Kategorie: Kunst

  • Filmfestival Venedig Cover-Up über Seymour Hersh

    Nächste Woche feiert Cover-Up, der neue Dokumentarfilm über Seymour Hersh und seine Karriere als Investigativjournalist von den Filmemachern Laura Poitras und Mark Obenhaus, auf den Filmfestspielen von Venedig seine Weltpremiere. Im Herbst folgen Vorführungen auf dem Toronto Film Festival und dem New York Film Festival. Der Film wird diesen Herbst weiterhin auf Festivals zu sehen sein und im Winter in den US-Kinos anlaufen.

    Laura Poitras ist eine mit dem Oscar und dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Filmemacherin und Journalistin. Ihr letzter Film, All the Beauty and the Bloodshed, wurde bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Ihr für den Oscar nominierter Film My Country, My Country, der erste Teil ihrer Trilogie nach dem 11. September, dokumentierte die US-Besetzung des Irak. Ihre journalistischen Enthüllungen über die weltweite Massenüberwachung durch die NSA wurden mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, und ihr Film CITIZENFOUR gewann einen Oscar sowie BAFTA-, DGA- und Emmy-Auszeichnungen.

    Mark Obenhaus ist Regisseur, Produzent und Autor von Dokumentarfilmen. Seine Arbeiten wurden mit fünf National Emmys, dem British Press Guild Documentary Award, dem Alfred I. DuPont-Columbia University Award, dem Edward R. Murrow Award und zahlreichen anderen Auszeichnungen geehrt. Zu seinen Filmen für PBS Frontline gehört „Buying the Bomb“, zu seinen Filmen für ABC gehört „Dangerous World: The Kennedy Years“, beide mit Reportagen von Seymour Hersh.

  • „Gewissen und Verantwortung“

    Ein fiktives Streitgespräch über den Ukraine-Krieg


    Besetzung:

    • Boris Pistorius – Bundesverteidigungsminister
    • Agnes Strack-Zimmermann – Verteidigungspolitikerin
    • Anton Hofreiter – Außenpolitiker
    • Dietrich Bonhoeffer – Theologe, Widerstandskämpfer
    • Henry David Thoreau – Philosoph

    Aufführungskonzept

    • Bühnenbild: Ein schlichter runder Tisch, fünf Stühle. Im Hintergrund ein großes Fenster, das sich nicht schließen lässt. Es zeigt nur Dunkelheit.
    • Licht: Jeder Redner wird durch einen eigenen Kegel erfasst. Beim Sprechen intensiver, in Pausen gedämpft. Das Fenster wird am Ende hell angestrahlt.
    • Klang: Zwischen den Szenen leise Windgeräusche. Gelegentlich dumpfes Dröhnen in der Ferne – wie Kanonendonner.

    Akt I – Der Tisch

    Die Figuren treten nacheinander ein. Jeder setzt sich schweigend. Erst nach einer langen Pause beginnt Pistorius zu sprechen.

    Pistorius (schwer):
    “Die Ukraine kämpft. Wir helfen – mit Waffen, Ausbildung, Zusagen. Und doch: Es reicht nie.”

    Strack-Zimmermann (schlägt mit der Hand auf den Tisch):
    “Weil wir zaudern! Jede Woche Diskussion kostet Leben. Panzer, Raketen, Abwehrsysteme – sofort! Alles andere ist Verrat.”

    Hofreiter (nach vorne gebeugt):
    “Agnes, der Krieg ist mehr als Waffen. Er hängt mit Energie, Klima, Gerechtigkeit zusammen. Nur militärisch zu denken, wäre ein Fehler.”

    (Kurze Pause. Bonhoeffer erhebt sich langsam.)


    Akt II – Schuld und Gewissen

    Bonhoeffer (ruhig, eindringlich):
    “Es gibt Momente, da ist Schweigen Schuld. Untätigkeit Verrat. Wer das Böse nicht bekämpft, macht sich mitschuldig.”

    Thoreau (lehnt zurück, verschränkt die Arme):
    “Doch jede Gewalt, so gerecht sie scheint, trägt den Keim neuen Unheils. Ich sage: verweigere dich. Werde nicht zum Werkzeug des Krieges.”

    Strack-Zimmermann (fährt auf, empört):
    “Weltfremd! Ihre Reinheit schützt keine Kinder in Charkiw. Wer nichts tut, macht sich zum Komplizen Putins!”

    Thoreau (leise, beinahe spöttisch):
    “Und wer Waffen liefert, macht sich zum Teil desselben Spiels. Was unterscheidet uns dann noch vom Täter?”

    Pistorius (mit fester Stimme):
    “Das Ziel! Wir kämpfen nicht für Herrschaft, sondern für Freiheit. Für das Recht eines Volkes, in Frieden zu leben.”

    Bonhoeffer (nickt, ernst):
    “Gewalt ist Schuld. Aber manchmal ist es die größere Schuld, nichts zu tun. Ich habe es unter Hitler lernen müssen.”


    Akt III – Die Zukunft

    Hofreiter (fast beschwichtigend, bittend):
    “Wenn der Krieg endet, darf die Antwort nicht nur militärisch sein. Energie darf nicht erpressen. Nahrung darf keine Waffe sein. Frieden braucht Gerechtigkeit, nicht nur Waffenruhe.”

    (Eine Pause. Die Figuren schauen hinaus ins Fenster. Ein leises Donnergrollen im Hintergrund. Dann Bonhoeffer mit leiser Stimme, fast ein Gebet.)

    Bonhoeffer:
    “Die Frage ist nicht, ob wir schuldig werden – wir werden es. Die Frage ist: Tragen wir die Schuld für uns selbst, oder im Dienst derer, die keine Stimme haben?”

    (Das Licht erlischt. Nur das Fenster bleibt hell. Der Wind heult kurz auf. Stille. Dann völlige Dunkelheit.)


    Mögliche Erweiterung – Interaktion mit dem Publikum

    • Zwischen Akt II und III könnte ein Sprecher ans Publikum treten und Fragen stellen, z. B.:
      • „Und Sie? Würden Sie Waffen liefern?“
      • „Ist moralische Reinheit wichtiger als Verantwortung?“
      • „Was würden Sie tun, wenn Sie entscheiden müssten?“

    So wird das Publikum direkt in das Spannungsfeld von Gewissen, Verantwortung und politischem Handeln hineingezogen.


    Der Krieg
  • Thomas Mann über Wagner, Nietzsche und Freud

    Thomas Mann über Wagner, Nietzsche und Freud – Deutschtum im Spiegel der Moderne

    Wenn Thomas Mann das Wort ergreift, horcht man auf – nicht nur wegen der Eleganz seiner Sprache, sondern wegen der Schärfe seines Blicks auf die deutsche Kultur. In seinem Vortrag vom 10. Februar 1933 über Richard Wagner wagte er eine Deutung, die den Komponisten aus dem Bannkreis nationalistischer Verehrung löst und ihn in die Nähe einer anderen, gerade erst wirksam werdenden Autorität rückt: in Sigmund Freud’s neue Ideen.

    Thomas Mann entwirft Richard Wagner als Künstler einer gebrochenen Moderne, als eine Gestalt, die nicht in der Erhabenheit ruht, sondern von inneren Zwiespalten gezeichnet ist. Die Überfülle, das Pathos, die ekstatische Übersteigerung seiner Musik erscheinen bei Mann wie Symptome eines psychischen Kampfes – Ausdruck des Unbewussten, das Freud erstmals sichtbar gemacht hatte.

    Gerade in dieser Lesart wird das „Deutschtum“ Wagners nicht als stolze, makellose Kraft begriffen, sondern als ein geistiges Gewebe von Größe und Krankheit, von schöpferischer Vision und zersetzender Selbstanalyse. Wagner ist für Mann kein Nationalheiliger, sondern der erste große Repräsentant eines modernen, sich selbst infrage stellenden Deutschland.

    Doch Thomas Mann blieb nicht bei der psychoanalytischen Deutung stehen. Er zog die Linien weiter – zu Friedrich Nietzsche, jenem Philosophen, der dem „Meister von Bayreuth“ zunächst glühend ergeben war, um sich dann in einem radikalen Bruch von ihm abzuwenden. Für Mann war gerade dieses Verhältnis aufschlussreich: Nietzsche erkannte im Rauschhaften, in der Dämonie und Maßlosigkeit Wagners die Gefahr einer Übersteigerung, die ins Krankhafte kippen konnte.

    In Nizza, wo Mann zeitweise lebte, spürte er die gleiche Spannung zwischen Krankheit und Schöpfung, die Nietzsche im Süden so eindringlich erfahren hatte. Nizza, mit seinem Licht und seiner Weite, wurde für beide zu einem Kontrastbild – ein Ort der Genesung und Klarheit, zugleich aber auch der schmerzhaften Selbstbeobachtung. Wagner verkörperte für Mann das abgründig Deutsche, Nietzsche hingegen die kritische, klärende Instanz, die dieses Erbe verwarf und zugleich schöpferisch verwandelte.

    Doch in dieser Konstellation spiegelte sich immer auch Thomas Mann selbst. Wie Wagner verstand er sich als Künstler, der aus innerer Zerrissenheit schöpfte. Die „bürgerliche Solidität“, die er nach außen verkörperte, überdeckte nur teilweise die Abgründe und Ambivalenzen, die sein Werk nährten. Von Nietzsche übernahm er die Rolle des Selbstanalytikers, der Schwäche erkennt, sie kritisch durchdringt und dadurch überwindet.

    In Nizza, im Licht der Côte d’Azur, wurde Mann diese Selbstdeutung besonders klar. Der Süden ließ ihn erkennen, dass das Deutschtum nicht nur Schicksal war, sondern eine Aufgabe: es kritisch zu reflektieren, seine Gefahren zu benennen und es von innen her zu verwandeln. Wagner, Nietzsche und Freud bildeten für ihn keine bloßen Bezugsgrößen, sondern Spiegelungen seiner eigenen Existenz.

    Damit führt dieser Vortrag über Wagner weit über die Musik hinaus. Er erweist sich als Schlüsseltext auf dem Weg Thomas Manns vom Verteidiger des „deutschen Wesens“ in den Betrachtungen eines Unpolitischen hin zum scharfen Kritiker, der im Exil dem Nationalsozialismus entgegentrat. Was in Nizza im Nachdenken über Wagner und Nietzsche begann, fand seine Konsequenz in der klaren Absage an ein selbstzerstörerisches Deutschtum.

    Thomas Manns Wagner-Deutung ist so ein Dokument geistiger Selbstfindung: die Verknüpfung von Musik, Philosophie und Psychoanalyse zu einer Trias der Moderne – und zugleich das Bekenntnis eines Dichters, der im Spiegel Wagners und Nietzsches sein eigenes Schicksal erkannte.

    Thomas Mann und Friedrich Nietzsche
  • Die Boomer und die wahre Toleranz

    ❗Auf den Punkt

    Unsere Generation war tolerant. Und sie wusste es nicht.

    Ihr habt euch das Fluid Gender und damit die Homophobie ausgedacht aus einer älteren Geschichte fabriziert. Eure Eltern hatten schon Siege errungen, die Opfer Rollen sind aber einfach einfach zu spielen.

    Ich komme aus der Generation, die David Bowie, Lou Read, hörte und liebte und sich nie das Problem stellte, was für sexuelle Vorlieben sie hatten.

    Es war uns egal, wir waren zufrieden und selig, weil ihre Musik uns berührte!

    Elton John, Freddy Mercury und George Michael.

    Wir sind auch die Generation, die Led Zeppelin, Deep Purple, Neil Young oder die Eagles liebte. Ohne dass sich je das Problem mit ihren Texten zu stellte, die heute als sexistisch angesehen werden würden.

    Als Boy George ankam, fragten wir uns nicht, ob er Männchen, Weibchen oder beide mag. Wir haben einfach seine Musik genossen.

    Und als Jimmy Sommerville uns seine Geschichte als Kleinstadtjunge erzählt hat, waren wir gerührt und haben mitgesungen. Und es gab keine Gesetze, die uns zwingen sollten, solidarisch zu sein oder zumindest an einem „Zeichen gegen…“ teilzunehmen.

    Es gab keine Androhungen von Sanktionen oder selbsternannte Wächter, die uns zensieren, wenn einmal ein Witz dabei war.

    Alyson Moyet war damals definitiv oversize, aber wunderschön und toll, und niemand dachte, dass sie weniger wert wäre als eine Claudia Schiffer.

    Ich würde gerne verstehen, was in der Zwischenzeit passiert ist, denn meiner Meinung nach haben all diese Zensoren die einzige Wirkung, das zu erzeugen, was sie zensieren. Toleranz wächst niemals aus Intoleranz, sondern Hass und Spaltung!

    Meiner Meinung nach brauchten wir keine Beschränkungen, weil die Erziehung unserer Eltern uns Werte wie Hilfsbereitschaft, Empathie, Nächstenliebe und echte Toleranz vermittelten und Verstöße gesellschaftliche Nachteile mit sich brachten!

    Bis ihr gekommen seid um uns einen Schuldkult aufzuzwingen und uns so gegeneinander aufzubringen. Geht einfach weg oder kommt zu Vernunft!

  • Song “Zwischen Seiten und Zeiten”

    🎵 Titel: “Zwischen Seiten und Zeiten (Exlibris Insel)” 🎵
    Strophe 1:
 Zwischen Gleisdreieck und Viktoriapark,
find’ ich Ruhe in gedruckten Reisen.
Ein Laden wie ein stiller Traum,
aus Geschichten wächst hier ein Bücherbaum.
    Regale flüstern leise Namen,
von Klassik bis zu wilden Dramen.
Ob Rarität, ob Taschenbuch –
hier wird jede Zeile zum Besuch.
    Refrain:
Oh Exlibris, meine Insel in Berlin,
zwischen Seiten kann ich alles sein.
Alte Schätze, neue Träume,
Poesie in stillen Räumen.
Exlibris – wo die Zeit still steht,
und mein Herz mit jedem Buch weitergeht.
    Strophe 2:
Kunstbände, Vinyl im Regal,
Grafik, Lyrik – keine Wahl ist banal.
Ein bisschen antiik, ein bisschen neu,
dieser Ort macht jeden Bücherfreund frei.
    Ein Café nebenan, Duft von Papier,
ich bleib’ noch ‘ne Stunde oder vier.
Philosophie im Taschenformat,
und plötzlich wird der Alltag zart.
    Refrain:
Oh Exlibris, meine Insel in Berlin,
zwischen Seiten kann ich alles sein und fliehn.
Alte Schätze, neue Träume,
Poesie in stillen Räumen.
Exlibris – wo die Zeit still steht,
und mein Herz mit jedem Buch weitergeht.
    Bridge:
Hier verliert man sich und findet Sinn,
in Eselsohren und Gedankenspinn’.
Zwischen Zweitverwertung und Kultur,
lebt Literatur in ihrer reinsten Spur.
    Letzter Refrain (mit Steigerung):
Oh Exlibris, meine Insel in Berlin,
wo Geschichten wie der Wind durch Seiten ziehn.
Unterm Staub liegt pure Magie,
jede Zeile wie Symphonie.

  • Kreativität 14.07.25

    In unserer Reihe Kreativität möchten wir heute die Künstlerin Suzy Sharpe vorstellen:

    Forschung & Inspiration

    Die Natur in ihrer wildesten und ungezähmtesten Form war schon immer meine größte Inspiration. Das Eintauchen in die Landschaft und das Beobachten der komplizierten Beziehungen zwischen Vögeln, Pflanzen und Tieren prägen meine kreative Praxis und erinnern mich an die tiefgreifende Rolle, die die Natur für die menschliche Existenz spielt. Durch meine Arbeit erforsche ich, wie Menschen und die natürliche Welt miteinander verbunden sind, und ich möchte zu einem tiefen Respekt für diese Beziehungen anregen.

    Ich stütze mich auf eine Vielzahl literarischer Gattungen und persönlicher Erfahrungen und erforsche in meiner kreativen Praxis die unterschiedlichen Arten, wie Menschen und nicht-menschliche Wesen die Welt wahrnehmen und erleben. Meine Arbeit soll zum Nachdenken anregen und eine aufmerksame Auseinandersetzung mit der Natur und der Landschaft im weiteren Sinne fördern. Ich untersuche den Einfluss geografischer Umgebungen auf unseren mentalen Zustand, unsere Stimmung und unser allgemeines Wohlbefinden und erkenne deren bedeutende Wirkung an.

    In meiner kreativen Praxis geht es um die Förderung einer aufmerksamen Auseinandersetzung mit der natürlichen Welt. Ob durch meine künstlerische Arbeit, meine Lehrtätigkeit oder die Zusammenarbeit mit Umweltorganisationen – mein Ziel ist es, die Menschen dazu anzuregen, darüber nachzudenken, wie wir mit der Natur umgehen und was wir zu ihrem Schutz tun können.
     

    Als Künstlerin und Pädagogin ist es mir ein Anliegen, mein Wissen mit einem größeren Publikum zu teilen. In meiner Arbeit geht es darum, andere zu befähigen, sich mit Druckgrafik, Zeichnen, Malen und verschiedenen anderen kreativen Techniken zu beschäftigen. Ich möchte Menschen auf der ganzen Welt dazu inspirieren, ihre Kreativität durch naturnahe Praktiken zu erforschen und sie dazu anleiten, mit verschiedenen künstlerischen Verfahren zu experimentieren. Durch eine Mitgliedschaft auf Patreon, Online-Workshops, Tutorials und eBooks hoffe ich, eine sinnvolle Verbindung zwischen Kunst, Natur und persönlichem Ausdruck zu fördern und gleichzeitig praktische Werkzeuge für diejenigen bereitzustellen, die ihre eigene kreative Praxis entwickeln wollen.

    Neben meiner persönlichen Arbeit setze ich mich für sinnvolle Veränderungen ein, indem ich mich aktiv an Projekten wie der Initiative Ghost of Gone Birds” beim Migration Festival, dem PAN-Projekt und der Zusammenarbeit mit dem British Trust for Ornithology Red67book und Wildlife Trusts beteilige. Ich unterstütze Wohltätigkeitsorganisationen, die sich für den Erhalt und Schutz von Vögeln, Pflanzen und Tieren einsetzen und das Bewusstsein auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene schärfen.

    Woodland Wonderlands Exhibition

    01:1201:12Woodland Wonderlands Exhibition

    Woodland Wonderlands Exhibition

    
    
    
    
    

    Drawing on the Coast

    Drawing at the Coast

    National Trust Exhibition

    National Trust 125 Years

    CV & Statement

    My practice is broadly based, spanning painting, drawing, printmaking, and sculpture. I graduated with distinction from the MA Illustration: Authorial Practice program at Falmouth University, following the completion of my BA in Fine Art and PGCE.

    I am a part-time Higher Education lecturer on an interdisciplinary BA (Hons) Art & Design Practice Course.

    Living in Cornwall, my daily life is intertwined with various non-human species in a wild and ever changing landscape, including livestock, pets, and wild flora and fauna, all of which inspire and inform my practice. Through my work, I continuously strive to foster dialogue around the intricate relationships between humans, animals, and the natural environment, exploring, questioning, and celebrating these interconnected bonds.

  • Über Wahrheiten und ihre vielen Brüder und Schwestern

    Textauszug einer Rede von D. Foster Wallace, die er am 21. Mai 2005 vor Absolventen des Kenyon College hielt, behandelt Themen, welches die Menschheit, besonders die Jugend, immer wieder begleiten. Folgendes Zitat nimmt Bezug auf die Parabel von zwei Männern und deren Gespräch in einer Bar irgendwo in Alaska, der eine ist religiös, der andere Atheist. Die beiden diskutieren über die Existenz Gottes.

    Ein und dieselbe Erfahrung kann für zwei verschiedene Menschen unterschiedlichen Sinn haben, wenn die beiden über verschiedene Glaubensschablonen verfügen und auf verschiedene Weisen aus Erfahrungen Sinn konstruieren. Da Toleranz und Glaubensvielfalt uns so viel bedeuten, würden wir in unserer geisteswissenschaftlichen Analyse niemals zu behaupten wagen, die Interpretation des einen Mannes und die des anderen sei falsch oder schlecht, was ja gut und schön ist, nur reden wir dann auch nie darüber wo die jeweiligen Schablonen, also der jeweilige Glaube herkommt, will sagen wo im Inneren der beiden Männer diesen ihren Ort haben. Als wäre die grundlegende Sicht eines Menschen auf die Welt und den Sinn seiner Erfahrungen irgendwie automatisch in ihm verdahtet wie Körper- oder Schuhgröße oder als würden sie wie die Sprache von der Kultur vorgegeben. Als wäre unsere Konstruktion von Sinn keine Frage der persönlichen und ausdrücklichen Wahl und der bewussten Entscheidung.

    In “Die wahre Traurigkeit der Erwachsenen” versammelt David Foster Wallace vier große Texte “Am Beispiel des Hummers”, “This is Water/Das hier ist Wasser”, “Der Planet Trillaphon im Verhältnis zur Üblen Sache” und “Der große rote Sohn”

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2018

    Wolfgang Schneider lauscht den gelesenen Essays von David Foster Wallace mal mit großem Vergnügen, mal mit Enttäuschung. Wenn etwa Christian Ulmen Wallaces Reportage über das Hummer-Festival in Maine intoniert, scheint ihm der Schauspieler die “hyperaktive Theatralik” im Text zu erfassen. Moritz von Uslar hingegen liest den Bericht des Autors von den “Annual Adult Video Awards”, der Oscarverleihung der Pornoidustrie, laut Rezensent zu cool, zu mürrisch und bringt das Ganze nicht zum Funkeln. Lars Eidinger wieder vermittelt den tödlichen Ernst hinter Fassade dieses Autors in seiner Lesung perfekt, meint Schneider.

    David Foster Wallace ist bekannt für seinen komplexen, oft philosophischen Stil und seine tiefgründigen Beobachtungen über moderne Gesellschaft, Medien, Technologie und den Zustand des menschlichen Bewusstseins. Hier sind einige prägnante Zitate aus seinen bekanntesten Werken:

    1. „Unendlicher Spaß“ (Infinite Jest)

    „Die Wahrheit ist, dass die meisten Menschen die meiste Zeit in ihrem Leben nicht wirklich leben, sondern von einem Moment zum nächsten huldigen, dass das Leben und die Welt den tiefen und erschütternden Eindruck hinterlassen, der zu der Erschaffung des Begriffs ‚Zeitvertreib‘ führte.“

    Unendlicher Spaß, David Foster Wallace

    Diese Passage verdeutlicht das Gefühl der Entfremdung und das Streben nach Bedeutung in einer oberflächlichen Gesellschaft.


    2. „This is Water“ (Commencement Speech, Kenyon College)

    „Es ist einfach, nicht wahrzunehmen, dass die alltäglichen Momente und Routinen des Lebens tatsächlich die wertvollsten und tiefgründigsten sind. Was du wirklich brauchst, um Glück zu finden, ist ein bestimmter Denkansatz.“

    This is Water, David Foster Wallace (Commencement Speech)

    Hier spricht Wallace über die Bedeutung der Achtsamkeit und wie wichtig es ist, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen, um das Leben wirklich zu leben.


    3. „Der Spaß an der Arbeit“ (The Pale King)

    „Das große Problem ist nicht das Warten, sondern das Warten ohne Sinn. Es ist die Leere, die uns nicht nur an unsere Geduld fordert, sondern auch an unsere Fähigkeit, eine Bedeutung in den banalsten Aufgaben zu finden.“

    Der Spaß an der Arbeit, David Foster Wallace

    In diesem Zitat geht es um den Umgang mit monotonen Aufgaben und wie der Mensch in einer Welt, die wenig greifbare Bedeutung bietet, nach Sinn suchen muss.


    4. „Gibt es ein Leben nach dem Tod? Und was machen wir damit?“ (A Supposedly Fun Thing I’ll Never Do Again)

    „Die größte Enttäuschung im Leben ist nicht, dass man nicht bekommt, was man will, sondern dass man bekommt, was man will, und sich dann trotzdem leer fühlt.“

    A Supposedly Fun Thing I’ll Never Do Again, David Foster Wallace

    Wallace reflektiert über die moderne Konsumgesellschaft und die Entfremdung, die durch den ständigen Drang entsteht, immer mehr zu besitzen oder zu erleben, ohne jemals Zufriedenheit zu finden.


    5. „Der Tanz um das Nichts“ (This Is Water)

    „Es geht nicht darum, sich vor der Wahrheit zu verstecken, sondern darum, sie zu sehen und sie trotzdem zu akzeptieren. Zu erkennen, dass du dein eigenes Leben kontrollierst, unabhängig davon, wie viel Lärm und Chaos es gibt.“

    This Is Water, David Foster Wallace (Commencement Speech)

    In dieser Passage betont Wallace, wie wichtig es ist, die eigenen Gedanken zu steuern und die Kontrolle über das eigene Leben zu behalten, auch wenn die äußere Welt chaotisch wirkt.

  • Schwarm Dumm: So blöd sind wir nur gemeinsam

    Es ist heute ein Zeichen progressiven Denkens von “kollektiver Weisheit“ oder „Schwarmintelligenz“ zu schwärmen. Seit Wikipedia, Open-Source-Software und per Facebook organisierten sozialen Bewegungen, ist die Schwarmintelligenz die neue Hoffnung für Organisationen, Unternehmen und gesellschaftliche Probleme. Alles soll besser werden, wenn man nur auf die Weisheit Vieler vertraut.


    Wie ein kalter Guss wirkt da das neue Buch von Gunter Dueck “Schwarmdumm – so blöd sind wir nur gemeinsam”. Gunter Dueck, ehemaliger IBM Technik Vorstand, zieht ernüchternd Bilanz: “Einzeln sind wir intelligent – aber nicht im Schwarm”. Wenn viele gemeinsam ein Problem lösen bedeutet das nicht unbedingt, dass dabei die beste und intelligenteste Lösung herauskommt. Die Metapher der “sechs Blinden“, die jeder aus seiner subjektiven Perspektive heraus einen Elefanten beschreiben , illustriert diese Einsicht. Aus den jeweiligen Beschreibungen kann man unmöglich einen realen Elefanten erkennen – jeder beschreibt eben nur seine individuelle Sicht. Viele Wahrheiten führen nicht immer zu genialen Einfällen.

    Überforderung, Eigeninteressen und Wettkampf – die Zutaten der Schwarmdummheit
    Das “Heißlaufen” der Wirtschaft – also das ständige “am Limit arbeiten”, produziert zwar immer billigere Produkte, aber auch „gesellschaftliche Dummheit“. Wir wollen alles immer billiger kaufen und glauben, das dabei noch Qualität möglich sei. Die Wurst beim Discounter ist billiger ist als manches Hundefutter – guten Appetit…

    Freiraum ist kein Luxus, sondern ein Naturgesetz
    Das Warteschlangen-Phänomen ist die wissenschaftliche Begründung eines schwerwiegenden Schwarmdumm-Symptoms. Es besagt dass die erwartete Länge einer Warteschlange abhängig ist von der durchschnittlichen Auslastung. Bei 60% Auslastung warten nur 1,5 Kunden, bei 90% Auslastung schon 12. Wenn man die Auslastung steigert, wachsen die wartenden Menschen / Supportanfragen / Notfälle überproportional stark – das führt zu Fehlern, Überforderung und sinkender Qualität.

    Unternehmen brauchen eine ganzheitliche Kultur
    “Schwarmdummheit entsteht, wenn das Ganze nicht klar verstanden ist und kein Ganzes das Team einigt. Sie entsteht auch, wenn ein Ganzes angestrebt wird, das gar nicht erreicht werden kann oder wenn für den Weg zum Ganzen die Mittel und Fähigkeiten fehlen.” Teammeetings arten dann in mehr oder weniger offene Stellungskriege zwischen den Vertretern diverser Abteilungen oder Interessengruppen aus.

    Wettbewerb ist kein Kampf. Denn Kampf ist dumm
    Genauso führt eingennutzorientierter Wettkampf zu einer Eskalation aller gegen alle – und nicht zu einer guten Unternehmensgestalt, die eine sinnvolle Orientierung bietet. Schwarzdummheit ist dann vorprogrammiert.
    „Wir irren uns gewaltig, wenn wir den Grund unserer Misere in der Gier vermuten und nicht da, wo sie herkommt: aus dem gewollten Krieg aller gegen alle. Wir wollen den Wettbewerb, wir wollen die Mondziele, die harten Prüfungen und die Verschulung an den Universitäten, das G8-Abitur, die »objektiven Leistungsbeurteilungen« nach Zahlen, das Mobben der Minderleister und die Herstellung unserer Güter durch Asiaten unter Sklavenbedingungen. Dieser ganze stressende Rahmen erzeugt den künstlichen Krieg.“

    Auch gegenüber den Befürwortern einer neuen Managemenkultur, sei es charismatische Führung oder Selbststeuerung ist Dueck kritisch:
    „… es sind immer Firmen mit charismatischen Anführern, die aufgrund von Innovation und guter Konjunktur in den Himmel schießen. Ohne einen Steve Jobs (Apple) oder Richard Semler (Semco) trübt sich alles wieder schnell ein. Wenn das so einfach wäre, Schwarmintelligenz zu erzeugen, dann hätten wir sie doch in viel größeren Mengen und könnten daraus wieder an vielen Beispielen lernen, wie es noch besser geht, Schwarmintelligenz zu erzeugen. „

    Keine Lösung in Sicht?
    Duecks kritische Sicht auf unsere schwarmdumme Gesellschaft ist zwar aussichts-, aber nicht ganz hoffnungslos. Aber auch Dueck hat keine schnellen Lösung parat – er erteilt auch einigen der bekannten schnellen Reparaturideen eine Absage: Weder Entschleunigung, neue Werte, die Begrenzung der Managergehälter, höhere Steuern oder mehr Bildung noch „… das bedingungslose Grundeinkommen, die Abschaffung des Euro, das Eingreifen des Staates, das Nichteingreifen des Staates, das Verbieten von Zinsen, die Entmachtung der Banken, das Verteilen von iPads an Schüler …“ – nichts davon hilft gegen Schwarmdummheit und deeskaliert die schlimme Lage, die sich immer noch im Abwärtsstrudel befindet. Das bedeutet, dass wir im Augenblick nichts diskutieren, was unsere Lage wirklich verbessern könnte!

    Kommunikation und Führung ohne Macht – Wege uns aus vor Schwarmdummheit
    Metakommunikation ist zwingend notwendig – der Austausch im Team über die Art und Weise der Zusammenarbeit ist genauso wichtig wie die konkreten Arbeitsprozesse und – Ergebnisse. Denn nur so können ineffektive Widerstände, lähmende kalte Konflikte oder eine disfunktionale Machtverteilung beseitigt werden. Den ungesunden Wettkampf (im Gegensatz zu einem anspornenden Wettbewerb) müssen wir eindämmen, die Betonung von Einzelleistungen in Organisationen beenden. „Es wäre ein wichtiger Schritt raus aus der Schwarmdummheit getan, wenn Manager ihre Mitarbeiter so führen würden, als ob sie ein Freiwilligen-Team vor sich hätten.“ Führen ohne (formale) Macht wird somit die nächste, echte Herausforderung für ein „schwarmintelligentes“ Management.

    Dieses Buch wurde in unserem Betrieb ausgewählt um es gemeinsam im “Buchclub” zu lesen und es zu diskutieren. Das verwundert mich schon sehr, stellt der Autor doch all die hoch gepriesenen Gebote der internationalen Konzernführungen in Frage. Zwanghafte Optimierungen, Totsparen ganzer Unternehmen und Effizienzsteigerungen bis zum Kollaps sind in den meisten Führungsebenen das Einzige was es scheinbar zu wissen gibt, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Das diese Thesen längst Überholt sind und das Endergebnis jahrzehntelangem “Gesundschrumpfens” von einstiger Premiumqualität nur noch zu “good enough” geführt hat, erklärt der Autor in logisch, ironischer Art und Weise. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für alle Verantwortlichen in den Chefetagen werden. Das geforderte Umdenken, wäre zu schön und niemand wird den Anfang machen, weil eben alle in ihrer Schwardummheit gefangen sind. Und letztendlich wären mit einem Male auch alle Unternehmensberater arbeitslos. Den außer Sparen wo kaum mehr was zu sparen ist und optimieren obwohl alles bestens läuft lernt man bei deren Seminaren nichts Neues. Zwar werden unzählige Kurse zur Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung angeboten, doch zielen alle nur auf eines ab, funktionierende Betriebe für sehr viel Geld komplett um zu krempeln um eventuell ein paar Mitarbeiter in den untersten Ebenen entlassen zu können. Wenn dann gar nichts mehr funktioniert, jubeln alle. Denn nun hat man ja endlich doch etwas zu Optimieren. Und so suchen bereits heute viele Unternehmen nach Fachkräften die es nun nicht mehr gibt.

  • 850 Milliarden Euro Neuschulden

    Die 850 Milliarden Euro Neuschulden von Merz & Friends werden auch jeden einzelnen Bürger treffen. Ihr glaubt es nicht? Hier ein Versuch es für alle einzuordnen. Objektiv und mit Zahlen.

    Baum an dem Geldscheine wachsen

    Erst einmal: Schulden sind kein „Sondervermögen“. Schulden kosten. Schulden muss man zurückzahlen. Mit Zinsen. Das kennt jeder, der mal einen Kredit aufgenommen hat. Beim Staat ist es nicht anders. Mit zusätzlichen 850 Milliarden Euro Schulden – ja, so viele stehen in den vorgelegten Haushaltsplänen! – werden die Kosten regelrecht explodieren. Ende 2024 haben wir Zinsen in Höhe von 37,5 Milliarden gezahlt. 2021 waren wir noch bei 3 Milliarden Euro! Wenn es so weitergeht, kommen wir in den nächsten Jahren auf 70 bis 80 Milliarden Euro. Wohlgemerkt: Pro Jahr.

    2,5 BILLIONEN (=2.500 Milliarden!) Euro Schulden wird jetzt nur der Bund haben (Länder und Kommunen außen vor)! Nur als Vergleich: 2019 waren wir bei 1,2 Billionen. Also mehr als verdoppelte Schulden. Anders ausgedrückt: Zwischen 1950 und 2020 – also in 70 Jahren – haben ALLE Bundesregierungen WENIGER Schulden zusammen gemacht als die Ampel + Merz & Friends in nur ein paar Jahren. Das steht für sich.

    Nun kommen nicht nur gigantische Zinszahlungen dazu, sondern – Überraschung! – auch die Tilgung. In den nächsten Jahren beginnen wir mit der Tilgung der Corona-Kredite (ca. 450 Milliarden beim Bund) und mit dem Sondervermögen Bundeswehr (100 Milliarden). Das heißt, dass wir in den nächsten Jahren so ca. 20% des Bundeshaushaltes nur für Kredite und die damit verbundene Kosten ausgeben werden. 20 Prozent! Dazu kommen noch die Ausgaben für die Bundeswehr (was ungefähr ein Drittel des Haushaltes demnächst ausmachen wird). Ihr merkt: Es bleibt kaum noch was übrig im Haushalt.

    „Einfach mal machen“, das ist der Spruch von CDU-Linnemann. In keinem Unternehmen dieser Welt läuft das so. Denn man „macht nicht einfach irgendwas“ und vor allem nicht mit Kredit-Geld, was man einfach ins blaue hinausschleudert. Es braucht eine Strategie. Einen Plan wofür genau und wie. Und genau das machen Merz & Friends NICHT. Es gibt keine Konzepte, keine Pläne, keine Reformen. Nur Zahlen. Und wenn man nicht so richtig weiß, wofür und wie man das Geld ausgeben will, dann ist das in etwa so, als würde man Kredite aufnehmen, um mal in den Urlaub zu fahren, schicke Klamotten kaufen, Parties machen, sich einen neuen Pool einbauen und sich dann irgendwann wundern, dass die Kreditkartenabrechnung kommt.

    Und jetzt die Gretchenfrage: Wer zahlt diese Rechnungen? Natürlich die Bürger. Genau gesagt die deutschen Bürger, die schon jetzt die höchsten Steuern und Abgaben der Welt zahlen, die das mickrigste Rentenniveau in ganz Europa haben und die eins der niedrigsten Medianvermögen in Europa verzeichnen. Der höhere CO2-Preis, die hohen Stromkosten und immer höhere Steuern- und Abgabenlast (Stichwort: kalte Progression) sind kein Zufall. Zur Not bastelt sich die neue Regierung einen „neuen“ Solidaritätszuschlag 2.0 und nennt es dann „Demokratieabgabe“ oder so.

    Das alles ist notwendig, damit die Maschinerie weiterläuft. Damit auch die Abertausende (links-grüne)-NGOs gefördert werden können, damit die Blackrock- und Rheinmetall-Aktien weiter steigen, damit weitere Parteikollegen mit Pöstchen in der Besoldungsgruppe B6 oder B9 versorgt werden können und damit man sich den 777-Millionen Euro teuren Kanzleramts-Erweiterungs-Bau leisten kann (mit einem privaten Gym, einer 250 qm großen Kanzler-Residenz-Wohnung, mehreren 5-etagigen Wintergärten, einem Hubschrauberlandeplatz, einer Kita für 15 ausgewählte Kinder und und und). Und nicht zu vergessen: Auch unter dieser Regierung werden die grünen Projekte (#Heizungshammer, #Grüne Transformation) weiter verfolgt.

    Und so haben wir es liebe Mitbürger. Eine Regierung, die in bester „Versailles-Manier“ mit Kaviar und Schampus in Saus und Braus lebt, Geld verteilt als gebe es kein Morgen und auf der anderen Seite die Bürger, die diese Party bezahlen dürfen. Habe ich schon erwähnt, dass für die Ukraine explizit schon mal 42,5 Milliarden „reserviert“ sind? Das Zauberwort heißt: „Hilfe für völkerrechtswidrig angegriffene Staaten“. Mal sehen ob darunter demnächst auch dem Iran geholfen wird.

  • Einstürzende Neubauten

    Haus der Lüge

    Erstes Geschoss:
    Hier leben die Blinden,
    die glauben was sie sehen,
    und die Tauben,
    die glauben was sie hören,
    festgebunden auf einem Küchenhocker
    sitzt ein Irrer, der glaubt
    alles was er anfassen kann.
    (seine Hände liegen im Schoss)
    Zweites Geschoss:
    Rolle für Rolle
    Bahn für Bahn
    Rauhfaser tapeziert
    in den Gängen stehen Mieter herum
    Betrachten die Wände aufmerksam
    suchen darauf Bahn um Bahn
    nach Druck- und Rechtschreibfehlern
    könten nicht mal ihren Namen entziffern
    Auf ins nächste Geschoss:
    Welches, oh Wunder! nie fertiggestellt
    nur über die Treppe erreicht werden kann


    hier lagern Irrtümer, die gehören der Firma
    damit kacheln sie die Böden
    an die darf keiner ran
    Viertes Geschoss:
    Hier wohnt der Architekt
    er geht auf in seinem Plan
    dieses Gebäude steckt voller Ideen
    es reicht von Funda- bis Firmament
    und vom Fundament bis zur Firma
    Im Erdgeschoss:
    Befinden sich vier Türen
    die führen
    direkt ins Freie
    oder besser gesagt. in den Grundstein
    da kann warten wer will
    um zwölf kommt Beton
    Grundsteinlegung!
    Gedankengänge sind gestrichen
    in Kopfhöhe braun
    infam oder katholisch violett
    zur besseren Orientierung
    Dachgeschoss:
    Es hat einen Schaden
    im Dachstuhl sitzt ein alter Mann
    auf dem Boden tote Engel verstreut
    (deren Gesichter sehen ihm ähnlich)
    zwischen den Knien hält er ein Gewehr
    er zielt auf seinen Mund
    und in den Schädel
    durch den Schädel
    und aus dem Schädel heraus
    in den Dachfirst
    dringt das Geschoss
    Gott hat sich erschossen
    ein Dachgeschoss wird ausgebaut
    Gott hat sich erschossen
    Ein Dachgeschoss wird ausgebaut
    Ein Dachgeschoss wird ausgebaut
    EPILOG
    Untergeschoss:
    Dies ist ein Keller
    hier lebe ich
    dies hier ist dunkel
    feucht und angenehm
    dies hier ist ein Schoss