.

    Finden Sie im Deutschlandfunk, so wie er heute ist, noch irgendwo ein Stück von ihrem Sender damals in der DDR?

    Ja, natürlich. Das kontrolliere ich jeden Tag. [lacht] Ich bekomme die Programmzeitschrift zugeschickt. Und da schaue ich nach, welche Hörspiele laufen, und wann sie produziert wurden. Immer wieder laufen welche von früher, an denen ich beteiligt war.


    Großer Dank geht an Eva Sudrow für das Teilen ihrer Erinnerungen und an Nathalie Singer für die Idee und die Vermittlung. <3 <3 <3

    Copyright: Text: Goethe-Institut, Verena Hütter. Dieser Text ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

    CC Creative Commons
  • Neue Datenkraken

    Die US-Organisation Thorn, die massiv für das geplante EU Projekt, nämlich Zugang zu all den Daten einer geplanten Chat-Kontrolle wirbt, aber auch die Aktionen von Europol selbst, aus der mittlerweile Mitarbeiter direkt zu Thorn gewechselt sind, sind äußerst kritisch zu beobachten. Im Sinne des englischen Worte Nudging (Nudging ist eine Strategie zur Verhaltensänderung: Menschen sollen dazu bewegt werden, sich für eine erwünschte Verhaltensweise zu entscheiden, ohne dass dazu Zwang ausgeübt wird), ist die Aktion zur Erreichung von Kontrolle und Machtausübung äußerst gut geplant. Der Grund für solche Überwachungsmethoden soll die Verhinderung von Kindesmißbrauch sein. Aber die Strategie von trojanischen Pferden ist ja beliebt und bekannt. Und der Satz der Enschuldigung, wir haben das leider nicht ausreichend kommuniziert, ist mittlerweile auch zur Farce geworden: Es müssen bestimmte Dinge ganz klar abgelehnt werden.

    Europol-Chefin Catherine De Bolle und EU-Kommissarin und Ylva Johansson sind in diesem Zusammenhang äußerst radikal und die Treiber dieses Projektes.

    Mehr hier…

  • Erntedankfest in Stralsund

    Die Gemeinde St. Nikolai, einheimische Landwirte und regionale Erzeuger haben am 01.10.2023 erfolgreich das Erntedankfest auf dem Alten Markt gefeiert.

    Der Erntedank-Gottesdienst fand in St. Nikolai statt.

    Vormittags verwandelte sich der Alte Markt in einen herbstlich bunten Platz. Das Angebot reichte von Obst & Gemüse, über Wildfleisch, Brot, Kuchen, Milch- und Honigprodukte bis hin zu einer Pflanzen- und Samentauschbörse. Große Landwirtschaftsmaschinen wurden ebenfalls zur Schau gestellt.
    Auch den Mittwoch-Spinnerinnen konnte man bei der Arbeit auf die Spinnräder und die flinken Finger zu schauen.

    Dieses Jahr war das Mecklenburg-Vorpommern Landes-Erntedankfest in Neu-Kaliß, nächstes Jahr wird es in Stralsund ausgerichtet werden.