Autor: stralsund

  • Die Mythologie ist keine willkürliche Dichtung

    sondern ein notwendiger Prozeß des Bewußtseins.

    — Friedrich Wilhelm Joseph Schelling

    Mythos ist in diesem Sinne weder ein Relikt vormoderner Naivität noch bloßes Produkt kollektiver Einbildungskraft, das mit dem Fortschritt der Vernunft verschwindet. Er verweist vielmehr auf eine tiefere Struktur des Bewusstseins selbst. Er entsteht nicht aus Beliebigkeit, sondern dort, wo das Denken an seine Grenzen stößt. Jede politische Analyse, die diese symbolische Dimension ausblendet, bleibt notwendig unvollständig.

    Denn der Mensch, so Ernst Cassirer, «lebt nicht nur in einer physischen, sondern auch in einer symbolischen Welt». Politische Wirklichkeit erschöpft sich nicht in Institutionen, Verfahren oder Interessenlagen, sondern konstituiert sich ebenso durch Bilder, Symbole und Narrative, die ihr erst Bedeutung verleihen. Der Staat gründet nicht allein auf Gesetzen, sondern auf der Bedeutung, die ihm zugeschrieben wird; Gemeinschaft entsteht nicht nur aus Interessen, sondern aus geteilten Vorstellungen; und Geschichte wirkt nicht als bloße Abfolge von Fakten, sondern als erzählbare, glaubhafte Form.

    In diesem Sinne erscheint der Mythos nicht als Zusatz zur Politik, sondern als eine ihrer Voraussetzungen. Er erklärt die Welt nicht nur, sondern formt sie: Er bestimmt, wer «wir» sind und wer «die Anderen»; er markiert die Grenzen des Möglichen und des Legitimen. Er operiert nicht auf der Ebene der Wahrheit, sondern auf der des Akzeptablen – er überzeugt nicht, er rahmt.

    Doch diese symbolische Ordnung ist weniger eine Antwort auf die Welt als eine Entlastung von ihr. Hier gewinnt die Einsicht von Hans Blumenberg ihr besonderes Gewicht: «Der Mythos ist eine Weise, mit der Ungewißheit der Welt umzugehen». Mythos erklärt nicht – er macht das Unerklärliche erträglich. Er löst keine Widersprüche auf, sondern bringt sie in eine Form, die bewohnbar bleibt. Genau darin liegt seine politische Wirksamkeit: Er beendet Konflikte nicht, sondern macht sie handhabbar.

    Politik erscheint so nicht als Gegenpol zum Mythos, sondern als ein Feld, das ohne ihn kaum auskommt. Sie operiert mit Voraussetzungen, die sich rational nicht vollständig begründen lassen, und greift zugleich auf symbolische Formen zurück, um Verbindlichkeit zu erzeugen und diese als selbstverständlich erscheinen zu lassen.

    Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob sich der Mythos überwinden lässt, sondern: Wer ihn formt – und in welcher Gestalt durch ihn Wirklichkeit neu entworfen wird.

  • Vier Beine gut – Zwei Beine schlecht

    Die Entwicklung der Tyrannei: Führung und Korruption in „Animal Farm“

    Farm der Tiere - George Orwell

    Der Podcast bietet eine tiefgreifende Analyse von George Orwells Werk Farm der Tiere und beleuchten dessen Status als politische Allegorie auf die Sowjetunion. Der Diskurs untersucht die ideologische Entwicklung vom utopischen „Animalismus“ hin zu einem totalitären Regime, wobei die Schweine Napoleon und Snowball als Symbole für Stalin und Trotzki fungieren. Ein besonderer Fokus liegt auf der instrumentellen Nutzung von Propaganda, der Manipulation von Sprache und der schleichenden Korruption von Macht. Neben detaillierten Charakterstudien wird die zeitlose Relevanz des Romans als Warnung vor autoritärer Unterdrückung und dem Verrat an revolutionären Idealen hervorgehoben. Zusammenfassend verdeutlichen die Quellen, wie eine einst auf Gleichheit basierende Vision durch Gewalt und Desinformation in eine neue Form der Tyrannei umschlägt.

    Die Architektur der Lüge - Farm der Tiere - George Orwell
    Vier Beine gut - Zwei Beine schlecht - Huxley - Farm der Tiere
    Vier Beine gut - Zwei Beine besser - Huxley - Farm der Tiere
  • Work Live Balance

    Worke life balance! Was ist das? Hier in Bangladesch arbeiten die Menschen hart, trotzdem bleiben sie arm. Was stimmt da nicht? Als Besucher sehe ich nur, wie sie sich abrackern. Weil sie das schon ein Leben lang tun, liegt der Schluß nahe, dass sie zu wenig verdienen, um jemals der Armutsfalle zu entkommen. Der Kontrast könnte gravierender nicht sein. Ich sitze im reichen Bangkok und archiviere Bilder der Armut. Schnell werden sich wieder Kritiker melden, solche, die es unmoralisch finden, den Finger in die Wunde zu legen und derartige Armut aufzuzeigen. Wer sonst sollte es tun, wenn nicht ein Reisender, ein Fotograf. Tabus brechen, zeigen was ist und hoffen, dass das Sichtbarmachen dieser Szenen, etwas bewirkt. Was soll es bewirken? Bei allem was wir tun, entscheiden, kritisieren oder loben, ist ein Bewußtsein im Spiel, das individuell in der Seele verankert, unsere Indentität bildet. Unser Verhalten speist sich aus der Summe der Erfahrungen und diese sind sehr unterschiedlich. Sympathie oder Ablehnung, Empathie oder Aggression, diese Emotionen sind empirisch unterbaut und liefern den Menschenfeinden, wie den Philanthropen die Argumente. In einer Zeit, in der Verrückte und geistig minderbemittelte in höchste Positionen gelangen können, bleibt eine orientierungslose Gesellschaft zurück, deren Vorbilder in die Irre führen und Ratlosigkeit verbreiten. Ich schaue immer noch die Weltnachrichten, obwohl ich weiß, dass ich belogen werde. Hier liegt der Unterschied. Ich kann reagieren und alternative Informationen einholen. Ich kann dagegen sein. Was aber kann der Lastenträger oder die Analfabetin in Bangladesch? Nichts! Die Imame halten sie dumm und die Regierungen arm. So funktionieren heute die Mechanismen der Unterdrückung und die der Ausbeutung. Nicht nur in Bangladesch, sondern weltweit.

    GC

  • Berlin im Bau-Einerlei

    Die Pandemie der Langeweile.

    Glasfassaden, rechte Winkel, serielle Wiederholungen: Wer durch viele Neubauviertel geht, bewegt sich durch eine Architektur, die vor allem eines vermeidet – Auffälligkeit. Der britische Designer Thomas Heatherwick spricht von einer „Blandemic“, einer globalen Pandemie der Langeweile. Seine Diagnose trifft einen Nerv – auch in Berlin.

    „Wir haben Orte geschaffen, an denen niemand gerne ist“, sagt Heatherwick in Interviews. Gemeint sind Gebäude, die zwar effizient funktionieren, aber kaum Emotionen auslösen. Fassaden ohne Tiefe, Raster ohne Variation – Architektur als Hintergrundrauschen.

    Im Zentrum der Kritik steht der Einfluss des Modernismus und damit auch eine seiner Schlüsselfiguren: Le Corbusier. Seine Ideen – standardisierte Grundrisse, klare Geometrie, die Trennung von Funktionen – haben das Bauen weltweit geprägt. Für Heatherwick ist genau darin das Problem angelegt: „Wenn man Schönheit aus der Gleichung entfernt, bleibt nur noch Effizienz übrig.“

    Doch so eindeutig ist die Sache nicht. Architekturhistoriker widersprechen. Le Corbusier habe nicht die monotone Stadt gewollt, sondern im Gegenteil bessere Lebensbedingungen. Licht, Luft, Grünflächen – seine Vision richtete sich gegen die Enge der Vorkriegsstadt. „Die heutige Gleichförmigkeit ist eher eine Vereinfachung seiner Ideen als deren Umsetzung“, heißt es aus Fachkreisen.

    In Berlin lässt sich diese Ambivalenz konkret beobachten. Das Corbusierhaus im Westend – ein massiver, horizontal gegliederter Wohnblock – wirkt für manche wie ein Prototyp der funktionalen Großstruktur. Für andere ist es ein Denkmal sozialen Fortschritts, ein Experiment des gemeinschaftlichen Wohnens.

    Auch das nahegelegene Hansaviertel erzählt diese Geschichte. Entstanden im Rahmen der Interbau 1957, sollte es die Stadt der Zukunft zeigen: aufgelockert, durchgrünt, modern. Heute wirkt es zugleich visionär und distanziert. Die Freiräume sind großzügig, doch die Gebäude bleiben oft kühl.

    Heatherwicks Vorwurf zielt genau auf diese Distanz. Architektur, so seine These, habe sich vom Menschen entfernt. Studien stützen diese Wahrnehmung: Menschen reagieren messbar positiver auf abwechslungsreiche, detailreiche Fassaden als auf monotone Flächen.

    Die Gründe für die heutige Baupraxis liegen jedoch nicht nur in ästhetischen Ideologien. Zeitdruck, Kostenoptimierung und standardisierte Bauprozesse begünstigen einfache Lösungen. Investoren verlangen Planungssicherheit, Städte schnellen Wohnraum. Das Ergebnis: Wiederholung.

    Heatherwick fordert deshalb einen Kurswechsel. „Gebäude sollten uns etwas fühlen lassen“, sagt er. Mehr Mut zu Ornament, zu Materialität, zu Individualität – kurz: mehr Risiko.

    Doch auch diese Forderung bleibt umstritten. Kritiker warnen vor einer Romantisierung. Architektur müsse bezahlbar bleiben, nachhaltig sein und auf komplexe urbane Anforderungen reagieren. Die Reduktion auf die Frage der Schönheit greife zu kurz.

    Die Debatte um die „Blandemic“ ist damit mehr als ein ästhetischer Streit. Sie berührt den Kern der Stadtentwicklung: Wie wollen wir leben? In funktionalen Strukturen – oder in Räumen, die Identität stiften?

    Berlin, mit seiner gebauten Geschichte zwischen Experiment und Pragmatismus, wird auf diese Frage eine eigene Antwort finden müssen.

  • Der Green Deal war kein Klimaplan, sondern ein Deindustrialisierungsprojekt

    Ein Satz aus dem EU Parlament
    zur Politik von Frans Timmermans,
    der plötzlich eine ganz andere Schärfe bekommt
    und wie eine realistische Beschreibung wirkt.

    NGOs wurden mit Milliarden aus EU-Mitteln finanziert
    und gezielt gegen Industrie eingesetzt:

    gegen Kohlekraftwerke
    gegen Automobilunternehmen
    gegen industrielle Anwendungen

    Immer mit derselben Stoßrichtung:

    mehr Druck
    mehr Einschränkung
    weniger Industrie

    Wer von „Degrowth“ spricht,
    meint genau das.

    Wenn Klimaziele nur noch erreichbar erscheinen,
    weil industrielle Substanz verschwindet,
    ist das kein Kollateralschaden mehr.

    𝗗𝗮𝗻𝗻 𝗶𝘀𝘁 𝗲𝘀 𝗠𝗲𝘁𝗵𝗼𝗱𝗲.

    Irgendwann stellt sich die Frage, wem dieses System dient
    und ob es noch dem entspricht, was behauptet wird.

    Jetzt wird geklagt. Zu Recht.

    Es geht um ~7 Milliarden Euro
    und deren Verwendung.

    „Andere Gruppen bekamen Geld für die Beeinflussung von EU-Abgeordneten bei Abstimmungen zu … Chemikalien.“

    𝗪𝗲𝗿 𝘃𝗼𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻𝗲𝗻 𝗣𝗼𝘀𝗶𝘁𝗶𝗼𝗻 ü𝗯𝗲𝗿𝘇𝗲𝘂𝗴𝘁 𝗶𝘀𝘁, 𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝘁 𝗸𝗲𝗶𝗻𝗲 𝘀𝗼𝗹𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗦𝘁𝗿𝘂𝗸𝘁𝘂𝗿𝗲𝗻.

    Denn hier wird entschieden,
    was in Europa künftig noch möglich ist und was nicht mehr.

    Und wie ganze Branchen Schritt für Schritt
    faktisch unmöglich gemacht werden.

    Weil Maßstäbe so gesetzt werden,
    dass sie nicht mehr erfüllbar sind.

    Wer diese Verfahren kennt, weiß:

    Das Problem ist, wie sie geführt werden.

    Willkür.
    Ideologisch gefärbte Bewertungen.
    Ein erschreckendes Maß an Unkenntnis über industrielle Prozesse und Anwendungen.

    Flankiert von Akteuren,
    die ein klares Ziel verfolgen
    und dafür auch finanziert wurden.

    Sich ständig verschiebende Anforderungen.
    Regeln, die im laufenden Verfahren verändert werden.
    Behörden klagen über Überlastung
    verursacht durch selbst geschaffene Detailsteuerung.

    Entscheidungen,
    die ganze Wertschöpfungsketten ins Wanken bringen.

    Ich erlebe es seit über 15 Jahren.
    Gemeinsam mit vielen anderen, die diesen Verfahren ausgesetzt sind.

    Was jetzt fehlt,
    sind die konkreten Beispiele aus der Praxis.

    Wie es tatsächlich abläuft.
    Was im Hintergrund entschieden wird.
    Was wir erleben.
    Dinge, die man kaum für möglich hält.

    Aktuell entscheidet sich daran
    die Zukunft ganzer Branchen
    und damit ganzer Liefer- und Wertschöpfungsketten in Europa.

    Die größte Gefahr für diese industrielle Basis
    liegt nicht in Washington, Peking oder Moskau.

    Sondern in den eigenen Strukturen.

    Jetzt fügt sich das Bild.

    Es fühlt sich an wie ein Wirtschaftskrimi.

    Nur dass er real ist.
    Und gerade geschrieben wird.

    Über das,
    was hinter den Kulissen passiert.

    Über Verfahren,
    in denen nicht nur reguliert,
    sondern entschieden wird,
    welche Industrie in Europa noch eine Zukunft hat.

    Was hier öffentlich wird,
    ist nur die Spitze des Eisbergs.

    Das ganze Bild entsteht erst
    durch die Beispiele der Betroffenen.

    IZW Initiative Zukunft Wirtschaft Deutschland e.V.

    Hashtag#Industriepolitik
    Hashtag#EU
    Hashtag#GreenDeal
    Hashtag#Wirtschaft
    Hashtag#REACH

    ATB

  • 1960’er Garage Psych

    1960’s Garage Psych from Pelham, New York (1967) Now available at MOJO BONE RECORDS

    1960’s Garage from Los Angeles, California (1967) Later that year they morphed into the Strawberry Alarm Clock

    1960’s Garage from Tampa, Florida (1967)

    60’s Garage Psych from L.A. California

    The Lemon Fog – Summer – 60’s Garage from Houston, Texas (1968)

    The Music Machine – Dark White – 60’s Garage Psych from Los Angeles , CA (1969)

  • Jean-Michel Jarre

    Das Bild zeigt den weltbekannten französischen Musiker, Komponisten und Musikproduzenten Jean-Michel Jarre in seinem Studio.

    Jean-Michel Jarre

    Jean-Michel Jarre:

    “Ich habe schon früh von Can gehört und ihre Entwicklung im Auge behalten. In Deutschland kannten sich die Krautrock-Musiker zumindest untereinander; ich war in Frankreich völlig isoliert. Ich hatte nur eine kleine Gruppe von Leuten, mit denen ich mich austauschen konnte, mit Pierre Schaeffer als Mittelpunkt. Aber selbst innerhalb dieser Gruppe waren wir sehr französisch, arbeiteten isoliert, jeder für sich – eine ziemlich arrogante Arbeitsweise. Wir hatten keine Ahnung, was auf den Straßen vor unserer Haustür vor sich ging, geschweige denn im Rest der Welt. Die Botschaft lautete: Wir kennen die Wahrheit; alle anderen sind unwissend und produzieren nur Müll. Nach zwei oder drei Jahren wollte ich raus. Pierre Schaeffer sagte zu mir: ‚Hör auf, deine wertvolle Zeit mit diesem Unsinn zu verschwenden.‘

    Ich stritt mich ständig mit diesen elitären Typen und sagte zu ihnen: ‚Schaut mal nach draußen! In Deutschland machen sie aufregende neue Musik, und Soft Machine und Pink Floyd arbeiten in Großbritannien an fantastischen Klängen. Sie alle beschäftigen sich mit Dingen, die ihr nur intellektuell romantisiert. Und ich will das alles zusammenbringen!“ Aber sie waren nicht interessiert. Deshalb habe ich mich schließlich nach drei Jahren selbstständig gemacht, um diese Lücke zwischen experimenteller Musik und Pop zu schließen.”

  • Was ist los in Stralsund im Monat März

    Was ist los in Stralsund

    Moin! Klaus hier. Ich habe den Rollkragen gegen eine wetterfeste Jacke getauscht und bin für dich die A20 hochgefahren. Stralsund im März 2026 – das ist herrlich ehrlicher Backstein-Charme, eine steife Brise vom Strelasund und eine Kulturszene, die viel mehr zu bieten hat als nur Fischbrötchen (obwohl die natürlich auch Weltklasse sind).

    Hier ist mein „Stralsund-Update“ für das letzte Märzwochenende.


    🐟 Das monumentale Erlebnis: „Resilienz der Meere“

    Ausstellung: Sonderausstellung 2026 Wo: OZEANEUM Stralsund (Hafeninsel)

    Wer glaubt, das Ozeaneum sei nur etwas für Schulausflüge, hat die neue Schau „Resilienz der Meere“ verpasst. In der gigantischen Halle der „1:1 Riesen der Meere“ hängen nicht nur die Wale, sondern es wird 2026 eine immersive Lichtinstallation gezeigt, die den Zustand der Ostsee visualisiert.

    • Der Kern: Die Ausstellung kombiniert wissenschaftliche Daten der Meeresforschung mit kinetischer Kunst. Wenn man unter dem Blauwal steht und die Lichtwellen die Temperaturveränderungen der letzten 100 Jahre nachzeichnen, ist das Gänsehaut pur.
    • Warum hingehen? Es ist die perfekte Mischung aus Ehrfurcht vor der Natur und dem dringenden Appell zum Handeln – verpackt in eine Ästhetik, die man sonst nur aus Berlin-Mitte kennt.
    • Mein Tipp: Geh kurz vor Schließung hin, wenn das Licht der untergehenden Sonne durch die Glasfront auf die Exponate trifft.

    „Hier wird die Stille der Tiefe fast ohrenbetäubend. Ein Ort, der Demut lehrt.“ – Klaus


    🎭 Weltliteratur am Sund: „Der Schimmelreiter“

    Aufführung: Schauspiel nach Theodor Storm Wo: Theater Vorpommern (Großes Haus Stralsund)

    Das Theater Vorpommern hat gestern Abend eine Inszenierung von Storms Klassiker auf die Bühne gebracht, die so rau und modern ist wie eine Sturmnacht auf Hiddensee.

    • Die Inszenierung: Regie führt eine junge Newcomerin, die Hauke Haien nicht als Technik-Pionier, sondern als einsamen Visionär in einer Welt von Skeptikern zeigt. Das Bühnenbild besteht fast nur aus Wasser und Spiegelungen.
    • Der Vibe: Es ist düster, es ist nordisch und es zieht dich gnadenlos in den Strudel der Handlung. Die Akustik im Stralsunder Haus ist fantastisch – man hört jeden Wassertropfen.
    • Fazit: Wer das Norddeutsche liebt, kommt an dieser Aufführung nicht vorbei.

    🏛️ Zeitreise im Museumshaus

    Ausstellung: Hanseatisches Erbe & Moderne Schatten Wo: Welterbe-Ausstellung im Museumshaus (Mönchstraße 38)

    In einem der am besten erhaltenen gotischen Giebelhäuser Norddeutschlands gibt es gerade eine feine, kleine Foto-Intervention.

    • Das Erlebnis: Zwischen den historischen Balken und den mittelalterlichen Mauern hängen großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien von zeitgenössischen Street-Art-Künstlern aus dem Ostseeraum.
    • Der Kontrast: Der Dialog zwischen dem schweren Erbe der Hanse und der flüchtigen Kunst von heute funktioniert erstaunlich gut. Es ist ein stiller Ort zum Nachdenken.

    Klaus’ Kurz-Tipps für das Wochenende in Stralsund:

    • Für Architektur-Fans: Ein Spaziergang über den Alten Markt. Die Fassade des Rathauses im Sonnenlicht ist das beste „Ausstellungsstück“, das die Stadt permanent zu bieten hat.
    • Für Genießer: Das Café im Heilgeistkloster. Dort gibt es nicht nur tollen Kuchen, sondern auch eine Ruhe, die man in Berlin vergeblich sucht.
    • Für Entdecker: Das Marinemuseum auf dem Dänholm. Ein bisschen versteckt, aber für Technik-Nerds ein absolutes Goldstück.

    Stralsund zeigt uns diesen März, dass Tradition und Moderne kein Widerspruch sein müssen, solange man genug Wind um die Nase hat.

    Das ist eine hervorragende Idee. In Stralsund liegen Geschichte, Kunst und maritime Gemütlichkeit so nah beieinander, dass man sie wunderbar erlaufen kann. Hier ist mein Vorschlag für einen „Backstein, Kunst & Bierteig“-Walk durch die Altstadt.

    ⚓ Der Stralsunder Culture-Walk (März 2026)

    1. Start: OZEANEUM & Hafeninsel

    • Kultur: Wir beginnen bei den „Riesen der Meere“. Neben den Walen solltest du dir im März 2026 die Sonderausstellung zur Großen Nordischen Expedition ansehen – eine faszinierende Verbindung von Wissenschaftsgeschichte und künstlerischer Aufarbeitung.
    • Snack: Hol dir ein Fischbrötchen direkt am Hafen (z.B. beim Fischkutter Milan), bevor wir in die Gassen eintauchen.

    2. Die Galerie im Wintergarten (Badenstraße 1)

    • Kultur: Nur ein paar Schritte vom Hafen entfernt liegt die Goldschmiede Stabenow. In deren Galerie im Wintergarten läuft aktuell die Ausstellung „ABSTRAKT und MEER“ mit Werken von Daniel Sagir und Boris Hecht. Öl- und Acrylmalerei, die perfekt zur Stimmung am Sund passt.

    3. Kaffee-Pause am Alten Markt

    • Genuss: Zeit für ein Koffein-Update. Das Kaffee Monopol in der Mühlenstraße bietet exzellente Eigenröstungen und einen wunderbaren Blick auf das bunte Treiben hinter dem Rathaus. Ein Treffpunkt für die lokale Kreativszene.

    4. Spielkartenfabrik & St. Jakobi

    • Kultur: Wir spazieren Richtung Kulturkirche St. Jakobi. Diese „offene Kirche“ ist ein Raum für Licht und Experimente. Am Abend (29.03.) gastiert hier übrigens der Schwarzmeer Kosaken Chor.
    • Insider-Tipp: Direkt um die Ecke liegt die Spielkartenfabrik (Katharinenberg 35). Es ist Museum und lebendige Werkstatt zugleich. Schau rein, ob gerade an den historischen Pressen gedruckt wird – der Geruch von Farbe und Papier ist herrlich.

    5. Der große Abschluss: Theater & Hafenkneipe

    • Abendprogramm: Wenn du Karten für den „Schimmelreiter“ im Theater Vorpommern hast (Olof-Palme-Platz), ist das der kulturelle Höhepunkt.
    • Absacker: Nach dem Theater (oder stattdessen) gibt es nur ein Ziel: die Kneipe „Zur Fähre“ in der Fährstraße 17. Sie gilt als eine der ältesten Hafenkneipen Europas. Hier trinkt man sein Störtebecker in einem Ambiente, das seit Jahrhunderten fast unverändert scheint.

    Klaus’ Logbuch-Notiz:

    In Stralsund ist der Weg das Ziel. Achte beim Laufen auf die Mönchstraße 38 – das Museumshaus ist auch von außen ein gotisches Meisterwerk. Und falls du Hunger auf etwas Deftiges hast: Das Torschließerhaus am Kütertor bietet genau die Art von „ehrlicher Küche“, die man nach einem Tag an der Ostseeluft braucht.

    Klaus

    Benutzerdefiniertes Gem

    Klaus hat gesagt:

    Alles klar, hier kommen die harten Fakten für dein Kultur-Wochenende in Stralsund. Da heute Samstag, der 28. März 2026, ist, passt das timing perfekt für einen spontanen Abendbesuch oder den großen Sonntagsausflug.


    🐟 OZEANEUM Stralsund

    Das Ozeaneum ist am Wochenende oft gut besucht, daher mein Rat: Entweder direkt zur Öffnung oder ab 15:30 Uhr, wenn die großen Reisegruppen wieder Richtung Parkplatz abziehen.

    KategorieDetails
    ÖffnungszeitenTäglich 09:30 – 18:00 Uhr
    EintrittspreiseErwachsene: 18,00 € / Ermäßigt: 13,00 €
    Kombi-TippEs gibt ein Kombiticket mit dem Meeresmuseum (in der Altstadt), falls du beide Häuser sehen willst.
    Highlights heuteDie Lichtinstallation „Resilienz der Meere“ läuft kontinuierlich in der Wal-Halle.

    🎭 Theater Vorpommern (Stralsund)

    Für „Der Schimmelreiter“ solltest du schnell sein – die Inszenierung ist das Stadtgespräch.

    • Vorstellung: Sonntag, 29. März 2026, um 18:00 Uhr (perfekt, um danach noch ein Bier in der „Fähre“ zu trinken).
    • Preise: Je nach Kategorie zwischen 16,00 € und 38,00 €.
    • Restkarten: Die Abendkasse öffnet meist eine Stunde vor Vorstellungsbeginn, aber ich empfehle die Online-Buchung, da die Wochenend-Termine oft ausverkauft sind.

    🎶 Kulturkirche St. Jakobi

    Falls du eher Lust auf gewaltige Stimmen in sakraler Akustik hast:

    • Event: Schwarzmeer Kosaken Chor (Leitung: Peter Orloff).
    • Wann: Morgen, Sonntag, 29. März 2026, um 17:00 Uhr.
    • Eintritt: Vorverkauf ca. 28,00 € / Abendkasse meist etwas teurer.
  • Was ist los in Berlin im Monat März

    Hallo, ich bin Klaus. Schön, dass Du da bist. Als Kurator und Wahl-Berliner ist es meine Leidenschaft, die Fäden der Stadt zu entwirren und die wirklich spannenden Momente im hiesigen Kulturbetrieb herauszufiltern. Berlin im März 2026 – das ist diese seltsame Zwischenzeit, in der die Stadt zwischen grauem Asphalt-Chic und dem ersten vorsichtigen Knospen im Tiergarten schwankt.

    Ich habe dir drei Highlights zusammengestellt, die gerade das Gespräch der Stadt sind.


    🎨 Das Highlight im Hamburger Bahnhof: Shilpa Gupta

    Ausstellung: What Still Holds Wo: Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart

    Gestern war die Eröffnung, und ich sage es ganz direkt: Wer sich in dieser unruhigen Welt nach einer künstlerischen Auseinandersetzung mit Grenzen, Identität und dem, „was uns hält“, sehnt, muss hierher. Shilpa Gupta ist eine Meisterin darin, das Politische ins Poetische zu übersetzen.

    • Der Kern: Die Schau zeigt Werke aus den letzten zwei Jahrzehnten, darunter ihre ikonischen Installationen aus Absperrband und Sound.
    • Warum hingehen? In Zeiten, in denen wir ständig über Mauern und Pässe sprechen, erinnert uns Gupta daran, dass die stärksten Grenzen oft in unseren Köpfen existieren.
    • Mein Tipp: Nimm dir Zeit für die Sound-Installationen. Es geht nicht nur ums Sehen, sondern ums Spüren der Vibration im Raum.

    „Gupta schafft es, die Schwere der Welt in eine Leichtigkeit zu hüllen, die einen erst Stunden später mit voller Wucht trifft.“ – Klaus


    🎭 Ein Solo-Triumph am Schiffbauerdamm

    Aufführung: Der Hauptmann von Köpenick (nach Carl Zuckmayer) Wo: Berliner Ensemble

    Man könnte meinen, wir hätten genug vom Schustervogt Wilhelm Voigt gesehen. Aber weit gefehlt. Max Hopp hat gestern Abend im Berliner Ensemble bewiesen, dass dieser Stoff absolut zeitlos ist – wenn man ihn so radikal reduziert wie er.

    • Die Inszenierung: Hopp liest und spielt das Stück als Solo-Performance, unterstützt durch Musik, die die absurde Preußen-Mentalität demaskiert.
    • Der Vibe: Es ist kein verstaubtes Museumstheater. Hopp kitzelt den puren Berliner Witz heraus, ohne die Tragik der Figur zu verraten.
    • Fazit: Ein Muss für alle, die das BE für seine schauspielerische Brillanz lieben.

    🗿 Die Stille der Form: Brancusi in der Neuen Nationalgalerie

    Ausstellung: Constantin Brancusi – Eine Retrospektive Wo: Neue Nationalgalerie

    Mies van der Rohes Glashalle und Brancusis radikale Reduktion der Form – das ist eine Ehe, die im Architekturhimmel geschlossen wurde. Seit dem 20. März ist diese Retrospektive für das Publikum geöffnet.

    • Das Erlebnis: Die Art, wie das Licht durch die Glasfassade auf den polierten Bronze-Vogel im Raum fällt, ist fast religiös.
    • Der Kontrast: Brancusi wollte die „Essenz der Dinge“ einfangen. In unserer lauten, digitalen Welt von 2026 ist dieser Ort der ultimative Rückzugsort für das Auge.

    Klaus’ Kurz-Tipps für das Wochenende:

    • Für Fotografie-Fans: Persistence of Vision im Gropius Bau. Der Dialog zwischen Peter Hujar und Liz Deschenes ist melancholisch, schwarz-weiß und absolut Berlin.
    • Für Neugierige: Simon Faithfull im KINDL in Neukölln. Seine Videoarbeiten über den „Earth-ling“ sind so schräg wie klug.

    Berlin ist gerade ein riesiger Spielplatz für den Geist. Vielleicht sehen wir uns ja bei einer Vernissage – ich bin meistens der Typ mit dem schwarzen Rollkragen und dem leicht skeptischen, aber begeisterten Blick.

    Vorschläge für Deine Routen:

    🏛️ Route 1: Klassik trifft Kontroverse (Mitte)

    Dieser Walk konzentriert sich auf die Gegend rund um die Auguststraße und die Museumsinsel. Ideal für einen Nachmittag.

    1. Start: Neue Nationalgalerie
      • Was: Constantin Brancusi – Eine Retrospektive. (Seit 20.03.2026)
      • Warum: Beginne mit der Stille. Die Symbiose aus Brancusis Skulpturen und der Mies-Architektur ist das ästhetische Fundament deines Tages.
    2. Transfer: Mit dem 200er Bus oder einem kurzen Spaziergang Richtung Friedrichstraße/Auguststraße.
    3. Galerie Haverkampf Leistenschneider (Auguststraße 12/13)
      • Was: Gruppenausstellung Figures of Delay (u.a. Katherine Bradford, Alex Müller).
      • Warum: Hier siehst du, was die Berliner Malerei-Szene aktuell bewegt – von figurativ bis abstrakt.
    4. KOW Berlin (Lindenstraße 35 oder via Friedrichstraße)
      • Was: Hudinilson Jr. (im Rahmen der Gallery Weekend Previews).
      • Warum: KOW steht für politisch-gesellschaftlich relevante Kunst. Hudinilson Jr. setzt sich intensiv mit dem Körper und dem Narzissmus auseinander.
    5. Abschluss: Hamburger Bahnhof
      • Was: Shilpa Gupta: What Still Holds.
      • Warum: Das monumentale Wort „TRUTH“, durch das man hindurchlaufen kann, ist der perfekte Schlusspunkt, um über die Macht der Sprache nachzudenken.

    🍻 Route 2: Neuköllner Industrie-Chic & Streetart

    Dieser Walk ist für Entdecker, die den Kontrast zwischen hippen Cafés und konzeptioneller Kunst lieben.

    1. Start: KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst (Am Sudhaus 3)
      • Was: Simon Faithfull – Earth-ling. (Seit 22.03.2026)
      • Warum: Besuche das Maschinenhaus. Faithfulls „Bienenstock“-Skulptur an der Fassade und seine Videoarbeiten im M1 VideoSpace thematisieren unsere Verbindung zum Planeten auf sehr eigenwillige Weise.
    2. Museum Neukölln (Alt-Britz 81 – kurz mit dem Rad oder Bus M44)
      • Was: ZEICHEN.SPRACHEN.STADTRAUM.
      • Warum: Diese Ausstellung über Streetart und Graffiti in Neukölln gibt dir den nötigen Kontext für das, was du gleich auf der Straße siehst.
    3. Galerie im Körnerpark (Schierker Str. 8)
      • Was: Architecture of Hidden Activity.
      • Warum: Der Körnerpark ist eine der schönsten Anlagen Berlins. Die Ausstellung beleuchtet die physischen Dimensionen des Digitalen – ein spannender Kontrast zur neobarocken Parkanlage.
    4. Abschluss: Weserstraße
      • Tipp: Kehr in eine der vielen Bars ein (z. B. TiER oder Ä), um die Eindrücke sacken zu lassen. In Neukölln verschwimmen die Grenzen zwischen Kunstraum und Lebensraum oft komplett.

    💡 Klaus’ Insider-Tipp:

    Wenn du am kommenden Wochenende (28./29. März) unterwegs bist: In vielen Galerien in Mitte laufen bereits die Vorbereitungen für das große Gallery Weekend im Mai. Oft hängen schon die „Pre-Shows“. Achte besonders auf die Fenster der Galerien in der Linienstraße – dort gibt es oft tolle Entdeckungen, ohne dass man eine Klinke drücken muss.

  • Ethik oder Moral / Wesen oder Vermögen

    In Anbetracht deines Wesens: Was sollst du tun? (Doch die Ethik fragt:) In Anbetracht deines Vermögens: Was kannst du tun?

    Die Welt der Moral erreicht mit Kant ihre Vollendung, bei ihm wird ein vorausgesetztes menschliches Wesen in der Form einer reinen Handlung selbst zum Zweck. Ethik ist keineswegs so beschaffen. Diese beiden Ethik und Moral sind zwei völlig verschiedene Welten. Welche moralische Empfehlung hätte Spinoza anderen geben können? Keine. Moral ist ein System des Urteilens. Ein doppeltes Urteil: Du beurteilst dich selbst und wirst beurteilt. Diejenigen, die einen Geschmack für Moral haben, sind eben diejenigen, die einen Geschmack für das Urteilen haben. Urteilen setzt stets eine Instanz voraus, die dem Sein übergeordnet ist, es setzt stets etwas voraus, das über die Ontologie hinausgeht.

    In der Ethik hingegen ist die Lage völlig anders. In der Ethik urteilt man nicht, vielmehr sagt man: Was immer du tust, du wirst nur das haben, dessen du würdig bist.

    Es ist die quantitative Bestimmung des Vermögens, die ein Seiendes von einem anderen unterscheidet. Spinoza sagt immer wieder, dass das Wesen selbst das Vermögen ist. Man beachte, welchen Schock er damit der Philosophie versetzt.

    Ethik spricht nicht davon, was etwas ist, sondern davon, was es zu ertragen vermag und was es zu tun vermag. Während das „Wesen“ uns sagt, was eine Gesamtheit von Dingen ist, sagt uns die Ethik darüber nichts, da sie dies prinzipiell nicht wissen kann. Ein Fisch ist nicht imstande, das zu tun, was der neben ihm kann. Somit sehen wir uns mit einer unendlichen Differenzierung der Quantität von Vermögen unter den Seienden konfrontiert. Die Dinge unterscheiden sich folglich quantitativ, da sie nach der Skala des Vermögens bemessen werden. Man muss die Menschen als kleine Bündel von Vermögen betrachten. Aus ethischer Perspektive werden alle Wesen und alles Seiende nach einer quantitativen Skala gemessen ,der Skala des Vermögens. Menschen, Dinge und Tiere unterscheiden sich je nach dem, was sie vermögen; das heißt, sie sind nicht zu denselben Dingen fähig.

    Ein Moralist definiert den Menschen niemals nach dem, was er vermag, sondern nach dem, was er ist nach dem, was ihm dem Recht nach zukommt (das heißt: nach dem, was sein soll). Daher definiert der Moralist den Menschen als ein vernünftiges Tier und das ist das Wesen.

    Spinoza hingegen definiert den Menschen niemals als vernünftiges Tier, sondern nach dem, was er vermag: als Körper und Geist. Wenn wir sagen, dass vernünftig nicht das Wesen des Menschen ist, sondern etwas, wozu der Mensch fähig ist, dann ergibt sich eine grundlegende Verschiebung; denn unvernünftig wird dann ebenfalls zu einem Zustand, zu dem der Mensch fähig ist. Wahnsinn gehört ebenso zu den Möglichkeiten des Menschen. Dasselbe Problem zeigt sich auch im Hinblick auf Tiere. Spinoza erklärt , dass dieser oder jener Körper keineswegs irgendein Körper ist, sondern eine Antwort auf die Frage: „Was vermagst du?“

    Avesta