Autor: stralsund

  • Aktionstage des “MobiHUB Stralsund”

    6. und 7. September: Aktionstage Altstadt | MobiHUB Stralsund

    Am Freitag, den 06. und Samstag, den 07. September finden in der Stralsunder Altstadt Aktionstage statt. In vier Straßenräumen – Mühlenstraße, Fährstraße, Heilgeiststraße und Mönchstraße – werden elf Aktionen durchgeführt. Sie zeigen, wie die Altstadt aussehen und belebt werden könnte, wenn das Parken anders organisiert wird.
    Offiziell eröffnet werden die Aktionstage durch den Oberbürgermeister Alexander Badrow am Freitag, den 6. September um 15.00 Uhr in der Mühlenstraße. Daran schließt sich ein Rundgang durch alle vier Straßenabschnitte, begleitet durch das Straßentheater “Grotest Maru” (siehe separater Text), an. Eine Ausstellung, zu der Führungen angeboten werden, informiert über das Gesamtprojekt.

    Die Aktionstage sind Teil des Gesamtprojektes “MobiHUB Stralsund”, welches aus Mitteln des Bundesprogramms “Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren” und der Hansestadt Stralsund finanziert wird. 
    Die elf Aktionen bilden zusammen ein vielseitiges Programm über die beiden Tage hinweg. Es reicht von temporären Kreativ- und Spielorten für Erwachsene und Kinder über Musik- und Tanzaufführungen bis hin zu öffentlichen Lesungen. In vier Straßenräumen laden Sitzgelegenheiten zum Aufenthalt ein, einige Abschnitte werden individuell begrünt. Mit dabei sind u. a. das STRALSUND MUSEUM und das Meeresmuseum, Perform(d)ance und das Atelier Sarah Kunze.  Alle Aktionen sind kostenfrei und zur Teilnahme offen.

    Einzelheiten zum Programm finden Interessierte im Programmflyer. Die genauen Straßenabschnitte sind:

    • Mühlenstraße (zwischen Mönchstraße und Alter Markt)
    • Fährstraße (Ecke Schillstraße)
    • Mönchstraße (vor dem Meeresmuseum und dem STRALSUND MUSEUM) 
    • Heilgeiststraße (zwischen Mönch- und Ossenreyerstraße)

    Die Straßenabschnitte sind während der Aktionstage für den motorisierten Verkehr gesperrt.

    INFO MobiHUB Stralsund
    Parallel zu den möglichen Veränderungen im Straßenraum wird geprüft, ob im Quartier 9 an der Mühlenstraße auf dem Dach des Parkhauses Meeresmuseum ein MobiHUB (Mobility-Hub) gebaut werden kann. Viele Anwohnerinnen und Anwohner der Altstadt könnten dort dauerhaft einen Parkplatz mieten. Durch die Verlagerung von Anwohnerstellplätzen könnten dann einige Straßenabschnitte vom parkenden Verkehr entlastet werden.
    Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: www.stralsund.de/mobihub.

    “Grotest Maru”
    Zur Eröffnung der Aktionstage möchte das Straßentheater “Grotest Maru” eine ortsspezifische Version ihres neuen Stückes GloBALL für Stralsund entwickeln.
    Fokus liegt auf der Fragestellung: Wie können wir den Stadtraum bespielen, neu nutzen, einem Publikum aller Generationen als Ort der Begegnung eröffnen und neue Sichtweisen auf die Stadt aufzeigen.
    Alle vier Orte der Aktionstage werden von GloBALL verbunden, so dass die Inszenierung wie ein Blitzlicht durch die Stadt zieht. Dabei lassen wir interaktive Szenen mit dem Publikum entstehen, so dass der urbane Raum als Ort einer gemeinsamen, poetischen Leichtigkeit erlebt wird, die durchaus auch Tiefgang und Ansatz zu gemeinsamem Diskurs bietet.  

  • Einladung zur “Wir und KI”

    gerne möchten wir, – der MakerPort Stralsund, die Project Bay Lietzow und die Hochschule Stralsund – alle Interessierten am 05.09.2024 von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr an die Hochschule Stralsundzur 4. Regionalkonferenz für die Vorpommern-Rügen mit dem Thema „Wir und KI: Gemeinsam Zukunft mITgestalten“ einladen.

    Die Veranstaltung steht dieses Jahr im Zeichen von „Künstlicher Intelligenz“. Gemeinsam möchten wir mit den Teilnehmenden fokussieren, wie wir unsere Region und die KI-Technologie gestaltend verbinden können. Wir bieten einen Raum und die Gelegenheit für den Austausch, diese innovativen Technologien und Lösungen zu bewerten. Konkrete Tools und Best Practices werden vorgestellt und mit Formaten zum Erproben, Kennenlernen und Austauschen gefüllt. Das Ziel der Konferenz ist es, eine Verbindung von Ideen und Kooperationen in der Region zu entfachen, um gemeinsam die digitale Zukunft zu gestalten.

    Das ausführliche Programm und weiterführende Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter: https://makerport.de/events/regionalkonferenz_092024 oder in der beigefügten Einladung.

  • MS „Stubnitz“ im Stadthafen Stralsund

    MS „Stubnitz“ im Stadthafen Stralsund 
    Veranstaltungen zum 60. Jubiläum starten in Kürze

    Am frühen Nachmittag hat das Kulturschiff „Stubnitz“ nach reibungsloser Passage der Ziegelgrabenbrücke in Stralsund am Liegeplatz 10 festgemacht. Dabei wurde sie von den Booten der Stralsunder Feuerwehr begleitet und mit Wasserfontäne gebührend begrüßt. Salutschüsse zum Einlaufen in den Hafen kamen von der Stralsunder Stadtwache.
    Mit frisch besiegeltem Schiffs-TÜV, den die „Stubnitz“ zuvor auf der Volkswerft erhalten hat, steht der Geburtstagsfeier zum 60. nichts mehr im Wege.

    Erste Gratulantin am Liegeplatz 10 war Dr. Sonja Gelinek. Die stellvertretende Oberbürgermeisterin hat der ehrenamtlichen Crew einen Stadtwimpel von Stralsund überreicht und eine kalte Erfrischung, mit der sogleich auf den Geburtstag und die gelungene Überfahrt angestoßen wurde:

    „Es ist wunderschön“, so Sonja Gelinek, „die Stubnitz jetzt hier gebührend in Empfang zu nehmen, begleitet von der Feuerwehr, unserer „Strela“, der Stadtwache, den Schleppern von Strela Shiprepair und allen Schaulustigen, die an die Kaikante gekommen sind. Die Hansestadt Stralsund gratuliert ganz herzlich! Wir freuen uns, dass die „Stubnitz“ ihren Geburtstag hier an ihrem Entstehungsort feiert.“

    Der gemeinnützige Betreiberverein wird auf seiner Homepage und via Instagram informieren, wann das Schiff veranstaltungsbereit ist.

    Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Unterstützung: www.stubnitz.com

    Bis zum 9. August sind u.a. ein Vortrag, ein Konzert und täglich Open Ship auf der „Stubnitz“ geplant.

  • Radio Stralsund macht Urlaub

    Radio Stralsund ist zur Zeit in den Bergen von Nordnorwegen und nimmt neue Tondokumente mit dem Sound Experiment – Designer und Autor Arcoplexus auf, seid gespannt! Die untere Sound Datei “Dreams – 23” ist entstanden auf einer Reise durch Spanien.

    Out of Office
  • Flaggentag der Mayors for Peace am 8. Juli 

    Stralsund zeigt Flagge für den Frieden Flaggentag der Mayors for Peace am 8. Juli.

    Kriege, Terror und eine weltweite Bedrohung der Demokratien: Vor diesem Hintergrund findet am 8. Juli der Flaggentag der Mayors for Peace statt. Auch die Hansestadt Stralsund als Teil des globalen Netzwerks und eine von knapp 900 Mitgliedstädten setzt mit dem Hissen der Mayors for Peace Flagge am Rathaus ein deutliches Zeichen gegen Kriege und für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. 

    Neun Länder verfügen aktuell über Atomwaffen, die meisten der akut einsatzbereiten Waffen besitzen die USA und Russland. China baut sein Atomwaffenarsenal in großer Schnelligkeit weiter aus. Die Zahl der in hoher Alarmbereitschaft gehaltenen Sprengköpfe stieg auf rund 2.100. In allen nuklear bewaffneten Staaten sieht das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI Bestrebungen, die Bestände zu modernisieren.

    Zudem geht der anhaltende russische Angriffskrieg auf die Ukraine einher mit einem Rückzug Russlands aus internationalen Verträgen, die den Besitz strategischer Kernwaffen begrenzen und Atomtests stoppen. 

    Oberbürgermeister und „Mayor for Peace“ Alexander Badrow zum Flaggentag
    „Uns alle eint der tiefe Wunsch nach Frieden. Er beginnt bei uns selbst und setzt sich über den eigenen Gartenzaun hinweg fort über die Grenzen unserer Stadt, des Landes und Europas. Als Mitglied eines weltweiten Netzwerks hissen wir jedes Jahr die weiß-grüne Flagge der Mayors for Peace – sie verleiht unserem Wunsch nach Verständigung und Vertrauen statt Aufrüstung und atomarer Abschreckung sichtbaren Ausdruck. Denn letztendlich geht es mir vor allem um die Sicherheit meiner Stralsunderinnen und Stralsunder.“

    Was ist der Flaggentag
    Am Flaggentag erinnern die Mayors for Peace an ein Gutachten des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag vom 8. Juli 1996. Darin wurde festgestellt, dass die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen gegen das Völkerrecht verstoßen, und dass eine völkerrechtliche Pflicht besteht, Verhandlungen zu führen – mit dem Ziel nuklearer Abrüstung.

    Wer sind die Mayors for Peace
    Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Das weltweite Netzwerk setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um Wege für ein friedvolles Miteinander zu diskutieren. Mehr als 8.390 Städte in 166 Ländern gehören dem Netzwerk an, darunter 895 Städte in Deutschland. Rund 600 Städte in Deutschland beteiligen sich in diesem Jahr am Flaggentag.

    Foto: HANSESTADT Stralsund l Pressestelle

  • In Erinnerung an John Reier Martinsen

    Politischer Hintergrund

    In den 1980er Jahren erlebten die Sami in Nordnorwegen eine Phase der politischen und kulturellen Erneuerung. Einer der führenden Akteure dieser Bewegung war John-Reier Martinsen, ein angesehener Aktivist und Intellektueller.

    John-Reier Martinsen setzte sich für die Rechte und Anerkennung der Sami ein, die jahrhundertelang marginalisiert und diskriminiert worden waren. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass die Sami-Kultur und -Sprache in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen und respektiert wurden.

    In den 1980er Jahren entstanden auch viele neue Organisationen und Initiativen, die sich für die Belange der Sami einsetzten. Dies führte zu einer wachsenden Bewusstseinsbildung und einem stärkeren Gemeinschaftssinn innerhalb der Sami-Community.

    Martinsen selbst war ein Vordenker und Inspirator für viele junge Sami, die sich ebenfalls für ihre kulturelle Identität und Rechte einsetzten. Sein Engagement trug dazu bei, dass die Sami stärker in die norwegische Gesellschaft integriert wurden und ihre Stimme in politischen Entscheidungsprozessen Gehör fand.

    Die 1980er Jahre waren somit eine wichtige Zeit für die Sami in Nordnorwegen, in der sie einen wichtigen Schritt in Richtung Selbstbestimmung und Anerkennung machten. John-Reier Martinsen spielte dabei eine entscheidende Rolle und wird bis heute als einer der Pioniere der samischen Bewegung verehrt.

    Die späten 1970er und frühen 1980er Jahre waren eine politisch angespannte Zeit in den samischen Gebieten in Nordnorwegen. Eine Gruppe samischer Aktivisten protestierte gegen die traditionelle Fügsamkeit und erhöhte das Niveau des Aktivismus und der Forderungen.

    John-Reier Martinsen war Mitglied der maoistischen Partei AKP (m-l) und gehörte ab 1984 dem Zentralkomitee der Partei an. Während und nach der großen Alta-Umweltkontroverse in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren arbeitete er daran, radikale Sami aus den Sami-Organisationen zu rekrutieren, um gegen die seiner Ansicht nach illegale Besetzung samischer Gebiete (Sápmi / Sameland) durch den skandinavischen Nationalstaat und die Unterdrückung der samischen Bevölkerung zu kämpfen.

    1982 versuchten Martinsen und sein Freund Niillas A. Somby erfolglos, eine Brücke zu sprengen, um ein Entwicklungsprojekt zu stoppen. Die Sprengladung ging versehentlich hoch und zerstörte durch die Explosion Sombys Arm und Auge. Die Brücke wurde nicht wesentlich beschädigt. Martinsen sorgte dafür, dass Somby ins Krankenhaus gebracht wurde, und erstattete dann Anzeige bei der Polizei. Beide wurden wegen Brandstiftung angeklagt, worauf eine Höchststrafe von 21 Jahren drohte. Nach sechs Monaten Haft flüchtete Somby über Finnland nach Kanada, wo er und seine Familie von verschiedenen Indianerstämmen versteckt gehalten wurden. John-Reier Martinsen wurde wegen Vandalismus verurteilt und verbüßte insgesamt ein Jahr im Gefängnis.

    Einige der aktivsten Mitglieder dieser Bewegung wurden mit Morddrohungen, ja sogar Mordversuchen, Berufsverboten, Telefonabhörungen und finanziellen Schikanen konfrontiert. Dies geschah nicht nur von reaktionären Personen. Der norwegische Teil von Sameland ist auch ein sensibles NATO-Gebiet. Das Zurückbleiben war gut entwickelt. Die Reaktion war in der Arbeiterpartei organisiert. Aus diesen Bereichen kamen viele Aufrufe zur Gewaltanwendung gegen samische Aktivisten, Naturschützer und Kommunisten. John-Reier gehörte zu allen drei Kategorien.

    Der “Unfall”

    John-Reier Martinsen und sein Freund Hermann Hansen waren mit dem Hundeschlitten auf dem zugefrorenen Joatka-See unterwegs, sie waren auf dem Heimweg von Alta zurück nach Karasjok, nachdem sie sich einen Wettbewerb angesehen hatten. Sie waren bereits drei oder vier Stunden unterwegs. Es war dunkel, aber die Sicht war gut und die Bedingungen für die Hundeschlittenfahrt waren gut. Beide hatten Scheinwerfer auf dem Kopf und die Reflexe die Hunde trugen Reflex-Lampen. Der Abstand zwischen den beiden Hundeteams betrug einige hundert Meter.

    Ein Schneemobil kam aus der entgegengesetzten Richtung. Der Fahrer, ein 19-jähriger Mann, war etwas weiter weg in einer Hütte gewesen und fuhr wieder hinunter nach Alta. Die gut ausgetretene Schneemobilspur über den See ist vier Meter breit. Die Spur im Schnee zeigt, dass Martinsen und sein Hundeteam zwei Meter neben der gut ausgetretenen Spur standen, als sich der Motorroller näherte. 15-20 Meter vor dem Zusammentreffen der beiden kommt der Rollerfahrer von der Spur ab und steuert direkt auf das Hundegespann und Martinsen zu. Er rammt den Schlitten und tötet Martinsen und viele seiner Hunde. Dann biegt er auf den Rollerweg ab und fährt weiter, in Richtung Dorf. Hansen ist verletzt. Als er bei der ersten Hundestaffel ankommt, findet er John-Reier Martinsen tot vor, zusammen mit toten und halbtoten Hunden. Eine spätere Autopsie ergibt, dass John-Reier an so schwerer “stumpfer Gewalt” gegen die Schläfe gestorben ist, dass er Quetschungen am Gehirn erlitt.

    Hermann Hansen sieht Fußspuren im Schnee neben den Toten. Es sind menschliche Fußabdrücke, aber nicht die von John-Reiers Stiefeln. Es ist ein weiter Weg zu anderen Personen, die solche Spuren hinterlassen haben könnten, abgesehen von dem Motorschlittenfahrer. Die Polizei hat es später versäumt, diese Spuren zu sichern.

    Auf dem Weg hinunter ins Dorf trifft der Mörder auf zwei andere Motorschlittenfahrer. Die Zeitung Klassekampen schreibt, dass er ein paar Tage später damit prahlte, “dass er am Joatka-See ‘ein paar Hunde erlegt’ habe”. Als der 19-jährige Fahrer wieder im Dorf war, ging er zu einer Party und dann nach Hause.

    Gerichtsprozesse

    Im Juni 1987 stand der Schneemobilfahrer vor Gericht, angeklagt wegen “fahrlässiger Tötung” von John-Reier Martinsen. Da die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift so formuliert hatte, konnte er nicht wegen vorsätzlichen Mordes verurteilt werden, ganz gleich, welche Beweise vor Gericht auftauchten.

    Zu den auffallend schlampigen Ermittlungen und Ungereimtheiten gehören:

    Der 19-jährige mutmaßliche Mörder erzählte dem Berufungsgericht von Hålogaland, was er als erstes tat, nachdem er von seinem Vater abgeholt worden war:

    “Ich wollte zur Polizei gehen, um den Fall zu klären und zu erklären, dass ich es nicht war, der das getan hat, aber als ich dort ankam und mich erklären musste, wurde ich gebeten, nichts zu sagen, bevor ich einen Anwalt hatte. “Wer hat Ihnen gesagt, dass Sie sich nicht erklären sollen?”, fragte der Staatsanwalt. “Einer der Beamten der Polizei”, antwortete der Angeklagte.

    Als sich die zwei Polizisten vor Gericht erklärten, sagten beide, dass nur der jeweils andere an diesem Morgen mit dem Mörder gesprochen habe. Einer der beiden muss gelogen haben.

    Am 11. Juni wurde der Hundeschlitten von John Reier Martinsen im Gerichtssaal gezeigt, mit Blutspuren auf dem rechten Ski. Aus den Untersuchungsunterlagen in diesem Fall geht hervor, dass von diesem Blut keine Proben genommen wurden. Das Gericht erfuhr nicht, ob es sich um menschliches Blut oder Hundeblut handelt.

    Die Ermittlungen ergaben keine eindeutige Antwort auf die Frage, wie John-Reier getötet wurde. Die Staatsanwaltschaft “vermutet”, dass der Motorschlitten die Mordwaffe ist. Das muss bedeuten, dass der Motorroller so weit vom Boden abhob, dass ein Ski John-Reier an der Schläfe traf. Als Verteidiger Olav Hestenes nach der Laterne fragt, die John Reier auf dem Kopf trug, antwortet der Staatsanwalt: “Ich zumindest habe sie nicht”. Keiner hat die Laterne. Es wird nicht besser, als der Verteidiger fragt, wo die mutmaßliche Mordwaffe – der Motorschlitten – ist. Ein Beamter des Sheriffs erklärt, dass der Angeklagte sie vor etwa fünf oder sechs Monaten zurückerhalten hat. Der Angeklagte erklärt, dass er seinerseits den Motorroller repariert und an jemanden verkauft habe, der ihn angeblich auch weiterverkauft habe. Ein solcher Umgang mit einer mutmaßlichen Mordwaffe ist nicht üblich, zumindest nicht, bevor der Prozess beendet ist.

    Ein Hundeschlittenführer befestigt den Schlitten mit einem Schneeanker, wenn er das Gespann anhält. John Reier Martinsen verwendete ein vier bis fünf Kilo schweres V-förmiges Eisenstück als Schneeanker. Es war mit Spikes versehen, damit es im harten Schnee gut hält. Als der Staatsanwalt vor Gericht Dias zeigte, sahen alle, dass sich auch auf dem Schneeanker Blutspuren befanden. Der Sachverständige der nationalen Ermittlungseinheit KRIPOS stand im Gerichtssaal spontan auf, ging zur Leinwand und erklärte, dass “hier wahrscheinlich Blutgerinnsel oder etwas Ähnliches sind, ja”. Als die Staatsanwältin die Polizei fragt, ob sie untersucht haben, ob Blut oder etwas Ähnliches auf dem Anker war, erhält sie nur ein stummes Nicken als Antwort. Die Staatsanwältin hebt den Anker vom Boden auf und erklärt, dass “jetzt jedenfalls nichts mehr da ist”. Der Beamte der Polizei ist blass und unruhig und sagt, dass sie den Anker wahrscheinlich untersucht hätten, wenn Blut daran gewesen wäre. Aber in den Unterlagen, die KRIPOS zur Analyse zugesandt wurden, steht kein Wort über Blutproben aus dem Schneeanker.

    Der Motorschlittenfahrer wurde wegen Totschlags verurteilt.

    Am 23. Januar 2020 bestätigte der Oberste Gerichtshof in Schweden, dass dem Sameby Girjas das alleinige Recht auf die Ausstellung von Jagd- und Fischereilizenzen auf seinem Gebiet zukomme …

  • Das Recht zu lesen

    Das Recht zu lesen.

    Der Rechtsstreit zwischen den Verlagen und dem Internet Archive (Hachette vs. Internet Archive) wird morgen (28. Juni) vor dem amerikanischen Berufungsgericht verhandelt. Unsere Position ist einfach: Wir wollen, dass unsere Bibliotheksbesucher die Bücher, die wir besitzen, ausleihen und lesen können, wie jede andere Bibliothek auch. Die Verlage, die uns verklagen, argumentieren jedoch, dass wir die Bücher, die wir besitzen, nicht ausleihen dürfen, was dazu geführt hat, dass über eine halbe Million Bücher aus unserer Bibliothek entfernt wurden.

    Sind Sie von dem Verlust des Zugangs zu diesen Büchern bei Ihrer Lektüre oder Recherche betroffen? Da wir weiterhin gegen die Entfernung von Büchern und den Zugang zu Lernmaterialien kämpfen, bitten wir unsere Nutzer dringend, uns auf verschiedene Weise zu unterstützen, von der Weitergabe Ihrer Geschichte bis hin zur Unterzeichnung eines offenen Briefes an die Verleger im Fall Hachette gegen Internet Archive. Im Folgenden erfahren Sie mehr darüber, wie Sie helfen können.

  • „Wahr – Zeichen – Zeitzeugen der Geschichte“

    Machen Sie mit beim Tag des offenen Denkmals am 8. September.

    So lautet das Motto des bundesweiten Tages des offenen Denkmals in diesem Jahr. Jeweils am zweiten Sonntag im September findet er statt. In diesem Jahr am 8. September.
    Jede Eigentümerin und jeder Eigentümer eines Baudenkmals ist in unterschiedlichem Maße auch Besitzer und Bewahrer von geschichtsträchtiger Bausubstanz, die etwas über die Erbauer, die Bewohner und die verschiedenen Veränderungen zu berichten weiß und somit Zeitzeuge der Geschichte ist. Manches aus der wechselvollen Geschichte drängt sich dem Betrachter förmlich auf. Anderes will entdeckt, gelesen, erforscht und interpretiert sein. 

    Lässt man sich auf die Suche und das Lesen von Wahrzeichen als geschichtliche Zeitzeugen ein, erschließen sich gerade in einer geschichtsträchtigen und denkmalreichen Stadt wie Stralsund bisher kaum wahrgenommene Bauten als ein wahres Füllhorn an Informationen. Nicht nur Denkmalpfleger, Restauratoren, Bauforscher, Historiker und Architekten können diese „Wahr-Zeichen“ entdecken, sie offenbaren sich auch dem interessierten und kundigen Laien. 

    Die Untere Denkmalschutzbehörde der Hansestadt Stralsund ruft alle Denkmaleigentümer auf, sich am Tag des offenen Denkmals zu beteiligen und die „Wahr-Zeichen“ ihres Denkmals erleben und vielleicht auch erkunden zu lassen. 
    Interessenten, die sich am Tag des offenen Denkmals beteiligen möchten, sich aber bisher noch nicht angemeldet haben, haben dazu noch bis zum 30. Juni Zeit.
    Die Anmeldung erfolgt dabei schriftlich bei der Unteren Denkmalschutzbehörde Stralsund, Badenstraße 17 oder ganz einfach per E-Mail bei stadtplanung@stralsund.de

    Alle Stralsunderinnen und Stralsunder und ihre Gäste sind jetzt schon aufgerufen, sich am Sonntag, dem 8. September, auf die Spurensuche zu Zeitzeugen der Geschichte zu begeben.

  • Julian Assange frei

    Julian Assange besteigt am Londoner Flughafen Stenstad einen Privatjet. Diese Bilder hat Wikileaks selbst veröffentlicht, sie sollen zeigen das der Gründer der Enthüllunsplattform Großbritannien gestern nachmittag verlassen hat, nach 5 Jahren Haft. Der Grund ein Deal mit der US Justiz. Assenge will sich im Spionage Skandal teils schuldig bekennen, im Gegenzug soll ihm eine weitere Haft in den USA erspart bleiben.

  • Kunst im Rathaus:  “Kultur – Erbe – Kunst”

    Am 02. Juli findet vor dem Rathaus am Alten Markt in Stralsund, bei Regenwetter im Rathausfoyer um 10:00 Uhr ein außergewöhnlicher Bild(er)-Wechsel in der Ausstellungsreihe „Kunst im Rathaus“ statt.

    Zu sehen sein wird eine von drei besten Arbeiten der Schülerinnen und Schüler des Projekt-Kurses Klasse 11 des Hansa-Gymnasiums “Kultur – Erbe – Kunst”. Die Arbeiten waren im vergangenen Schuljahr entstanden. 
    Die Schülerinnen und Schüler hatten sich im Rahmen dieses Projektfachunterrichts unter Leitung von Lehrerin Kathrin Bucholz intensiv mit dem Thema in Bezug auf ihre Heimatstadt Stralsund auseinandergesetzt und ihre Sicht auf die Hansestadt Stralsund künstlerisch umgesetzt. 
    So sind 20 einzigartige und künstlerisch beachtliche Werke entstanden, von denen drei ausgewählt wurden. Die werden nun die im Rathaus nacheinander ihren Platz in der Ausstellungsreihe finden werden. Jede dieser Arbeiten reflektiert ihre ganz eigene Stimmung. Dazu widerspiegeln sie die Sichtweise und künstlerische Einstellung junger Menschen in Bezug auf unsere Stadt, in der sie geboren und aufgewachsen und von der sie bis heute fasziniert sind.