Es herrscht in der Infosphäre die Anschauung: Seit der Erfindung des Buchdrucks und den hiermit erworbenen Verbreitungsmöglichkeiten von Meinungen und Informationen, wir nähern uns der Wahrheit. Vielleicht können Unwahrheiten elimiert werden: Wir sind die Guten, ein Traum von Wirklichkeit.
Unsere heutigen “Fake News” Kontrolleure und “Faktenprüfer” folgen diesem Ziel ebenfalls.
Aber schon die Wahrheitsprüfer und Faktenchecker zur Zeit der Hexenverfolgung schufen ihre intersubjektiven Realitäten des ultimativen Bescheidwissens und des Recht-Habens.
Ich möchte hier auf Harari verweisen, der in seinem Buch Nexus und seiner kurzen Geschichte über Informationsnetzwerke von der Steinzeit bis zur künstlichen Intelligenz schreibt:
“Eine ganze Bürokratie der Hexenjäger widmet sich diesem Austausch. Theologen, Anwälte, Inquisitoren und Drucker verdienen ihr Geld damit, Informationen über Hexen zu sammeln und zu verbreiten, Hexen in Kategorien einzuteilen und zu katalogisieren, ihr Verhalten zu untersuchen und Empfehlungen für ihre Bekämpfung zu geben. Professionelle Hexenjäger dienten sich Städten und Fürsten an und kassierten üppige Honorare. Die Archive füllten sich mit detaillierten Berichten über Hexenjagden, Prozessprotokollen und ausführlichen Geständnissen …”
Ja, dies ist der Machtkampf zwischen Menschen, wenn sie um die Deutungshoheit und ihre Privelegien buhlen. Immer das gleiche Spiel aber, Ohne Opposition bin ich ein Nichts.
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