Kategorie: Gesellschaft

  • Wider den Gottesdienst der Kriegstreiberei

    Er wuchs in den Vororten von Washington D.C. auf, wo seine Familie bis heute lebt. Aber seit seiner Rückkehr aus dem Krieg springt er zwischen Washington und dem Süden hin und her. 2011 – sieben Jahre nach seiner Rückkehr aus dem Irak. – ist er schließlich in Savannah gelandet, weil ihn in Washigton oder Nordvirginia die Angst umtrieb, dass es dort zu viele Araber auf den Straßen gebe. Überall witterte er sie dort, fühlte sich ständig von ihnen umzingelt. Seine Vergangenheit als berüchtigter Experte für Leibesvisitiationen und Verhöre in amerikanischen Gefängnissen in Afghanistan und Irak nährt seine Angst, dass ihm nun aus jeder Ecke Vergeltung droht.

    Seine Zeit als Verhörleiter, zuerst im Bagram-Gefängnis in Afghanistan und später, und noch schmerzlicher, in Abu Ghraib – dem höllenähnlichsten Ort, den Damien Corsetti je auf Erden sah – hat etwas in ihm abgetötet. “Abu Ghraib: Wenn es je einen üblen Ort gab, dann den. Es war alles einfach nur Tod, beschissener Tod. Dieser Ort hat jeden, der dort war, verändert. Etwas Krebsartiges wucherte da.”

    Textauszug aus “Krieg um jeden Preis” von James Risen.

    Krieg um jeden Preis, über Gier, Machtmissbrauch und das Milliardengeschäft mit dem Kampf gegen den Terror.

    Trommler und Krieg
  • Sozio technische Entwicklungen aus dem Jahre 2016

    Sozio-technische Entwicklungen – Erwartungen an den Cyberspace – Der Geist des Internet – Bionische Engel – Teilhabe an Gewinnen geschöpfter Energie – Blockchain – Open Data / Open Access – MOOCs – Maker Faires

    Sozio-technische Entwicklungen – Erwartungen an den Cyberspace – Der Geist des Internet – Bionische Engel – Teilhabe an Gewinnen geschöpfter Energie – Blockchain – Open Data / Open Access – MOOCs – Maker Faires. Der frühe Geist in der wilden Phase des ursprünglichen Internet wird assoziert mit einem kooperativen sozialen Raum, einer Tauschökonomie für Software und Information, einer graswuzelbasierten Selbstorganisation sich entwickelnder Communitys und einem Hackergeist, der jede Beschränkung des Zugangs und des freien Informationsflusses zu umgehen weiß.

    In den 1980ern filmte ich mit großen Video-Umatic Systemen meine Umwelt. Brecht´s Radiotheorie bekam eine Form. Jeder konnte jetzt filmen und über eingerichtete „Offene Kanäle“ mit festen Sendeplätzen seine Projekte im Bürgerfernsehen publizieren.

    Als dann das Usenet, die Mailboxen, die Bulletin Board Systeme hinzu kamen, versprach all dies einen emanzipatorischen Fortschritt in der Kommunikations- und Machtstruktur jener Zeit. Man träumte von einer horizontalen und nicht vertikalen Demokratie. Dies alles beförderte eine Euphorie in den 1990ern, die an einer gerechteren Welt jeden zur Mitarbeit aufrief. Der gesellschaftspolitische Alltag zog in das Internet.

    Es war dann ein Buch von Gundolf S. Freyermuth: „Cyberland aus dem Jahre 1996“, welches mich in die digitale Welt hineinzog. Freyermuth beschrieb eine kalifornisch utopische Energie, einen Willen, sich selbst und das eigene Leben neu zu erfinden. Und das Kommunikations-Werkzeug hierfür sollte nach den Drogenerfahrungen und einhergehenden Bewußtseinserfahrungen der Hippies, nun das Internet werden.

    Über Jahrhunderte zog die „Neue Welt“ die Menschen an, weil sie dem Einzelnen und unterdrückten Minderheiten sowie politischen Utopisten und religiösen Sekten einen Neuanfang bot. Hier war die Sehnsucht nach Veränderung und Abenteuer stärker als der ängstliche Wunsch nach Erhalt des Erreichten. Und hier bereiteten die zahlreichen Subkulturen und avantgardistische High-Tech-Pioniere die Eroberung des Cyberspace vor. Es kursierten Begriffe wie Gehirnhacking, Körperhacking, Bionische Engel, Cyborgs, Cyberpunks.

    Heute wird gehackt, was nicht bei 4 auf den Bäumen ist. Gehackt werden soll die Denkfähigkeit durch Gehirn-Upgrades und Vernetzung (Brain Hack). Gehackt werden sollen die Sinne (Sensory Hack), indem das Vorhandene gesteigert oder modifiziert wird – besser sehen, hören, riechen sowie Ohren und Nasen, die sich schließen lassen – oder, indem ganz neue Wahrnehmungsbereiche eröffnet werden: Sinne für andere Frequenzen, Schallwellen, Radar oder Radiaktivität.

    Diese Utopie des Cyberland, damals quasi gedacht als eine Parallelwelt zu unserer vorhandenen Welt, war noch nicht im Focus ökonomischer Prioritäten. Die Grabber AOL, Facebook usw. gab es noch nicht. Man befand sich im Wildwest der sozio-technischen Evolution und in Deutschland war man mit seiner geschulten Medienkritik recht gut positioniert gegenüber den Denkstrukturen des Silicon Valley.

    Es waren zu jener Zeit Organisationen aus Kunst und Kultur, die an der Programmierung von Webportalen gearbeitet haben. Interessant sind hier z.B. „De Digitale Stad Amsterdam“ aus dem Jahre 1994. Die DDS wurde von einem Kulturzentrum und einem Hackerkollektiv ins Leben gerufen. Der Grund für die Initiative waren grade stattfindende Kommunalwahlen in Amsterdam und man erhoffte sich über die neuen Informationssysteme einen regen Diskussions-Austausch aller Beteiligten.*1

    Ein anderes interessantes Projekt war „Die internationale Stadt“, gegründet von einer Berliner Kunstinitiative aus dem Jahre 1995.*2

    Und, wo liegt nun der Geist des Fortschritts, die Idee des Mensch-Seins und des Sharing? Wie können wir Menschen die neuen Technologien nicht einzeln und egoistisch als Gadgets nutzen, sondern als Gesellschaft an den neuen Möglichkeiten partizipieren?

    Heute möchten datengetriebene Technologiemodelle uns „The paradise of human beeings“ bescheren. Mittlerweile weiß aber wohl jeder, auch ohne Gadget Messung, daß es zu viele Emmissionen von zu vielen Dreckschleudern gibt. Die Mess Spots erfüllen nur noch, -ja welche Zwecke eigentlich?

    Blockchain / Dokumentation von Geld und Besitz

    Vor Jahren haben wir schon einmal über „das Geschäftsmodell der Banken“ und das digitale Geld anhand des Bitcoin, einer Kryptowährung, gesprochen. Zur Zeit hat dieses Thema wieder Hochkonjunktur. Der Code des Bitcoin basiert auf der sogenannten „Block Chain“. Mit dieser Technologie wird bei jedem Besitzerwechsel dem transferierten Geld ein neuer Codeschnipsel angehängt (von daher der Begriff Block) um eben diesen Artikel zu referenzieren und einwandfrei bisher stattgefundene Besitzerwechsel zu dokumentieren. Dieser Code wird dezentral auf verschiedenen Servern gespeichert. Der eigentlich umwerfende Aspekt ist hier zum einen, daß man den angehängten Code nur bis zu 24 Millionen Bitcoins realisieren kann, die Geldmenge wäre dann also gedeckelt. Der andere interessante Aspekt der Nutzung der „Block Chain Technologie“ ist die mögliche Verwaltung der Eigentumsnachweise und Dokumentantion von Besitzerwechseln wie bei Hausbesitz, Urkundenbesitz, Testamente, Patentverzeichnisse usw. usf. Die Speicherung der „Block Chain“ Daten läuft dezentral. Jede zentrale Speicherung von Daten, wie sie z.B. Banken über das Geld und die Kunden ausüben, wäre dann obsolet. Die Banken wissen das mittlerweile auch und arbeiten in einem Konsortium an eigenen digitalen Währungen und sammeln und kaufen hierfür fleißig Patente.

    Opendata und Open Access

    Auf http://www.mundraub.org werden auf einer Karte Obstbäume, welche der Allmende zuzurechnen sind und die von daher von jedem beerntet werden können, verzeichnet.

    In Berlin gibt es schon einige wenige Opendata Applikationen unter http://www.daten.berlin.de zu sehen. Open Data legt einfach die API’s / Schnittstellen offen, so daß jeder bereits erstellte Datenbanken benutzen kann. Ein Beispiel wäre hier die Visualisierung der Verbrauchsdaten der Berliner Bezirke von Strom. Hier kann man einen Bezirk, z.B. Berlin Mitte aufrufen und sieht dann die Daten für z.B. Erzeugte Energie, Verbrauch absolut, Einwohnerzahl, Verbrauch pro Einwohner usw.

    In Wien entwickelt man das Open Access Network Austria (OANA). Diese schreibt: „Wissenschaft ist ein öffentliches Gut, das erst durch Teilen und Weiterverwendung nutzbar wird.[]Da die digitale Revolution es ermöglicht, viele Informationen von jedem Ort und jeder Zeit zugänglich zu machen, ist es das Ziel von Open Access, alle wissenschaftlichen Publikationen frei im Internet zur Verfügung zu stellen. Hierfür gibt es auch eine Agenda. Auch die European Research Area (ERA) oder die Max-Planck-Gesellschaft entwickeln hierzu Roadmaps.

    Wenn man über Open Data spricht, muß man über die Diskrepanz von freien Zugängen zu Datenbanken mittels freier API’s und über die alten Geschäftsmodelle, Wissen und Erfindungen geheim zu halten, sprechen. Große Konzerne, z.B. die aus der Pharmaindustrie, haben durch z.B. in Deutschland geeignete Rechtsmodelle, Erfindungen, die oft über die staatlichen Universitäten erarbeitet wurden, über lange Zeit zu monetarisieren gewußt. Länder wie Indien konnten das über Druck teilweise reduzieren, Länder wie Deutschland befinden sich in der Falle. Zumal mittlerweile auch einzelne Pharma Konzerne öffentlich zugeben, daß Forschung und Entwicklung nicht mehr in ihren Bereich gehören, sondern das diese outgesourct werden müssen. Hier sollten generell einige neue Fragen gestellt werden.

    Heute, im digitalen Zeitalter werden all diese Problematiken wieder neu besprochen. Man fragt sich, ob das Geschäftsmodell wissenschaftlicher Verlage noch zeitgemäß ist? Die OANA ( Open Access Network Austria) in Österreich möchte bis 2025 die gesamte wissenschaftliche Publikationstätigkeit auf Open Access umstellen. Das bedeutet, daß alle wissenschaftlichen Publikationen, die aus Unterstützungen mit öffentlichen Mitteln hervorgegangen sind, ohne Zeitverzögerung und in der finalen Version im Internet frei zugänglich sind. Die notwendigen Mittel werden den AutorInnen zur Verfügung gestellt, – oder die Kosten der Publikationsorgane werden direkt von den Wissenschaftsorganisationen getragen. Österreicher erhalten erstmals ein grundsätzliches Recht darauf, mit Steuergeldern finanzierte Dokumente für eigene Zwecke zu gebrauchen. Im Juli 2015 trat eine Nouvelle des Informationsweiterverwendungsgesetzes in Kraft, das die Nutzungvon Dokumenten regelt, die sich im Besitz öffentlicher Stellen befinden.

    Bildung und MOOCs

    Wie der Erziehungswissenschaftler Sugata Mitra 2013 einmal über die Geschichte der Lernmethodeen referierte, beschrieb er einmal die zu Zeiten des britischen Empire ausgeübten schulischen Ziele: eine gute Handschrift, weil alle Daten mit der Hand geschrieben wurden, sie mußten lesen können, und sie mußten in der Lage sein, im Kopf zu multiplizieren, zu dividieren, zu addieren und zu subtrahieren. Es wurde für den globalen bürokratischen Verwaltungsapparat ein Schule benötigt, um einen globalen Computer aus Menschen zu schaffen.

    Heute gibt es MOOCs (Massive Online Open Courses) – offene Online-Kurse für alle. Hier können die besten aller Lehrer ihre Lehre betreiben und in Schulen können hierzu dann die Besprechungen und Hausaufgaben ablaufen.

    So hatte das berühmte MIT (Massachussets Institute of Technology) einmal einen Kurs mit Prüfung weltweit online gestellt, und die 400 besten Teilnehmer waren dann gar nicht mehr vom MIT selbst, sondern es waren Menschen die online dazu gestoßen waren.

    Maker Faires

    Hacker-, DIY- (Do It Yourself) und Maker-Kulturen sind in den Mainstream eingegangen. Ihre Formate und Methoden gelten mittlerweile als “moderne” Aspekte vieler Politik-, Kultur- und Bildungsprogramme. Dieser Umbruch zeigt sich auch im Wiederaufleben von Craft-Kulturen und im Aufkommen neuer Formen kritischen und aktivistischen Designs als mögliche Gegenpole. All diese Praktiken haben jedoch nie isoliert existiert: Eingebettet in größere soziokulturelle, ökonomische und politische Kontexte haben sich Hacker-, DIY- und Maker-Kulturen schon immer gegen vorherrschende Narrative des Marktes positioniert.

    Transmediale 2016 und Kunsprojekt Autonomy Cube

    Hier noch ein Anmerkung zur diesjährigen Transmediale, dem Mediumkunst-Festival im Haus der Kulturen der Welt. Hier heißt es: Angesichts zahlreicher Probleme und globaler Krisen müssen wir uns fragen, wie eine Gesprächskultur im digitalen Zeitalter aussehen kann? Im internationalen Wettbeweb zwischen Staaten, Unternehmen, Netzwerken und Individuen werden wichtige globale Angelegenheiten auf Worthülsen reduziert. Die Macher der Transmediale sagen: wir sprechen von Flüchtlingskrise, Finanzkrise, Klimawandel, Big Data, dabei ist längst nicht klar, worüber wir reden. Wie tauscht man in einer global vernetzten Medienwelt Argumente und Ansichten über komplexe Sachverhalte aus? In Zeiten sich überlagernder Krisen möchten viele Menschen aktiv werden. Aber wie? Die Ambivalenz zwischen Tatendrang und Resignation bildete den inhaltlichen Nährboden der Transmediale 2016. „Anxious to Act, Anxious to Make, Anxious to Share, Anxious to Secure“ (bestrebt zu handeln, bestrebt zu kreiren, bestrebt zu teilen, bestrebt zu sichern), so formulierten es die Veranstalter. Der Drang zu handeln und zu teilen ist groß, gleichzeitig wissen wir nicht, wie wir es richtig machen können, ohne etwa Großkonzernen in die Hände zu spielen.

    Zum Abschluss noch eine Bemerkung zum „Autonomy Cube“ Projekt von Tevor Paglen und Jakob Appelbaum. Sie bauten einen transparenten Cube mit 4 Rechnern und einem offenen Wifi-Hotspot. Implementiert wurde die Software TOR, welche eine Anonymisierung von Daten ermöglicht. Diese Skulptur wurde in Oldenburg 4 Monate im Edith-Russ-Haus ausgestellt und konnte auch praktisch als Einwahlknoten voll benutzt werden.

    Auswirkungen des Internet in den USA versus EUROPA im Jahre 2016

    Steven Hills, ein Fellower der American Academy in Berlin untersucht zur Zeit die Auswirkungen der Share Ökonomie. Ich selbst war damals begeistert von den ersten Mitfahrzentralen, war fasziniert davon, einfache materielle Dinge zu teilen. Und heute?

    Steven Hills beobachtet die Unternehmen, die meist nur eine Webseite und ein paar Apps haben und mit ihrem Mischmodell aus Technologie à la Silicon Valley und der Gier à la Wall Street ihre lukrativen Unternehmen aufgebaut haben. Dies sind Unternehmen wie „Uber“, „Upwork“ und „Task Rabbit“. Hier wird vorgegeben, daß jeder Mensch ein selbständiger Unternehmer, ein Geschäftsführer, ein Selbstständiger werden kann. Was früher von Unternehmen an Arbeit einfach in Billig Lohn Länder outgesourct wurde, wird heute mit Schein-Selbständigen im eigenen Land zum Billig-Lohn Tarif praktiziert. Und dieser Steven Hill möchte in seiner Studie den prekären Zustand von ¾ der Amerikaner, die mittlerweile sich nur noch in ihren Jobs von Gehaltsabrechnung zu Gehaltsabrechnung durchhangeln, vergleichen mit den Auswüchsen einer Sharing Ökonomy in einem Wohlfahrtsstaat mit einflussreicheren Gewerkschaften und stärkerer staatlicher Regulierung. Können wir Wohlstand erhalten, wenn unsere Wirtschaftssystem auf einseitigen Arbeitgeber-Arbeitnehmer Beziehungen basieren? Oder erfordert Wohlstand mehr Mitbestimmung zwischen den Akteuren?

    Die Versicherung Generali

    Der Versicherer plant das Sammeln von Gesundheitsdaten per App. Die Generali-Gruppe steigt ins Telemonitoring ein und kooperiert dazu mit dem südafrikanischen Versicherer Discovery. Die Südafrikaner haben das Gesundheitsprogramm Vitality entwickelt. Kunden, die auf Fitness, Lebensstil und Ernährung achten, werden mit Gutscheinen, Geschenken und Rabatten belohnt. Die Daten werden mittels App an den Versicherer übermittelt. So sollen beispielsweise Vorsorgetermine dokumentiert, Schritte gezählt und sportliche Aktivitäten gemessen werden.

    Generali selbst beschreibt Vitality so: Mit Generali Vitality bieten wir zukünftig eine Produktoption für die stetig wachsende Gruppe gesundheitsorientierter Menschen an. Die Vitality-Produkte unterstützen die Kunden auf für sie nachvollziehbare Weise dabei ein gesünderes Leben zu führen. Von der Idee her vergleichbar mit den Bonussystemen von Krankenkassen wird eine gesunde Lebensweise gefördert und belohnt, indem der Kunde beispielsweise Vergünstigungen (bei der Mitgliedschaft im Fitnessstudio, beim Kauf von Sportausrüstungen und gesunden Lebensmittel) oder Bonuspunkte erhält. Innovativ ist an dem Modell, dass es ganzheitlich ist, d.h. vom Gesundheits-Check über die Vergünstigungen bis zu Bonuspunkten geht und dass dabei auch digitale Anwendungen zum Tragen kommen, die eine intuitive und für den Versicherten einfache Nutzung ermöglichen.

    Kunden erhalten Prämiennachlässe

    In der ersten Stufe erhalten Versicherte die genannten Vergünstigungen, in einer zweiten Stufe sollen auch Prämiennachlasse beim Versicherungsschutz möglich sein. Damit ist Generali der erste große Versicherer, der Ernst macht mit „Big Data“. Nach Medienberichten sollen auch Allianz, Axa und weitere an ähnlichen Projekten arbeiten. Vorreiter dieser Entwicklung ist der US-amerikanische Krankenversicherer United Healthcare. Dort erhalten Versicherte nach entsprechendem Nachweis schon seit Jahren Preisnachlässe. „In Europa werden die Produkte zunächst in Deutschland, Frankreich und Österreich erhältlich sein und die Märkte dann sukzessive ausgeweitet. Weltweit ist der Kooperationspartner bereits in vielen Ländern aktiv, darunter Südafrika, USA, China, England, Australien und Südostasien“, sagt Generali-Unternehmenssprecherin Silvia Lorger-Michel.

    Bedenken hinsichtlich Datenschutz

    Hierzulande erntet das Vorhaben deutliche Kritik. Verbraucherschützer wie Peter Grieble von der Verbraucherzentralen Baden-Württemberg verweisen auf das Manko hinsichtlich Datenschutz. Der Kunde wisse gar nicht, wie seine Daten im Konzern verarbeitet werden und wer Zugriff darauf habe. Einige Kommentatoren in Publikumsmedien mokieren zudem, dass so das Prinzip der Versicherung ad adsurdum geführt werde. Denn es werden nicht mehr verschiedene Risiken zwischen vielen Kunden und über die Zeit ausgeglichen, sondern die Versicherer versuchen so die „guten“ Risiken für sich zu gewinnen und der Konkurrenz die „schlechten“ Risiken überzuhelfen. Ein Trend, der bei genauerer Betrachtung wahrlich nicht neu erscheint. Felix Hufeld, oberster Versichungsaufseher bei der BaFin, sagte in der Süddeutschen Zeitung: „Wenn wir den Gedanken zu Ende denken, kann das letztlich zu einer Atomisierung des Kollektivs führen.“ Und auch Schriftstellerin Juli Zeh schaltet sich in die Debatte ein: „Wir werden manipulierbar und unfrei“. Sie sieht totalitäre Strukturen im Gewand von Serviceangeboten. Von Zeh ist der Roman „Corpus Delicti“, der vor der Problematik einer Gesundheitsdiktatur in naher Zukunft warnt.

    Anhang

    *1. „Was ist eine ‚digitale Stadt‘? von Gert Lovink: http://thing.desk.nl/bilwet/Geert/Aufsaetze/dds.txt

    Digitale Staedte oder ‚Freenets‘ sind frei zugaengliche, kostenlose
    Informationssysteme innerhalb des Internets. Es handelt sich dabei um eine
    lokale Sammlung ‚virtueller Gemeinschaften‘ (Rheingold), wobei das gemeinsame
    Interesse die geografische Lage und die Muttersprache ist. Seit Januar 1994
    gibt es in Amsterdam eine solche digitale Stadt. Sie wurde von „De Balie“
    gegruendet, einem Zentrum fuer Politik, Theater und Kultur, sowie der
    „Hacktic“-Gruppe (Computerhacker, die den ‚XS4all‘ Internetserver betreiben).
    Das Ziel war anfaenglich, ein Experiment durchzufuehren, welches das Verhaeltnis
    zwischen den Buergern und dem Bereich der Politik im elektronischen Zeitalter
    untersucht. Anlass waren die Wahlen des Gemeinderats. Bald ging die
    Entwicklung dahin, die Diskussion ueber die Planung der ‚Datenautobahn‘ in
    Holland voranzubringen.
    Fuer viele war ‚dds‘ die erste Bekanntschaft mit dem Internet. Das System
    brach aufgrund des grossen Zuspruchs bald zusammen. Mittlerweile hat
    dds-Amsterdam 20.000 ‚Bewohner‘ und bis zu 4000 log-ins pro Tag. Seit Oktober
    1994 laeuft das System ueber das World Wide Web und die Bewohner haben die
    Moeglichkeit, eigene Homepages zu gestalten. Die Version 3.0 (Juni 1995) legt
    noch mehr Wert auf die individuelle Positionierung der einzelnen Benutzer, um
    das wachsende System weiter zu differenzieren.
    Im folgenden Text werden eine Anzahl von Alternativen und Dilemmas
    dargestellt, um so, ohne Einfuehrung, gleich einen Eindruck davon zu geben,
    welche Fragen sich bei der Planung oeffentlicher Netzsysteme ergeben.

    Kein elektronisches Kaufhaus, sondern Public Domain

    Die digitale Stadt ist kein in sich geschlossenes Einkaufszentrum oder
    Ladenpassage. Sie ist ein oeffentlicher Raum, der zwar Zugang zu kommerziellen
    Systemen oder Diensten ermoeglicht, selbst jedoch keine Waren aufnoetigt oder
    Mautgebuehren an den Zugangspforten erhebt. So wie es nichts kostet, auf der
    Strasse zu laufen, muss auch der Zugang zur Digitalen Stadt frei sein. Es
    herrscht das Recht der freien Meinungsaeusserung. Man kann sich ueber die
    ‚Strasse‘ in ein anderes System einloggen, in dem man fuer Information bezahlen
    muss, aber der oeffentliche Raum im Netz hat damit nichts zu tun. Wenn dieser
    grundlegende Unterschied zwischen oeffentlichem Raum und Privatheit nicht
    gemacht werden kann, gibt es keine Existenzberechtigung mehr fuer eine
    digitale Stadt und sie wird ein Computernetzwerk wie alle anderen. Eine
    digitale Stadt kann zwar ‚Verkaufsraum‘ vermieten, darf aber nicht darauf
    reduziert werden. Kommerzielle Systeme dagegen werden sich von Natur aus
    nicht mit dem Problem befassen, ob sie ein ‚Aussen‘ haben. Sie werden
    hoechstens Werbung fuer andere machen, indem sie ihnen die Moeglichkeit geben,
    eine Anzeige zu plazieren.
    Laut Joost Flint, zusammen mit Marleen Stikker einer der Koordinatoren, ist
    die Digitale Stadt sowohl eine Antwort auf die drohende Kommerzialisierung
    des Netzes, als auch ein Trendsetter. „dds schafft keinen Markt. In dieser
    Hinsicht sind wir Hippietouristen, die ein Fernes Land kennenlernen. Ich
    hoffe, dass Die Digitale Stadt ein Raum fuer nicht-kommerzielle Information
    bleibt, mit Gratiszugang und Moeglichkeiten, die man in kommerziellen Systemen
    nicht hat. Es ist angenehm fuer Menschen, zu wissen, dass sie nicht
    ‚gemonitort‘ werden. Jeder Schritt, den man in einem anderen Internetsystem
    tut, wird registriert. Die Information wird an eine Direkt-Marketing-Agentur
    verkauft. Privacy wird ab einem bestimmten Zeitpunkt ein Thema werden.

    *2. „Die digitale Stadt ist eine Metapher“

    Rob van der Haar ist einer der Designer des Interface fuer Die Digitale Stadt
    3.0. In einem Vortrag mit dem Thema ‚Die Stadt als Metapher‘ fuehrt er aus:
    „Warum sollte man einer elektronischen Umgebung den Namen ‚digitale Stadt‘
    geben? Zunaechst einmal, weil er als Metapher dienen kann, er erklaert
    unbekannte Dinge anhand von bekannten. Das Verhalten der elektronischen Stadt
    wird daher mehr oder weniger an das Bild (mentales Modell) anschliessen
    muessen, das die Zielgruppe von einer wirklichen Stadt hat. Das bedeutet nicht
    automatisch, dass eine digitale Stadt eine exakte Kopie einer wirklichen Stadt
    werden muss. Im Gegenteil, Phantasiestaedte wie Disneyland und symbolische
    Staedte wie ‚The Legible City‘ des Kuenstlers Jeffrey Shaw sprechen die
    Phantasie viel mehr an. In manchen Punkten darf eine digitale Stadt durchaus
    vom Erwartungsmuster des Benutzers abweichen, gerade Ueberraschungen und
    Entdeckungen laden ein, die Stadt oefter zu besuchen.“
    Ein Teil des Erfolgs der Digitalen Stadt ist sicher ihrem Namen zu verdanken.
    Die Stadtmetapher foerdert nicht nur die Wiedererkennbarkeit, es ist vor allem
    eine produktive Formel, welche sowohl die Phantasie der Macher, als auch der
    Benutzer reizt. Die ‚Stadt‘ zieht Ideen an und provoziert dazu, wilde Plaene
    zu schmieden. Diese Metapher erlaubt sowohl die Arbeit an einem strikten,
    uebersichtlichen Plan, in dem Funktionalitaet und Benutzerfreundlichkeit
    dominieren, als auch an einem Labyrinth von Gassen und kleinen Strassen, in
    denen sich dunkle, illegale, abenteuerliche Dinge abspielen. Eine Stadt kann
    so reich (und so arm) sein wie das Leben. Ausschlussmechanismen koennen
    aufgrund der zielbewussten Komplexitaet der Struktur nicht effektiv
    durchgefuehrt werden. Die Unuebersichtlichkeit schuetzt die Bewohner gegen die
    destruktiven Seiten der Transparenz und der Allgegenwaertigkeit. In der
    Computerterminologie bedeutet das, dass der kuehle, kalte High-Tech durch
    menschliche Exzesse und nichtvorgesehene Abweichungen gemildert wird. Neben
    dem Rathaus muessen auch der Sexshop und der Koffieshop ihre Annehmlichkeiten
    anbieten koennen. Man kann in die Schule gehen, aber auch schwaenzen. Die
    Digitale Stadt muss nicht per se sauber und gesund zu sein. Es muss auch
    anonyme Plaetze geben. Das System wird staendig umgebaut, mit laestigen
    Baustellen und aufgebrochenen Strassen. In der Literaturkritik ist die
    Metapher ein vertrautes Problem. Es ist an der Literaturwissenschaft, dieses
    Wissen in den Cyberspace zu verpflanzen und den Metaphergebrauch innerhalb
    von Systemen wie Die Digitale Stadt einer kritischen Untersuchung zu
    unterziehen. Die Stadtmetapher erscheint im Cyberspace zu einem Zeitpunkt, in
    dem es mit der Stadt Amsterdam als Verwaltungseinheit endgueltig vorbei ist,
    und die Stadt sich in der Region („ROA“) aufloest. Selbst in der reaktionaeren
    Vorstellung des Stadtstaates sehen wir, dass die Stadt sich als eine
    verdichtete Infrastruktur redefiniert, zu der auch die weitentfernten
    Aussenbezirke, Flughaefen, Industriegebiete, edge cities, Autobahnen,
    Handelszentren und Randgemeinden gerechnet werden. Die fruehere Stadt dagegen
    hatte eine deutliche Grenze (und Identitaet). Die digitale Stadt kann nun als
    zurueckgekehrte Metapher einen gewissen Schutz gegen die hochaufloesende
    Faehigkeit der neuen Technologien bieten. Sie hat neben utopischen auch
    nostalgische Zuege. Sie will den vergangenen Glanz der Stadt wieder zum Leben
    erwecken, nicht indem man gebaute Umgebung mit postmodernen Fassaden versieht
    oder die Bewachung verstaerkt, sondern indem man die Kuenstlichkeit konsequent
    ausbaut: digitaler Konstruktivismus.

    http://thing.desk.nl/bilwet/Geert/Aufsaetze/dds.txt
    http://www.digitalcraft.org/?artikel_id=249
    http://www.digitalcraft.org/dateien/358_0730164807.pdf

  • Neutralitätsstudien

    Ein Beitrag von Nel Bonilla.

    wenn Sie über mein kürzlich geführtes Interview mit Pascal Lottaz zum Thema Neutralitätsstudien hierher gelangt sind, danke ich Ihnen. Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihr Interesse an diesen Themen, die leider von Tag zu Tag dringlicher werden.

    Ein paar Worte zu meiner Person und was Sie von Worldlines erwarten können:

    Meine Ausbildung in Humangeographie, Migrationsstudien und Soziologie fließt in meine Analyse der Art und Weise ein, wie Systeme – und nicht nur Individuen (obwohl Individuen auch dazu gehören, aber meist als Teil größerer Gruppen) – globale Machtkonstellationen formen. Ich untersuche Elitenetzwerke, strukturelle und organisierte Gewalt und die verborgene Maschinerie der Geopolitik, manchmal mit dem Schwerpunkt, wie Institutionen Loyalität und Konflikte erzeugen.

    Bei Worldlines untersuche ich die weitgehend unsichtbare Architektur der zeitgenössischen Geopolitik, die ihr zugrunde liegenden Schaltkreise, zum Beispiel durch:

    🔹 Elite Strategy: Die Institutionen, Stiftungen und Drehtürkarrieren, die privates Kapital in öffentliche Politik umwandeln.

    🔹 Wie Konflikte gestaltet werden: Warum Begriffe wie „strategische Mehrdeutigkeit“ und „Multidomänen-Kriegsführung“ Blaupausen für endlose Eskalation sind und keineswegs der Lösung von Konflikten dienen.

    🔹 Strukturelle Kontinuitäten: Die anhaltende hegemoniale Logik, die die Eindämmung des Kalten Krieges mit dem heutigen „Großmacht-Wettbewerb“ mit all seinen menschlichen und politischen Folgen verbindet.

    Mein Ziel ist es nicht, Schlagzeilen zu verfolgen, sondern die langfristigen Prozesse zu verstehen, die sie antreiben. Gelegentlich reagiere ich auf bestimmte Nachrichtenereignisse, aber immer mit einem strukturellen Blickwinkel.

    Vorgeschlagene Einstiegspunkte
    Je nach Interesse können Sie hier mit einigen Beiträgen beginnen:

    🔹Elite Capture & European Self-Destruction
    Warum transatlantische Netzwerke die EU-Politik gegen ihre eigenen Interessen vorantreiben. Und insbesondere, warum Deutschlands Energiearmut und Aufrüstungspolitik fast schon konstruierte Ergebnisse sind.
    🔹Der Mythos der transatlantischen Spaltung
    Die „Autonomie“-Debatten der EU, erklärt: Warum die „Gräben“ zwischen den USA und Europa meist nur Theater sind.
    🔹Der Plan für US-Drohnenangriffe in Mexiko
    Ein Blick darauf, wie nominell neutrale Länder in der unipolaren-multipolaren Konfrontation ins Visier genommen werden.
    🔹Zölle als Belagerungsmaschinen
    Was der Zollkrieg gegen China über die langfristige Strategie der USA verrät.

    🔹Transatlantische Konvergenz: Frieden oder schlummernde NATO?
    Wie Europa im Rahmen einer neuen Einsatzdoktrin für den Krieg umgerüstet wird.

    🔹Das geopolitische Theater: Trump, die NATO und der Weg ins Jahr 2028
    Anzeichen dafür, dass die Eskalation kein Zufall ist, sondern Teil eines bewussten und inszenierten Kontinuums.

    🔹Warum unterstützen die regierenden Eliten schädliche Politiken?
    Eine Untersuchung des systemischen, ideologischen und institutionellen Drucks auf die Entscheidungsfindung der Eliten.


    Demnächst,
    Ich entwickle derzeit ein neues langes Stück mit dem Arbeitstitel:
    „Weaponizing Time & Uncertainty“. Darin wird untersucht, wie strategische Mehrdeutigkeit eingesetzt wird, um die Instabilität zu verlängern, was darauf hindeutet, dass globale permanente Spannungen das beabsichtigte Ergebnis sind. Natürlich wird dies noch viel ausführlicher erklärt und dargelegt werden.


    Ein Hinweis zu Rhythmus und Zeitplan
    Ich befinde mich in der Endphase meiner Doktorarbeit, daher erscheinen die wichtigsten Beiträge vorerst etwa alle drei Wochen. Sobald die Dissertation eingereicht ist, werde ich häufiger veröffentlichen und auch Fragen und Antworten, Forschungstipps und Beiträge hinter den Kulissen veröffentlichen. Dies sind historische Zeiten, und ich glaube, sie rechtfertigen eine sorgfältige und kritische Aufzeichnung.

    In jedem Fall bin ich besonders gespannt darauf, von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, zu erfahren, wie sich diese Analyse auf Ihren Kontext auswirkt (wo immer Sie sich in der Welt befinden). Teilen Sie Ihre Gedanken in den Kommentaren mit.

    https://substack.com/home/post/p-168426706

  • Wie umweltbelastend war die Sprengung von Nordstream?

    Die Sprengung der Nord Stream Pipelines hatte erhebliche Umweltauswirkungen, vor allem durch den Austritt von Methan und die Aufwirbelung von Sedimenten. Die freigesetzte Methanmenge wird auf 445.000 bis 485.000 Tonnen geschätzt, was zu einem erheblichen Beitrag zum Treibhauseffekt führt. Zudem wurden etwa 250.000 Tonnen mit Schwermetallen belastetes Sediment aufgewirbelt, was langfristige Auswirkungen auf das Ökosystem der Ostsee haben könnte.

    Wie viel Methan wurde durch Nord Stream freigesetzt?

    Das Leck gehört zu den größten jemals durch menschliche Aktivitäten verursachten Methanaustrittsfällen und ereignete sich, als die beiden Nord Stream-Pipelines Ende September 2022 brachen. Die Studie beziffert die wahrscheinliche Methanmenge, die aus den Gasleitungen unter der Ostsee austrat, auf 445.000 bis 485.000 Tonnen .

  • Kann man in der Wüste für Wasser sorgen?

    Ja, man kann auch in der Wüste für Wasser sorgen – es ist zwar eine Herausforderung, aber mit den richtigen Methoden durchaus möglich. Hier sind einige Möglichkeiten, wie man in der Wüste Wasser gewinnen oder verfügbar machen kann:


    🌧️ 1. Regenwasser sammeln

    • Auch in Wüsten gibt es gelegentlich Regen.
    • Mit großen, gut konstruierten Regenauffangsystemen (z. B. Zisternen, Auffangbecken, Planen) lässt sich Regenwasser speichern.
    • Dieses Wasser kann später gefiltert und genutzt werden.

    🌫️ 2. Kondensation und Luftfeuchtigkeit nutzen

    • Taukollektoren oder Kondensationsfallen nutzen den Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht, um Luftfeuchtigkeit zu kondensieren.
    • Spezielle Materialien wie hydrophile Stoffe oder sogenannte “Wasserernter” (Atmospheric Water Generators, AWGs) ziehen Wasser direkt aus der Luft.

    🏞️ 3. Grundwasser erschließen

    • Wenn es in der Tiefe Wasser gibt, können Brunnen gebohrt werden.
    • Tiefbrunnen sind aufwändig und teuer, aber in vielen Wüstenregionen ist Grundwasser vorhanden.

    🌱 4. Nutzung von Pflanzen

    • Einige Pflanzen (z. B. Kakteen oder bestimmte Wüstenpflanzen) speichern Wasser.
    • Manche indigene Gruppen wissen, wie man daraus trinkbares Wasser gewinnt.

    🌊 5. Meerwasserentsalzung (in Küstennähe)

    • Wenn die Wüste an eine Küste grenzt (z. B. Atacama, Teile der Arabischen Halbinsel), kann Wasser aus dem Meer entsalzt werden.
    • Solarbetriebene Entsalzungsanlagen sind dabei besonders geeignet.

    🔬 6. Innovative Technologien

    • Projekte wie der “Warka Tower” oder “Source Hydropanel” erzeugen Wasser aus der Luft – rein solarbetrieben.
    • In Marokko wurde ein ganzes Dorf mit Nebelnetzen ausgestattet, die aus Nebel Wasser „melken“.

    Wie haben die Nabatäer in der Stadt Petra das Problem behandelt?

    Die Nabatäer in Petra (heutiges Jordanien) haben das Problem der Wasserversorgung in der extrem trockenen Wüstenumgebung auf beeindruckend fortschrittliche Weise gelöst – durch ein komplexes Wassermanagement-System, das seiner Zeit weit voraus war. Hier ist eine Übersicht, wie sie das geschafft haben:


    💧 Wasserversorgung der Nabatäer in Petra

    1. Regenwassersammlung

    • Obwohl es in Petra wenig regnet, haben die Nabatäer jede Regenquelle effektiv genutzt.
    • Sie bauten Kanäle, Terrassen und Zisternen, um selbst kleinste Regenfälle aufzufangen.
    • Wasser wurde von Dächern, Hängen und Straßen in unterirdische Zisternen geleitet.

    2. Bewässerungssysteme und Kanäle

    • Die Nabatäer legten kilometerlange Kanäle an, die Regenwasser zu den Siedlungen und Gärten transportierten.
    • Die Kanäle waren oft in den Fels gehauen oder mit Ton ausgekleidet, um Wasserverluste zu minimieren.

    3. Zisternen und Speicher

    • In Petra gibt es über 200 Zisternen, viele davon direkt in den Fels gehauen.
    • Diese unterirdischen Wasserspeicher hielten das Wasser kühl und verhinderten Verdunstung.
    • Einige Zisternen konnten Zehntausende Liter fassen und sicherten die Wasserversorgung über Monate.
    Zisterne-Nabataer

    4. Wasserleitungssysteme mit Keramikrohren

    • Die Nabatäer nutzten Ton- und Keramikrohre, um Wasser gezielt durch die Stadt zu leiten.
    • Auch Druckunterschiede wurden beachtet – durch gefällebasierte Leitungen gelang Wasser auch in höher gelegene Gebiete.

    5. Schutz vor Sturzfluten

    • Petra liegt in einem engen Tal, das bei Regen zu gefährlichen Sturzfluten führen kann.
    • Die Nabatäer bauten Umleitungsgräben, Staudämme und Tunnel, um Flutwasser zu kontrollieren und zu nutzen, statt es zu fürchten.

    🏛️ Ergebnis:

    Dank dieser Systeme konnten die Nabatäer:

    • Petra zur blühenden Handelsstadt machen.
    • Frischwasser das ganze Jahr über bereitstellen – auch in Dürreperioden.
    • Parks, Bäder und Gärten anlegen, die in der Wüste sonst undenkbar wären.


    🌍 Überblick: Wassertechnik der Nabatäer in Petra

    1. Aquädukte & Terrakotta‑Rohrleitungen

    2. Zisternen & Speicher

    • Hunderte von Zisternen, teils in den Fels gehauen, teils gemauert und arkadenüberspannt – wie z. B. am Jebel Haroun (18 × 5 m) visitpetra.jo.
    • Große Speicher (bis zu 2 500 m³), mit Reinigung durch Sedimentationstanks (Decantation) und mehrfach kaskadierte Behälter zur Filtration Wikipedia.

    3. Dämme & Hochwasserschutz

    • Dämme und Barrieren in den Wadis (z. B. Wadi Mataha, Wadi Mousa) sammelten Regenwasser gezielt und schützten gleichzeitig die Stadt vor Überschwemmungen visitpetra.jo+5bible.ca+5Omrania+5.

    4. Robustheit & Redundanz

    • Mehrere Zuführungen und Pipelines aus verschiedenen Quellen wurden parallel betrieben – so blieb Wasser selbst bei Teilausfall verlässlich verfügbar .
    • Viele Kanäle wurden überdacht oder in den Fels eingelassen, um Verdunstung und Verschmutzung zu verhindern .

    🛠️ Technische Raffinessen

    • Gefällegenauigkeit: Bereits im 1. Jh. v. Chr. angewandt, lange bevor westliche Ingenieure ähnliche Genauigkeit erreichten .
    • Inversion-Siphons: Druckleitungen über Wadi-Senken – Technik, die man erst später bei den Römern kennt .
    • Sedimentationstechnik: Wasserreinigung durch abgestufte Becken – klug durchdacht und hygienisch .

    🏛️ Architektur & Design im Stadtbild

    • Große städtische Bauten wie der Große Tempel verfügten über eigene Zisternen (bis zu 327 000 l) und angeschlossene Kanäle in das Stadtwassernetz .
    • Der Pool- und Gartenkomplex diente repräsentativen Zwecken und demonstriert die Macht des Wassers als Symbol und Ressource Wikipedia.
    water_channels_petra_Jordan

    Fazit

    Die Nabatäer machten aus der Wüste ein nachhaltiges Wasserwunderland:

    MerkmalWirkung
    Regen- + QuellwassernutzungPermanente Versorgung
    Unterirdische RohrleitungenSchutz vor Verdunstung
    Zisternen & DämmeLangfristige Speicherung
    Redundanz & Kontrollehohe Zuverlässigkeit


    Wo sind solche Projekte erfolgreich umgesetzt worden?

    Ein besonders faszinierendes, modernes Beispiel für erfolgreiche Wasserversorgung in der Wüste ist das Projekt “Frequentes Nebelnetzwerk in Marokko” – konkret in der Region Ait Baamrane an der Atlantikküste nahe der Sahara.


    🌫️ Beispiel: Nebelnetze in Marokko – „CloudFisher“

    📍 Ort:

    Ait Baamrane, südwestliches Marokko, nahe Sidi Ifni

    🛠️ Projektname:

    CloudFisher – Nebelernter

    🚀 Durchgeführt von:

    • Wasserstiftung (Deutschland)
    • Dar Si Hmad (lokale NGO)
    • Technisches Know-how von Ingenieuren aus München

    💡 Wie funktioniert das?

    • In dieser Region zieht regelmäßig dichter Atlantiknebel über die Berghänge.
    • Spezielle Netze aus feinmaschigem Kunststoff („CloudFisher“) werden aufgestellt.
    • Der Nebel kondensiert an den Fasern, Tropfen fließen nach unten und werden aufgefangen.
    • Das Wasser wird in Tanks gesammelt und in Dörfer geleitet.

    📊 Ergebnisse:

    KennzahlWert
    Wassermenge pro Tagbis zu 22 Liter pro m² Netz
    Anzahl versorgter Dörferüber 16 abgelegene Dörfer
    Investitionskostenvergleichsweise niedrig
    Betriebskostenminimal (keine Elektrizität nötig)

    ✅ Vorteile:

    • 100 % nachhaltig – kein Strom, keine Chemie
    • Niedrige Wartungskosten
    • Wasserqualität ist trinkbar
    • Besonders geeignet für entlegene Wüstenregionen
  • Wie vertrauenswürdig ist die OECD

    Wer finanziert die OECD und welche Intereesen stehen dahinter?

    Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) wird hauptsächlich von ihren Mitgliedstaaten finanziert. Ihre Finanzierung und die dahinterstehenden Interessen lassen sich wie folgt aufschlüsseln:


    💰 Finanzierung der OECD

    1. Beitragszahlungen der Mitgliedstaaten
      Jeder der aktuell 38 Mitgliedstaaten zahlt Beiträge, die sich hauptsächlich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit (Bruttonationaleinkommen) des Landes richten.
      • Die USA, Deutschland, Japan, Frankreich und das Vereinigte Königreich gehören zu den größten Beitragszahlern.
      • Beispiel: Die USA tragen traditionell etwa 20-25 % des OECD-Budgets bei.
    2. Freiwillige Beiträge (Voluntary Contributions)
      Zusätzlich zum regulären Pflichtbeitrag leisten viele Länder und Organisationen freiwillige Zahlungen, oft zweckgebunden für spezielle Programme oder Forschungsprojekte.
    3. Zuwendungen von anderen internationalen Organisationen
      Auch Organisationen wie die EU oder UN-Organisationen fördern einzelne Projekte.

    🎯 Interessen hinter der OECD

    Die OECD ist kein rein neutraler Akteur, sondern spiegelt die Interessen ihrer Mitglieder – insbesondere der industrienationenbasierten westlichen Staaten – wider. Die wichtigsten Interessen sind:

    1. Förderung von Marktwirtschaft und Freihandel
      • Die OECD unterstützt wirtschaftliche Liberalisierung, Deregulierung und freien Kapitalverkehr.
      • Ziel: Förderung eines wettbewerbsfähigen globalen Wirtschaftssystems.
    2. Wirtschaftspolitische Koordination der Industrieländer
      • Die OECD ist eine Plattform zum Austausch von Politiken, Best Practices und zur Koordinierung globaler Maßnahmen.
    3. Stärkung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit
      • Auch wenn sie kein politisches Mandat hat, stehen demokratische Grundwerte im Zentrum der Mitgliedschaft.
    4. Förderung von Entwicklung und Armutsbekämpfung (in Partnerländern)
      • Die OECD engagiert sich über das „Development Assistance Committee“ (DAC) für entwicklungspolitische Ziele.
    5. Standardsetzung und Datenanalyse
      • Die OECD entwickelt weltweit genutzte Standards (z. B. in Steuerpolitik, Bildung, Digitalisierung, Umwelt) – z. B. PISA-Studien im Bildungsbereich oder BEPS-Initiative zur Bekämpfung von Steuervermeidung.

    📌 Kritikpunkte

    • Dominanz westlicher Industrieländer: Entwicklungs- und Schwellenländer haben keine gleichwertige Stimme.
    • Liberale Wirtschaftsideologie: Kritiker sehen eine einseitige Förderung neoliberaler Politiken.
    • Einfluss großer Mitgliedstaaten: Insbesondere die USA und die EU haben erheblichen Einfluss auf die Agenda und Themenauswahl.

    Hier ist eine detaillierte Übersicht zur Finanzierung der OECD und den dahinterstehenden Interessen:


    1. 💶 Finanzierung – Pflichtbeiträge (Part I)


    2. 📊 Programme mit freiwilliger Finanzierung (Part II)

    • Part II-Budgets dienen speziellen Themen oder Programmen und werden durch freiwillige Beiträge von interessierten Mitgliedern finanziert (z. B. Sektorprogramme, regionale Arbeitsgruppen) .
    • Solche Programme umfassen z. B. das Development Assistance Committee (DAC), das PISA, BEPS, Arbeitsgruppen zu Klima, Digitalisierung, etc.

    3. 🏛 Finanzierung durch internationale Partner

    • Neben Mitgliedsländern tragen gelegentlich auch nicht‑OECD‑Organisationen, z. B. EU-Institutionen oder UN‑Organisationen, über Zuwendungen oder Projektkooperationen zur Mitfinanzierung bei de.wikipedia.org.

    4. 🧭 Interessen und Einfluss hinter der Finanzierung

    1. Industrieländer prägen die Agenda
      • Länder mit größerer Wirtschaftsleistung zahlen mehr – und haben de facto mehr Mitspracherecht.
    2. Förderung liberaler Wirtschaftsstrukturen
      • OECD setzt sich stark für Marktwirtschaft, Freihandel, Deregulierung, globalistische Standards ein.
    3. Steuerharmonisierung & Zusammenarbeit
      • BEPS-Projekte, globale Mindeststeuer (z. B. USA unterstützen, aber treffen oft auf Kritik im Inland) .
    4. Sozial‑, Klima‑ und Diversitätsziele
      • Programme wie Gender-Budgeting, Nachhaltigkeit, inklusives Wachstum werden über freiwillige Beiträge gefördert, was innenpolitischen Spannungen auslösen kann – etwa in den USA thetimes.co.uk.
    5. Entwicklungspolitik über DAC

    5. 📝 Zusammenfassung in Zahlen

    BudgetbereichBetrag 2025Anteil
    Part I (Pflichtbeiträge)235 Mio €65 %
    Part II (freiwillig)126 Mio €35 %
    Gesamt361 Mio €100 %

    Größte Pflichtzahler:

    Entwicklungshilfe (DAC):

    • Gesamt 223 Mrd USD in 2023 (0,37 % GNI)
    • USA führend (~65 Mrd USD) – dann Deutschland, Japan, UK, Frankreich

    6. 🔍 Fazit

    • Die Finanzierung strukturiert sich in Pflichtbeiträge (Part I), die das Grundbudget decken, und in freiwillige Beiträge (Part II) für Projekte.
    • Die Großzügigkeit und Ausrichtung der OECD spiegelt vor allem die Interessen der westlichen Industrieländer wider.
    • Programmauswahl und Themen (Freihandel, Steuern, soziale Klima‑ und Entwicklungsziele) hängen entscheidend von den Prioritäten der Beitragsländer ab.

    🎯 DAC‑Projekte, Part II‑Programme, BEPS-Steuerinitiativen

  • Wird in Magdeburg ein extra Gerichtsgebäude für einen Attentäter gebaut?

    Ja, in Magdeburg wird tatsächlich ein spezielles Interims-Gerichtsgebäude extra für den Prozess gegen den Attentäter des Weihnachtsmarkt-Anschlags errichtet:

    • Die bestehenden Gerichtssäle im Land Sachsen-Anhalt reichen nicht aus, um Hunderte von Nebenklägern, zahlreiche Zeugen, Pressevertreter und Sicherheitsbedürfnisse unterzubringen welt.de+15tag24.de+15sao.de+15volksstimme.de+9n-tv.de+9mdr.de+9.
    • Deshalb plant das Justizministerium einen Leichtbau‑Gerichtssaal auf einem landeseigenen Grundstück in Magdeburg. Der Bau umfasst rund 2 000 m² auf einem 5 000 m² Gelände und bietet Platz für bis zu 700 Personen mdr.de+4volksstimme.de+4stern.de+4.
    • Die Anlage wird voraussichtlich bis Ende September 2025 fertiggestellt, die Bauarbeiten haben bereits im Juni begonnen mdr.de.
    • Die kalkulierten Kosten liegen im mittleren einstelligen Millionenbereich – konkret zwischen drei und fünf Millionen, mit Betriebskosten für die Dauer des Prozesses tag24.de+6volksstimme.de+6tag24.de+6.

    🔹 Fazit: Ja, ein temporärer Gerichtssaal in Leichtbauweise wird derzeit eigens für den Mammutprozess gegen den Attentäter von Magdeburg gebaut, um den besonderen Anforderungen gerecht zu werden.

    Wird das gebäude nach dem prozess wieder abgebaut?

    Ja – das Interims-Gerichtsgebäude in Magdeburg ist **ausschließlich temporär geplant **:

    • Es handelt sich um einen Leichtbau-Saal, der extra für den Prozess errichtet wird – inklusive kompletter Ausstattung durch ein beauftragtes Unternehmen reddit.com+11volksstimme.de+11faz.net+11.
    • Sobald der Prozess abgeschlossen ist, wird das Gebäude wieder abgebaut. Der Anbieter ist darauf spezialisiert – vergleichbare Lösungen wurden z. B. schon bei anderen großen Verfahren eingesetzt .

    🔍 Fazit: Ja, das Gebäude wird nach Abschluss des Prozesses wieder demontiert – es handelt sich um ein reines Zwischenbauwerk ohne langfristige Nutzungsperspektive.

  • Philosophie Konflikt

    In einem entscheidenden Moment der griechischen Geschichte war der Peloponnesische Krieg (431–404 v. Chr.) nicht nur ein Konflikt zwischen zwei Städten, sondern eine Konfrontation zwischen zwei Modellen von Souveränität:

    Athen, die Demokratie: wo Entscheidungen sich in Reden und Interessen auflösen. Und Sparta, die Souveränität: wo Handeln vor der Theoretisierung geschieht. Athen repräsentierte die Demokratie: eine Volksversammlung, Beratungen, Redefreiheit und Interessenkonflikte. Doch, wie Thukydides beschrieb, geriet sie in die Falle der Bürokratie, die zwischen Entscheidung und Zögern schwankte.

    Jeder sprach, und niemand entschied.

    Sparta war das genaue Gegenteil: ein Staat, der nicht viel redet, sondern entscheidet. Und damit näher an Carl Schmitts Verständnis von Souveränität:

    «Der wahre Herrscher ist derjenige, der im Ausnahmezustand entscheidet.»

    Schmitt sieht den Politiker nicht als bloßen Verwalter der Institutionen, sondern als denjenigen, der das Schicksal gestaltet, wenn das gewohnte System zusammenbricht.

    Machiavelli hätte in Sparta die Verkörperung von «Virtù» gesehen:

    die politische Tugend, die ohne Illusionen entscheiden kann, während Athen die Gefahr der «Beratung als Ersatz für Handlung» darstellt.

    Agamben wiederum sieht in Athen einen «permanenten Ausnahmezustand»:

    Macht ohne Träger, Entscheidung ohne Gesicht. So stellt die Geschichte eine Frage, die nichts von ihrer Aktualität verloren hat:

    Wird Souveränität im Namen des Rechts oder im Namen der Entscheidungsfähigkeit ausgeübt?

    Ist der Politiker die Institution oder der Moment, in dem das Leben den Ausnahmezustand im Namen der Bedeutung durchbricht?

    Philosophie Athen Demokratie
  • Krieg und Medien

    Wird versucht einen Krieg vorzubereiten, kann man zunächst in den Medien lesen und hören:

    Wir wollen den Krieg nicht

    Das gegnerische Lager trägt die Verantwortung

    Der Führer des Gegners ist ein Teufel

    Wir kämpfen für eine gute Sache

    Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen

    Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich

    Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm

    Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache

    Unsere Mission ist heilig

    Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.

    Anne Morelli

    Anne Morelli schrieb das Buch Principes élémentaires de propagande de guerre in Ahnlehnung an Arthur Ponsonbys Klassiker zur Propagandaforschung.

    Es ist interessant zu beobachten, wie so mancher Journalist nicht wertfrei seine Recherche und Arbeiten zu irgeneinem Thema veröffentlichen kann, sondern vielmehr den üblichen Narrativen folgt. Beängstigend ist dann zu beobachten, wie in Folge die Personen mit diametral entgegengesetzte Sichtweisen, demzufolge oft sehr schnell beschimpft, herabgestuft und gemieden werden.

    Eigentlich ist das alles nicht neu. Neu ist nur der vehemente Anspruch und die Deutungshoheit und Positionierung von Wahrheit und Lüge, (neudeutsch Fake und Hassrede) im Interesse der Regierenden. Die Opposition und so mancher Bürger weden schnell verunglimpft. Dabei ist es die Aufgabe der Opposition seit den Griechen und ihrer Erfindung der Demokratie vor 2500 Jahren, die Herrschenden in Schach zu halten, da die Erfahrung lehrte, das diese all zu schnell nur ihre eigenen Interessen verfolgen und im Klüngel den eigentlichen Souverän übergehen.

    Die Wörter “Populus”, “Volk” und “Souveränität” sind eng miteinander verbunden im Kontext der Politik und Philosophie. Sie beziehen sich auf die Quelle und das Wesen der staatlichen Macht.

    “Populus” (lateinisch):

    Bezeichnet das Volk als eine Gesamtheit von Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben und politisch organisiert sind

    In der Schule waren die Besserwisser schnell verpönt. Heutzutage haben erwachsene Besserwisser in der Politik zahlreiche Tools den anderen zu diffamieren, sei es ihn als Nazi zu bezeichnen oder der Hassrede zu bezichtigen. Das reicht schon als Mittel der Ausgrenzung.

    Und am Narrativ gearbeitet wird mit allen Mitteln.

    Administratoren in sozialen Medien, die z.B. der Verfassungsschutz mittels V-Männern betreibt, zeigen schon die Fragwürdigkeit dieser Behörde. Brisant an der Sache ist, daseinige Fake-Profile der Verfassungsschutzämter gezielt provozieren, hetzen und womöglich sogar strafrechtlich relevante Handlungen begehen könnten.

    Verfassungsschutz Brandenburg betreibt 287 Fake Accounts.

    Wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervorgeht, betreibt der Brandenburger Verfassungsschutz insgesamt 287 sogenannte „Fake-Accounts“ in sozialen Netzwerken. Die Landesregierung hatte die Auskunft zunächst unter Verweis auf das „Staatswohl“ verweigert und lieferte die Informationen erst auf erneuten Druck in Form eines Konfrontationsschreibens nach.

  • Kriegstüchtigkeit, was bedeutet das überhaupt?

    Will ich erobern oder mich verteidigen, will ich mich rächen oder Resourcen für meine Gruppe garantieren? Ja, der vermeintlich Stärkere kann sich nicht erpressen lassen! Er wird bis zum umfallen kämpfen (zumindest seine Untertanen). Ja diese werden für seine Werte sterben, ihr Fürst, ihr Regierender, Vertreter ist ja der Stärkere und von daher der “Rechte” Inhaber.

    Die Destruktivität eines Krieges nimmt er in Kauf, ist Beiwerk einer schnörkellosen Realität.

    Dies waren zumindest die Slogans der Neocons der Vereinigten Staaten der 80er Jahre wie Charles Krauthammer, Paul Wolfowitz und Dick Cheney, Verfechter eines wirklichen Imperiums amerikanischer Tradition. Ein Zitat, welches Karl Rove zugeschrieben wird, ist im Kontext bezogen auf einen Text eines Journalisten, der sich auf die Prinzipien der Aufklärung und des Empirismus bezog: “So funktioniert die Welt nicht mehr wirklich. Wir sind jetzt ein Imperium, und wenn wir handeln, schaffen wir unsere eigene Realität. Und während Sie diese Realität studieren – mit Bedacht, wie Sie wollen – werden Sie wieder handeln und andere neue Realitäten schaffen, die Sie ebenfalls studieren können, und so werden sich die Dinge klären. Wir sind die Akteure der Geschichte … und ihr, ihr alle, werdet nur noch studieren, was wir tun.”

    Die europäische Geschichte lehrt uns aber etwas anderes: der “Westfälische Friede” war eine vernunftbegabte Conclusio eines 30 jährigem blutigen Desasters, nämlich den “Anderen”, den “Feind” zu respektieren und jede andere Form zivilisatorischer, gesellschaftlicher Version, Entwicklung neben sich neutral (ohne Überstülpung der eigenen Werte) gewähren zu lassen. Und dies nicht unbedingt in Form von Akzeptanz, sondern in Form von dualistischem Grundsatz: Der “Andere” hat ein Anrecht auf “seine Welt”, und man kann ihm nur diplomatisch, auf keinem Fall mit einem Messer begegnen.