Autor: stralsund

  • Wie vertrauenswürdig ist die OECD

    Wer finanziert die OECD und welche Intereesen stehen dahinter?

    Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) wird hauptsächlich von ihren Mitgliedstaaten finanziert. Ihre Finanzierung und die dahinterstehenden Interessen lassen sich wie folgt aufschlüsseln:


    💰 Finanzierung der OECD

    1. Beitragszahlungen der Mitgliedstaaten
      Jeder der aktuell 38 Mitgliedstaaten zahlt Beiträge, die sich hauptsächlich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (Bruttonationaleinkommen) des Landes richten.
      • Die USA, Deutschland, Japan, Frankreich und das Vereinigte Königreich gehören zu den größten Beitragszahlern.
      • Beispiel: Die USA tragen traditionell etwa 20-25 % des OECD-Budgets bei.
    2. Freiwillige Beiträge (Voluntary Contributions)
      Zusätzlich zum regulären Pflichtbeitrag leisten viele Länder und Organisationen freiwillige Zahlungen, oft zweckgebunden für spezielle Programme oder Forschungsprojekte.
    3. Zuwendungen von anderen internationalen Organisationen
      Auch Organisationen wie die EU oder UN-Organisationen fördern einzelne Projekte.

    🎯 Interessen hinter der OECD

    Die OECD ist kein rein neutraler Akteur, sondern spiegelt die Interessen ihrer Mitglieder – insbesondere der industrienationenbasierten westlichen Staaten – wider. Die wichtigsten Interessen sind:

    1. Förderung von Marktwirtschaft und Freihandel
      • Die OECD unterstützt wirtschaftliche Liberalisierung, Deregulierung und freien Kapitalverkehr.
      • Ziel: Förderung eines wettbewerbsfähigen globalen Wirtschaftssystems.
    2. Wirtschaftspolitische Koordination der Industrieländer
      • Die OECD ist eine Plattform zum Austausch von Politiken, Best Practices und zur Koordinierung globaler Maßnahmen.
    3. Stärkung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit
      • Auch wenn sie kein politisches Mandat hat, stehen demokratische Grundwerte im Zentrum der Mitgliedschaft.
    4. Förderung von Entwicklung und Armutsbekämpfung (in Partnerländern)
      • Die OECD engagiert sich über das „Development Assistance Committee“ (DAC) für entwicklungspolitische Ziele.
    5. Standardsetzung und Datenanalyse
      • Die OECD entwickelt weltweit genutzte Standards (z. B. in Steuerpolitik, Bildung, Digitalisierung, Umwelt) – z. B. PISA-Studien im Bildungsbereich oder BEPS-Initiative zur Bekämpfung von Steuervermeidung.

    📌 Kritikpunkte

    • Dominanz westlicher Industrieländer: Entwicklungs- und Schwellenländer haben keine gleichwertige Stimme.
    • Liberale Wirtschaftsideologie: Kritiker sehen eine einseitige Förderung neoliberaler Politiken.
    • Einfluss großer Mitgliedstaaten: Insbesondere die USA und die EU haben erheblichen Einfluss auf die Agenda und Themenauswahl.

    Hier ist eine detaillierte Übersicht zur Finanzierung der OECD und den dahinterstehenden Interessen:


    1. 💶 Finanzierung – Pflichtbeiträge (Part I)


    2. 📊 Programme mit freiwilliger Finanzierung (Part II)

    • Part II-Budgets dienen speziellen Themen oder Programmen und werden durch freiwillige Beiträge von interessierten Mitgliedern finanziert (z. B. Sektorprogramme, regionale Arbeitsgruppen) .
    • Solche Programme umfassen z. B. das Development Assistance Committee (DAC), das PISA, BEPS, Arbeitsgruppen zu Klima, Digitalisierung, etc.

    3. 🏛 Finanzierung durch internationale Partner

    • Neben Mitgliedsländern tragen gelegentlich auch nicht‑OECD‑Organisationen, z. B. EU-Institutionen oder UN‑Organisationen, über Zuwendungen oder Projektkooperationen zur Mitfinanzierung bei de.wikipedia.org.

    4. 🧭 Interessen und Einfluss hinter der Finanzierung

    1. Industrieländer prägen die Agenda
      • Länder mit größerer Wirtschaftsleistung zahlen mehr – und haben de facto mehr Mitspracherecht.
    2. Förderung liberaler Wirtschaftsstrukturen
      • OECD setzt sich stark für Marktwirtschaft, Freihandel, Deregulierung, globalistische Standards ein.
    3. Steuerharmonisierung & Zusammenarbeit
      • BEPS-Projekte, globale Mindeststeuer (z. B. USA unterstützen, aber treffen oft auf Kritik im Inland) .
    4. Sozial‑, Klima‑ und Diversitätsziele
      • Programme wie Gender-Budgeting, Nachhaltigkeit, inklusives Wachstum werden über freiwillige Beiträge gefördert, was innenpolitischen Spannungen auslösen kann – etwa in den USA thetimes.co.uk.
    5. Entwicklungspolitik über DAC

    5. 📝 Zusammenfassung in Zahlen

    BudgetbereichBetrag 2025Anteil
    Part I (Pflichtbeiträge)235 Mio €65 %
    Part II (freiwillig)126 Mio €35 %
    Gesamt361 Mio €100 %

    Größte Pflichtzahler:

    Entwicklungshilfe (DAC):

    • Gesamt 223 Mrd USD in 2023 (0,37 % GNI)
    • USA führend (~65 Mrd USD) – dann Deutschland, Japan, UK, Frankreich

    6. 🔍 Fazit

    • Die Finanzierung strukturiert sich in Pflichtbeiträge (Part I), die das Grundbudget decken, und in freiwillige Beiträge (Part II) für Projekte.
    • Die Großzügigkeit und Ausrichtung der OECD spiegelt vor allem die Interessen der westlichen Industrieländer wider.
    • Programmauswahl und Themen (Freihandel, Steuern, soziale Klima‑ und Entwicklungsziele) hängen entscheidend von den Prioritäten der Beitragsländer ab.

    🎯 DAC‑Projekte, Part II‑Programme, BEPS-Steuerinitiativen

  • Über Wahrheiten und ihre vielen Brüder und Schwestern

    Textauszug einer Rede von D. Foster Wallace, die er am 21. Mai 2005 vor Absolventen des Kenyon College hielt, behandelt Themen, welches die Menschheit, besonders die Jugend, immer wieder begleiten. Folgendes Zitat nimmt Bezug auf die Parabel von zwei Männern und deren Gespräch in einer Bar irgendwo in Alaska, der eine ist religiös, der andere Atheist. Die beiden diskutieren über die Existenz Gottes.

    Ein und dieselbe Erfahrung kann für zwei verschiedene Menschen unterschiedlichen Sinn haben, wenn die beiden über verschiedene Glaubensschablonen verfügen und auf verschiedene Weisen aus Erfahrungen Sinn konstruieren. Da Toleranz und Glaubensvielfalt uns so viel bedeuten, würden wir in unserer geisteswissenschaftlichen Analyse niemals zu behaupten wagen, die Interpretation des einen Mannes und die des anderen sei falsch oder schlecht, was ja gut und schön ist, nur reden wir dann auch nie darüber wo die jeweiligen Schablonen, also der jeweilige Glaube herkommt, will sagen wo im Inneren der beiden Männer diesen ihren Ort haben. Als wäre die grundlegende Sicht eines Menschen auf die Welt und den Sinn seiner Erfahrungen irgendwie automatisch in ihm verdahtet wie Körper- oder Schuhgröße oder als würden sie wie die Sprache von der Kultur vorgegeben. Als wäre unsere Konstruktion von Sinn keine Frage der persönlichen und ausdrücklichen Wahl und der bewussten Entscheidung.

    In “Die wahre Traurigkeit der Erwachsenen” versammelt David Foster Wallace vier große Texte “Am Beispiel des Hummers”, “This is Water/Das hier ist Wasser”, “Der Planet Trillaphon im Verhältnis zur Üblen Sache” und “Der große rote Sohn”

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2018

    Wolfgang Schneider lauscht den gelesenen Essays von David Foster Wallace mal mit großem Vergnügen, mal mit Enttäuschung. Wenn etwa Christian Ulmen Wallaces Reportage über das Hummer-Festival in Maine intoniert, scheint ihm der Schauspieler die “hyperaktive Theatralik” im Text zu erfassen. Moritz von Uslar hingegen liest den Bericht des Autors von den “Annual Adult Video Awards”, der Oscarverleihung der Pornoidustrie, laut Rezensent zu cool, zu mürrisch und bringt das Ganze nicht zum Funkeln. Lars Eidinger wieder vermittelt den tödlichen Ernst hinter Fassade dieses Autors in seiner Lesung perfekt, meint Schneider.

    David Foster Wallace ist bekannt für seinen komplexen, oft philosophischen Stil und seine tiefgründigen Beobachtungen über moderne Gesellschaft, Medien, Technologie und den Zustand des menschlichen Bewusstseins. Hier sind einige prägnante Zitate aus seinen bekanntesten Werken:

    1. „Unendlicher Spaß“ (Infinite Jest)

    „Die Wahrheit ist, dass die meisten Menschen die meiste Zeit in ihrem Leben nicht wirklich leben, sondern von einem Moment zum nächsten huldigen, dass das Leben und die Welt den tiefen und erschütternden Eindruck hinterlassen, der zu der Erschaffung des Begriffs ‚Zeitvertreib‘ führte.“

    Unendlicher Spaß, David Foster Wallace

    Diese Passage verdeutlicht das Gefühl der Entfremdung und das Streben nach Bedeutung in einer oberflächlichen Gesellschaft.


    2. „This is Water“ (Commencement Speech, Kenyon College)

    „Es ist einfach, nicht wahrzunehmen, dass die alltäglichen Momente und Routinen des Lebens tatsächlich die wertvollsten und tiefgründigsten sind. Was du wirklich brauchst, um Glück zu finden, ist ein bestimmter Denkansatz.“

    This is Water, David Foster Wallace (Commencement Speech)

    Hier spricht Wallace über die Bedeutung der Achtsamkeit und wie wichtig es ist, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen, um das Leben wirklich zu leben.


    3. „Der Spaß an der Arbeit“ (The Pale King)

    „Das große Problem ist nicht das Warten, sondern das Warten ohne Sinn. Es ist die Leere, die uns nicht nur an unsere Geduld fordert, sondern auch an unsere Fähigkeit, eine Bedeutung in den banalsten Aufgaben zu finden.“

    Der Spaß an der Arbeit, David Foster Wallace

    In diesem Zitat geht es um den Umgang mit monotonen Aufgaben und wie der Mensch in einer Welt, die wenig greifbare Bedeutung bietet, nach Sinn suchen muss.


    4. „Gibt es ein Leben nach dem Tod? Und was machen wir damit?“ (A Supposedly Fun Thing I’ll Never Do Again)

    „Die größte Enttäuschung im Leben ist nicht, dass man nicht bekommt, was man will, sondern dass man bekommt, was man will, und sich dann trotzdem leer fühlt.“

    A Supposedly Fun Thing I’ll Never Do Again, David Foster Wallace

    Wallace reflektiert über die moderne Konsumgesellschaft und die Entfremdung, die durch den ständigen Drang entsteht, immer mehr zu besitzen oder zu erleben, ohne jemals Zufriedenheit zu finden.


    5. „Der Tanz um das Nichts“ (This Is Water)

    „Es geht nicht darum, sich vor der Wahrheit zu verstecken, sondern darum, sie zu sehen und sie trotzdem zu akzeptieren. Zu erkennen, dass du dein eigenes Leben kontrollierst, unabhängig davon, wie viel Lärm und Chaos es gibt.“

    This Is Water, David Foster Wallace (Commencement Speech)

    In dieser Passage betont Wallace, wie wichtig es ist, die eigenen Gedanken zu steuern und die Kontrolle über das eigene Leben zu behalten, auch wenn die äußere Welt chaotisch wirkt.

  • Schwarm Dumm: So blöd sind wir nur gemeinsam

    Es ist heute ein Zeichen progressiven Denkens von “kollektiver Weisheit“ oder „Schwarmintelligenz“ zu schwärmen. Seit Wikipedia, Open-Source-Software und per Facebook organisierten sozialen Bewegungen, ist die Schwarmintelligenz die neue Hoffnung für Organisationen, Unternehmen und gesellschaftliche Probleme. Alles soll besser werden, wenn man nur auf die Weisheit Vieler vertraut.


    Wie ein kalter Guss wirkt da das neue Buch von Gunter Dueck “Schwarmdumm – so blöd sind wir nur gemeinsam”. Gunter Dueck, ehemaliger IBM Technik Vorstand, zieht ernüchternd Bilanz: “Einzeln sind wir intelligent – aber nicht im Schwarm”. Wenn viele gemeinsam ein Problem lösen bedeutet das nicht unbedingt, dass dabei die beste und intelligenteste Lösung herauskommt. Die Metapher der “sechs Blinden“, die jeder aus seiner subjektiven Perspektive heraus einen Elefanten beschreiben , illustriert diese Einsicht. Aus den jeweiligen Beschreibungen kann man unmöglich einen realen Elefanten erkennen – jeder beschreibt eben nur seine individuelle Sicht. Viele Wahrheiten führen nicht immer zu genialen Einfällen.

    Überforderung, Eigeninteressen und Wettkampf – die Zutaten der Schwarmdummheit
    Das “Heißlaufen” der Wirtschaft – also das ständige “am Limit arbeiten”, produziert zwar immer billigere Produkte, aber auch „gesellschaftliche Dummheit“. Wir wollen alles immer billiger kaufen und glauben, das dabei noch Qualität möglich sei. Die Wurst beim Discounter ist billiger ist als manches Hundefutter – guten Appetit…

    Freiraum ist kein Luxus, sondern ein Naturgesetz
    Das Warteschlangen-Phänomen ist die wissenschaftliche Begründung eines schwerwiegenden Schwarmdumm-Symptoms. Es besagt dass die erwartete Länge einer Warteschlange abhängig ist von der durchschnittlichen Auslastung. Bei 60% Auslastung warten nur 1,5 Kunden, bei 90% Auslastung schon 12. Wenn man die Auslastung steigert, wachsen die wartenden Menschen / Supportanfragen / Notfälle überproportional stark – das führt zu Fehlern, Überforderung und sinkender Qualität.

    Unternehmen brauchen eine ganzheitliche Kultur
    “Schwarmdummheit entsteht, wenn das Ganze nicht klar verstanden ist und kein Ganzes das Team einigt. Sie entsteht auch, wenn ein Ganzes angestrebt wird, das gar nicht erreicht werden kann oder wenn für den Weg zum Ganzen die Mittel und Fähigkeiten fehlen.” Teammeetings arten dann in mehr oder weniger offene Stellungskriege zwischen den Vertretern diverser Abteilungen oder Interessengruppen aus.

    Wettbewerb ist kein Kampf. Denn Kampf ist dumm
    Genauso führt eingennutzorientierter Wettkampf zu einer Eskalation aller gegen alle – und nicht zu einer guten Unternehmensgestalt, die eine sinnvolle Orientierung bietet. Schwarzdummheit ist dann vorprogrammiert.
    „Wir irren uns gewaltig, wenn wir den Grund unserer Misere in der Gier vermuten und nicht da, wo sie herkommt: aus dem gewollten Krieg aller gegen alle. Wir wollen den Wettbewerb, wir wollen die Mondziele, die harten Prüfungen und die Verschulung an den Universitäten, das G8-Abitur, die »objektiven Leistungsbeurteilungen« nach Zahlen, das Mobben der Minderleister und die Herstellung unserer Güter durch Asiaten unter Sklavenbedingungen. Dieser ganze stressende Rahmen erzeugt den künstlichen Krieg.“

    Auch gegenüber den Befürwortern einer neuen Managemenkultur, sei es charismatische Führung oder Selbststeuerung ist Dueck kritisch:
    „… es sind immer Firmen mit charismatischen Anführern, die aufgrund von Innovation und guter Konjunktur in den Himmel schießen. Ohne einen Steve Jobs (Apple) oder Richard Semler (Semco) trübt sich alles wieder schnell ein. Wenn das so einfach wäre, Schwarmintelligenz zu erzeugen, dann hätten wir sie doch in viel größeren Mengen und könnten daraus wieder an vielen Beispielen lernen, wie es noch besser geht, Schwarmintelligenz zu erzeugen. „

    Keine Lösung in Sicht?
    Duecks kritische Sicht auf unsere schwarmdumme Gesellschaft ist zwar aussichts-, aber nicht ganz hoffnungslos. Aber auch Dueck hat keine schnellen Lösung parat – er erteilt auch einigen der bekannten schnellen Reparaturideen eine Absage: Weder Entschleunigung, neue Werte, die Begrenzung der Managergehälter, höhere Steuern oder mehr Bildung noch „… das bedingungslose Grundeinkommen, die Abschaffung des Euro, das Eingreifen des Staates, das Nichteingreifen des Staates, das Verbieten von Zinsen, die Entmachtung der Banken, das Verteilen von iPads an Schüler …“ – nichts davon hilft gegen Schwarmdummheit und deeskaliert die schlimme Lage, die sich immer noch im Abwärtsstrudel befindet. Das bedeutet, dass wir im Augenblick nichts diskutieren, was unsere Lage wirklich verbessern könnte!

    Kommunikation und Führung ohne Macht – Wege uns aus vor Schwarmdummheit
    Metakommunikation ist zwingend notwendig – der Austausch im Team über die Art und Weise der Zusammenarbeit ist genauso wichtig wie die konkreten Arbeitsprozesse und – Ergebnisse. Denn nur so können ineffektive Widerstände, lähmende kalte Konflikte oder eine disfunktionale Machtverteilung beseitigt werden. Den ungesunden Wettkampf (im Gegensatz zu einem anspornenden Wettbewerb) müssen wir eindämmen, die Betonung von Einzelleistungen in Organisationen beenden. „Es wäre ein wichtiger Schritt raus aus der Schwarmdummheit getan, wenn Manager ihre Mitarbeiter so führen würden, als ob sie ein Freiwilligen-Team vor sich hätten.“ Führen ohne (formale) Macht wird somit die nächste, echte Herausforderung für ein „schwarmintelligentes“ Management.

    Dieses Buch wurde in unserem Betrieb ausgewählt um es gemeinsam im “Buchclub” zu lesen und es zu diskutieren. Das verwundert mich schon sehr, stellt der Autor doch all die hoch gepriesenen Gebote der internationalen Konzernführungen in Frage. Zwanghafte Optimierungen, Totsparen ganzer Unternehmen und Effizienzsteigerungen bis zum Kollaps sind in den meisten Führungsebenen das Einzige was es scheinbar zu wissen gibt, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Das diese Thesen längst Überholt sind und das Endergebnis jahrzehntelangem “Gesundschrumpfens” von einstiger Premiumqualität nur noch zu “good enough” geführt hat, erklärt der Autor in logisch, ironischer Art und Weise. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für alle Verantwortlichen in den Chefetagen werden. Das geforderte Umdenken, wäre zu schön und niemand wird den Anfang machen, weil eben alle in ihrer Schwardummheit gefangen sind. Und letztendlich wären mit einem Male auch alle Unternehmensberater arbeitslos. Den außer Sparen wo kaum mehr was zu sparen ist und optimieren obwohl alles bestens läuft lernt man bei deren Seminaren nichts Neues. Zwar werden unzählige Kurse zur Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung angeboten, doch zielen alle nur auf eines ab, funktionierende Betriebe für sehr viel Geld komplett um zu krempeln um eventuell ein paar Mitarbeiter in den untersten Ebenen entlassen zu können. Wenn dann gar nichts mehr funktioniert, jubeln alle. Denn nun hat man ja endlich doch etwas zu Optimieren. Und so suchen bereits heute viele Unternehmen nach Fachkräften die es nun nicht mehr gibt.

  • 850 Milliarden Euro Neuschulden

    Die 850 Milliarden Euro Neuschulden von Merz & Friends werden auch jeden einzelnen Bürger treffen. Ihr glaubt es nicht? Hier ein Versuch es für alle einzuordnen. Objektiv und mit Zahlen.

    Baum an dem Geldscheine wachsen

    Erst einmal: Schulden sind kein „Sondervermögen“. Schulden kosten. Schulden muss man zurückzahlen. Mit Zinsen. Das kennt jeder, der mal einen Kredit aufgenommen hat. Beim Staat ist es nicht anders. Mit zusätzlichen 850 Milliarden Euro Schulden – ja, so viele stehen in den vorgelegten Haushaltsplänen! – werden die Kosten regelrecht explodieren. Ende 2024 haben wir Zinsen in Höhe von 37,5 Milliarden gezahlt. 2021 waren wir noch bei 3 Milliarden Euro! Wenn es so weitergeht, kommen wir in den nächsten Jahren auf 70 bis 80 Milliarden Euro. Wohlgemerkt: Pro Jahr.

    2,5 BILLIONEN (=2.500 Milliarden!) Euro Schulden wird jetzt nur der Bund haben (Länder und Kommunen außen vor)! Nur als Vergleich: 2019 waren wir bei 1,2 Billionen. Also mehr als verdoppelte Schulden. Anders ausgedrückt: Zwischen 1950 und 2020 – also in 70 Jahren – haben ALLE Bundesregierungen WENIGER Schulden zusammen gemacht als die Ampel + Merz & Friends in nur ein paar Jahren. Das steht für sich.

    Nun kommen nicht nur gigantische Zinszahlungen dazu, sondern – Überraschung! – auch die Tilgung. In den nächsten Jahren beginnen wir mit der Tilgung der Corona-Kredite (ca. 450 Milliarden beim Bund) und mit dem Sondervermögen Bundeswehr (100 Milliarden). Das heißt, dass wir in den nächsten Jahren so ca. 20% des Bundeshaushaltes nur für Kredite und die damit verbundene Kosten ausgeben werden. 20 Prozent! Dazu kommen noch die Ausgaben für die Bundeswehr (was ungefähr ein Drittel des Haushaltes demnächst ausmachen wird). Ihr merkt: Es bleibt kaum noch was übrig im Haushalt.

    „Einfach mal machen“, das ist der Spruch von CDU-Linnemann. In keinem Unternehmen dieser Welt läuft das so. Denn man „macht nicht einfach irgendwas“ und vor allem nicht mit Kredit-Geld, was man einfach ins blaue hinausschleudert. Es braucht eine Strategie. Einen Plan wofür genau und wie. Und genau das machen Merz & Friends NICHT. Es gibt keine Konzepte, keine Pläne, keine Reformen. Nur Zahlen. Und wenn man nicht so richtig weiß, wofür und wie man das Geld ausgeben will, dann ist das in etwa so, als würde man Kredite aufnehmen, um mal in den Urlaub zu fahren, schicke Klamotten kaufen, Parties machen, sich einen neuen Pool einbauen und sich dann irgendwann wundern, dass die Kreditkartenabrechnung kommt.

    Und jetzt die Gretchenfrage: Wer zahlt diese Rechnungen? Natürlich die Bürger. Genau gesagt die deutschen Bürger, die schon jetzt die höchsten Steuern und Abgaben der Welt zahlen, die das mickrigste Rentenniveau in ganz Europa haben und die eins der niedrigsten Medianvermögen in Europa verzeichnen. Der höhere CO2-Preis, die hohen Stromkosten und immer höhere Steuern- und Abgabenlast (Stichwort: kalte Progression) sind kein Zufall. Zur Not bastelt sich die neue Regierung einen „neuen“ Solidaritätszuschlag 2.0 und nennt es dann „Demokratieabgabe“ oder so.

    Das alles ist notwendig, damit die Maschinerie weiterläuft. Damit auch die Abertausende (links-grüne)-NGOs gefördert werden können, damit die Blackrock- und Rheinmetall-Aktien weiter steigen, damit weitere Parteikollegen mit Pöstchen in der Besoldungsgruppe B6 oder B9 versorgt werden können und damit man sich den 777-Millionen Euro teuren Kanzleramts-Erweiterungs-Bau leisten kann (mit einem privaten Gym, einer 250 qm großen Kanzler-Residenz-Wohnung, mehreren 5-etagigen Wintergärten, einem Hubschrauberlandeplatz, einer Kita für 15 ausgewählte Kinder und und und). Und nicht zu vergessen: Auch unter dieser Regierung werden die grünen Projekte (#Heizungshammer, #Grüne Transformation) weiter verfolgt.

    Und so haben wir es liebe Mitbürger. Eine Regierung, die in bester „Versailles-Manier“ mit Kaviar und Schampus in Saus und Braus lebt, Geld verteilt als gebe es kein Morgen und auf der anderen Seite die Bürger, die diese Party bezahlen dürfen. Habe ich schon erwähnt, dass für die Ukraine explizit schon mal 42,5 Milliarden „reserviert“ sind? Das Zauberwort heißt: „Hilfe für völkerrechtswidrig angegriffene Staaten“. Mal sehen ob darunter demnächst auch dem Iran geholfen wird.

  • Einstürzende Neubauten

    Haus der Lüge

    Erstes Geschoss:
    Hier leben die Blinden,
    die glauben was sie sehen,
    und die Tauben,
    die glauben was sie hören,
    festgebunden auf einem Küchenhocker
    sitzt ein Irrer, der glaubt
    alles was er anfassen kann.
    (seine Hände liegen im Schoss)
    Zweites Geschoss:
    Rolle für Rolle
    Bahn für Bahn
    Rauhfaser tapeziert
    in den Gängen stehen Mieter herum
    Betrachten die Wände aufmerksam
    suchen darauf Bahn um Bahn
    nach Druck- und Rechtschreibfehlern
    könten nicht mal ihren Namen entziffern
    Auf ins nächste Geschoss:
    Welches, oh Wunder! nie fertiggestellt
    nur über die Treppe erreicht werden kann


    hier lagern Irrtümer, die gehören der Firma
    damit kacheln sie die Böden
    an die darf keiner ran
    Viertes Geschoss:
    Hier wohnt der Architekt
    er geht auf in seinem Plan
    dieses Gebäude steckt voller Ideen
    es reicht von Funda- bis Firmament
    und vom Fundament bis zur Firma
    Im Erdgeschoss:
    Befinden sich vier Türen
    die führen
    direkt ins Freie
    oder besser gesagt. in den Grundstein
    da kann warten wer will
    um zwölf kommt Beton
    Grundsteinlegung!
    Gedankengänge sind gestrichen
    in Kopfhöhe braun
    infam oder katholisch violett
    zur besseren Orientierung
    Dachgeschoss:
    Es hat einen Schaden
    im Dachstuhl sitzt ein alter Mann
    auf dem Boden tote Engel verstreut
    (deren Gesichter sehen ihm ähnlich)
    zwischen den Knien hält er ein Gewehr
    er zielt auf seinen Mund
    und in den Schädel
    durch den Schädel
    und aus dem Schädel heraus
    in den Dachfirst
    dringt das Geschoss
    Gott hat sich erschossen
    ein Dachgeschoss wird ausgebaut
    Gott hat sich erschossen
    Ein Dachgeschoss wird ausgebaut
    Ein Dachgeschoss wird ausgebaut
    EPILOG
    Untergeschoss:
    Dies ist ein Keller
    hier lebe ich
    dies hier ist dunkel
    feucht und angenehm
    dies hier ist ein Schoss

  • Historische Berufswappen

    Berufswappen, Motive erhältlich unter https://exlibris-insel.de

    Berufe und Wappen
    Zum PDF-Inhalt springen
  • Gibt es eine Heimatmüdigkeit in Deutschland?

    Ja, das Thema „Heimatmüdigkeit“ wird in Deutschland zunehmend diskutiert. Es beschreibt das Gefühl, dass Menschen sich von ihrer Heimat oder ihrer kulturellen Identität entfremden oder überdrüssig werden. Dieses Gefühl kann aus verschiedenen Gründen entstehen, und es lässt sich auf unterschiedliche gesellschaftliche Phänomene zurückführen.

    Einige mögliche Ursachen für Heimatmüdigkeit in Deutschland könnten sein:

    1. Globalisierung und Migration: Durch die verstärkte Vernetzung der Welt und den Zuzug von Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen verändert sich das Bild der „Heimat“ in vielen Regionen. Für manche Menschen bedeutet dies eine Verwässerung oder Verlust des traditionellen Heimatgefühls.
    2. Politische Unzufriedenheit: In den letzten Jahren gab es in Deutschland einen spürbaren Anstieg politischer Spannungen, sei es durch die Flüchtlingskrise, die zunehmende politische Polarisierung oder die Diskussionen um soziale Gerechtigkeit und Integration. Menschen, die sich von der politischen Entwicklung nicht mehr vertreten fühlen, könnten das Gefühl der Heimatmüdigkeit entwickeln.
    3. Überforderung durch Veränderungen: Manche Menschen sind von den schnellen gesellschaftlichen Veränderungen überfordert oder haben das Gefühl, dass ihre Werte nicht mehr anerkannt oder respektiert werden. Dies kann zu einem Gefühl der Entfremdung führen.
    4. Kritik an der eigenen Geschichte und Kultur: Es gibt auch eine Bewegung, die sich verstärkt mit der Geschichte Deutschlands auseinandersetzt, insbesondere mit den dunklen Kapiteln wie dem Nationalsozialismus. Das kann zu einer kritischen Reflexion führen, bei der Menschen sich von bestimmten Aspekten der eigenen kulturellen Identität distanzieren.
    5. Landflucht und Urbanisierung: In ländlichen Gegenden gibt es eine wachsende Tendenz zur Abwanderung in größere Städte, weil dort berufliche Perspektiven, bessere Infrastruktur und ein vielfältiges Freizeitangebot locken. Für einige könnte der ländliche Raum, den sie als ihre „Heimat“ empfunden haben, weniger attraktiv erscheinen.

    Heimatmüdigkeit muss jedoch nicht unbedingt mit Ablehnung oder Negativität einhergehen. Es kann auch eine Reaktion auf das Bedürfnis nach Veränderung oder Weiterentwicklung sein. Manche Menschen sehen die Entfremdung von ihrer Heimat auch als Teil eines größeren Prozesses der Selbstfindung und der Auseinandersetzung mit der eigenen Identität.

    Wie gehen andere Länder mit dem Begriff Heimat um?

    Der Begriff „Heimat“ wird in vielen Ländern unterschiedlich interpretiert und hat jeweils spezifische kulturelle, historische und gesellschaftliche Konnotationen. Die Bedeutung und der Umgang mit dem Begriff „Heimat“ sind stark geprägt von der jeweiligen nationalen Geschichte, Identität und den sozialen Strukturen. Hier einige Beispiele, wie „Heimat“ in anderen Ländern behandelt wird:

    1. Frankreich – „Patrie“ und „Terre natale“

    In Frankreich wird der Begriff „Heimat“ oft mit „Patrie“ (Vaterland) verbunden, was stark nationalistische und patriotische Bedeutungen hat. In der französischen Geschichte, insbesondere während der Revolution und der beiden Weltkriege, hat das Konzept der Heimat mit einem sehr stark ausgeprägten nationalen und politischen Bewusstsein zu tun.
    „Terre natale“ (Geburtsland) ist eine etwas neutralere Variante und bezieht sich eher auf den geografischen Ursprung. Frankreich legt großen Wert auf universelle Werte wie Liberté, Égalité, Fraternité, und Heimat wird oft mit dem kollektiven Wohl und dem Ideal eines gemeinsamen, republikanischen Staatsverständnisses verbunden.
    Heimatmüdigkeit ist hier weniger verbreitet, obwohl sich in den letzten Jahren auch in Frankreich eine Diskussion über Einwanderung, Integration und nationale Identität entwickelt hat.

    2. USA – „Homeland“

    In den USA ist der Begriff „Heimat“ häufig mit dem Wort „Homeland“ verbunden, besonders seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Das Konzept von „Homeland“ betont den Schutz und die Sicherheit des Landes und wird durch das Ministerium für Heimatschutz (Department of Homeland Security) verwaltet. Der Begriff kann eine starke emotionale Bindung an das Land und das Verständnis von Freiheit und Individualismus hervorrufen, aber auch nationale Bedrohungen oder Krisen wie die „amerikanischen Werte“ in den Vordergrund stellen.
    Die Diskussion über „Heimat“ in den USA ist oft von Themen wie Patriotismus, Nationalismus und der Identität von Einwanderern geprägt. Für viele Einwanderer bleibt ihre „alte Heimat“ auch dann noch ein zentraler Punkt ihrer Identität, was zu einer doppelt gefühlten Zugehörigkeit führen kann.

    3. Indien – „Bharat Mata“

    In Indien wird die „Heimat“ oft als „Bharat Mata“ (Mutter Indien) personifiziert, was tief in der indischen Geschichte und Spiritualität verwurzelt ist. In vielen Kulturen Indiens hat Heimat auch religiöse und spirituelle Dimensionen. Der Begriff kann nationalistische Konnotationen annehmen, insbesondere in Zeiten politischer Mobilisierung, etwa im Zusammenhang mit der Unabhängigkeit von Großbritannien oder den heutigen politischen Bewegungen.
    Die Heimat ist hier sowohl geografisch als auch kulturell stark verbunden mit Traditionen, spirituellen Werten und dem kulturellen Erbe. Heimat ist also auch der Ausdruck einer tiefen emotionalen Bindung an das Land und seine Geschichte.

    4. Türkei – „Vatan“

    In der Türkei bezeichnet „Heimat“ oft das Wort „Vatan“, was auch mit „Vaterland“ übersetzt werden kann. Es ist stark mit der nationale Identität und dem Staatsbewusstsein verbunden, besonders durch die Gründung der modernen Türkei unter Mustafa Kemal Atatürk. Die Geschichte des Landes und die politischen Umbrüche sind eng mit dem Begriff „Heimat“ verknüpft.
    Der Begriff „Vatan“ trägt eine emotionale Bedeutung und symbolisiert nicht nur geografische Zugehörigkeit, sondern auch eine gemeinsame politische und kulturelle Identität, die für viele mit einer starken patriotischen Haltung verbunden ist.

    5. Japan – „Furusato“

    In Japan hat der Begriff „Heimat“ oft eine mehr romantische oder nostalgische Bedeutung. Das Wort „Furusato“ beschreibt nicht nur den physischen Geburtsort, sondern auch die kulturellen und emotionalen Wurzeln. Es geht um eine tief empfundene Verbindung zur Natur, zur Familie und zur Tradition.
    In ländlichen Gegenden wird „Furusato“ als ein Ort des Wohlstands und der Einfachheit verstanden, oft idealisiert und mit einer gewissen Verklärung in Verbindung gebracht. Der Begriff spielt eine große Rolle in der japanischen Literatur und Kunst, in denen Heimat oft als Symbol für Verbindung zur Vergangenheit und zur japanischen Identität verwendet wird.

    6. Schweden – „Hemma“

    In Schweden hat „Heimat“ häufig mit dem Wort „Hemma“ (zu Hause) zu tun. Es steht nicht nur für den geografischen Ort, sondern auch für die persönliche Zufriedenheit und Geborgenheit. Die Vorstellung von Heimat in Schweden ist stark mit Privatsphäre und persönlichem Wohlbefinden verknüpft, oft in Form von modernen, gut eingerichteten Häusern, umgeben von der Natur.
    Schweden legt großen Wert auf soziale Gerechtigkeit und Integration, und der Begriff Heimat wird oft auch mit einem starken kollektiven Bewusstsein über das Wohl der Gesellschaft und die Gleichberechtigung aller verbunden.

    7. Israel – „Eretz Israel“

    In Israel ist der Begriff „Heimat“ mit der Heiligen Erde und der wiedergegründeten jüdischen Heimat im Zusammenhang mit dem Konzept von „Eretz Israel“ verbunden. Es ist tief in der jüdischen Geschichte und Religion verwurzelt, wobei Heimat als der Ort verstanden wird, an dem das jüdische Volk nach Jahrhunderten der Diaspora wieder zusammenkommt.
    Für viele Israelis ist „Heimat“ nicht nur ein geografischer Begriff, sondern auch eine religiöse und politische Identität, die mit der jüdischen Geschichte und dem Zionismus verbunden ist.

    Fazit:

    „Heimat“ wird weltweit unterschiedlich wahrgenommen, basierend auf den jeweiligen kulturellen, politischen und historischen Kontexten. In vielen Ländern ist „Heimat“ ein stark emotionaler Begriff, der mit Identität, Tradition, Nationalismus und Familiengeschichte verknüpft ist. In Ländern, die mit Migration und Globalisierung konfrontiert sind, kann Heimat jedoch auch zu einem flexiblen und dynamischen Konzept werden, das ständigen Veränderungen unterliegt.

    Was denkst du, inwiefern beeinflussen diese unterschiedlichen Interpretationen des Begriffs „Heimat“ die Gesellschaften und ihre politischen Diskussionen?

    Gibt es im englischen einen Begriff für “Volk”?

    Im Englischen gibt es mehrere Begriffe für “Volk”, abhängig vom Kontext.Die gebräuchlichsten sind “people” (als Plural von Person, aber auch als Bezeichnung für eine Menschenmenge oder eine Nation) und “nation” (wenn es sich um eine definierte Gemeinschaft mit gemeinsamer Geschichte, Kultur oder Staatsangehörigkeit handelt)

    Weitere Möglichkeiten, je nach Nuance, sind:

    • “folk”: Oft verwendet, um eine bestimmte Gruppe von Menschen zu bezeichnen, oft mit Bezug auf Traditionen oder eine bestimmte soziale Schicht. 

    “populace”:

    Bezeichnet die gesamte Bevölkerung eines bestimmten Ortes oder Landes. 

    “peoples”:

    Eine Mehrzahl von “people”, wird oft verwendet, um verschiedene ethnische Gruppen innerhalb einer Nation oder Welt zu beschreiben. 

    “tribe”:

    Bezeichnet eine Gruppe von Menschen, die durch gemeinsame Abstammung, Kultur und Lebensweise verbunden sind, oft mit Bezug auf indigene Völker. 

    Die Wahl des richtigen Begriffs hängt also davon ab, welche Art von “Volk” gemeint ist. 

  • Wird in Magdeburg ein extra Gerichtsgebäude für einen Attentäter gebaut?

    Ja, in Magdeburg wird tatsächlich ein spezielles Interims-Gerichtsgebäude extra für den Prozess gegen den Attentäter des Weihnachtsmarkt-Anschlags errichtet:

    • Die bestehenden Gerichtssäle im Land Sachsen-Anhalt reichen nicht aus, um Hunderte von Nebenklägern, zahlreiche Zeugen, Pressevertreter und Sicherheitsbedürfnisse unterzubringen welt.de+15tag24.de+15sao.de+15volksstimme.de+9n-tv.de+9mdr.de+9.
    • Deshalb plant das Justizministerium einen Leichtbau‑Gerichtssaal auf einem landeseigenen Grundstück in Magdeburg. Der Bau umfasst rund 2 000 m² auf einem 5 000 m² Gelände und bietet Platz für bis zu 700 Personen mdr.de+4volksstimme.de+4stern.de+4.
    • Die Anlage wird voraussichtlich bis Ende September 2025 fertiggestellt, die Bauarbeiten haben bereits im Juni begonnen mdr.de.
    • Die kalkulierten Kosten liegen im mittleren einstelligen Millionenbereich – konkret zwischen drei und fünf Millionen, mit Betriebskosten für die Dauer des Prozesses tag24.de+6volksstimme.de+6tag24.de+6.

    🔹 Fazit: Ja, ein temporärer Gerichtssaal in Leichtbauweise wird derzeit eigens für den Mammutprozess gegen den Attentäter von Magdeburg gebaut, um den besonderen Anforderungen gerecht zu werden.

    Wird das gebäude nach dem prozess wieder abgebaut?

    Ja – das Interims-Gerichtsgebäude in Magdeburg ist **ausschließlich temporär geplant **:

    • Es handelt sich um einen Leichtbau-Saal, der extra für den Prozess errichtet wird – inklusive kompletter Ausstattung durch ein beauftragtes Unternehmen reddit.com+11volksstimme.de+11faz.net+11.
    • Sobald der Prozess abgeschlossen ist, wird das Gebäude wieder abgebaut. Der Anbieter ist darauf spezialisiert – vergleichbare Lösungen wurden z. B. schon bei anderen großen Verfahren eingesetzt .

    🔍 Fazit: Ja, das Gebäude wird nach Abschluss des Prozesses wieder demontiert – es handelt sich um ein reines Zwischenbauwerk ohne langfristige Nutzungsperspektive.

  • Was bedeutet Populismus

    Der Begriff Populismus geht auf das lateinische Wort populus für das “Volk” zurück. In Demokratien geht alle Macht vom Volk aus.

    Der Begriff “Populisten” wird heutzutage in Europa von einigen negativ konnektiert, weil man das Narrativ entwickelt hat, das Populisten bestrebt sind, im Bestfall nur einem einzigen Politiker oder nur eine einzige Partei die Macht zu erteilen. Man fürchtet sich also vor Autokraten.

    Fakt ist, das Demokratie kompliziert ist. Wahlen dienen nicht der Ermittlung einer Wahrheit, sie fördern nur den Dialog zwischen Kontrahenten und deren sich widerstreitenden Interessen. Die Mehrheiten, und eben auch die Minderheiten in einer Demokratie dürfen sich nicht dazu verleiten lassen, den “Anderen” zu verunglimpfen oder zu schikanieren, gleich auf welcher politischen Seite sie stehen.

    Die heute anzutreffende Respektlosigkeit von Menschen gegenüber dem politischen Gegner entlarvt das eigentliche Dilemma: Die meist überforderten Menschen suchen Gleichgesinnte für ihre Wagenburg, um sozial und oft dann auch monitär (Verbände, Parteien, NGOs) sich bequem einzurichten. Dies ist nicht verwerflich. Verwerflich ist aber, wenn aus allen Rohren der Wagenburg unlauter und respektlos auf Andersdenkende geschossen wird.

    Menschen im Disput

  • Philosophie Konflikt

    In einem entscheidenden Moment der griechischen Geschichte war der Peloponnesische Krieg (431–404 v. Chr.) nicht nur ein Konflikt zwischen zwei Städten, sondern eine Konfrontation zwischen zwei Modellen von Souveränität:

    Athen, die Demokratie: wo Entscheidungen sich in Reden und Interessen auflösen. Und Sparta, die Souveränität: wo Handeln vor der Theoretisierung geschieht. Athen repräsentierte die Demokratie: eine Volksversammlung, Beratungen, Redefreiheit und Interessenkonflikte. Doch, wie Thukydides beschrieb, geriet sie in die Falle der Bürokratie, die zwischen Entscheidung und Zögern schwankte.

    Jeder sprach, und niemand entschied.

    Sparta war das genaue Gegenteil: ein Staat, der nicht viel redet, sondern entscheidet. Und damit näher an Carl Schmitts Verständnis von Souveränität:

    «Der wahre Herrscher ist derjenige, der im Ausnahmezustand entscheidet.»

    Schmitt sieht den Politiker nicht als bloßen Verwalter der Institutionen, sondern als denjenigen, der das Schicksal gestaltet, wenn das gewohnte System zusammenbricht.

    Machiavelli hätte in Sparta die Verkörperung von «Virtù» gesehen:

    die politische Tugend, die ohne Illusionen entscheiden kann, während Athen die Gefahr der «Beratung als Ersatz für Handlung» darstellt.

    Agamben wiederum sieht in Athen einen «permanenten Ausnahmezustand»:

    Macht ohne Träger, Entscheidung ohne Gesicht. So stellt die Geschichte eine Frage, die nichts von ihrer Aktualität verloren hat:

    Wird Souveränität im Namen des Rechts oder im Namen der Entscheidungsfähigkeit ausgeübt?

    Ist der Politiker die Institution oder der Moment, in dem das Leben den Ausnahmezustand im Namen der Bedeutung durchbricht?

    Philosophie Athen Demokratie