In Anbetracht deines Wesens: Was sollst du tun? (Doch die Ethik fragt:) In Anbetracht deines Vermögens: Was kannst du tun?
Die Welt der Moral erreicht mit Kant ihre Vollendung, bei ihm wird ein vorausgesetztes menschliches Wesen in der Form einer reinen Handlung selbst zum Zweck. Ethik ist keineswegs so beschaffen. Diese beiden Ethik und Moral sind zwei völlig verschiedene Welten. Welche moralische Empfehlung hätte Spinoza anderen geben können? Keine. Moral ist ein System des Urteilens. Ein doppeltes Urteil: Du beurteilst dich selbst und wirst beurteilt. Diejenigen, die einen Geschmack für Moral haben, sind eben diejenigen, die einen Geschmack für das Urteilen haben. Urteilen setzt stets eine Instanz voraus, die dem Sein übergeordnet ist, es setzt stets etwas voraus, das über die Ontologie hinausgeht.
In der Ethik hingegen ist die Lage völlig anders. In der Ethik urteilt man nicht, vielmehr sagt man: Was immer du tust, du wirst nur das haben, dessen du würdig bist.
Es ist die quantitative Bestimmung des Vermögens, die ein Seiendes von einem anderen unterscheidet. Spinoza sagt immer wieder, dass das Wesen selbst das Vermögen ist. Man beachte, welchen Schock er damit der Philosophie versetzt.
Ethik spricht nicht davon, was etwas ist, sondern davon, was es zu ertragen vermag und was es zu tun vermag. Während das „Wesen“ uns sagt, was eine Gesamtheit von Dingen ist, sagt uns die Ethik darüber nichts, da sie dies prinzipiell nicht wissen kann. Ein Fisch ist nicht imstande, das zu tun, was der neben ihm kann. Somit sehen wir uns mit einer unendlichen Differenzierung der Quantität von Vermögen unter den Seienden konfrontiert. Die Dinge unterscheiden sich folglich quantitativ, da sie nach der Skala des Vermögens bemessen werden. Man muss die Menschen als kleine Bündel von Vermögen betrachten. Aus ethischer Perspektive werden alle Wesen und alles Seiende nach einer quantitativen Skala gemessen ,der Skala des Vermögens. Menschen, Dinge und Tiere unterscheiden sich je nach dem, was sie vermögen; das heißt, sie sind nicht zu denselben Dingen fähig.
Ein Moralist definiert den Menschen niemals nach dem, was er vermag, sondern nach dem, was er ist nach dem, was ihm dem Recht nach zukommt (das heißt: nach dem, was sein soll). Daher definiert der Moralist den Menschen als ein vernünftiges Tier und das ist das Wesen.
Spinoza hingegen definiert den Menschen niemals als vernünftiges Tier, sondern nach dem, was er vermag: als Körper und Geist. Wenn wir sagen, dass vernünftig nicht das Wesen des Menschen ist, sondern etwas, wozu der Mensch fähig ist, dann ergibt sich eine grundlegende Verschiebung; denn unvernünftig wird dann ebenfalls zu einem Zustand, zu dem der Mensch fähig ist. Wahnsinn gehört ebenso zu den Möglichkeiten des Menschen. Dasselbe Problem zeigt sich auch im Hinblick auf Tiere. Spinoza erklärt , dass dieser oder jener Körper keineswegs irgendein Körper ist, sondern eine Antwort auf die Frage: „Was vermagst du?“
Avesta
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