Autor: stralsund

  • 71. Auflage des Europäischen Wettbewerbs unter dem Motto „Europa (un)limited“

    Stralsunder Schülerinnen und Schüler begeisterten mit Beiträgen zum Europäischen Wettbewerb

    Die 71. Auflage des Europäischen Wettbewerbs stand unter dem Motto „Europa (un)limited“ und fand großes Interesse in allen Jahrgangsstufen. Das Motto zielte auf die Auseinandersetzung mit Grenzen in und um Europa.
    Sind Grenzen durchlässig oder trennend, (un)sichtbar oder (un)überwindbar?
    Schülerinnen und Schüler waren aufgerufen, künstlerisch zu zeigen, wo sie Grenzen ziehen und wo sie Grenzen einreißen. Welche Grenzen ihnen wichtig sind und welche überbrückt werden sollten.

    Eine gute Tradition ist die Auszeichnung einiger Preisträgerinnen und Preisträger auf Landesebene durch die Bürgermeister der Städte, in denen sie beheimatet sind oder zur Schule gehen. Oberbürgermeister Alexander Badrow vergibt seit 2018 den Stralsunder Bürgermeisterpreis.

    Fünf Schülerinnen und Schüler aus Stralsund zählen in diesem Jahr zu den von der Landesjury ausgewählten Preisträgerinnen und Preisträgern des Bürgermeisterpreises: Emma Sophie Martens, Sarah Hensen, Hanka Stein, Illia Zamuruiev und Cara Bell vom Hansa-Gymnasium. Während einer Auszeichnungsveranstaltung am 23. April im Stralsunder Rathaus präsentierten sie ihre sehr persönlichen Arbeiten und eine enorme künstlerische Vielfalt.

    Sarah Hensen, Hanka Stein und Illia Zamuruiev entschieden sich für die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema „Über den eigenen Schatten springen“. Die drei Jugendlichen zeigten in ihren Arbeiten, wie sie schon Grenzen überwunden haben und dadurch neue Erfahrungen machen konnten.

    Cara Bell entschied sich für das Thema „The sky is (not) the limit“. International ist die EU wichtige Akteurin und mit ihrem Weltraumprogramm überschreitet sie sogar die Himmelsgrenze dieser Erde. Darum standen auch Satelliten und Sender im Zentrum ihrer Arbeit. Sie untersuchte auf künstlerische Weise die Herausforderungen der scheinbar grenzenlosen Nutzung des Weltalls aus europäischer Sicht.

    Emma Sophie Martens bearbeitete künstlerisch das Thema „Das digitale Ich“. Ausgehend von ihrem sozialen Leben in realen und in digitalen Welten stellte sie auf kreative Art und Weise dar, wie sich ihr Online- und Offline-Leben gegenseitig beeinflussen. Emma Sophie Martens wurde in diesem Jahr bereits zum dritten Mal von Oberbürgermeister Alexander Badrow im Rahmen des Europäischen Wettbewerbs ausgezeichnet. Ihre herausragende Malerei wurde in diesem Jahr zudem von der Landesjury ausgewählt, um die Urkunde aller Teilnehmenden von Klasse 8 bis 12 zu schmücken. Die Sechzehnjährige ist die erste Stralsunder Schülerin, die es geschafft hat, mit ihrer Arbeit das Motiv für die Landesurkunden zu stellen.

    Im kommenden Schuljahr findet der 72. Europäische Wettbewerb statt und Kathrin Bucholz, Landeskoordinatorin M-V für den Europäischen Wettbewerb und Kunstlehrerin am Hansa-Gymnasium, ruft bereits jetzt alle Stralsunder Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte auf, sich zu beteiligen und steht für Informationen rund um den Wettbewerb sehr gern zur Verfügung.

    Hintergrund
    Der Europäische Wettbewerb ist der älteste Schülerwettbewerb in Deutschland und erreichte 2024 über 62.000 Schülerinnen und Schüler. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird von allen Kultusministerien, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Auswärtigen Amt gefördert.

    Bildrechte: Hansestadt Stralsund
    Bildunterschrift:
    v.l.n.r.: Die Preisträger Illia Zamuruiev, Cara Bell, Sarah Hensen und Emma Sophie Martens mit Oberbürgermeister Alexander Badrow

  • 16. Rügenbrücken-Marathon: Start frei zur Anmeldung

    Am 12. Oktober 2024 ist es soweit. Die Hansestadt Stralsund und der Landkreis Vorpommern-Rügen veranstalten in Kooperation mit dem Sportbund Hansestadt Stralsund den 16. Sparkassen Rügenbrücken-Marathon und DAK Lauf- und Walking-Day! Mehrere tausend Teilnehmer werden zu dem großartigen Sportereignis erwartet.

    Ab dem 20. April 2024 können sich interessierte Läufer und Walker online unter www.davengo.com anmelden. Zudem werden beim Sportbund Hansestadt Stralsund (Karl-Marx-Straße 11, 18439 Stralsund) auch schriftliche Anmeldungen entgegengenommen.
    Zur Auswahl stehen sieben Strecken: Marathon, Halbmarathon, 6 km-Lauf, 10 km-Lauf, 6 km Walking, 10 km Walking und 3 km Kinderlauf. Alle Wettbewerbe beginnen und enden auf der Mahnkeschen Wiese in Stralsund. Und alle Distanzen, einschließlich Kinderlauf, führen auf beziehungsweise über die Rügenbrücke. Die Brücke ist während des Sportevents für den Fahrzeugverkehr gesperrt, die Läufer und Walker haben das beeindruckende Bauwerk für sich. Das gibt es nur einmal im Jahr – beim Rügenbrücken-Marathon!

    Die Startgebühren sind in zwei Anmeldephasen gestaffelt – je früher die Anmeldung erfolgt, desto kostengünstiger ist sie. Die am 20. April 2024 beginnende erste Anmeldephase endet am 19. Juli 2024, die zweite Anmeldephase läuft vom 20. Juli bis 30. September 2024. Nachmeldungen sind nicht möglich. Ummeldungen werden bis zum Veranstaltungstag entgegengenommen.  
    Für Fragen und weitere Auskünfte steht das Organisationsbüro zur Verfügung (03831/29 33 76, info@ruegenmarathon.de ).
    Fotos: HANSESTADT Stralsund l Pressestelle

    Rügenbrücken Marathon

  • Tag der offenen Volkswerft mit Blaulichtmeile und Open Ship

    “Hartlich willkamen up uns Werft!” Die Hansestadt Stralsund lädt am 4. Mai von 10 bis 16 Uhr gemeinsam mit den Pächtern zu einem Tag der offenen Tür auf der Volkswerft Stralsund ein.
    Nachdem im vergangenen Jahr anlässlich des Werftgeburtstages zunächst nur eine kleine Anzahl an Gästen das Werftgelände betreten konnte, gibt es in diesem Jahr keinerlei Beschränkungen. Es ist keine Voranmeldung oder Buchung notwendig. Gäste des Tages können sich innerhalb eines Wegesystems frei bewegen.

    Erstmals seit der Übernahme der Flächen durch die Hansestadt Stralsund können sich Stralsunderinnen, Stralsunder und Gäste auf einen Rundgang über das Gelände, durch Hallen und entlang des Ausrüstungskais freuen. Besucherinnen und Besucher erwarten besondere Einblicke in den Maritimen Industrie- und Gewerbepark und ein buntes Programm für die ganze Familie.

    Erwartet werden ca. 5.000 Besucherinnen und Besucher.
    Das letzte Event ähnlicher Art fand 2011 mit einem Familientag statt. Den bisher größten Zuspruch erlebte die Werft 1998 zum 50. Geburtstag mit damals 10.000 Gästen.

    Pächter präsentieren ihre Unternehmen

    Zahlreiche Unternehmen, die sich in den vergangenen zwei Jahren angesiedelt haben, öffnen ihre Tore und Türen und berichten von ihren Geschäftsfeldern. Mit dabei sind u.a. Fosen Stralsund, Steamergy, Weiße Flotte, Sottmann Spezial-Gerüstbau, Seehafen Stralsund, Strela Shiprepair, Premator, Ostseestaal und EKATO NORD. 

    Gorch Fock: Open Ship

    Erstmalig nach ihrer Sanierung kann die Gorch Fock am Tag der offenen Volkswerft an Deck besichtigt werden. Auch hierfür ist keinerlei Anmeldung oder Ticketbuchung nötig. Der Betreiberverein Tall Ship Friends präsentiert sich dabei direkt am Schiff. 
    Für ihren großen ersten Auftritt nach der Sanierung hat sich die Gorch Fock schon mal an die Kaikante der Werft gelegt. In diesem Zeitraffer kann die Verholung aus der Werfthalle an die Kaikante angeschaut werden: https://youtu.be/_wsiLEq_jGE

    Kunstmeile
    Im ehemaligen Speisesaal finden Besucherinnen und Besucher “Schiffe, Kunst und Modellbau” und kommen mit Künstlern und Fotografen ins Gespräch, u.a. mit Eckhard Buchholz, Jörg Matuschat, Horst Herrmann, Eckhard Fraede, Foto Volster, Modellbau Georgi.30 Schiffsmodelle aus unterschiedlichen Zeitepochen, d. h. vom Fischkutter, über Logger, Segelschiff STRELA, bis zu Container- und Spezialschiffen sowie mehr als 20 Ölgemälde, Zeichnungen und großformatige Wandbilder warten auf interessierte Gäste.

    Bühnenprogramm und Genussmeile

    Für musikalische Unterhaltung auf und vor der Bühne sorgen die “Heavy Brass Band” des Bundespolizeiorchesters, eine Rockband, ein Keyboardensemble sowie ein Kinderchor der Stralsunder Musikschule. Außerdem sind Spielmannszug-Formationen von bis zu 250 Spielleuten zu erleben. Für das leibliche Wohl mit Sitzgelegenheiten wird auf der Genussmeile an der Kaikante gesorgt. 

    Für Souvenirfans bietet der Verkaufsstand von “Caps, Cups & Co.” im Foyer des Gebäudes 340 ein breites Angebot.

    3. Stralsunder Blaulichtmeile
    Mit Infoständen, Aktionen, Fahrzeugen, Einsatztechnik und eigenen Schiffen ist die Stralsunder Blaulichtmeile ebenfalls mit an Bord. Es präsentieren sich u. a. Bundespolizei, Landespolizei, Wasserschutzpolizei und Polizeiinspektion Stralsund, Hauptzollamt, Marinetechnikschule Parow und Karriereberatung der Bundeswehr, Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr, Technisches Hilfswerk Stralsund, Wasser- und Schifffahrtsamt, Justizvollzugsanstalt Stralsund, DLRG Ortsgruppe Stralsund, Arbeiter-Samariter-Bund, Die Johanniter, Helios Hanse Klinikum und Kötter Fire. 

    Pustewind, Schneegestöber & Schwerlast-Action
    Das Amt für stadtwirtschaftliche Dienste präsentiert sich mit Fahrzeugen seiner Flotte. Der Seehafen Stralsund bewegt Schwerlast-“Boliden”.

    Eintritt frei

    Der Eintritt zum Tag der offenen Werft ist frei. Es sind keinerlei Voranmeldung oder Ticketkauf erforderlich.

    Parken
    Direkt an der Werft stehen die beiden großen Mitarbeiter-Parkplätze zur Verfügung. Reserven bietet der Parkplatz auf der Mahnkeschen Wiese.


    Hinweise zur Sicherheit

    Der Maritime Industrie- und Gewerbepark Volkswerft ist ein produzierender Standort, der nicht barrierefrei ist. Festes Schuhwerk und eine gute Kondition, um auch längere Strecken zu Fuß zu bewältigen, werden vorausgesetzt. Nur freigegebene Bereiche sind zu betreten. Dem Sicherheitspersonal vor Ort ist zwingend Folge zu leisten.

    Das ausführliche Programm finden Sie unter: volkswerft-stralsund.de

    Fotos und Grafiken: HANSESTADT Stralsund

    Bildtexte

    1 – Am Tag der offenen Volkswerft kann die Gorch Fock direkt an der Kaikante besichtigt werden.

    2 – Erst vor wenigen Tagen ist die Gorch Fock aus der großen Schiffbauhalle gefahren worden.

    3 – Das Plakat zum Tag der offenen Werft

    4 – Übersicht zu den Pächtern, die sich am Tag der offenen Werft fast alle präsentieren werden.

  • Feldversuch: Mein Hof und die Suche nach der Zukunft der Landwirtschaft

    Ein Buch von Daniel Etter: Wie schafft man es, Landwirtschaft mit der Natur zu betreiben, nicht gegen sie? Böden lebendig zu halten, Hitze und Dürre zu trotzen, die Artenvielfalt zu schützen und dabei gut zu ernten? Der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Fotograf und Autor Daniel Etter hat in Nordspanien einen kleinen Hof erworben und sich damit einen Traum erfüllt. Es soll ein Rückzugs- und Energieort für den Reporter sein, der oft in Krisengebieten unterwegs ist. Mit seiner Partnerin und Helfern und Helferinnen pflanzt er Olivenbäume und baut Obst und Gemüse an – nach Methoden der nachhaltigen, regenerativen Landwirtschaft. Auf der Suche nach Vorbildern macht sich Etter auf die Reise zu Menschen, die andernorts mit Alternativen zur industriellen Landwirtschaft experimentieren. In England lässt er sich von einem Pionier die Idee des Waldgartens erklären, er besucht Bäuerinnen und Bauern in Deutschland und Österreich, Schäfer in Frankreich und Viehzüchter im Schwarzwald. Wie ein roter Faden zieht sich daneben die Beschreibung eines Jahreslaufs auf seinem Hof durch das Buch: Pflanz- und Pflegearbeiten, der Kampf mit Klimaerwärmung und Wetterschwankungen, Enttäuschungen und freudige Momente, das Nachdenken über den Weg zu einer besseren Zukunft. Das schön ausgestattete Buch enthält zahlreiche Fotos von Daniel Etter.

    Daniel Etter, Feldversuch
  • Sunday Jazz Session

    Ja, Radio Stralsund widmet einen ganzen Sonntag im Juni dem Jazz. In Planung sind unter anderem Hami Keivan, Dave Weckl & John Patitucci — Lyle Mays & Freunde, Keith Jarrett sowie Chick Corea.

    Gerne übernehmen wir auch Vorschläge unserer Hörer.

  • Über die Hölle der Lebenden

    Italio Calvino schrieb: “Die Hölle der Lebenden ist nicht etwas, das erst noch kommt. Wenn es sie gibt, dann ist sie bereits hier. Es ist die Hölle, die wir alle Tage bewohnen, die wir herstellen, indem wir zusammen sind. Es gibt zwei Arten, nicht unter ihr zu leiden. Die erste gelingt vielen leicht: die Hölle akzeptieren und so sehr Teil von ihr werden, dass sie nicht mehr zu sehen ist. Die zweite ist riskant und verlangt dauernde Aufmerksamkeit und Lernbereitschaft: das, was mitten in der Hölle keine Hölle ist, suchen, es zu erkennen wissen um ihm Dauer zu verleihen und Platz einzuräumen.”

    Hören Sie hierzu ein Interview zwischen Mario Tamponi mit Italo Calvino aus dem Jahre 1981:

  • Über den Hass und die Bereitschaft zum Krieg

    Prof. Ulfried Geuter sagt: “Ich war einmal froh und stolz, ein Grüner zu sein. Ich bin am 5. Oktober 1978 beim Gründungstreffen der Alternativen Liste für Demokratie und Umweltschutz, die 1980 in die neu gegründeten Grünen überging, Mitglied geworden. Länger als ich kann man also nicht Mitglied der Grünen sein“, schreibt Geuter, der die Begründung für seinen Austritt auf dem Internetportal Blog der Republik veröffentlicht hat. Er verließ die Grünen unter anderem wegen der Außenpolitik von Annalena Baerbock, die seiner Meinung völlig der „Logik des Krieges“ verfallen sei, unzählige Todesopfer in Kauf nehme, und einen Atomkrieg riskiere.

    Ähnliche Ansichten vertrat Grünen Mitglied Antje Vollmer, die leider am 16. März 2023 verstorben ist, sie wurde 79 Jahre alt. Sie war Pazifistin, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und sie war Gegnerin des Kosovo-, Irak, und Afghanistan Krieges. Hier ein Text von ihr, welchen sie als politisches Vermächtnis in der Berliner Zeitung veröffentlichen wollte:

    Ich stand auf dem Bahnhof meiner Heimatstadt und wartete auf den ICE. Plötzlich näherte sich auf dem Nebengleis ein riesiger Geleitzug, vollbeladen mit Panzern – mit Mardern, Geparden oder Leoparden. Ich kann das nicht unterscheiden, aber ich konnte geschockt das Bild lesen. Der Transport fuhr von West nach Ost. Es war nicht schwer, sich das Gegenbild vorzustellen. Irgendwo im Osten des Kontinents rollten zur gleichen Zeit Militärtransporte voller russischer Kampfpanzer von Ost nach West. Sie würden sich nicht zu einer Panzerschlacht im Stile des Ersten Weltkrieges irgendwo in der Ukraine treffen.

    Nein, sie würden diesmal erneut den waffenstarrenden Abgrund zwischen zwei Machtblöcken markieren, an dem die Welt sich vielleicht zum letzten Mal in einer Konfrontation mit möglicherweise apokalyptischem Ausgang gegenübersteht. Wir befanden uns also wieder im Kalten Krieg und in einer Spirale der gegenseitigen existenziellen Bedrohung – ohne Ausweg, ohne Perspektive. Alles, wogegen ich mein Leben lang politisch gekämpft habe, war mir in diesem Moment präsent als eine einzige riesige Niederlage.

    Bei Geschichte ist es immer wichtig, von welchem Anfang man sie erzählt.

    Es ist üblich geworden, zu Beginn jeder Erwähnung der ungeheuren Tragödie um den Ukraine-Krieg wie eine Schwurformel von der „Zeitenwende“, vom völkerrechtswidrigen brutalen Angriffskrieg Putins bei feststehender Alleinschuld der russischen Seite zu reden und demütig zu bekennen, wie sehr man sich geirrt habe im Vertrauen auf eine Phase der Entspannung und der Versöhnung mit Russland nach der großen Wende 1989/90. Diese Schwurformel wird wie ein Ritual eingefordert, wie ein Kotau, um überhaupt weiter mitreden zu dürfen. Die Feststellung ist ja auch nicht falsch, sie verdeckt aber häufig genau die zentralen Fragen, die es eigentlich zu klären gäbe.

    Wo genau begann die Niederlage? Wo begann der Irrtum? Wann und wie entstand aus einer der glücklichsten Phasen in der Geschichte des eurasischen Kontinents, nach dem nahezu gewaltfreien Ende des Kalten Krieges, diese erneute tödliche Eskalation von Krieg, Gewalt und Blockkonfrontation? Wer hatte Interesse daran, dass die damals mögliche friedliche Koexistenz zwischen Ost und West nicht zustande kam, sondern einem erneuten weltweitem Antagonismus anheimfiel?

    Und dann die Frage aller Fragen: Warum nur fand ausgerechnet Europa, dieser Kontinent mit all seinen historischen Tragödien und machtpolitischen Irrwegen, nicht die Kraft, zum Zentrum einer friedlichen Vision für den bedrohten Planeten zu werden?

    Für die Deutung historischer Ereignisse ist es immer entscheidend, mit welchen Aspekten man beginnt, eine Geschichte zu erzählen.

    Russlands große Vorleistung des Gewaltverzichts.

    Ich widerspreche der heute üblichen These, 1989 habe es eine etablierte europäische Friedensordnung gegeben, die dann Schritt um Schritt einseitig von Seiten Russlands unter dem Diktat des KGB-Agenten Putin zerstört worden sei, bis es schließlich zum Ausbruch des Ukrainekrieges kam. Das ist nicht richtig. Richtig ist: 1989 ist eine Ordnung zerbrochen, die man korrekter als „Pax atomica“ bezeichnet hat, ohne dass eine neue Friedensordnung an ihre Stelle trat. Diese zu schaffen, wäre die Aufgabe der Stunde gewesen. Aber die visionäre Phantasie Europas und des Westens in der Wendezeit reichte nicht aus, um sich das haltbare Konzept einer stabilen europäischen Friedensordnung auszudenken, das allen Ländern der ehemaligen Sowjetunion einen Platz verlässlicher Sicherheit und Zukunftshoffnungen anzubieten vermocht hätte.

    Zwei Gründe sind dafür entscheidend. Beide haben mit alten europäischen Irrtümern zu tun: Zum einen wurde der umfassende wirtschaftliche und politisch Zusammenbruch der Sowjetunion 1989 einseitig als triumphaler Sieg des Westens im Systemkonflikt zwischen Ost und West interpretiert, der damit endgültig die historische Niederlage des Ostens besiegelte. Dieser Hang, sich zum Sieger zu erklären, ist eine alte westliche Hybris und seit jeher Grund für viele Demütigungen, die das ungleiche Verhältnis zum Osten prägen.

    Die Unfähigkeit, nach so umfassenden Umbrüchen andere gleichberechtigte Lösungen zu suchen, hat in dieser fatalen Überheblichkeit ihre Hauptursache. Vor allem aber wurde so das ungeheure und einzigartige Verdienst der sowjetischen Führung unter Michail Gorbatschow mit einer verblüffenden Ignoranz als gerngesehenes Geschenk der Geschichte eingeordnet: Die große Vorleistung des Gewaltverzichts in der Reaktion auf das Freiheitsbestreben der Völker des Ostblocks galt als nahezu selbstverständlich.

    Michail Gorbatschow hat viele seiner Bürger enttäuscht.

    Das aber war es gerade nicht. Bis heute ist erstaunlich, ja unfassbar, wie wenig Gewicht dem beigemessen wurde, dass die Auflösung eines sowjetischen Weltimperiums nahezu gewaltfrei vonstatten ging. Die naive Beschreibung dieses einmaligen Vorgangs lautete dann etwa so: Wie ein Kartenhaus, hochverdient und unvermeidlich, sei da ein ganzes System in sich zusammengesackt. Dass gerade diese Gewaltfreiheit das größte Wunder in einer Reihe wundersamer Ereignisse war, wurde kein eigenes Thema. Sie wurde vielmehr als Schwäche gedeutet. Es gibt aber kaum Vorbilder in der Geschichte für einen solchen Vorgang. Selbst die schwächsten Gewaltregime neigen gerade im Stadium ihres Untergangs gesetzmäßig dazu, eine Orgie von Gewalt, Zerstörung und Selbstzerstörung anzurichten und alles um sie herum in ihren eigenen Untergang mitzureißen – wie exemplarisch beim Untergang des NS-Reiches zu sehen war.

    Die Sowjetunion des Jahres 1989 unter Gorbatschow, wiewohl politisch und wirtschaftlich geschwächt, verfügte über das größte Atompotential, sie hatte eigene Truppen auf dem gesamten Gebiet ihrer Herrschaft stationiert. Es wäre ein Leichtes gewesen, das alles zu mobilisieren. Das wurde ja auch von vielen Vertretern des alten Regimes vehement gefordert.

    Mit dem historischen Abstand wird noch viel deutlicher, welche staatsmännische Leistung es war, lieber „Helden des Rückzugs“ (Enzensberger) zu sein, als in einem letzten Aufbäumen als blutige Rächer und Schlächter von der Geschichte abzutreten. Die Wahl, die Michail Gorbatschow fast allein getroffen hat, hat ihm nicht zuletzt die Enttäuschung vieler seiner Bürger eingebracht. Es hieß, er habe nachträglich den Großen Vaterländischen Krieg verloren.

    Die großen Reformer haben Mut bewiesen, sie werden heute gerne vergessen.

    Wie ein stummes Mahnmal gigantischer europäischer Undankbarkeit steht dafür der erschreckend private Charakter der Trauerfeier um den wohl größten Staatsmann unserer Zeit auf dem Moskauer Prominenten-Friedhof. Es wäre ein Gebot der Stunde gewesen, dass die Granden Europas Michail Gorbatschow, der längst im eigenen Land isoliert war, ihre Hochachtung und ihren Respekt erwiesen hätten, indem sie sich vor ihm verneigten.  

    Zumindest aus Deutschland, das fast ihm allein das Glück der Wiedervereinigung verdankt, hätte ein Bundespräsident Steinmeier an diesem Grab stehen müssen. Die Einsamkeit um diesen Toten war unerträglich. So nutzte ausgerechnet Viktor Orbán die Chance, diesen Boykott einer angemessenen Würdigung zu unterlaufen. Es bleibt ein beschämendes Zeichen, ein Menetekel historischer Ignoranz. Wenige Tage später drängelten sich die Repräsentanten des europäischen Zeitgeistes dann alle mediengerecht am Grab der englischen Queen und des deutschen Papstes Benedikt XVI.

    Bis heute ist mir schwer verständlich, warum es nicht zumindest eine Demonstration der Dankbarkeit bei den eigentlichen Profiteuren dieses Gewaltverzichtes, bei den Bewegungen der friedlichen Bürgerproteste gegeben hat. Gerade sie hatten ja hautnah die Ängste erfahren, was alles hätte passieren können, wenn es 1989 in Ost-Berlin eine ähnliche Reaktion wie bei den Studentenprotesten in Peking gegeben hätte.

    Und tatsächlich ist ein Teil der heutigen Zurückhaltung im Osten Deutschlands gegenüber der einseitigen Anprangerung Russlands wohl dieser anhaltenden Dankbarkeit zuzuschreiben. Mediale Wortführer und Interpreten aber wurden andere – und sie wurden immer dreister. Immer kleiner wurde in ihren Interpretationen der Anteil am Verdienst der Gewaltfreiheit auf sowjetischer Seite, immer wirkmächtiger wurde die Legende von der eigenen großartigen Widerstandsleistung.

    Alle kundigen Zeitzeugen wissen genau, dass der Widerstand und der Heldenmut von Joachim Gauck, Marianne Birthler, Katrin Göring-Eckardt durchaus maßvoll war und den Grad überlebenstüchtiger Anpassung nicht wesentlich überschritt. Manche Selbstbeschreibungen lesen sich allerdings heute wie Hochstapelei. Sie verschweigen oder verkennen, was andere Kräfte zum großen Wandel beitrugen und dass mancher Reformer im System keineswegs weniger Einsatz und Mut gewagt hatte.

    Billige antirussische Ressentiments.

    Das mag menschlich, allzu menschlich sein und also nicht weiter erwähnenswert. Fatal allerdings ist, dass dieser Teil der Bürgerrechtler heute zu den eifrigsten Kronzeugen eines billigen antirussischen Ressentiments zählt. Dies knüpft dabei bruchlos an jene Ideologie des Kalten Krieges an, die vom berechtigten Antistalinismus über den verständlichen Antikommunismus bis hin zur irrationalen Slawenphobie viele Varianten von westlichen Feindbildern bis heute prägt.

    Die wichtigsten Fragen, die heute zwischen Ost und West verhandelt werden müssten, lauten: Was bedeutet es eigentlich, eine europäische Nation zu sein? Was unterscheidet uns von anderen? Welche Fähigkeiten muss eine Nation erwerben, um dazuzugehören? Was sind die Lehren unserer Geschichte? Welche Ideale prägen uns? Welche Irrtümer und Verbrechen? Diese Fragen werden in aller Deutlichkeit wachgerufen am Beispiel der Ukraine und ihres Abwehrkampfes gegen die russische Aggression.

    Europa sollte nicht immer auf der Suche nach Schurkenstaaten sein.

    In unseren Medien verkörpert die Ukraine das Ideal und Vorbild einer freiheitsliebenden westlichen Demokratie heroischen Zuschnitts. Die Ukraine, so heißt es, kämpfe nicht nur für ihre eigene Nation, sondern zugleich für die universale historische Mission des Westens. Wer sich machtpolitisch behauptet, wer seine Existenz mit blutigen Opfern und Waffen verteidigt, gilt als Bollwerk für die europäischen Ideale der Freiheit, koste es, was es wolle. Wer aber den Weg des Konsenses, der Kooperation, der Verständigung und der Versöhnung sucht, gilt als schwach und deswegen als irrelevant, ja als verachtenswert. Von daher sind Gorbatschow und Selenskyj die eigentlichen Antitypen in der Frage, was es heute heißt, Europäer zu sein und die europäischen Tugenden zu verkörpern.

    Neben diesem Hang zum Heroischen und zur Selbsterhöhung liegt hier die Wurzel, die ich für den Grundirrtum einer europäischen Identität halte: das scheinbar unausrottbare Bedürfnis nach nationalem Chauvinismus. Jahrhundertelang haben nationale Exzesse die Geschichte unseres Kontinents geprägt. Keine Nation war frei davon: nicht die Franzosen, schon gar nicht die Briten, nicht die Spanier, nicht die Polen, nicht die Ukrainer, nicht die Balten, nicht die Schweden, nicht die Russen, noch nicht einmal die Tschechen – und schon gar nicht die Deutschen.

    Es ist ein fataler Irrtum, zu meinen, durch den Widerstand gegen die anderen imperialen Mächte gewinne der eigene Nationalismus so etwas wie eine historische Unschuld. Das ist Selbstbetrug und einer der folgenschwersten europäischen Irrtümer. Er verführt auch heute noch viele junge Demokratien dazu, sich nur als Opfer fremder Mächte zu sehen und die eigene Gewaltgeschichte, die eigenen Gewaltphantasien für berechtigt zu halten. Was Europa immer wieder zu lernen hatte und historisch meist verfehlte, ist die Kunst der Selbstbegrenzung, der friedlichen Nachbarschaft, der Fairness, der Wahrung gegenseitiger Interessen und des Respektes voreinander. Was Europa endlich verlernen muss, ist das ständige Verteilen von Ketzerhüten, das Ausmachen von Achsen des Bösen und von immer neuen Schurkenstaaten.

    Die Vision von Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher.

    Ach Europa! Jedes Mal, wenn wieder eine der großen Krisen und Kriege des Kontinents überstanden war – nach dem 30-jährigen Krieg, nach dem Feldzug Napoleons gegen Russland, nach zwei Weltkriegen, nach dem Kalten Krieg –, konnte man hoffen, der machtpolitische Irrweg sei nun durch bittere Erfahrung widerlegt und gebe einem überlebenstüchtigeren Weltverständnis endlich Raum. Und jedes Mal fielen wie durch einen Fluch die Völker Europas wieder der Versuchung anheim, den Weg der Dominanz und der Konfrontation zu gehen.

    Umso wertvoller ist aber das große Gegenbeispiel: Gorbatschows Hoffnung, dass auch für alle ehemaligen Staaten der Sowjetunion eine neue Sicherheitsordnung möglich sei, die den unterschiedlichen Sicherheitsbedürfnissen gerecht werden würde, war in der Charta von Paris durchaus angedacht als Raum gemeinsamer wirtschaftlicher und politischer Kooperation zwischen dem alten Westeuropa und den neuen östlichen Staaten. Das war damals auch die Vision von Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher. Aber es gab keinen Plan, kein Konzept, die Vision war einfach zu undeutlich.

    Der Krieg verschlingt sinnlos die Milliarden.

    Wie schnell sich wieder das Gefühl des leichten Triumphes einstellte, lässt sich an einem traurigen Beispiel gut ablesen: am Umgang mit Jugoslawien. Jugoslawien gehörte zu den blockfreien Staaten, es hatte sich rechtzeitig vom Stalinismus gelöst und die jahrhundertealten nationalen Rivalitäten aus der Zeit der Donau-Monarchie einigermaßen befriedet. Es wäre nichts leichter gewesen, als diesem Jugoslawien als Ganzem 1989 eine Öffnung nach Europa und zur EU anzubieten.

    Es hätte Zeit gebraucht, aber es wäre möglich gewesen. Man hätte nur darauf verzichten müssen, dem nationalen Drängen der Slowenen und Kroaten zu schnell nachzugeben und das neue Feindbild der aggressiven Serben zu pflegen. Solche Weisheit allerdings fehlte völlig im Überbietungswettstreit um die Anerkennung neuer Nationalstaaten auf dem Balkan. Der bosnische Bürgerkrieg, Srebrenica, die Zerstörung Sarajewos, Hunderttausende Tote und traumatisierte Menschen, der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der Nato gegen Belgrad, die völkerrechtswidrige Anerkennung des Kosovo als selbständiger Staat, das vielfältige Aufbäumen von neuen nationalen Chauvinismen wären vermeidbar gewesen.

    Was bedeutet das alles für die unmittelbare Gegenwart und für die deutsche Politik im Jahre 2023?

    Die Koordinaten haben sich entscheidend verschoben. Bis zum Ende der Regierung Schröder konnte man davon ausgehen, dass gerade Deutschland aus der Zeit der Entspannungspolitik einen privilegierten Zugang, zumindest einen gewissen Spielraum zum Konfliktausgleich zwischen den großen geopolitischen Spannungsherden innehatte. Diese Zeit ist endgültig vorbei.

    Ungefähr im Jahre 2008 begann Putin, dem Status quo zu misstrauen und seinen Machtbereich gegen den Westen auszurichten. Deutschland begann, sich als europäischer Riegenführer im neuen Konzept der Nato zu definieren. Im Rahmen der Reaktionen auf den Ukrainekrieg rückte es endgültig ins Zentrum der antirussischen Gegenstrategien. Das begrüßenswerte, aber medial vielgescholtene Zögern des Kanzlers Olaf Scholz war zu wenig von einer haltbaren politischen Alternative unterfüttert und geriet so ins Rutschen.

    Wirtschaftlich und politisch zahlen wir dafür einen hohen Preis. Der deutsche Wirtschaftsminister bemüht sich, die alten Abhängigkeiten von Russland und China durch neue Abhängigkeiten zu Staaten zu ersetzen, die keineswegs als Musterdemokratien durchgehen können. Die Außenministerin ist die schrillste Trompete der neuen antagonistischen Nato-Strategie.

    Ihre Begründungen verblüffen durch argumentative Schlichtheit. Dabei wachsen die Rüstungskosten und der Einfluss der Rüstungs- und Energiekonzerne ins Unermessliche. Der Krieg verschlingt sinnlos die Milliarden, die für die Rettung des Planeten und gegen die Armut des globalen Südens dringend gebraucht würden. Das aufsteigende China aber wird propagandistisch als neuer geopolitischer Gegner ausgemacht und in der Taiwan-Frage ständig provoziert. Das sind alles keine guten Auspizien.

    Der Frieden und das Überleben des ganzen Planeten.

    Und dennoch: Wenn mich nicht alles täuscht, steht Europa kurz vor der Phase einer großen Ernüchterung, die das eigene Selbstbild tief erschüttern wird. Für mich aber ist das ein Grund zur Hoffnung. Der so selbstgewisse Westen muss einfach lernen, dass die übrige Welt unser Selbstbild nicht teilt und uns nicht beistehen wird. Die eilig ausgesandten Sendboten einer neuen antichinesischen Allianz im anstehenden Kreuzzug gegen das Reich der Mitte scheinen nicht besonders erfolgreich zu sein.

    Wie konnten wir nur annehmen, dass das große China und die Hochkulturen Asiens die Zeit der willkürlichen Freihandels- und Opiumkriege je vergessen würden? Wie sollte der leidgeprüfte afrikanische Kontinent die zwölf Millionen Sklaven und die Ausbeutung all seiner Bodenschätze je verzeihen? Warum sollten die alten Kulturen Lateinamerikas den spanischen und portugiesische Konquistadoren ihre Willkürherrschaft vergeben? Warum sollten die indigenen Völker weltweit das Unrecht illegaler Siedlungen und Landraubs einfach beiseiteschieben in ihrem historischen Gedächtnis?

    Die Grünen waren mal Pazifisten.

    Meine ganz persönliche Niederlage wird mich die letzten Tage begleiten. Gerade die Grünen, meine Partei, hatte einmal alle Schlüssel in der Hand zu einer wirklich neuen Ordnung einer gerechteren Welt. Sie war durch glückliche Umstände dieser Botschaft viel näher als alle anderen Parteien.

    Wir hatten einen echten Schatz zu hüten: Wir waren nicht eingebunden in die machtpolitische Blocklogik des Kalten Krieges. Wir waren per se Dissidenten. Wir waren gleichermaßen gegen die Aufrüstung in Ost wie West, wir sahen die Gefährdung des Planeten durch ungebremstes Wirtschaftswachstum und Konsumismus. Wer die Welt retten wollte, musste ein festes Bündnis zwischen Friedens- und Umweltbewegung anstreben, das war eine klare historische Notwendigkeit, die wir lebten. Wir hatten dieses Zukunftsbündnis greifbar in den Händen.

    Was hat die heutigen Grünen verführt, all das aufzugeben für das bloße Ziel, mitzuspielen beim großen geopolitischen Machtpoker, und dabei ihre wertvollsten Wurzeln als lautstarke Antipazifisten verächtlich zu machen?

    Gegen Hass und den Krieg.

    Ich erinnere mich an meine großen Vorbilder: Die härtesten Bewährungsproben hatten die großen Repräsentanten gewaltfreier Strategien immer in den eigenen Reihen zu bestehen. Gandhi hat mit zwei Hungerstreiks versucht, den Rückfall der Hindus und Moslems in die nationalen Chauvinismen zu stoppen, Nelson Mandela hatte äußerste Mühe, die Gewaltbereitschaft seiner jungen Mitstreiter zu brechen, Martin Luther King musste sich von den Black Panthers als zahnloser Onkel Tom verhöhnen lassen. Ihnen wurde nichts geschenkt. Und das gilt auch heute für uns letzte Pazifisten.

    Der Hass und die Bereitschaft zum Krieg und zur Feindbildproduktion ist tief verwurzelt in der Menschheit, gerade in Zeiten großer Krisen und existentieller Ängste. Heute aber gilt: Wer die Welt wirklich retten will, diesen kostbaren einzigartigen wunderbaren Planenten, der muss den Hass und den Krieg gründlich verlernen. Wir haben nur diese eine Zukunftsoption.”

  • Jedes Medikament hat Nebenwirkungen

    “Jedes Medikament hat Nebenwirkungen”, so schreibt die New York Times und weiter: „die Bemühungen, die AfD zu schwächen, könnten unbeabsichtigt zu einer Schwächung der demokratischen Funktionen in Deutschland führen“.

    Der Anlass zu diesem Statement der New York Times war das von Nancy Faser und Lisa Paus erlassene, umstrittene, neue Demokratiefördergesetz.

    Hier soll Demokratieförderung und Extremismusprävention mit äußerst fragwürdigen Mitteln auf den Weg gebracht werden und zwar können unter anderem Dinge strafbar gemacht werden, die eigentlich bisher garnicht strafbar gewesen sind. Hier kann freie Meinungsäußerung und Opposition unterdrückt werden. Außerdem kann die Regierung ihr zugeneigte NGO’s aus Steuergeldern finanziell unterstützen und ihr nicht zugeneigte oder auch oppositionell eingestellten Gruppen bashen.

    Auffällig: Nach der Veröffentlichung ihres Artikels hat die New York Times die Überschrift geändert. Aus dem Titel „In Deutschland stellt der Kampf gegen die extreme Rechte die Demokratie vor ein Dilemma“ wurde „Deutschland will die Machtübernahme der extremen Rechten verhindern“. Das ist aus der Rückwärtssuche via Wayback Machine ersichtlich.

  • Kulturwerkstatt am 6. April im Theater Stralsund

    Das Kulturamt der Hansestadt Stralsund lädt alle Stralsunder Kulturschaffenden zur Kulturwerkstatt am Samstag, den 6. April  von 11 bis 14 Uhr in das Theater Stralsund ein. An diesem Tag dreht sich vieles um das Thema kulturelle Bildung und Teilhabe.

    Zu Beginn der Kulturwerkstatt wird über den aktuellen Stand der Umsetzung der vereinbarten Handlungsfelder und Maßnahmen des Kulturkonzepts STRALSUND 2034 informiert. Im Anschluss kommen alle teilnehmenden Kulturschaffenden in drei Themenräumen zusammen, um gemeinsam unter fachkundiger Moderation spezifische Fragestellungen und neue gemeinsame Projektansätze zu besprechen. Grundlage für die Themenräume sind die Arbeitsergebnisse im Handlungsfeld „Kulturelle Bildung und Teilhabe“ des Stralsunder Kulturkonzeptes.

    Zwei Expertinnen und Experten auf dem Gebiet der Kulturellen Bildung begleiten die Kulturwerkstatt: Marit Tote von der Bundesakademie für kulturelle Bildung und Hendrik Menzl von der Beratungs- und Netzwerkstelle Kultur Land MV. Gemeinsam mit den Kulturwerkstatt-Teilnehmenden tauschen sich beide über den Aufbau und die Verstetigung von kulturellen Bildungsnetzwerken aus und betrachten Netzwerkstrukturen und Fördermöglichkeiten auf Bundes- und Landesebene. Kulturpädagogische Angebote zum Thema Welterbe in Stralsund werden innerhalb eines weiteren Themenraumes genauer in den Blick genommen.

    Weitere Informationen zur Kulturwerkstatt gibt es auf www.kultur-stralsund.de.
    Die Anmeldung für die Stralsunder Kulturwerkstatt ist über E-Mail an: kultur@stralsund.de bis zum 31. März möglich.

  • Was ist bloß los am Richard-Wossidlo-Gymnasium?

    Was ist bloß los am Richard-Wossidlo-Gymnasiums in Ribnitz-Damgarten und seinem Schulleiter Jan-Dirk Zimmermann? Dieser Direktor hatte am 27. Februar die Polizei mit der Bitte angerufen einer seiner Schülerinnen wegen möglicherweise strafrechtlicher Sachverhalte zu überprüfen.

    „Gegen 09:45 Uhr informierte der Schulleiter die Polizei über einen möglicherweise strafrechtlichen Sachverhalt“, erklärt Marcel Opitz, der Pressesprecher der zuständigen Polizeinspektion Stralsund. Der Pressesprecher der Polizei sagt weiter: „Demnach lägen Informationen vor, wonach eine 17jährige Schülerin mutmaßlich verfassungsfeindliche Inhalte in sozialen Netzwerken verbreitet haben könnte. Es wurde ein Funkwagen zur Schule entsandt, um diesen Sachverhalt zu prüfen.“

    Die 17 jährige Schülerin hatte auf TikTok gepostet, das Deutschland ihre Heimat sei und nicht nur ein Ort auf der Landkarte ist. Auch hatte sie ein Schlümpfe-Video mit der Bemerkung gezeigt, die Schlümpfe sind blau und Deutschland auch. Und deswegen wurde sie von 3 Polizisten aus ihrem Unterricht geholt, um dann durch die ganze Schule zum Lehrerzimmer eskotiert zu werden. Die Mutter des Mädchens sagt hierzu: „Und dann sagten die Polizisten zu meiner Tochter, daß zu ihrem eigenen Schutz die Beamten sie darum bitten möchten, solche Posts in Zukunft zu unterlassen. Die wußten also vorher, was meine Tochter gepostet hatte, sie wußten, daß es nicht strafbar war und trotzdem dieser Aufmarsch, diese Drohungen, diese Unterdrückungen der Meinungsfreiheit.“

    „Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant“ – das wusste schon Hoffmann von Fallersleben Mitte des 19. Jahrhunderts.

    Schulanweisungen unter Verschluß …

    Schulleiter äußert sich: Habe nur Vorschriften befolgt …

    UPDATE Gerichtsurteil in Greifswald vom 01.07.2025

    und unmögliche Stellungnahme dazu vom SPD Innenminister Christian Pegel von Mecklenburg Vorpommern im Landtag: “Machen Sie bitte weiter so, jawohl, wir werden dann auch in Einzelfällen Gerichtsentscheidungen kriegen …”

    Pressemitteilung-Wossidlo-Gymnasium
    MVP Christian Pegel