Kategorie: Transformation

  • Die Dekonstruktion der Dekokonstruktion

    Version 1:

    Heute dekonstruiere ich die Dekonstruktion. Die Dekonstruktion ist der effektivste jemals gegen eine Zivilisation erdachte geistige Virus. Sie wurde in Frankreich zwischen 1966 und 1980 von drei Männern hergestellt: Foucault, Derrida, Deleuze. Sie wurde in die USA exportiert, mit dem amerikanischen Rassismuspuritanismus hybridisiert und kam dreißig Jahre später unter dem Namen Wokismus zurück, um den gesamten Westen zu lähmen. So funktioniert sie, und deswegen muss man sie zerstören. Die These ist einfach. Jede Wahrheit ist nichts als ein verkleidetes Machtverhältnis. Jeder heilige Text, jedes Gesetz, jede Wissenschaft, jede Norm, jede Hierarchie, jede Identität, jede Institution verbirgt in Wirklichkeit eine Herrschaft. Dekonstruieren heißt, die Gewaltverhältnisse unter dem Anstrich des Wahren aufzuzeigen. Es heißt, die Maske herunterzureißen. Es heißt „entlarven“. So formuliert, wirkt es harmlos. Sogar nützlich. Wer mag nicht ein bisschen kritischen Geist? Die Falle ist hier. Die Dekonstruktion gibt sich als Methode aus. In Wirklichkeit ist sie eine Ontologie. Sie sagt nicht nur „fragen wir die Normen aus“, sie sagt „es gibt *nur* Machtverhältnisse“. Der Unterschied ist zivilisatorisch. Eine Gesellschaft, die ihre Normen befragt, bleibt stehen. Eine Gesellschaft, die glaubt, dass ihre Normen *nichts anderes* sind als Herrschaft, bricht zusammen. Weil sie nichts mehr verteidigen kann. Keine Grenze mehr, kein Gesetz mehr, keine Wissenschaft mehr, keine Sprache mehr, keine Geschichte mehr, keine Biologie mehr, keine Familie mehr. Alles wird verdächtig. Alles wird verhandelbar. Alles wird „konstruiert, also dekonstruierbar“. Das ist der erste Grund, warum es ein Virus ist. Es repliziert sich selbst. Sobald es injiziert ist, verwandelt es alles, was es berührt, in ein Ziel. Die Wissenschaft ist patriarchal, also dekonstruieren wir sie. Die Sprache ist kolonial, also erfinden wir sie neu. Die Meritokratie ist rassistisch, also schaffen wir sie ab. Das Geschlecht ist eine Konstruktion, also wählen wir es aus. Es gibt keinen Fels mehr. Alles ist Sand. Zweiter Grund. Das Virus ist *unwiderlegbar*. Wenn du eine Norm verteidigst, bist du der Unterdrücker. Wenn du leugnest, Unterdrücker zu sein, ist das der Beweis für dein unbewusstes Privileg. Wenn du Fakten zitierst, sind deine Fakten von der Macht kontaminiert, die sie produziert hat. Wenn du die Vernunft zitierst, ist die Vernunft selbst weiß, männlich, westlich. Es gibt keinen Ausweg. Das System ist so konzipiert, dass jede Einwirkung von vornherein unannehmbar ist. Das ist exakt die Struktur einer Sekte. Und das ist exakt das, was sich seit zwanzig Jahren in den Universitäten, Personalabteilungen, Medien, Verwaltungen, Aufsichtsräten eingenistet hat. Dritter Grund. Das Virus widerlegt sich selbst, zerstört sich aber nicht. Wenn jede Wahrheit Macht ist, dann ist der Satz „jede Wahrheit ist Macht“ selbst Macht, also wertlos. Logisch beißt sich die Dekonstruktion schon im ersten Satz in den Schwanz. Aber das ist ihr egal. Weil sie nie Kohärenz gesucht hat. Sie sucht politische Wirksamkeit. Und ihre politische Wirksamkeit ist enorm. Sie entwaffnet ihre Feinde und bewaffnet ihre Militanten. Sie lähmt den Verteidiger und befreit den Angreifer. Es ist eine perfekte asymmetrische Waffe. Vierter Grund. Das Virus produziert geminderte Menschen. Eine ganze Generation hat gelernt zu dekonstruieren und nie, zu bauen. Sie weiß zu misstrauen, nie zu bewundern. Sie sieht Macht überall und Schönheit nirgends. Sie kann tausend Seiten über den unterdrückerischen Charakter Shakespeares produzieren und null Zeilen schreiben, die in hundert Jahren lesenswert sind. Sie hat kritische Intelligenz mit kritischer Pose verwechselt. Sie ist von Konstruktion her steril. Ein Geist, der mit Dekonstruktion genährt wird, ist ein Geist, der nichts mehr aufbauen weiß. Fünfter Grund, der schwerwiegendste. Eine Zivilisation steht auf drei Säulen. Der Glaube, dass eine Wahrheit der Vernunft zugänglich ist. Der Glaube, dass ein Gut vom Bösen zu unterscheiden ist. Der Glaube, dass ein Erbe es verdient, weitergegeben zu werden. Die Dekonstruktion hat methodisch alle drei gesprengt. Nicht aus Bosheit. Aus intellektuellem Spiel, aus Faszination für das Misstrauen, aus Hass auf die Bourgeoisie, die ihre Propheten genährt hat. Aber das Ergebnis ist da. Eine Zivilisation, die nicht mehr an ihre Wahrheit, ihr Gut oder ihr Erbe glaubt, verteidigt sich nicht. Sie entschuldigt sich, während sie auf das Ende wartet. Das haben wir gemacht. Das muss man benennen. Die gute Nachricht ist, dass ein geistiges Virus nur überlebt, solange man ihm die Autorität der Rede einräumt. Es stirbt, sobald man aufhört, sein Spiel zu spielen. Sobald man ruhig wieder behauptet, dass es eine Wahrheit gibt, ein Schönes, ein Gutes, ein Erbe. Sobald man aufhört, den Dekonstrukteuren für den Bau zu gestatten. Sobald man wieder macht. Sobald man weitergibt. Sobald man schafft. Die Baumeister haben immer das letzte Wort gegenüber den Kommentatoren. Immer. Weil am Ende das Besteht bleibt, und nichts von dem, was dekonstruiert wurde. Also dekonstruiere ich heute die Dekonstruktion. Und morgen baue ich.

    Brivael Le Pogam

    Version 2:

    Ich möchte im Namen der Franzosen meine Entschuldigungen anbieten dafür, die Französische Theorie hervorgebracht zu haben (die wiederum die schlimmste aller ideologischen Scheiße geboren hat: den Wokismus). Wir haben der Welt Descartes, Pascal, Tocqueville geschenkt. Und dann, in den intellektuellen Trümmern des Nach-68, haben wir Foucault, Derrida, Deleuze geschenkt. Drei brillante Männer, die in der Eleganz unserer Sprache die ideologische Waffe geschmiedet haben, die heute den Westen lähmt. Man muss verstehen, was sie getan haben. Foucault hat gelehrt, dass es keine Wahrheit gibt, dass es nur Machtverhältnisse gibt, die als Wissen verkleidet sind. Dass die Wissenschaft, die Vernunft, die Gerechtigkeit, die medizinische Institution, die Schule, das Gefängnis, die Sexualität – alles nichts anderes ist als eine Inszenierung der Herrschaft. Derrida hat gelehrt, dass Texte keinen stabilen Sinn haben, dass jedes Signifikant gleitet, dass jede Lesart ein Verrat ist, dass der Autor tot ist und der Leser herrscht. Deleuze hat gelehrt, dass man das Rhizom dem Baum vorziehen muss, den Nomaden dem Sesshaften, das Begehren dem Gesetz, das Werden dem Sein, die Differenz der Identität. Isoliert genommen sind das diskutierbare Thesen. Kombiniert, exportiert, popularisiert, bilden sie ein System. Und dieses System ist ein Gift. Denn so ist es passiert. Diese Texte, in Frankreich unlesbar, haben den Atlantik überquert. Die Abteilungen von Yale, Berkeley, Columbia haben sie in den 80er Jahren aufgesogen. Dort fanden sie einen Nährboden, der bei uns nicht existierte: den amerikanischen Puritanismus, seine rassische Schuld, seine identitäre Obsession. Die Französische Theorie hat sich mit diesem Substrat vermählt, und das Kind dieser Ehe heißt Wokismus. Judith Butler liest Foucault und erfindet das performative Geschlecht. Edward Said liest Foucault und erfindet den akademischen Postkolonialismus. Kimberlé Crenshaw erbt den Rahmen und erfindet die Intersektionalität. Auf jedem Schritt ist die Matrix französisch: Es gibt keine Wahrheit, es gibt nur Macht, also ist jede Hierarchie verdächtig, jede Institution unterdrückend, jede Norm Gewalt, jede Identität konstruiert und daher verhandelbar, jede Mehrheit schuldig. So haben drei pariser Philosophen, die ihre praktischen Konsequenzen wahrscheinlich nie vorgestellt haben, den Exploitationscode für eine ganze Generation von Aktivisten, Universitätsbürokraten, Personalern, Journalisten, Gesetzgebern geliefert. So hat man eine Zivilisation bekommen, die nicht mehr weiß, ob eine Frau eine Frau ist, ob ihre eigene Geschichte es verdient, verteidigt zu werden, ob Verdienst existiert, ob Wahrheit sich von Meinung unterscheidet. Es ist Scheiße aus einem einfachen Grund, und man muss das ruhig sagen. Eine Zivilisation steht auf drei Säulen: dem Glauben, dass es eine der Vernunft zugängliche Wahrheit gibt, dem Glauben, dass es ein Gut gibt, das vom Bösen unterschieden ist, dem Glauben, dass es ein Erbe gibt, das weitergegeben werden muss. Die Französische Theorie hat sich vorgenommen, alle drei zu sprengen. Nicht aus Bosheit. Aus intellektuellem Spiel, aus Faszination für den Verdacht, aus Hass auf die Bourgeoisie, die sie genährt hat. Aber das Ergebnis ist da. Eine ganze Generation hat gelernt zu dekonstruieren und nie, zu bauen. Eine ganze Generation weiß zu verdächtigen und nicht mehr zu bewundern. Eine ganze Generation sieht Macht überall und Schönheit nirgends. Ich entschuldige mich, weil wir Franzosen eine besondere Verantwortung tragen. Es ist unsere Sprache, unsere Universitäten, unsere Verlage, unser Prestige, das diesem Nihilismus seinen schicken Verpackung gegeben hat. Ohne die Legitimität der Sorbonne und von Vincennes hätten diese Ideen nie den Ozean überquert. Wir haben den Zweifel exportiert, wie andere Waffen exportieren. Was jetzt in Silicon Valley gebaut wird, in den KI-Labors, in den Startups, in den Werkstätten, in all den Orten, wo Menschen noch Dinge herstellen, statt sie zu dekonstruieren, das ist die Antwort. Eine Zivilisation wird von den Baumeistern wiederaufgebaut, nicht von den Kommentatoren. Von denen, die glauben, dass Wahrheit existiert und es wert ist, sich ihr zu widmen. Von denen, die eine Hierarchie des Schönen, des Wahren, des Guten annehmen und keine Scham haben, sie weiterzugeben. Also: Entschuldigung. Und an die Arbeit.

    Brivael Le Pogam

  • Kultur, Förderung und Teilhabe

    Dieser Podcast von Radio-Nice.Club untersucht das Konzept der gemeinsamen Kreativität und der aktiven Bürgerbeteiligung in den Bereichen der Nachhaltigkeitsforschung und der europäischen Kulturpolitik. Ein zentraler Fokus liegt auf der engagierten Wissenschaft, die durch transformative Methoden wie Co-Creation versucht, gesellschaftlichen Wandel und soziale Inklusion direkt in den Forschungsprozess zu integrieren. Parallel dazu analysiert der zweite Text die historische Entwicklung der Europäischen Kulturhauptstädte, bei denen die Partizipation von einer bloßen Beratung hin zu einer tieferen Einbindung der Zivilgesellschaft gereift ist. Beide Texte betonen, dass partizipative Ansätze entscheidend sind, um demokratische Legitimität zu stärken und alternative Lebensentwürfe in lokalen Gemeinschaften sichtbar zu machen. Trotz der positiven Potenziale warnen die Autoren vor instrumenteller Nutzung und institutionellen Machtungleichgewichten, die eine echte Mitgestaltung behindern können. Letztlich plädieren die Quellen für eine Forschung und Kulturplanung, die den Menschen nicht nur als Objekt, sondern als aktiven Mitgestalter seiner Umwelt begreift.

    CO-Kreativität jenseits der Schlagworte
    Innovation - Social Network

    Wie fördert Co-Kreativität sozialen Wandel und nachhaltige Forschungspraxis?

    Co-Kreativität fördert sozialen Wandel und eine nachhaltige Forschungspraxis, indem sie Forschung nicht als isolierten Akt eines „kreativen Genies“, sondern als relationalen, inklusiven und transformativen Prozess begreift. Dabei verschiebt sich der Fokus von der Produktion bloßen Wissens hin zur Veränderung bestehender Machtstrukturen und der Gestaltung alternativer Lebensweisen.

    Hier sind die zentralen Mechanismen, wie Co-Kreativität diesen Wandel unterstützt:

    1. Förderung sozialen Wandels durch alternative Weltbilder

    Co-kreative Methoden fungieren als Instrument des sozialen Wandels, indem sie Räume für alternative Verständnisse dessen eröffnen, wie die Welt ist und wie sie sein könnte.

    • Empowerment: Sie ermöglichen es insbesondere marginalisierten Gruppen, von passiven Empfängern zu aktiven „Storytellern“ und Mitgestaltern ihrer eigenen Lebensbedingungen zu werden.
    • Kulturelle Transformation: Durch künstlerische Prozesse und „generative Engagements“ können tief verwurzelte Denkmuster und anthropozentrische Zeitskalen aufgebrochen werden, was neue Handlungsspielräume für Nachhaltigkeit schafft.
    • Kollektive Problemlösung: Partizipative Kunstprojekte in ländlichen Räumen stärken nachweislich die kollektive Problemlösungsfähigkeit der Bevölkerung und fördern den sozialen Zusammenhalt.

    2. Etablierung einer nachhaltigen Forschungspraxis

    Nachhaltige Forschung wird in den Quellen oft als „Engaged Scholarship“ beschrieben – eine Praxis, die Theorie und Handeln verbindet und nicht nur darauf abzielt, die Welt zu interpretieren, sondern sie aktiv zu verändern.

    • Vom „Forschen über“ zum „Forschen mit“: Nachhaltige Praxis bedeutet, Forschungsteilnehmer als Co-Forscher anzuerkennen und den Forschungsprozess selbst als Begegnung auf Augenhöhe zu gestalten.
    • Ethik der Sorge (Ethics of Care): Eine nachhaltige Forschungspraxis integriert eine „care-full scholarship“, die Emotionen, Empathie und die gegenseitige Verantwortung von Forschenden und Erforschten in den Mittelpunkt stellt.
    • Prozess- statt Ergebnisorientierung: Anstatt sich nur auf messbare Veröffentlichungen (Output) zu konzentrieren, betont Co-Kreativität den Wert des Forschungsprozesses selbst als Chance zur Etablierung neuer Praktiken und Werte.

    3. Kritik an bürokratischen Barrieren

    Die Quellen weisen darauf hin, dass echte Co-Kreativität oft im Widerspruch zu aktuellen akademischen und bürokratischen Systemen steht:

    • Widerstand gegen „Forced Creativity“: In einer zunehmend betriebswirtschaftlich gesteuerten Universitätslandschaft („Managerial University“) besteht die Gefahr, dass kreative Methoden zu bloßen Marketinginstrumenten oder „Artwashing“ degradiert werden.
    • Nachhaltige Strukturen: Um sozialen Wandel wirklich zu unterstützen, müssen Fördersysteme von kurzfristigen Projekten hin zu langfristiger Prozessförderung und infrastruktureller Unterstützung übergehen.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Co-Kreativität sozialen Wandel dadurch befördert, dass sie die kollektive Vorstellungskraft aktiviert und Forschung zu einer gemeinschaftlichen Suche nach gerechteren und ökologischeren Zukünften macht.

    Was sind konkrete Beispiele für alternative Forschungsmethoden aus dem Buch?

    Das Buch „Co-Creativity and Engaged Scholarship“ präsentiert eine Vielzahl transformativer Forschungsmethoden, die darauf abzielen, nicht nur Wissen zu produzieren, sondern sozialen Wandel aktiv mitzugestalten. Diese Methoden stammen primär aus den sozialen Nachhaltigkeitswissenschaften und zeichnen sich durch Inklusivität und das Forschen „mit“ statt „über“ Menschen aus.

    Hier sind konkrete Beispiele für alternative Forschungsmethoden aus dem Buch:

    1. Kreative Kartierungsmethoden (Mapping)

    Anstatt traditioneller, rein geografischer Karten werden Methoden genutzt, die subjektive und komplexe räumliche Beziehungen darstellen:

    • Deep Mapping: Diese Methode wird genutzt, um die vielschichtigen, oft informellen Nutzungen und Erinnerungen eines Ortes (z. B. Brachflächen) zu erfassen, die in herkömmlichen Stadtplänen unsichtbar bleiben.
    • Social Cartography (Soziale Kartographie): Hierbei geht es darum, soziale Beziehungen und Machtverhältnisse anstelle von rein physischen Landschaften abzubilden, um alternative Diskurse und mini-narrative sichtbar zu machen.
    • Digital Participatory Mapping (DPM): Die Nutzung von Web-Apps (wie „My Green Place“ oder „Greenmapper“), um die sozialen Werte und emotionalen Bindungen von Gemeinschaften an Grünflächen direkt in Planungsprozesse einzubringen.

    2. Visuelle und narrative Methoden

    Diese Ansätze nutzen Bilder und Geschichten, um tieferliegende Bedeutungen und marginalisierte Perspektiven zu erschließen:

    • Photo-voice: Teilnehmer (oft marginalisierte Gruppen) fotografieren ihren Alltag und reflektieren darüber, um ihre Bedürfnisse zu artikulieren und politische Entscheidungsträger zu erreichen.
    • Guerrilla Narrative: Eine Methode, bei der Forschung zur „sozialen Intervention“ wird, indem Wissen direkt für soziale Kämpfe produziert wird (z. B. im Kontext von Solidaritätsküchen).
    • Visual Analysis (Visuelle Analyse): Untersuchung der affektiven Qualität von Bildern (z. B. historische Darstellungen von Wildtieren), um gesellschaftliche Mensch-Natur-Beziehungen zu verstehen.

    3. Partizipative und handlungsorientierte Ansätze

    Diese Methoden basieren oft auf der Participatory Action Research (PAR) und zielen auf eine Demokratisierung der Wissensproduktion ab:

    • Appreciative Inquiry (AI): Ein stärkenorientierter Ansatz, der kollektive Visionen für die Zukunft in Gemeinschaften fördert, anstatt nur Probleme zu analysieren.
    • Living Labs (Reallabore): Ein kollaborativer Planungsansatz, bei dem Wissenschaftler, Bürger und Institutionen in realen Umgebungen gemeinsam innovative Lösungen (z. B. für Wasserinfrastruktur) testen.
    • Militant Scholarship: Eine Form der Forschung, die sich explizit auf die Seite sozialer Bewegungen stellt und Wissen für den sozialen Kampf generiert.

    4. Spezifische kunstbasierte und verkörperte Methoden

    Angela Moriggi beschreibt in ihrer Forschung fünf spezifische kreative Techniken:

    • Circle of Objects (Kreis der Objekte): Teilnehmer bringen Objekte mit, die ihre Arbeit symbolisieren, um eine Atmosphäre der „Einheit in der Vielfalt“ zu schaffen und emotionales Wissen zu teilen.
    • Creating with the Soil (Gestalten mit Erde): Eine somatische Übung, bei der Teilnehmer durch das Formen von Ton oder Erde ihre Verbindung zur Natur und zum „Mehr-als-Menschlichen“ körperlich erfahren.
    • Council of Beings (Rat der Wesen): Ein Ritual, bei dem Menschen die Identität anderer Lebensformen annehmen, um anthropozentrische Weltbilder zu hinterfragen.
    • Letters from the Future (Briefe aus der Zukunft): Teilnehmer schreiben Briefe aus der Perspektive künftiger Generationen oder anderer Wesen.

    5. Reflexive Methoden

    • Embodied Researcher & Formative Accompanying Research: Hierbei reflektiert der Forscher seine eigene Positionierung, Emotionen und körperliche Präsenz im Feld, um eine „care-full scholarship“ (eine Ethik der Sorge) in transdisziplinären Teams zu etablieren.

    Wie funktioniert die Methode ‘Rat der Wesen’ in der Praxis?

    Die Methode „Rat der Wesen“ (engl. Council of Beings) ist eine kreative und rituelle Forschungspraxis, die darauf abzielt, anthropozentrische (menschenzentrierte) Weltbilder zu hinterfragen und ein tieferes Bewusstsein für die Vernetzung mit anderen Lebensformen zu schaffen. In der Praxis wird sie häufig in Workshops zur Nachhaltigkeitsforschung oder Zukunftsgestaltung eingesetzt, wie etwa in den Studien von Angela Moriggi mit „Green Care“-Praktikern in Finnland.

    Hier ist der konkrete Ablauf der Methode in der Praxis:

    1. Vorbereitung: Die Zeitlinie (Timeline of Change)

    Bevor die Teilnehmer in andere Rollen schlüpfen, wird oft eine visuelle Zeitlinie präsentiert, die die unterschiedlichen Lebensspannen von Menschen und Nicht-Menschen im jeweiligen Kontext darstellt.

    • Beispiel: In einem Projekt auf einem Pflegebauernhof umfasste die Zeitlinie ein Gebäude (ca. 200 Jahre), verschiedene Menschen (ca. 85 Jahre), ein Schwein (ca. 12 Jahre) und einen Schmetterling (ca. 1 Monat).
    • Ziel: Dies soll die Wahrnehmung von Zeit weiten und verdeutlichen, dass ökologische Bedürfnisse oft über kurzfristige menschliche Zeitpläne hinausgehen.

    2. Auswahl der Identität

    Die Teilnehmer wählen eine Karte aus, die eines der Wesen oder Elemente von der Zeitlinie (oder aus der lokalen Umgebung) repräsentiert. Dies können Tiere, Pflanzen oder sogar unbelebte Objekte wie Gebäude oder Flüsse sein.

    3. Verkörperung und Vorstellung (Embodiment)

    Die Teilnehmer verlassen symbolisch ihre menschliche Identität und nehmen die Perspektive ihres gewählten Wesens an.

    • Der „neue Selbst“: Jeder Teilnehmer stellt sich der Gruppe als dieses Wesen vor und nennt eine Eigenschaft, die er an seinem Charakter liebt.
    • Ziel: Dieser spielerische Ansatz hilft dabei, die eigene Komfortzone zu verlassen und Empathie für die Bedürfnisse anderer Arten zu entwickeln.

    4. Durchführung des Rats

    Im eigentlichen „Rat“ sprechen die Teilnehmer aus der Sicht ihrer gewählten Rollen über ihre Wünsche, Sorgen und Bedürfnisse für die Zukunft eines Ortes oder einer Praxis.

    • Anstatt Probleme technisch-rational zu diskutieren, werden die Fragen so umformuliert, dass sie die ökologische Abhängigkeit und das „Mehr-als-Menschliche“ einbeziehen.

    5. Kombination mit anderen Methoden

    In der Praxis wird der „Rat der Wesen“ oft direkt mit der Methode „Briefe aus der Zukunft“ (engl. Letters from the Future) verknüpft:

    • Die Teilnehmer schreiben einen Brief an ihr gegenwärtiges menschliches Selbst aus der Perspektive ihres Wesens im Jahr 2039 (20 Jahre in der Zukunft).
    • Darin beschreiben sie einen idealen Zustand ihres Ortes und was ihnen in dieser Zukunft Freude bereitet.

    Praktische Wirkungen und Herausforderungen

    • Wirkung: Die Methode bricht gewohnte Denkmuster auf, fördert kollektive Vorstellungskraft und bringt oft „unerschlossene Weisheiten“ ans Licht.
    • Herausforderung: Es erfordert ein hohes Maß an Vertrauen in den Prozess. Manche Teilnehmer könnten Widerstand leisten oder sich weigern, eine positive/utopische Perspektive einzunehmen, was die Gruppendynamik beeinflussen kann.

    Zusammenfassend funktioniert die Methode als ein Instrument der „epistemologischen Dehnung“, um Teilnehmern zu helfen, die Welt nicht nur als Objekt für menschliche Zwecke zu sehen, sondern als ein System fühlender und kommunizierender Wesen.

  • Der Green Deal war kein Klimaplan, sondern ein Deindustrialisierungsprojekt

    Ein Satz aus dem EU Parlament
    zur Politik von Frans Timmermans,
    der plötzlich eine ganz andere Schärfe bekommt
    und wie eine realistische Beschreibung wirkt.

    NGOs wurden mit Milliarden aus EU-Mitteln finanziert
    und gezielt gegen Industrie eingesetzt:

    gegen Kohlekraftwerke
    gegen Automobilunternehmen
    gegen industrielle Anwendungen

    Immer mit derselben Stoßrichtung:

    mehr Druck
    mehr Einschränkung
    weniger Industrie

    Wer von „Degrowth“ spricht,
    meint genau das.

    Wenn Klimaziele nur noch erreichbar erscheinen,
    weil industrielle Substanz verschwindet,
    ist das kein Kollateralschaden mehr.

    𝗗𝗮𝗻𝗻 𝗶𝘀𝘁 𝗲𝘀 𝗠𝗲𝘁𝗵𝗼𝗱𝗲.

    Irgendwann stellt sich die Frage, wem dieses System dient
    und ob es noch dem entspricht, was behauptet wird.

    Jetzt wird geklagt. Zu Recht.

    Es geht um ~7 Milliarden Euro
    und deren Verwendung.

    „Andere Gruppen bekamen Geld für die Beeinflussung von EU-Abgeordneten bei Abstimmungen zu … Chemikalien.“

    𝗪𝗲𝗿 𝘃𝗼𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻𝗲𝗻 𝗣𝗼𝘀𝗶𝘁𝗶𝗼𝗻 ü𝗯𝗲𝗿𝘇𝗲𝘂𝗴𝘁 𝗶𝘀𝘁, 𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝘁 𝗸𝗲𝗶𝗻𝗲 𝘀𝗼𝗹𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗦𝘁𝗿𝘂𝗸𝘁𝘂𝗿𝗲𝗻.

    Denn hier wird entschieden,
    was in Europa künftig noch möglich ist und was nicht mehr.

    Und wie ganze Branchen Schritt für Schritt
    faktisch unmöglich gemacht werden.

    Weil Maßstäbe so gesetzt werden,
    dass sie nicht mehr erfüllbar sind.

    Wer diese Verfahren kennt, weiß:

    Das Problem ist, wie sie geführt werden.

    Willkür.
    Ideologisch gefärbte Bewertungen.
    Ein erschreckendes Maß an Unkenntnis über industrielle Prozesse und Anwendungen.

    Flankiert von Akteuren,
    die ein klares Ziel verfolgen
    und dafür auch finanziert wurden.

    Sich ständig verschiebende Anforderungen.
    Regeln, die im laufenden Verfahren verändert werden.
    Behörden klagen über Überlastung
    verursacht durch selbst geschaffene Detailsteuerung.

    Entscheidungen,
    die ganze Wertschöpfungsketten ins Wanken bringen.

    Ich erlebe es seit über 15 Jahren.
    Gemeinsam mit vielen anderen, die diesen Verfahren ausgesetzt sind.

    Was jetzt fehlt,
    sind die konkreten Beispiele aus der Praxis.

    Wie es tatsächlich abläuft.
    Was im Hintergrund entschieden wird.
    Was wir erleben.
    Dinge, die man kaum für möglich hält.

    Aktuell entscheidet sich daran
    die Zukunft ganzer Branchen
    und damit ganzer Liefer- und Wertschöpfungsketten in Europa.

    Die größte Gefahr für diese industrielle Basis
    liegt nicht in Washington, Peking oder Moskau.

    Sondern in den eigenen Strukturen.

    Jetzt fügt sich das Bild.

    Es fühlt sich an wie ein Wirtschaftskrimi.

    Nur dass er real ist.
    Und gerade geschrieben wird.

    Über das,
    was hinter den Kulissen passiert.

    Über Verfahren,
    in denen nicht nur reguliert,
    sondern entschieden wird,
    welche Industrie in Europa noch eine Zukunft hat.

    Was hier öffentlich wird,
    ist nur die Spitze des Eisbergs.

    Das ganze Bild entsteht erst
    durch die Beispiele der Betroffenen.

    IZW Initiative Zukunft Wirtschaft Deutschland e.V.

    Hashtag#Industriepolitik
    Hashtag#EU
    Hashtag#GreenDeal
    Hashtag#Wirtschaft
    Hashtag#REACH

    ATB

  • Abdruck aus “Zukunft erfinden”

    WIE MACHT, GELD UND LOBBYISMUS DEN FORTSCHRITT BREMSTEN – UND
    WIE WIR ES ÄNDERN KÖNNEN, ein Buch von Klaus Kampe

    EINLEITUNG
    Fortschritt ist eine der mächtigsten Triebkräfte in der Geschichte der Menschheit. Seit dem ersten gezähmten Feuer, dem Rad, der Dampfmaschine und der Elektrizität war die technische Entwicklung stets eng mit dem Wunsch nach Freiheit, Bequemlichkeit und Überwindung der Grenzen des Möglichen verbunden. Doch dieser Fortschritt verlief nie linear. Immer wieder wurde er gebremst, umgelenkt oder gar ganz gestoppt – nicht etwa, weil die Ideen unbrauchbar waren, sondern weil sie zu gut, zu gefährlich oder schlicht zu unprofitabel für bestehende Machtstrukturen waren.

    Das 20. und 21. Jahrhundert sind in besonderem Maße Zeugen dieses paradoxen Verhältnisses zwischen Innovation und Behinderung geworden. Auf der einen Seite erleben wir eine explosionsartige Entwicklung neuer Technologien, von künstlicher Intelligenz bis hin zur Gentechnik. Auf der anderen Seite offenbart sich eine Schattenseite: wirtschaftliche und politische
    Interessengruppen, die den Fortschritt dort aufhalten, wo er bestehende Monopole, Märkte oder Machtgefüge bedroht. Die Geschichte des modernen Kapitalismus ist damit zugleich eine Geschichte der verhinderten Erfindungen – eine Chronik des stillen Kampfes zwischen kreativen Geistern und den Architekten der wirtschaftlichen Kontrolle.

    DIE DIALEKTIK DES FORTSCHRITTS
    Der Mythos vom genialen Erfinder, der mit einer bahnbrechenden Idee die Welt verändert, prägt bis heute unser Bild der Innovation. Doch die Realität zeigt, dass der Weg von der Idee zur Umsetzung selten nur von wissenschaftlicher Leistung abhängt. Oft sind es wirtschaftliche Interessen, juristische Hürden oder gezielte „Desinformationskampagnen“ , die bestimmen, welche Technologie sich durchsetzt und welche in Vergessenheit gerät. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist der Konflikt zwischen Nikola Tesla und Thomas Edison. Teslas Konzept des Wechselstroms war technisch überlegen, effizienter und sicherer – doch Edison, unterstützt von Investoren und industriellen Partnern, führte einen beispiellosen Propagandafeldzug gegen den Wechselstrom. Teslas Ideen von drahtloser Energieübertragung, globaler Kommunikation und nahezu unbegrenzter Energieversorgung galten als revolutionär – und zugleich als Bedrohung für jene, die an der zentralisierten Stromversorgung verdienten. Der „Krieg der Ströme“ wurde letztlich nicht nur mit wissenschaftlichen Argumenten, sondern mit wirtschaftlicher Macht entschieden. Dieser Konflikt steht stellvertretend für ein wiederkehrendes Muster in der Geschichte der Technik: Fortschritt wird nicht allein an seiner Nützlichkeit gemessen, sondern an seiner Vereinbarkeit mit den Interessen derjenigen, die über Kapital und politische Einflussmöglichkeiten verfügen. Eine bahnbrechende Idee kann zur Weltveränderung führen – oder in einer Schublade verschwinden, wenn sie bestehende Strukturen infrage stellt.

    Inhaltsverzeichnis:

    • Die Dialektik des Fortschritts
    • Das Prinzip der strukturellen Innovationshemmung
    • Beispiele eines unterdrückten Fortschritts
    • Die ethische Dimension des Fortschritts
      Teil I – Die frühen Fälle des technischen Lobbyismus
      Kapitel 1: Nikola Tesla und der Kampf um den Strom
    • 1.1 Ein Erfinder zwischen Genie und System
    • 1.2 Der Krieg der Ströme: Gleichstrom gegen
      Wechselstrom
    • 1.3 Der Traum der freien Energie
    • 1.4 Die Manipulation der öffentlichen Meinung
    • 1.5 Die Lehre aus Teslas Scheitern
    • 1.6 Parallelen zur Gegenwart
    • 1.7 Fazit: Der Sieg der Macht über die Vernunft
      Kapitel 2: Die Glühbirne und das Kartell der Lichtindustrie
    • 2.1 Der Beginn eines neuen Zeitalters
    • 2.2 Wer hat die Glühbirne erfunden?
    • 2.3 Das Phoebus-Kartell – Der Beginn geplanter
      Obsoleszenz
    • 2.4 Wirtschaftliche Motive und gesellschaftliche Folgen
    • 2.5 Patentrecht als Machtinstrument
    • 2.6 Geplante Obsoleszenz als ökonomisches Prinzip
    • 2.7 Der lange Schatten des Kartells
    • 2.8 Lehren für Gegenwart und Zukunft
    • 2.9 Fazit: Zwischen Innovation und Kontrolle
      Kapitel 3: Der unterdrückte Fortschritt im Automobilbau:
      Vom Elektroauto zum Verbrenner
    • 3.1 Die Anfänge: Elektromobilität im 19. Jahrhundert
    • 3.2 Der Aufstieg des Verbrennungsmotors
    • 3.3 Energie, Macht und Monopol
    • 3.4 Der „Great American Streetcar Scandal“
    • 3.5 Vergessene Innovationen und unterdrückte Patente
    • 3.6 Der Fall GM EV1 – Eine moderne Wiederholung
    • 3.7 Die Rolle der Politik und der Konsument
    • 3.8 Wandel im 21. Jahrhundert: Ein verspätetes Comeback
    • 3.9 Fazit: Fortschritt im Kreis
      Kapitel 4: Pharmaindustrie und die Blockade alternativer
      Heilmethoden
    • 4.1 Medizin zwischen Fortschritt und Marktlogik
    • 4.2 Die Logik der Patente – Schutz und Barriere zugleich
    • 4.3 Innovation im Schatten der Profitlogik
    • 4.4 Der Fall der HIV-Medikamente – Patente gegen
      Menschenrechte
    • 4.5 COVID-19 und die Debatte um Impfstofflizenzen
    • 4.6 Alternative und komplementäre Heilmethoden –
      zwischen Forschung und Regulierung
    • 4.7 Lobbyismus und Einflussnahme
    • 4.8 Wege zu einer gerechteren Arzneimittelinnovation
    • 4.9 Fazit: Medizin als Gemeingut
      Kapitel 5: Agrarwirtschaft und die Kontrolle über Saatgut
    • 5.1 Nahrung als Machtfaktor
    • 5.2 Die Entstehung des industriellen Saatgutmarktes
    • 5.3 Marktkonzentration und die „Big Four“
    • 5.4 Der Fall Monsanto – Kontrolle durch Patente
    • 5.5 Auswirkungen auf Biodiversität und
      Ernährungssouveränität
    • 5.6 Wissenschaftliche Innovation oder ökonomische
      Kontrolle?
    • 5.7 Politische Einflussnahme und Agrarlobbyismus
    • 5.8 Wege zu einer nachhaltigen und gerechten Agrarpolitik
    • 5.9 Fazit: Das Saatgut der Zukunft gehört allen
      Kapitel 6: Digitale Monopole und Informationskontrolle
    • 6.1 Vom Industriezeitalter zum Datenzeitalter
    • 6.2 Die Entstehung digitaler Monopole
    • 6.3 Patente, Urheberrecht und geistiges Eigentum im
      Digitalzeitalter
    • 6.4 Daten als Eigentum – oder als Gemeingut?
    • 6.5 Politische Einflussnahme der Tech-Konzerne
    • 6.6 Die neue Form des Lobbyismus:
      Informationsgestaltung
    • 6.7 Der Kampf um digitale Souveränität
    • 6.8 Offene Technologien und Gemeingüter
    • 6.9 Fazit: Freiheit im Zeitalter der Datenökonomie
      Teil III: Zukunftsperspektiven: Wie sich Innovationsblockaden
      verhindern lassen
    • 7.1 Innovation als gesellschaftliche Verantwortung
    • 7.2 Das Dilemma des modernen Patentrechts
    • 7.3 Neue Eigentumsmodelle für Wissen und Technologie
    • 7.4 Transparente Wissenschaft und demokratische
      Kontrolle
    • 7.5 Bildung und Aufklärung als Schlüssel
    • 7.6 Internationale Kooperation und globale Gerechtigkeit
    • 7.7 Ethik und Verantwortung im Zeitalter der KI
    • 7.8 Wirtschaft im Dienst des Gemeinwohls
    • 7.9 Fazit: Eine offene Zukunft
      Kapitel 8: Medien, Zensur und Informationskriege: Wie
      Meinung zur Ware wurde
    • 8.1 Die Macht über die Erzählung
    • 8.2 Medien als Instrument wirtschaftlicher Interessen
    • 8.3 PR, Propaganda und die Erfindung des „Public
      Relations“-Zeitalters
    • 8.4 Zensur durch Struktur: Wie Kontrolle ohne Verbot
      funktioniert
    • 8.5 Fallbeispiel: Medienkampagnen gegen unbequeme
      Wissenschaft
    • 8.6 Digitale Meinungsmacht: Social Media und Filterblasen
    • 8.7 Einfluss von Lobbyorganisationen und Thinktanks
    • 8.8 Informationskriege im 21. Jahrhundert
    • 8.9 Wege zu freier Information und Medienethik
    • 8.10 Fazit: Wahrheit als Gemeingut
      Kapitel 9: Wirtschaft und Ethik: Macht, Moral und
      Verantwortung
    • 9.1 Von der freien Information zur ethischen Ökonomie
    • 9.2 Der unsichtbare Vertrag
    • 9.3 Die Moral des Marktes
    • 9.4 Die Trennung von Ökonomie und Moral
    • 9.5 Verantwortung ohne Gesicht
    • 9.6 Die Ethik der Effizienz
    • 9.7 Korporative Ethik – PR oder Prinzip?
    • 9.8 Die Macht der Lobby
    • 9.9 Der moralische Imperativ der Wirtschaft
    • 9.10 Die Rückkehr des Gewissens
    • 9.11 Macht, die sich selbst begrenzt
    • 9.12 Der neue Humanismus
    • 9.13 Die Würde der Grenze
      Teil IV – Wege in eine offene Innovationskultur
      Kapitel 10: Kapitel 10 – Wege in die Zukunft: Innovation und
      Freiheit
    • 10.1 Der Mensch als Schöpfer
    • 10.2 Die Wiederentdeckung des Gemeinwohls
    • 10.3 Bildung als Quelle der Freiheit
    • 10.4 Wissenschaft im Dienst der Menschheit
    • 10.5 Der digitale Humanismus
    • 10.6 Nachhaltigkeit als Systemprinzip
    • 10.7 Politik und die Macht des Mutigen
    • 10.8 Wirtschaft als Partner, nicht als Herr
    • 10.9 Der neue Gesellschaftsvertrag
    • 10.10 Innovation als moralische Aufgabe
    • 10.11 Hoffnung als Erfindung
      Kapitel 11: Reform des Patentrechts: Wissen als Gemeingut
    • 11.1 Das Dilemma des geistigen Eigentums
    • 11.2 Verkürzung der Patentlaufzeiten
    • 11.3 Gemeinwohlorientierte Lizenzen
    • 11.4 Staatliche Förderung offener Innovation
    • 11.5 Das Wissen der Zukunft
      Kapitel 12: Bildung, Transparenz und digitale Aufklärung
    • 12.1 Bildung als Fundament der Freiheit
    • 12.2 Wissenschaft als öffentliches Gut
    • 12.3 Transparenzplattformen und Bürgerbeteiligung
    • 12.4 Ethik des Fortschritts: Verantwortung für Mensch und
      Planet
    • 12.5 Bildung als kollektives Bewusstsein
    • 12.6 Die Zukunft der Aufklärung
      Schlusswort – Der Mut zur Zukunft
    • Der Preis des Wandels
    • Warum Innovation Mut braucht
    • Eine Vision für eine gerechtere Zukunft
    • Appell an Politik, Forschung und Gesellschaft
    • Der Kreis schließt sich
    • Anhang
  • Baut Straßenbahnen, keine Kraftfahrzeuge

    Wenn man den Verfall der deutschen Automobilindustrie sieht, gibt es viele Ratschäge wie man diese Arbeitsplätze erhalten kann. Da die deutschen Automobilhersteller zwar traditionell eng mit der militärischen Produktion verbunden gewesen waren, besonders während der Kriegsjahre, möchten manche hier wieder anknüpfen. Viele sehen massiv Zukunftschancen im Bereich Elektofahrzeuge, Batterieproduktion, Fahrassistenzsysteme etc.

    Wahrscheinlich ist aber auch hier in Deutschland, im Vergleich zu Produkten aus China, der Zug längst abgefahren. Die Produkte in Deutschland sind hochpreisig, von der Fahrassistenz digital überfrachtet und anfällig.

    Zur Zeit plädiert Lars Hirsekorn, Betriebsrat bei VW in Wolfsburg, der da gesagt hat: „Wir können es uns ökologisch einfach nicht mehr leisten, weiter Autos zu produzieren“ zuammen mit Umweltaktivisten für eine Neuausrichtung seines Konzerns: Baut Straßenbahnen, keine Kraftfahrzeuge!

  • Der Bundesrechnungshof

    dessen Mitglieder richterliche Unabhängigkeit besitzen, prüft die Rechnung sowie die Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes.

    Der auf diesen Umstand in einem Interview angesprochene Robert Habeck sagt nur: “Der Bundesrechnungshof hat zur Aufgabe alle immer zu kritisieren.” Und swipt auf dem Tablet darauf hin gleich zum nächsten Punkt mit der Aussage: “Das können wir gleich weiter machen”. Solche Arroganz ist nicht fassbar.

    Der Bundesrechnungshof schrieb:

    “Energiewende nicht auf Kurs: Deutschland hinkt seinen ambitionierten Zielen hinterher. Für eine sichere, bezahlbare und umweltverträgliche Stromversorgung muss die Bundesregierung umgehend und zielgerichtet umsteuern.”

    Bundesrechnungshof zur Energiewende
  • Zukunftspreis Stralsund: Die Gewinner stehen fest

    Die Hochschule und Hansestadt Stralsund haben am 21. November erstmalig gemeinsam den Zukunftspreis verliehen. Bei der Premiere für diesen neuen Wettbewerb unter der Motto „Zukunft Stralsund – digital gemeinsam gestalten“ wurden in den drei Kategorien Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft Preise vergeben, die mit jeweils 1.000 Euro dotiert waren und von der IHK zu Rostock, der Hochschule Stralsund und der Hansestadt Stralsund gestiftet wurden.

    Gewinner in der Kategorie Zivilgesellschaft ist die SHV Handball GmbH Stralsund. Im Bereich Wirtschaft gewannen Angela Seibert und William Will mit einem Projekt zur 3D-Fertigung. Die Kategorie Wissenschaft konnte die unseKinder gGmbH mit digitalen Bildungslösungen zur Bewältigung des Fachkräftemangels für sich entscheiden.

    „Aus ein paar Gedanken in dieselbe Richtung ist ein ganz neues Format für Stadt und Hochschule geworden“, so Hochschul-Rektor Prof. Dr. Ralph Sonntag anlässlich der Preisverleihung. „Wir wollen gemeinsam eine Ideenschmiede sein für zivilgesellschaftliche Ideen, wirtschaftlich relevante und solche aus dem akademischen Raum. Wir wollen gemeinsam die Zukunft unserer Stadt denken.“ 

    Die Laudationen hielten Prof. Dr. Gero Wedemann, Leiter des Institute For Applied Computer Science (IACS) an der Hochschule (Kategorie Wissenschaft), Steffi Behrendt, Amtsleiterin für Kultur, Welterbe und Medien der Hansestadt Stralsund (Kategorie Zivilgesellschaft), sowie Torsten Grundke, Vizepräsident der IHK zu Rostock (Kategorie Wirtschaft). 

    In ihrer Laudatio auf den Stralsunder Handballverein SHV hob Steffi Behrendt hervor: „Was mit der Liebe zum Handball begann, hat sich zu einer Bewegung entwickelt, die Stralsund als Stadt des Miteinanders und der gemeinsamen Verantwortung stärkt.“ Zudem zeige der SHV „mit Initiativen wie der Spendenaktion zugunsten des Kinder- und Jugendhospizes oder der Unterstützung geflüchteter ukrainischer Sportler, wie gelebte Solidarität aussehen kann“. Und sie betonte: „Der SHV setzt den Teamgedanken nicht nur im Sport, sondern auch in der Gesellschaft um, indem er einen engen Zusammenhalt zwischen Spielern, der Vereinsführung und der Stadtgesellschaft fördert.“ 

    Prof. Dr. Gero Wedemann wiederum stellte in seiner Laudatio fest, dass „unseKinder weit mehr ist als eine Kita oder eine Schule – Es ist ein lebendiger Ort des Miteinanders, ein Raum, der Neugier entfacht, Talente entfaltet und Kinder als Gestalter ihrer Welt begreift“. Er betonte: „Der Kinder- und Jugendcampus hat nicht nur Stralsund bereichert, sondern setzt Maßstäbe für ganz Deutschland. Er zeigt, wie wir Bildung neu denken können: als Brücke zwischen Generationen, als Werkzeug für Chancengleichheit und als Schlüssel zu einer nachhaltigeren Zukunft.“ Und mit Blick in die Zukunft sagt er: „Durch digitale Kompetenzförderung, KI-gestützte Lernanwendungen und offene Lernformen schafft der Campus einen Lernraum, der nicht nur modern, sondern auch individuell ist – einen Raum, in dem jede und jeder den eigenen Weg gehen darf.“ 

    Torsten Grundke hob in seiner Laudatio in der Kategorie Wirtschaft hervor: „Mit ihrem Engagement und ihrer Leidenschaft sind Frau Seibert und Herr Will ein Gewinn für unsere Region. Sie zeigen, wie wir gemeinsam die Zukunft von Stralsund und darüber hinaus gestalten können. Dieses Projekt erfüllt alle Kriterien der Kategorie „Wirtschaft“ in herausragender Weise: Es hat einen starken Einfluss auf die Region, bietet eine hohe Übertragbarkeit – gerade für kleine Unternehmen – und trägt zur nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung bei. Das Team hat gezeigt, wie technisches Fachwissen und unternehmerisches Denken zusammenwirken können, um Innovationen zu schaffen, die wirtschaftlich und ressourcenschonend zugleich sind.“

    Im Anschluss gab es einen regen Austausch zwischen allen Beteiligten zu Zukunftsthemen und zu den vielfältigen Ideen der Bewerberinnen und Bewerber des Zukunftspreises. Sie präsentierten ihre Projekte auf Bannern und Präsentationswänden im Audimax.

    Für Dr. Sonja Gelinek, Senatorin und 2. Stellvertreterin des Oberbürgermeisters, steht bereits jetzt fest: „Schon mit diesem ersten Wettbewerb haben wir gesehen, welches Potenzial wir in unserer Stadt und auch außerhalb haben, um Ideen für Stralsunds Zukunft zu entwickeln. Das bestärkt uns darin, den Zukunftspreis von Hochschule und Hansestadt langfristig zu etablieren.“

    Die Gewinner im Porträt


    Kategorie Zivilgesellschaft
    SHV Handball GmbH Stralsund: Sei Teil des Teams

    Seit Januar 2023 hat sich der Stralsunder HV (SHV Handball GmbH Stralsund) unter der neuen Leitung von Steffen und Doreen Fischer stark weiterentwickelt. Im Fokus stehen dabei nicht nur sportliche Erfolge, sondern auch wirtschaftliches Wachstum. 
    Der SHV setzt auf professionelle Strukturen und baut ein starkes Netzwerk mit regionalen Unternehmen auf, um wirtschaftliche Synergien zu schaffen. Durch gezielte Partnerschaften und den „SHV-Business-Club“ werden der gewinnbringende Austausch und die Zusammenarbeit in der Region gefördert. Gleichzeitig zeigt der SHV große soziale Verantwortung durch Spendenaktionen und Projekte zur Jugendförderung, die den Zusammenhalt und die Integration in der Gemeinschaft stärken. 
    Ziel ist es, die 1. Männermannschaft bis 2030 in der 2. Handball-Bundesliga zu etablieren und gleichzeitig die wirtschaftliche Stärke der Region sowie das soziale Engagement nachhaltig zu fördern. 


    Kategorie Wirtschaft
    Projekt zur 3D-Fertigung

    Das Projekt zielt darauf ab, die Fertigung von Bauteilen im 3D-Druck-Verfahren Fused Deposition Modeling (FDM) durch Optimierung der Schichthaftung zu verbessern. Im Fokus steht eine Anwendung, die auf Basis gesammelter Daten Bauteile simuliert und Konstruktionen optimiert. Zugproben sollen entwickelt werden, um Einflussfaktoren wie Drucktemperatur oder Abkühlung besser zu verstehen. 
    Die Daten fließen in Materialmodelle ein, die zur genaueren Belastungsanalyse (FEM) genutzt werden. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz sollen die Erkenntnisse weiter automatisiert und zur Prozessoptimierung verwendet werden, um präzisere Vorhersagen und kostenoptimierte Fertigung zu ermöglichen. Zielgruppe sind Unternehmen, die FDM-Druck nutzen. 

    Kategorie Wissenschaft 
    Digitale Bildungslösungen zur Bewältigung des Fachkräftemangels

    In einer Zeit, in der der Fachkräftemangel insbesondere im Bildungssektor immer akuter wird, präsentiert der Kinder- und Jugendcampus Stralsund der unseKinder gGmbH eine zukunftsweisende Lösung, die nicht nur den Mangel an qualifizierten Lehrkräften adressiert, Unterrichtsausfall reduziert, sondern auch die Bildungsqualität nachhaltig verbessert. Durch die innovative Kombination von digitalen Bildungsangeboten und dem Einsatz von Fachlehrern aus anderen Bundesländern oder sogar aus dem Ausland, entsteht ein flexibles und effizientes Bildungssystem, das sich an die Bedürfnisse der Schüler und die Verfügbarkeit von Lehrkräften anpasst.

  • Einladung zur “Wir und KI”

    gerne möchten wir, – der MakerPort Stralsund, die Project Bay Lietzow und die Hochschule Stralsund – alle Interessierten am 05.09.2024 von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr an die Hochschule Stralsundzur 4. Regionalkonferenz für die Vorpommern-Rügen mit dem Thema „Wir und KI: Gemeinsam Zukunft mITgestalten“ einladen.

    Die Veranstaltung steht dieses Jahr im Zeichen von „Künstlicher Intelligenz“. Gemeinsam möchten wir mit den Teilnehmenden fokussieren, wie wir unsere Region und die KI-Technologie gestaltend verbinden können. Wir bieten einen Raum und die Gelegenheit für den Austausch, diese innovativen Technologien und Lösungen zu bewerten. Konkrete Tools und Best Practices werden vorgestellt und mit Formaten zum Erproben, Kennenlernen und Austauschen gefüllt. Das Ziel der Konferenz ist es, eine Verbindung von Ideen und Kooperationen in der Region zu entfachen, um gemeinsam die digitale Zukunft zu gestalten.

    Das ausführliche Programm und weiterführende Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter: https://makerport.de/events/regionalkonferenz_092024 oder in der beigefügten Einladung.

  • Das Recht zu lesen

    Das Recht zu lesen.

    Der Rechtsstreit zwischen den Verlagen und dem Internet Archive (Hachette vs. Internet Archive) wird morgen (28. Juni) vor dem amerikanischen Berufungsgericht verhandelt. Unsere Position ist einfach: Wir wollen, dass unsere Bibliotheksbesucher die Bücher, die wir besitzen, ausleihen und lesen können, wie jede andere Bibliothek auch. Die Verlage, die uns verklagen, argumentieren jedoch, dass wir die Bücher, die wir besitzen, nicht ausleihen dürfen, was dazu geführt hat, dass über eine halbe Million Bücher aus unserer Bibliothek entfernt wurden.

    Sind Sie von dem Verlust des Zugangs zu diesen Büchern bei Ihrer Lektüre oder Recherche betroffen? Da wir weiterhin gegen die Entfernung von Büchern und den Zugang zu Lernmaterialien kämpfen, bitten wir unsere Nutzer dringend, uns auf verschiedene Weise zu unterstützen, von der Weitergabe Ihrer Geschichte bis hin zur Unterzeichnung eines offenen Briefes an die Verleger im Fall Hachette gegen Internet Archive. Im Folgenden erfahren Sie mehr darüber, wie Sie helfen können.

  • Infrastruktur mit Großwärmepumpen von MAN aus Augsburg?

    Warum die Belastung einzelner Haushalte duch einzelne Wärmepumpen, und warum nicht Infrastruktur mit Großwärmepumpen von MAN aus Augsburg?

    Energie in Europa?

    Was macht Dänemark im Hafen Esbjerg so erfolgreich und warum steht die Fernwärmeerzeugung mittels Großwärmepumpen von MAN aus Augsburg in Esbjerg und nicht in Deutschland?

    Dänemark hat im Hafen Esbjerg eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte aufgebaut, insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien und der Hafenlogistik. Esbjerg ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Offshore-Windenergie in der Nordsee, was zu einem wachsenden Cluster von Unternehmen geführt hat, die sich auf diese Industrie spezialisiert haben. Die Erfolgsfaktoren für Esbjerg sind vielfältig:

    • Günstige geografische Lage: Esbjerg liegt an der Westküste Dänemarks und ist damit ideal positioniert für den Zugang zu den Offshore-Windparks in der Nordsee.
    • Infrastruktur: Der Hafen von Esbjerg verfügt über ausgezeichnete Hafenanlagen und -dienstleistungen, die speziell auf die Bedürfnisse der Offshore-Industrie zugeschnitten sind. Dies umfasst Anlegestellen für Schiffe, Lagerflächen für Ausrüstung und Logistikzentren.
    • Förderung erneuerbarer Energien: Dänemark hat eine fortschrittliche Energiepolitik, die den Ausbau erneuerbarer Energien fördert. Dies hat dazu beigetragen, dass Esbjerg zu einem Zentrum für Unternehmen wurde, die sich auf erneuerbare Energien spezialisiert haben.
    • Innovationsklima: Esbjerg bietet ein förderliches Umfeld für Innovationen, was dazu beiträgt, dass Unternehmen neue Technologien entwickeln und implementieren können, um den Bedürfnissen der Offshore-Industrie gerecht zu werden.

    Die Entscheidung von MAN, seine Großwärmepumpen in Esbjerg zu installieren, könnte auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein:

    • Nachfrage: Esbjerg und seine Umgebung haben möglicherweise eine hohe Nachfrage nach Fernwärme, was den Bau von Großwärmepumpen wirtschaftlich attraktiv macht.
    • Zusammenarbeit: Es besteht möglicherweise eine enge Zusammenarbeit zwischen MAN und dänischen Unternehmen oder Behörden, die den Einsatz von Großwärmepumpen in Esbjerg unterstützt.
    • Regulatorisches Umfeld: Das regulatorische Umfeld in Dänemark könnte für den Einsatz von Großwärmepumpen günstiger sein als in Deutschland, was den Standort Esbjerg attraktiver macht.
    • Strategische Entscheidung: MAN könnte Esbjerg als einen strategischen Standort betrachten, der es ermöglicht, sowohl den dänischen als auch den internationalen Markt für Großwärmepumpen zu bedienen.

    Insgesamt gibt es viele mögliche Gründe, warum MAN sich für Esbjerg entschieden hat, aber es ist wahrscheinlich eine Kombination aus der günstigen Lage, der Nachfrage nach Fernwärme und den lokalen Rahmenbedingungen.

    Kann man das Erfolgsmodell von Esbjerg auf Stralsund übertragen?

    Die Übertragung des Erfolgsmodells von Esbjerg auf Stralsund ist grundsätzlich denkbar, jedoch gibt es einige Faktoren zu berücksichtigen:

    • Geografische Lage und Ressourcen: Stralsund und Esbjerg haben unterschiedliche geografische Gegebenheiten und verfügen möglicherweise über unterschiedliche Ressourcen. Es ist wichtig zu prüfen, ob Stralsund ähnliche Voraussetzungen für die Nutzung von erneuerbaren Energien und die Implementierung von Fernwärmeinfrastruktur hat.
    • Politische Unterstützung und Regulierung: Der Erfolg von Esbjerg beruht auch auf politischer Unterstützung und günstigen regulatorischen Rahmenbedingungen. Stralsund müsste sicherstellen, dass es die notwendige politische Unterstützung und die richtigen Regulierungen gibt, um ein ähnliches Modell umzusetzen.
    • Technologische Anpassung: Die Technologien und Infrastrukturen, die in Esbjerg erfolgreich sind, müssen möglicherweise an die Bedingungen in Stralsund angepasst werden. Dies kann Aspekte wie die Verfügbarkeit von Kühlwasser, die Integration in bestehende Energienetze und die Wirtschaftlichkeit umfassen.
    • Lokale Bedürfnisse und Gemeinschaftsakzeptanz: Stralsund hat möglicherweise andere lokale Bedürfnisse und Prioritäten als Esbjerg. Es ist wichtig sicherzustellen, dass das Modell den Bedürfnissen der örtlichen Gemeinschaft entspricht und von ihr akzeptiert wird.
    • Finanzierung und Partnerschaften: Die Finanzierung solcher Projekte ist entscheidend. Stralsund müsste möglicherweise Partnerschaften mit privaten Unternehmen, der Regierung oder internationalen Organisationen eingehen, um die notwendigen Mittel zu beschaffen.

    Insgesamt ist die Übertragung des Erfolgsmodells von Esbjerg auf Stralsund möglich, erfordert jedoch sorgfältige Analyse, Anpassung und Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen.

    Radio Stralsund Beitrag aus der Serie: Klar sieht, wer von Ferne sieht, und nebelhaft, wer Anteil nimmt.