Kategorie: Gesellschaft

  • Das Recht zu lesen

    Das Recht zu lesen.

    Der Rechtsstreit zwischen den Verlagen und dem Internet Archive (Hachette vs. Internet Archive) wird morgen (28. Juni) vor dem amerikanischen Berufungsgericht verhandelt. Unsere Position ist einfach: Wir wollen, dass unsere Bibliotheksbesucher die Bücher, die wir besitzen, ausleihen und lesen können, wie jede andere Bibliothek auch. Die Verlage, die uns verklagen, argumentieren jedoch, dass wir die Bücher, die wir besitzen, nicht ausleihen dürfen, was dazu geführt hat, dass über eine halbe Million Bücher aus unserer Bibliothek entfernt wurden.

    Sind Sie von dem Verlust des Zugangs zu diesen Büchern bei Ihrer Lektüre oder Recherche betroffen? Da wir weiterhin gegen die Entfernung von Büchern und den Zugang zu Lernmaterialien kämpfen, bitten wir unsere Nutzer dringend, uns auf verschiedene Weise zu unterstützen, von der Weitergabe Ihrer Geschichte bis hin zur Unterzeichnung eines offenen Briefes an die Verleger im Fall Hachette gegen Internet Archive. Im Folgenden erfahren Sie mehr darüber, wie Sie helfen können.

  • „Wahr – Zeichen – Zeitzeugen der Geschichte“

    Machen Sie mit beim Tag des offenen Denkmals am 8. September.

    So lautet das Motto des bundesweiten Tages des offenen Denkmals in diesem Jahr. Jeweils am zweiten Sonntag im September findet er statt. In diesem Jahr am 8. September.
    Jede Eigentümerin und jeder Eigentümer eines Baudenkmals ist in unterschiedlichem Maße auch Besitzer und Bewahrer von geschichtsträchtiger Bausubstanz, die etwas über die Erbauer, die Bewohner und die verschiedenen Veränderungen zu berichten weiß und somit Zeitzeuge der Geschichte ist. Manches aus der wechselvollen Geschichte drängt sich dem Betrachter förmlich auf. Anderes will entdeckt, gelesen, erforscht und interpretiert sein. 

    Lässt man sich auf die Suche und das Lesen von Wahrzeichen als geschichtliche Zeitzeugen ein, erschließen sich gerade in einer geschichtsträchtigen und denkmalreichen Stadt wie Stralsund bisher kaum wahrgenommene Bauten als ein wahres Füllhorn an Informationen. Nicht nur Denkmalpfleger, Restauratoren, Bauforscher, Historiker und Architekten können diese „Wahr-Zeichen“ entdecken, sie offenbaren sich auch dem interessierten und kundigen Laien. 

    Die Untere Denkmalschutzbehörde der Hansestadt Stralsund ruft alle Denkmaleigentümer auf, sich am Tag des offenen Denkmals zu beteiligen und die „Wahr-Zeichen“ ihres Denkmals erleben und vielleicht auch erkunden zu lassen. 
    Interessenten, die sich am Tag des offenen Denkmals beteiligen möchten, sich aber bisher noch nicht angemeldet haben, haben dazu noch bis zum 30. Juni Zeit.
    Die Anmeldung erfolgt dabei schriftlich bei der Unteren Denkmalschutzbehörde Stralsund, Badenstraße 17 oder ganz einfach per E-Mail bei stadtplanung@stralsund.de

    Alle Stralsunderinnen und Stralsunder und ihre Gäste sind jetzt schon aufgerufen, sich am Sonntag, dem 8. September, auf die Spurensuche zu Zeitzeugen der Geschichte zu begeben.

  • Landgrabbing in der Ukraine

    Das nächste Thema von Radio Stralsund wird das aktuelle Landgrabbing durch ukrainische Oligarchen und internationale Investoren in der Ukraine sein. Parallelen zum Ausverkauf europäischen Agrarlands werden hier in den Kontext gestellt. Bei einer Spendensumme über 150 Euro an Radio Stralsund erhalten Sie ein aktuelles Plakat zum Thema.

    Gibt es Landgrabbing in der Ukraine?

    Ja, Landgrabbing ist auch in der Ukraine ein Thema. Landgrabbing bezieht sich auf den großflächigen Erwerb von Agrarland durch in- oder ausländische Investoren, oft auf Kosten der lokalen Bevölkerung und mit problematischen sozialen und ökologischen Folgen.

    In der Ukraine hat Landgrabbing in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, besonders seit der Landreform und der Aufhebung des jahrzehntelangen Moratoriums für den Verkauf von Agrarland im Juli 2021. Dieses Moratorium hatte zuvor verhindert, dass Agrarland frei verkauft und gekauft werden konnte, was jedoch auch die Entwicklung eines informellen und oft undurchsichtigen Landmarktes förderte.

    Hier sind einige wichtige Aspekte und Entwicklungen im Zusammenhang mit Landgrabbing in der Ukraine:

    1. Landreform und Moratoriumsaufhebung: Mit der Aufhebung des Moratoriums hat die ukrainische Regierung den Weg für den freien Handel mit Agrarland geebnet. Dies wurde als Schritt zur Modernisierung der Landwirtschaft und zur Ankurbelung der Wirtschaft betrachtet, birgt aber auch die Gefahr, dass große Investoren und Agrarunternehmen Land in großem Umfang aufkaufen.
    2. Interessen großer Investoren: Internationale und nationale Agrarunternehmen sowie Investoren zeigen großes Interesse an ukrainischem Agrarland aufgrund der fruchtbaren Böden und der relativ niedrigen Landpreise im Vergleich zu anderen Ländern. Dies führt oft zu einer Konzentration von Land in den Händen weniger Akteure.
    3. Soziale und ökologische Auswirkungen: Landgrabbing kann erhebliche negative Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung haben, einschließlich der Verdrängung kleiner Landwirte, Verlust von Lebensgrundlagen und sozialen Konflikten. Auch ökologische Probleme wie Bodendegradation und Verlust der Biodiversität können Folgen von intensivem Agraranbau durch Großunternehmen sein.
    4. Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen: Die rechtlichen Rahmenbedingungen und die institutionelle Kapazität zur Regulierung des Landmarktes und zum Schutz der Rechte kleiner Landwirte und lokaler Gemeinschaften sind entscheidend, um negative Auswirkungen des Landgrabbings zu minimieren. Es gibt jedoch immer wieder Berichte über Korruption, mangelnde Transparenz und schwache Rechtsdurchsetzung in der Ukraine.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Landgrabbing in der Ukraine ein relevantes Thema ist, das sorgfältig beobachtet und reguliert werden muss, um sicherzustellen, dass die landwirtschaftliche Entwicklung nachhaltig und sozial gerecht gestaltet wird.

  • Über den Hass und die Bereitschaft zum Krieg

    Prof. Ulfried Geuter sagt: “Ich war einmal froh und stolz, ein Grüner zu sein. Ich bin am 5. Oktober 1978 beim Gründungstreffen der Alternativen Liste für Demokratie und Umweltschutz, die 1980 in die neu gegründeten Grünen überging, Mitglied geworden. Länger als ich kann man also nicht Mitglied der Grünen sein“, schreibt Geuter, der die Begründung für seinen Austritt auf dem Internetportal Blog der Republik veröffentlicht hat. Er verließ die Grünen unter anderem wegen der Außenpolitik von Annalena Baerbock, die seiner Meinung völlig der „Logik des Krieges“ verfallen sei, unzählige Todesopfer in Kauf nehme, und einen Atomkrieg riskiere.

    Ähnliche Ansichten vertrat Grünen Mitglied Antje Vollmer, die leider am 16. März 2023 verstorben ist, sie wurde 79 Jahre alt. Sie war Pazifistin, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und sie war Gegnerin des Kosovo-, Irak, und Afghanistan Krieges. Hier ein Text von ihr, welchen sie als politisches Vermächtnis in der Berliner Zeitung veröffentlichen wollte:

    Ich stand auf dem Bahnhof meiner Heimatstadt und wartete auf den ICE. Plötzlich näherte sich auf dem Nebengleis ein riesiger Geleitzug, vollbeladen mit Panzern – mit Mardern, Geparden oder Leoparden. Ich kann das nicht unterscheiden, aber ich konnte geschockt das Bild lesen. Der Transport fuhr von West nach Ost. Es war nicht schwer, sich das Gegenbild vorzustellen. Irgendwo im Osten des Kontinents rollten zur gleichen Zeit Militärtransporte voller russischer Kampfpanzer von Ost nach West. Sie würden sich nicht zu einer Panzerschlacht im Stile des Ersten Weltkrieges irgendwo in der Ukraine treffen.

    Nein, sie würden diesmal erneut den waffenstarrenden Abgrund zwischen zwei Machtblöcken markieren, an dem die Welt sich vielleicht zum letzten Mal in einer Konfrontation mit möglicherweise apokalyptischem Ausgang gegenübersteht. Wir befanden uns also wieder im Kalten Krieg und in einer Spirale der gegenseitigen existenziellen Bedrohung – ohne Ausweg, ohne Perspektive. Alles, wogegen ich mein Leben lang politisch gekämpft habe, war mir in diesem Moment präsent als eine einzige riesige Niederlage.

    Bei Geschichte ist es immer wichtig, von welchem Anfang man sie erzählt.

    Es ist üblich geworden, zu Beginn jeder Erwähnung der ungeheuren Tragödie um den Ukraine-Krieg wie eine Schwurformel von der „Zeitenwende“, vom völkerrechtswidrigen brutalen Angriffskrieg Putins bei feststehender Alleinschuld der russischen Seite zu reden und demütig zu bekennen, wie sehr man sich geirrt habe im Vertrauen auf eine Phase der Entspannung und der Versöhnung mit Russland nach der großen Wende 1989/90. Diese Schwurformel wird wie ein Ritual eingefordert, wie ein Kotau, um überhaupt weiter mitreden zu dürfen. Die Feststellung ist ja auch nicht falsch, sie verdeckt aber häufig genau die zentralen Fragen, die es eigentlich zu klären gäbe.

    Wo genau begann die Niederlage? Wo begann der Irrtum? Wann und wie entstand aus einer der glücklichsten Phasen in der Geschichte des eurasischen Kontinents, nach dem nahezu gewaltfreien Ende des Kalten Krieges, diese erneute tödliche Eskalation von Krieg, Gewalt und Blockkonfrontation? Wer hatte Interesse daran, dass die damals mögliche friedliche Koexistenz zwischen Ost und West nicht zustande kam, sondern einem erneuten weltweitem Antagonismus anheimfiel?

    Und dann die Frage aller Fragen: Warum nur fand ausgerechnet Europa, dieser Kontinent mit all seinen historischen Tragödien und machtpolitischen Irrwegen, nicht die Kraft, zum Zentrum einer friedlichen Vision für den bedrohten Planeten zu werden?

    Für die Deutung historischer Ereignisse ist es immer entscheidend, mit welchen Aspekten man beginnt, eine Geschichte zu erzählen.

    Russlands große Vorleistung des Gewaltverzichts.

    Ich widerspreche der heute üblichen These, 1989 habe es eine etablierte europäische Friedensordnung gegeben, die dann Schritt um Schritt einseitig von Seiten Russlands unter dem Diktat des KGB-Agenten Putin zerstört worden sei, bis es schließlich zum Ausbruch des Ukrainekrieges kam. Das ist nicht richtig. Richtig ist: 1989 ist eine Ordnung zerbrochen, die man korrekter als „Pax atomica“ bezeichnet hat, ohne dass eine neue Friedensordnung an ihre Stelle trat. Diese zu schaffen, wäre die Aufgabe der Stunde gewesen. Aber die visionäre Phantasie Europas und des Westens in der Wendezeit reichte nicht aus, um sich das haltbare Konzept einer stabilen europäischen Friedensordnung auszudenken, das allen Ländern der ehemaligen Sowjetunion einen Platz verlässlicher Sicherheit und Zukunftshoffnungen anzubieten vermocht hätte.

    Zwei Gründe sind dafür entscheidend. Beide haben mit alten europäischen Irrtümern zu tun: Zum einen wurde der umfassende wirtschaftliche und politisch Zusammenbruch der Sowjetunion 1989 einseitig als triumphaler Sieg des Westens im Systemkonflikt zwischen Ost und West interpretiert, der damit endgültig die historische Niederlage des Ostens besiegelte. Dieser Hang, sich zum Sieger zu erklären, ist eine alte westliche Hybris und seit jeher Grund für viele Demütigungen, die das ungleiche Verhältnis zum Osten prägen.

    Die Unfähigkeit, nach so umfassenden Umbrüchen andere gleichberechtigte Lösungen zu suchen, hat in dieser fatalen Überheblichkeit ihre Hauptursache. Vor allem aber wurde so das ungeheure und einzigartige Verdienst der sowjetischen Führung unter Michail Gorbatschow mit einer verblüffenden Ignoranz als gerngesehenes Geschenk der Geschichte eingeordnet: Die große Vorleistung des Gewaltverzichts in der Reaktion auf das Freiheitsbestreben der Völker des Ostblocks galt als nahezu selbstverständlich.

    Michail Gorbatschow hat viele seiner Bürger enttäuscht.

    Das aber war es gerade nicht. Bis heute ist erstaunlich, ja unfassbar, wie wenig Gewicht dem beigemessen wurde, dass die Auflösung eines sowjetischen Weltimperiums nahezu gewaltfrei vonstatten ging. Die naive Beschreibung dieses einmaligen Vorgangs lautete dann etwa so: Wie ein Kartenhaus, hochverdient und unvermeidlich, sei da ein ganzes System in sich zusammengesackt. Dass gerade diese Gewaltfreiheit das größte Wunder in einer Reihe wundersamer Ereignisse war, wurde kein eigenes Thema. Sie wurde vielmehr als Schwäche gedeutet. Es gibt aber kaum Vorbilder in der Geschichte für einen solchen Vorgang. Selbst die schwächsten Gewaltregime neigen gerade im Stadium ihres Untergangs gesetzmäßig dazu, eine Orgie von Gewalt, Zerstörung und Selbstzerstörung anzurichten und alles um sie herum in ihren eigenen Untergang mitzureißen – wie exemplarisch beim Untergang des NS-Reiches zu sehen war.

    Die Sowjetunion des Jahres 1989 unter Gorbatschow, wiewohl politisch und wirtschaftlich geschwächt, verfügte über das größte Atompotential, sie hatte eigene Truppen auf dem gesamten Gebiet ihrer Herrschaft stationiert. Es wäre ein Leichtes gewesen, das alles zu mobilisieren. Das wurde ja auch von vielen Vertretern des alten Regimes vehement gefordert.

    Mit dem historischen Abstand wird noch viel deutlicher, welche staatsmännische Leistung es war, lieber „Helden des Rückzugs“ (Enzensberger) zu sein, als in einem letzten Aufbäumen als blutige Rächer und Schlächter von der Geschichte abzutreten. Die Wahl, die Michail Gorbatschow fast allein getroffen hat, hat ihm nicht zuletzt die Enttäuschung vieler seiner Bürger eingebracht. Es hieß, er habe nachträglich den Großen Vaterländischen Krieg verloren.

    Die großen Reformer haben Mut bewiesen, sie werden heute gerne vergessen.

    Wie ein stummes Mahnmal gigantischer europäischer Undankbarkeit steht dafür der erschreckend private Charakter der Trauerfeier um den wohl größten Staatsmann unserer Zeit auf dem Moskauer Prominenten-Friedhof. Es wäre ein Gebot der Stunde gewesen, dass die Granden Europas Michail Gorbatschow, der längst im eigenen Land isoliert war, ihre Hochachtung und ihren Respekt erwiesen hätten, indem sie sich vor ihm verneigten.  

    Zumindest aus Deutschland, das fast ihm allein das Glück der Wiedervereinigung verdankt, hätte ein Bundespräsident Steinmeier an diesem Grab stehen müssen. Die Einsamkeit um diesen Toten war unerträglich. So nutzte ausgerechnet Viktor Orbán die Chance, diesen Boykott einer angemessenen Würdigung zu unterlaufen. Es bleibt ein beschämendes Zeichen, ein Menetekel historischer Ignoranz. Wenige Tage später drängelten sich die Repräsentanten des europäischen Zeitgeistes dann alle mediengerecht am Grab der englischen Queen und des deutschen Papstes Benedikt XVI.

    Bis heute ist mir schwer verständlich, warum es nicht zumindest eine Demonstration der Dankbarkeit bei den eigentlichen Profiteuren dieses Gewaltverzichtes, bei den Bewegungen der friedlichen Bürgerproteste gegeben hat. Gerade sie hatten ja hautnah die Ängste erfahren, was alles hätte passieren können, wenn es 1989 in Ost-Berlin eine ähnliche Reaktion wie bei den Studentenprotesten in Peking gegeben hätte.

    Und tatsächlich ist ein Teil der heutigen Zurückhaltung im Osten Deutschlands gegenüber der einseitigen Anprangerung Russlands wohl dieser anhaltenden Dankbarkeit zuzuschreiben. Mediale Wortführer und Interpreten aber wurden andere – und sie wurden immer dreister. Immer kleiner wurde in ihren Interpretationen der Anteil am Verdienst der Gewaltfreiheit auf sowjetischer Seite, immer wirkmächtiger wurde die Legende von der eigenen großartigen Widerstandsleistung.

    Alle kundigen Zeitzeugen wissen genau, dass der Widerstand und der Heldenmut von Joachim Gauck, Marianne Birthler, Katrin Göring-Eckardt durchaus maßvoll war und den Grad überlebenstüchtiger Anpassung nicht wesentlich überschritt. Manche Selbstbeschreibungen lesen sich allerdings heute wie Hochstapelei. Sie verschweigen oder verkennen, was andere Kräfte zum großen Wandel beitrugen und dass mancher Reformer im System keineswegs weniger Einsatz und Mut gewagt hatte.

    Billige antirussische Ressentiments.

    Das mag menschlich, allzu menschlich sein und also nicht weiter erwähnenswert. Fatal allerdings ist, dass dieser Teil der Bürgerrechtler heute zu den eifrigsten Kronzeugen eines billigen antirussischen Ressentiments zählt. Dies knüpft dabei bruchlos an jene Ideologie des Kalten Krieges an, die vom berechtigten Antistalinismus über den verständlichen Antikommunismus bis hin zur irrationalen Slawenphobie viele Varianten von westlichen Feindbildern bis heute prägt.

    Die wichtigsten Fragen, die heute zwischen Ost und West verhandelt werden müssten, lauten: Was bedeutet es eigentlich, eine europäische Nation zu sein? Was unterscheidet uns von anderen? Welche Fähigkeiten muss eine Nation erwerben, um dazuzugehören? Was sind die Lehren unserer Geschichte? Welche Ideale prägen uns? Welche Irrtümer und Verbrechen? Diese Fragen werden in aller Deutlichkeit wachgerufen am Beispiel der Ukraine und ihres Abwehrkampfes gegen die russische Aggression.

    Europa sollte nicht immer auf der Suche nach Schurkenstaaten sein.

    In unseren Medien verkörpert die Ukraine das Ideal und Vorbild einer freiheitsliebenden westlichen Demokratie heroischen Zuschnitts. Die Ukraine, so heißt es, kämpfe nicht nur für ihre eigene Nation, sondern zugleich für die universale historische Mission des Westens. Wer sich machtpolitisch behauptet, wer seine Existenz mit blutigen Opfern und Waffen verteidigt, gilt als Bollwerk für die europäischen Ideale der Freiheit, koste es, was es wolle. Wer aber den Weg des Konsenses, der Kooperation, der Verständigung und der Versöhnung sucht, gilt als schwach und deswegen als irrelevant, ja als verachtenswert. Von daher sind Gorbatschow und Selenskyj die eigentlichen Antitypen in der Frage, was es heute heißt, Europäer zu sein und die europäischen Tugenden zu verkörpern.

    Neben diesem Hang zum Heroischen und zur Selbsterhöhung liegt hier die Wurzel, die ich für den Grundirrtum einer europäischen Identität halte: das scheinbar unausrottbare Bedürfnis nach nationalem Chauvinismus. Jahrhundertelang haben nationale Exzesse die Geschichte unseres Kontinents geprägt. Keine Nation war frei davon: nicht die Franzosen, schon gar nicht die Briten, nicht die Spanier, nicht die Polen, nicht die Ukrainer, nicht die Balten, nicht die Schweden, nicht die Russen, noch nicht einmal die Tschechen – und schon gar nicht die Deutschen.

    Es ist ein fataler Irrtum, zu meinen, durch den Widerstand gegen die anderen imperialen Mächte gewinne der eigene Nationalismus so etwas wie eine historische Unschuld. Das ist Selbstbetrug und einer der folgenschwersten europäischen Irrtümer. Er verführt auch heute noch viele junge Demokratien dazu, sich nur als Opfer fremder Mächte zu sehen und die eigene Gewaltgeschichte, die eigenen Gewaltphantasien für berechtigt zu halten. Was Europa immer wieder zu lernen hatte und historisch meist verfehlte, ist die Kunst der Selbstbegrenzung, der friedlichen Nachbarschaft, der Fairness, der Wahrung gegenseitiger Interessen und des Respektes voreinander. Was Europa endlich verlernen muss, ist das ständige Verteilen von Ketzerhüten, das Ausmachen von Achsen des Bösen und von immer neuen Schurkenstaaten.

    Die Vision von Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher.

    Ach Europa! Jedes Mal, wenn wieder eine der großen Krisen und Kriege des Kontinents überstanden war – nach dem 30-jährigen Krieg, nach dem Feldzug Napoleons gegen Russland, nach zwei Weltkriegen, nach dem Kalten Krieg –, konnte man hoffen, der machtpolitische Irrweg sei nun durch bittere Erfahrung widerlegt und gebe einem überlebenstüchtigeren Weltverständnis endlich Raum. Und jedes Mal fielen wie durch einen Fluch die Völker Europas wieder der Versuchung anheim, den Weg der Dominanz und der Konfrontation zu gehen.

    Umso wertvoller ist aber das große Gegenbeispiel: Gorbatschows Hoffnung, dass auch für alle ehemaligen Staaten der Sowjetunion eine neue Sicherheitsordnung möglich sei, die den unterschiedlichen Sicherheitsbedürfnissen gerecht werden würde, war in der Charta von Paris durchaus angedacht als Raum gemeinsamer wirtschaftlicher und politischer Kooperation zwischen dem alten Westeuropa und den neuen östlichen Staaten. Das war damals auch die Vision von Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher. Aber es gab keinen Plan, kein Konzept, die Vision war einfach zu undeutlich.

    Der Krieg verschlingt sinnlos die Milliarden.

    Wie schnell sich wieder das Gefühl des leichten Triumphes einstellte, lässt sich an einem traurigen Beispiel gut ablesen: am Umgang mit Jugoslawien. Jugoslawien gehörte zu den blockfreien Staaten, es hatte sich rechtzeitig vom Stalinismus gelöst und die jahrhundertealten nationalen Rivalitäten aus der Zeit der Donau-Monarchie einigermaßen befriedet. Es wäre nichts leichter gewesen, als diesem Jugoslawien als Ganzem 1989 eine Öffnung nach Europa und zur EU anzubieten.

    Es hätte Zeit gebraucht, aber es wäre möglich gewesen. Man hätte nur darauf verzichten müssen, dem nationalen Drängen der Slowenen und Kroaten zu schnell nachzugeben und das neue Feindbild der aggressiven Serben zu pflegen. Solche Weisheit allerdings fehlte völlig im Überbietungswettstreit um die Anerkennung neuer Nationalstaaten auf dem Balkan. Der bosnische Bürgerkrieg, Srebrenica, die Zerstörung Sarajewos, Hunderttausende Tote und traumatisierte Menschen, der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der Nato gegen Belgrad, die völkerrechtswidrige Anerkennung des Kosovo als selbständiger Staat, das vielfältige Aufbäumen von neuen nationalen Chauvinismen wären vermeidbar gewesen.

    Was bedeutet das alles für die unmittelbare Gegenwart und für die deutsche Politik im Jahre 2023?

    Die Koordinaten haben sich entscheidend verschoben. Bis zum Ende der Regierung Schröder konnte man davon ausgehen, dass gerade Deutschland aus der Zeit der Entspannungspolitik einen privilegierten Zugang, zumindest einen gewissen Spielraum zum Konfliktausgleich zwischen den großen geopolitischen Spannungsherden innehatte. Diese Zeit ist endgültig vorbei.

    Ungefähr im Jahre 2008 begann Putin, dem Status quo zu misstrauen und seinen Machtbereich gegen den Westen auszurichten. Deutschland begann, sich als europäischer Riegenführer im neuen Konzept der Nato zu definieren. Im Rahmen der Reaktionen auf den Ukrainekrieg rückte es endgültig ins Zentrum der antirussischen Gegenstrategien. Das begrüßenswerte, aber medial vielgescholtene Zögern des Kanzlers Olaf Scholz war zu wenig von einer haltbaren politischen Alternative unterfüttert und geriet so ins Rutschen.

    Wirtschaftlich und politisch zahlen wir dafür einen hohen Preis. Der deutsche Wirtschaftsminister bemüht sich, die alten Abhängigkeiten von Russland und China durch neue Abhängigkeiten zu Staaten zu ersetzen, die keineswegs als Musterdemokratien durchgehen können. Die Außenministerin ist die schrillste Trompete der neuen antagonistischen Nato-Strategie.

    Ihre Begründungen verblüffen durch argumentative Schlichtheit. Dabei wachsen die Rüstungskosten und der Einfluss der Rüstungs- und Energiekonzerne ins Unermessliche. Der Krieg verschlingt sinnlos die Milliarden, die für die Rettung des Planeten und gegen die Armut des globalen Südens dringend gebraucht würden. Das aufsteigende China aber wird propagandistisch als neuer geopolitischer Gegner ausgemacht und in der Taiwan-Frage ständig provoziert. Das sind alles keine guten Auspizien.

    Der Frieden und das Überleben des ganzen Planeten.

    Und dennoch: Wenn mich nicht alles täuscht, steht Europa kurz vor der Phase einer großen Ernüchterung, die das eigene Selbstbild tief erschüttern wird. Für mich aber ist das ein Grund zur Hoffnung. Der so selbstgewisse Westen muss einfach lernen, dass die übrige Welt unser Selbstbild nicht teilt und uns nicht beistehen wird. Die eilig ausgesandten Sendboten einer neuen antichinesischen Allianz im anstehenden Kreuzzug gegen das Reich der Mitte scheinen nicht besonders erfolgreich zu sein.

    Wie konnten wir nur annehmen, dass das große China und die Hochkulturen Asiens die Zeit der willkürlichen Freihandels- und Opiumkriege je vergessen würden? Wie sollte der leidgeprüfte afrikanische Kontinent die zwölf Millionen Sklaven und die Ausbeutung all seiner Bodenschätze je verzeihen? Warum sollten die alten Kulturen Lateinamerikas den spanischen und portugiesische Konquistadoren ihre Willkürherrschaft vergeben? Warum sollten die indigenen Völker weltweit das Unrecht illegaler Siedlungen und Landraubs einfach beiseiteschieben in ihrem historischen Gedächtnis?

    Die Grünen waren mal Pazifisten.

    Meine ganz persönliche Niederlage wird mich die letzten Tage begleiten. Gerade die Grünen, meine Partei, hatte einmal alle Schlüssel in der Hand zu einer wirklich neuen Ordnung einer gerechteren Welt. Sie war durch glückliche Umstände dieser Botschaft viel näher als alle anderen Parteien.

    Wir hatten einen echten Schatz zu hüten: Wir waren nicht eingebunden in die machtpolitische Blocklogik des Kalten Krieges. Wir waren per se Dissidenten. Wir waren gleichermaßen gegen die Aufrüstung in Ost wie West, wir sahen die Gefährdung des Planeten durch ungebremstes Wirtschaftswachstum und Konsumismus. Wer die Welt retten wollte, musste ein festes Bündnis zwischen Friedens- und Umweltbewegung anstreben, das war eine klare historische Notwendigkeit, die wir lebten. Wir hatten dieses Zukunftsbündnis greifbar in den Händen.

    Was hat die heutigen Grünen verführt, all das aufzugeben für das bloße Ziel, mitzuspielen beim großen geopolitischen Machtpoker, und dabei ihre wertvollsten Wurzeln als lautstarke Antipazifisten verächtlich zu machen?

    Gegen Hass und den Krieg.

    Ich erinnere mich an meine großen Vorbilder: Die härtesten Bewährungsproben hatten die großen Repräsentanten gewaltfreier Strategien immer in den eigenen Reihen zu bestehen. Gandhi hat mit zwei Hungerstreiks versucht, den Rückfall der Hindus und Moslems in die nationalen Chauvinismen zu stoppen, Nelson Mandela hatte äußerste Mühe, die Gewaltbereitschaft seiner jungen Mitstreiter zu brechen, Martin Luther King musste sich von den Black Panthers als zahnloser Onkel Tom verhöhnen lassen. Ihnen wurde nichts geschenkt. Und das gilt auch heute für uns letzte Pazifisten.

    Der Hass und die Bereitschaft zum Krieg und zur Feindbildproduktion ist tief verwurzelt in der Menschheit, gerade in Zeiten großer Krisen und existentieller Ängste. Heute aber gilt: Wer die Welt wirklich retten will, diesen kostbaren einzigartigen wunderbaren Planenten, der muss den Hass und den Krieg gründlich verlernen. Wir haben nur diese eine Zukunftsoption.”

  • Was ist bloß los am Richard-Wossidlo-Gymnasium?

    Was ist bloß los am Richard-Wossidlo-Gymnasiums in Ribnitz-Damgarten und seinem Schulleiter Jan-Dirk Zimmermann? Dieser Direktor hatte am 27. Februar die Polizei mit der Bitte angerufen einer seiner Schülerinnen wegen möglicherweise strafrechtlicher Sachverhalte zu überprüfen.

    „Gegen 09:45 Uhr informierte der Schulleiter die Polizei über einen möglicherweise strafrechtlichen Sachverhalt“, erklärt Marcel Opitz, der Pressesprecher der zuständigen Polizeinspektion Stralsund. Der Pressesprecher der Polizei sagt weiter: „Demnach lägen Informationen vor, wonach eine 17jährige Schülerin mutmaßlich verfassungsfeindliche Inhalte in sozialen Netzwerken verbreitet haben könnte. Es wurde ein Funkwagen zur Schule entsandt, um diesen Sachverhalt zu prüfen.“

    Die 17 jährige Schülerin hatte auf TikTok gepostet, das Deutschland ihre Heimat sei und nicht nur ein Ort auf der Landkarte ist. Auch hatte sie ein Schlümpfe-Video mit der Bemerkung gezeigt, die Schlümpfe sind blau und Deutschland auch. Und deswegen wurde sie von 3 Polizisten aus ihrem Unterricht geholt, um dann durch die ganze Schule zum Lehrerzimmer eskotiert zu werden. Die Mutter des Mädchens sagt hierzu: „Und dann sagten die Polizisten zu meiner Tochter, daß zu ihrem eigenen Schutz die Beamten sie darum bitten möchten, solche Posts in Zukunft zu unterlassen. Die wußten also vorher, was meine Tochter gepostet hatte, sie wußten, daß es nicht strafbar war und trotzdem dieser Aufmarsch, diese Drohungen, diese Unterdrückungen der Meinungsfreiheit.“

    „Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant“ – das wusste schon Hoffmann von Fallersleben Mitte des 19. Jahrhunderts.

    Schulanweisungen unter Verschluß …

    Schulleiter äußert sich: Habe nur Vorschriften befolgt …

    UPDATE Gerichtsurteil in Greifswald vom 01.07.2025

    und unmögliche Stellungnahme dazu vom SPD Innenminister Christian Pegel von Mecklenburg Vorpommern im Landtag: “Machen Sie bitte weiter so, jawohl, wir werden dann auch in Einzelfällen Gerichtsentscheidungen kriegen …”

    Pressemitteilung-Wossidlo-Gymnasium
    MVP Christian Pegel
  • Das European Democracy Lab

    ___Das European Democracy Lab e.V. wurde am 14. März 2014 als Antwort auf die in der Bankenkrise zutage getretenen undemokratischen Strukturen der EU gegründet.

    Das European Democracy Lab (EDL) entwickelte damals die Idee der Europäischen Republik, eines dezentralen und demokratischen Europas.

    2018, einhundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, haben wir in einer Kunstaktion in 140 Städten mit ca. 25.000 Europäischen Bürgern die Europäische Republik ausgerufen.

    Zäsur

    ___Das ist genau 5 Jahre her!

    Doch inzwischen ist Europa von zwei Kriegen zerfurcht, einem “Krieg gegen ein Virus” und einem Krieg in und um die Ukraine, der Europa, das einstige Friedensprojekt, in seinem Wesenskern zerstört. Freiheit und Frieden sind in Europa wieder in Gefahr!

    ___Wir wollen den europäischen Geist wiederbeleben und die Arbeit an einem politisch geeinten Europa und einer kontinentalen Friedensordnung unter Einschluss Russlands wieder aufnehmen.

    Wir wollen ein Europa, das seine Bürger vor den Nivellierungstendenzen der Globalisierung schützt, statt diese wie die EU voranzutreiben. Angesichts der Tiefe der aktuellen Krise ist es notwendig, grundsätzlich über die Geschichte, Kultur und Zukunft Europas und seinen Platz in der Welt nachzudenken.

    Deswegen nimmt das EDL zu seinem 9. Geburtstag nach 3-jähriger Unterbrechung seine Aktivitäten mit folgender Zielsetzung wieder auf.

    Endspiel Europa - Warum das politische Projekt Europa gescheitert ist - Und wie wir wieder davon träumen können
  • Städte am Wasser

    Nizza, eine südfranzösische Metropole zwischen Alpen und Mittelmeer, ist der Geburtsort des Literaturnobelpreisträgers Jean-Marie Gustave Le Clézio. Der Autor pflegt ein zwiespältiges Verhältnis zur Stadt, die er zum bedrückenden Schauplatz zwei seiner wichtigsten Frühwerke macht: Das Protokoll und die Kurzgeschichtensammlung Mondo. Sie handeln von einsamen Helden in einer von Flammen umzingelten und von einer schwarzen Sonne erdrückten Stadt. Bei Le Clézio gibt es keine Strände, Palmen und Luxushotels. Fernab von allen Klischees wirft er seinen Blick auf Nizza.

  • Lesen ist Kino im Kopf

    Wettstreit der Vorlesetalente
    Beste Vorleserin gekürt

    „Lesen ist Kino im Kopf“. Das verkündete Antje Stadler. Sie ist Kinderbibliothekarin der Stadtbibliothek Stralsund. Dazu ist sie  federführend im Organisationsteam des Regionalentscheides Stralsund/Rügen beim bundesweiten Vorlesewettbewerb, der aktuell läuft.
    Die Ergebnisse stehen jetzt fest.
    Die Jury würdigte nun nicht nur der entscheidenden Lesetechnik. Ins Wertungs-Gewicht fällt auch die Kunst, die vorgetragenen Geschichten durch eine gelungene Interpretation  zum Leben erwecken zu können. 
    Alle elf Schulsiegerinnen und Schulsieger der 6. Klassenstufe aus der Hansestadt Stralsund und von der Insel Rügen begeisterten in der ersten Runde mit den Lesebeiträgen aus ihrem selbst ausgewähltem Buch. 
    Die Herausforderung war, beim Vorlesen eines gänzlich unbekannten Buchtextes zu überzeugen. 
    Nach der Verteilung der Urkunden und eines Buchgeschenks an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer fieberten sie gemeinsam mit ihren Unterstützern im Veranstaltungskeller der Stadtbibliothek der eigentlichen Entscheidung entgegen. Eltern, Geschwister, Lehrerinnen und Lehrern sowie Freunde waren zum Daumendrücken mitgekommen. Schließlich wurde die beste Vorleserin bzw. der beste Vorleser gesucht.
    Zur besten Vorleserin dieser Runde und damit zur Gewinnerin des Tickets nach Schwerin wurde schließlich Senja Drechsler von der Regionalen Schule Adolph Diesterweg gekürt. In Schwerin werden die besten Vorleserinnen und -leser aus Mecklenburg-Vorpommern ihr Können präsentieren.
    Die Stadtbibliothek Stralsund bedankt sich ganz herzlich beim Förderverein der Stadtbibliothek Stralsund e.V., der Buchhandlung Hugendubel und dem Vorjahressieger Jonas Schüppler für ihre Mitwirkung in der Jury zum Vorlesewettbewerb.

    INFO Bundesweiter Vorlesewettbewerb
    Mit circa 600.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern jährlich ist der 1959 ins Leben gerufene Vorlesewettbewerb einer der ältesten und größten Schulwettbewerbe Deutschlands.  Die Etappen führen von den Schulentscheiden über Stadt-/Kreis-, Bezirks- und Länderebene bis zum Bundesfinale mit den 16 Landessiegerinnen und Landessieger am 19. Juni 2024 in Berlin beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Der Vorlesewettbewerb wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels veranstaltet und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. 
    Fotos: HANSESTADT Stralsund

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  • Civic Coding – Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl

    Mit der Initiative„Civic Coding – Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl“ entwickelt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) vielfältige Maßnahmen, um gemeinwohlorientierte KI-Projekte aus der Zivilgesellschaft entlang des Innovationsprozesses zu unterstützen.  

    Eine dieser Maßnahmen war das Civic Coding-InnovationCamp – ein Wettbewerbsformat zur finanziellen und ideellen Unterstützung von Projekten in der Initialphase. Es fand am 2. und 3. Februar im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Berlin statt. Die zwei Teams KI Geisternetze Open Source und SeagrassWatch: Küsten-KI für den Schutz von Seegraswiesen aus Ihrem Verbreitungsgebiet zählten zu den 15 Gewinner*innen und wurde für deren Projektidee im Rahmen der Veranstaltung von den drei Bundesministerien prämiert. Anwesend waren unter anderem Lilian Tschan, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), und Dr. Christiane Rohleder, Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) sowie Abteilungsleiterin Ana Dujić (BMAS), welche die Preisverleihung im Namen der drei Ministerien begleitete. 

    Für die (Weiter)Entwicklung ihrer gemeinwohlorientierten KI-Idee hin zu einer konkreten Anwendung erhält das Team nun eine finanzielle Unterstützung von bis zu 30.000 € sowie eine ideelle Unterstützung in Form eines viermonatigen Begleitprogramms mit Coaching und Beratung. Bis zur Abschlussveranstaltung im Juni 2024 soll mit dieser Unterstützung ein funktionsfähiger Prototyp entwickelt werden.  

    Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Initiative Civic Coding finden Sie auf unserem Webportal unter: https://www.civic-coding.de/. Wir stehen Ihnen jederzeit für Rückfragen zur Verfügung.  

    Projektleitung – Gabriele Dederer – Projektleiterin – Geisternetze – Meeresbiologin, Referentin World Wide Fund for Nature (WWF)

    Projektleitung – Finn Viehberg – Projektleiter – SeagrassWatch – Privatdozent Universität Greifswald

  • Aufruf in Baden-Würtemberg zum Stromsparen

    Während gestern um 7.30 Uhr die gesamte Stromerzeugung in Baden-Württemberg bei 4094 Megawatt lag, betrug die regionale Last zur gleichen Zeit mehr als das Doppelte: 9380 Megawatt. Der Netzbetreiber TransnetBW sagt hierzu, das man am Montag in der Zeit von 6:00 – 14:00 Strom sparen sollte und das man für Stromausfälle für mehrere Sunden immer vorbereitet sein muß. Schuld seien die überlasteten Transportkpazitäten der Leitungen aus dem Norden von Deutschland. Sie empfiehlt in diesen Zeiten weniger Strom zu verbrauchen oder zumindest den Zeitpunkt der Verbräuche zu verlagern.