Kategorie: Nizza

  • Wanderung zum Fort Alban nach Villefranche

    Diese aussichtsreiche Wanderung an der Côte d’Azur verbindet Geschichte, Natur und spektakuläre Meerblicke. Auf relativ kurzer Strecke erlebst du mediterrane Vegetation, militärische Architektur und den Abstieg in eine der schönsten Buchten der Region.

    Mont Alban Nizza
    Foto Klaus Kampe

    Start: Col de Villefranche

    Der Col de Villefranche liegt auf etwa 200 Metern Höhe zwischen Nizza und Villefranche-sur-Mer. Von hier aus führen mehrere gut ausgeschilderte Wege in Richtung Mont Alban. Schon nach wenigen Minuten öffnet sich der Blick auf das tiefblaue Meer um Villefranche sur Mer und die Halbinsel Cap Ferrat.

    Der Weg verläuft zunächst durch lichten Pinienwald. Der Duft von Aleppokiefern, Rosmarin und Thymian begleitet dich – typisch für die Garrigue-Vegetation der Region. Die Steigung ist moderat und gut machbar.


    Etappe 1: Aufstieg zum Fort

    Nach etwa 20–30 Minuten erreichst du das Fort du Mont Alban, eine Festung aus dem 16. Jahrhundert. Die massive Anlage thront auf rund 220 Metern Höhe und bietet eines der schönsten Panoramen der Côte d’Azur:

    • Blick westwärts über die Bucht von Nizza
    • Blick ostwärts über die Reede von Villefranche
    • Bei klarer Sicht: die schneebedeckten Seealpen im Hinterland

    Eine Pause lohnt sich hier unbedingt. Rund um das Fort führen kleine Wege zu verschiedenen Aussichtspunkten.

    Fort Alban
    Foto Klaus Kampe

    Etappe 2: Abstieg Richtung Villefranche

    Vom Fort aus nimmst du den Weg in Richtung Villefranche-sur-Mer. Der Pfad schlängelt sich in Serpentinen bergab durch mediterrane Vegetation. Immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven auf die Bucht – das Farbspiel zwischen Ockerfassaden, türkisfarbenem Wasser und grünen Hügeln ist typisch für die Region.

    Der Abstieg dauert etwa 40–60 Minuten, je nach Tempo und Fotostopps. Der Weg ist stellenweise steinig, daher sind feste Schuhe empfehlenswert.


    Ziel: Villefranche-sur-Mer

    Unten angekommen erreichst du die Altstadt von Villefranche-sur-Mer mit ihren engen Gassen und pastellfarbenen Häusern. Besonders sehenswert ist die historische Zitadelle Saint-Elme, die ebenfalls auf die militärische Bedeutung der Region verweist.

    Am Hafen oder am Strand kannst du die Wanderung entspannt ausklingen lassen – vielleicht mit einem Kaffee oder einem Bad im Meer.


    Praktische Hinweise

    • Dauer: ca. 1,5–2,5 Stunden (ohne lange Pausen)
    • Schwierigkeit: leicht bis mittel
    • Höhenunterschied: etwa 200 Meter
    • Beste Zeit: Frühjahr und Herbst (Sommer kann sehr heiß sein)
    • Ausrüstung: Wasser, Sonnenschutz, feste Schuhe
    Mont Boron Nizza

    Fazit

    Die Wanderung vom Col de Villefranche über das Fort Vauban (Mont Alban) nach Villefranche-sur-Mer ist ideal für alle, die eine kurze, aber eindrucksvolle Tour suchen. Sie verbindet Naturerlebnis mit Geschichte und bietet einige der schönsten Ausblicke an der französischen Mittelmeerküste.

    60 Minuten.


    Die Citadelle Saint-Elme in Villefranche

    Am Hafen angekommen erreichst du die beeindruckende Citadelle Saint-Elme. Diese im 16. Jahrhundert errichtete Festung diente der Sicherung der Bucht und war Teil eines umfassenden Verteidigungssystems der Region.

    Heute ist die Zitadelle kulturelles Zentrum der Stadt und beherbergt mehrere Museen und Ausstellungen:

    Museen und Galerien in der Zitadelle

    • Musée Volti – Skulpturen des Künstlers Antoniucci Volti
    • Musée Goetz-Boumeester – Werke moderner Kunst
    • Sammlungen zur Stadtgeschichte – historische Dokumente und Modelle

    Die Innenhöfe, Gewölbegänge und Bastionen können frei erkundet werden. Besonders eindrucksvoll sind die dicken Mauern und die Aussicht von den Bastionen auf die Bucht.

    Besichtigungszeit: ca. 1–1,5 Stunden

  • Buchbesprechung “Deutsche Exilanten”

    Podcast von Arcoplexus zum Buch “Deutsche Exilanten an der Côte d’Azur” von Klaus Kampe. Das Werk dokumentiert das bewegte Leben deutscher Exilanten an der Côte d’Azur während der 1930er Jahre. Im Fokus stehen Zufluchtsorte wie Sanary-sur-Mer und Nizza, wo bedeutende Intellektuelle wie Thomas Mann, Lion Feuchtwanger und Hannah Arendt versuchten, ihre kulturelle Identität gegen das NS-Regime zu verteidigen. Die Texte beleuchten zudem die mutigen Rettungsaktionen von Varian Fry in Marseille sowie die künstlerische Arbeit des Fotografen Walter Bondy. Neben literarischen Analysen und historischen Fakten fließen persönliche Anekdoten und fiktive Dialoge ein, die das Spannungsfeld zwischen mediterraner Idylle und existenzieller Bedrohung spürbar machen. Letztlich dient das Buch als Hommage an die schöpferische Kraft einer Generation, die trotz Verfolgung und Internierung an Humanismus und Freiheit festhielt. Es verbindet dabei die historische Spurensuche mit dem kollektiven Gedächtnis einer verlorenen Welt. Zum Buch:


    Deutsche Exilanten an der Côte d'Azur von Klaus Kampe
    Deutsche Exilanten an der Côte d'Azur von Klaus Kampe
    Deutsche Exilanten an der Côte d'Azur von Klaus Kampe
    Deutsche Exilanten an der Côte d'Azur von Klaus Kampe
    Deutsche Exilanten an der Côte d'Azur von Klaus Kampe

  • Berliner Tageblatt, „Zehn Jahre Nizza“

    Kurt und Theodor Wolff, das Berliner Tageblatt, „Zehn Jahre Nizza“ und Alfred Neumann – Facetten einer liberalen Öffentlichkeit

    Diese Männer waren vor allem im späten 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tätig, mit einem Schwerpunkt auf der Zeit zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik. Die Geschichte der deutschen Presse- und Geisteswelt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ist ohne das Berliner Tageblatt kaum denkbar. Als eines der bedeutendsten liberalen Massenblätter des Kaiserreichs und der Weimarer Republik war es nicht nur ein Nachrichtenmedium, sondern ein Forum politischer Debatten, literarischer Innovationen und europäischer Selbstverständigung. In diesem Umfeld wirkten Persönlichkeiten wie Kurt und Theodor Wolff sowie Autoren wie Alfred Neumann, deren Beiträge exemplarisch für die Verbindung von Journalismus, Literatur und politischem Denken stehen.

    Theodor Wolff, langjähriger Chefredakteur des Berliner Tageblatts, prägte das Blatt entscheidend. Er verstand Journalismus als moralische und politische Aufgabe. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Zeitung zu einer Stimme des Liberalismus, der Rechtsstaatlichkeit und der Verständigung zwischen den europäischen Nationen. Wolffs Leitartikel verbanden analytische Schärfe mit sprachlicher Eleganz und machten das Berliner Tageblatt zu einem Leitmedium der gebildeten Öffentlichkeit. Sein Wirken zeigte, dass politische Publizistik mehr sein konnte als bloße Berichterstattung: Sie wurde zur intellektuellen Intervention.

    Kurt Wolff, obwohl nicht direkt Teil der Redaktion, steht für eine verwandte geistige Haltung. Als einer der bedeutendsten Verleger des 20. Jahrhunderts förderte er Autoren der literarischen Moderne wie Franz Kafka, Georg Trakl oder Else Lasker-Schüler. Die Nähe zwischen Presse und Literatur, wie sie sich im Umfeld des Berliner Tageblatts zeigte, verweist auf ein gemeinsames kulturelles Projekt: die Erneuerung von Sprache, Denken und gesellschaftlicher Sensibilität. Kurt Wolffs verlegerisches Wirken ergänzte damit die publizistische Arbeit Theodor Wolffs auf einer anderen, literarischen Ebene.

    Ein Beispiel für die europäische Perspektive des Berliner Tageblatts ist der Rückblick „Zehn Jahre Nizza“. Solche Beiträge waren typisch für das Blatt: Sie verbanden aktuelle Politik mit historischer Reflexion. Der Verweis auf Nizza – als Ort internationaler Konferenzen und diplomatischer Aushandlung – steht symbolisch für das Interesse an europäischen Machtverhältnissen, Friedensordnungen und der Rolle Deutschlands in der internationalen Politik. Rückblicke dieser Art dienten nicht nur der Information, sondern auch der politischen Bildung der Leserinnen und Leser.

    In diesem Kontext ist auch Alfred Neumann zu verorten, der als Journalist und Schriftsteller zum intellektuellen Milieu der Zeit beitrug. Seine Texte verbanden häufig politische Analyse mit literarischem Anspruch und passten damit in das Profil des Berliner Tageblatts. Autoren wie Neumann verkörperten den Typus des schreibenden Intellektuellen, der zwischen Feuilleton, politischem Kommentar und literarischer Form vermittelte.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kurt und Theodor Wolff, das Berliner Tageblatt, Beiträge wie „Zehn Jahre Nizza“ und Autoren wie Alfred Neumann Teil eines gemeinsamen kulturellen Zusammenhangs waren. Sie stehen für eine Epoche, in der Journalismus, Literatur und Politik eng miteinander verflochten waren und in der die liberale Öffentlichkeit als zentrale Voraussetzung demokratischer Kultur verstanden wurde. Gerade in der Rückschau wird deutlich, wie fragil – und zugleich wie bedeutend – diese Tradition war.

    Diese Männer waren vor allem im späten 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tätig, mit einem Schwerpunkt auf der Zeit zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik.

    Kurz und übersichtlich:

    Theodor Wolff (1868–1943)

    • Aktiv ca. 1900–1933
    • Chefredakteur des Berliner Tageblatts von 1906 bis 1933
    • Prägende Figur des linksliberalen Journalismus im Kaiserreich und in der Weimarer Republik
    • Musste 1933 vor den Nationalsozialisten ins Exil gehen

    Kurt Wolff (1887–1963)

    • Aktiv ab ca. 1910 bis in die 1950er Jahre
    • Bedeutendster Verleger der literarischen Moderne
    • Schwerpunkt seiner Arbeit: 1910er und 1920er Jahre
    • Ebenfalls Emigration nach 1933 (USA)

    Alfred Neumann (1895–1952)

    • Aktiv vor allem in den 1920er und frühen 1930er Jahren
    • Journalist und Schriftsteller der Weimarer Republik
    • Schrieb politische und literarische Texte
    • Emigration nach 1933

    Gemeinsamer historischer Rahmen

    • Deutsches Kaiserreich (1871–1918)
    • Erster Weltkrieg
    • Weimarer Republik (1919–1933)
    • Ende ihrer Tätigkeit in Deutschland durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten

    Insgesamt gehören sie zur liberal-intellektuellen Öffentlichkeit Deutschlands zwischen 1900 und 1933.

    Textauszüge aus „Zehn Jahre Nizza“

    1. Rückblick und historischer Abstand

    Zehn Jahre sind vergangen, seit in Nizza die diplomatischen Formeln mit feierlichem Ernst verkündet wurden. Was damals als Abschluss galt, erscheint heute eher als Zwischenstation einer europäischen Entwicklung, deren Richtung noch immer ungewiss ist.


    2. Kritik an der Diplomatie

    Die Konferenzen von Nizza zeigten bereits jene eigentümliche Mischung aus Selbstzufriedenheit und Kurzsichtigkeit, die der europäischen Politik so oft eigen ist. Man regelte Zuständigkeiten, ohne die geistigen Voraussetzungen des Friedens ernsthaft zu bedenken.


    3. Europa als geistige Aufgabe

    Europa ist nicht allein ein System von Verträgen, sondern eine Verpflichtung des Denkens. Wo der politische Wille nicht von Verantwortung getragen wird, bleiben selbst die besten Abkommen leere Konstruktionen.


    4. Liberal-demokratische Perspektive

    Der Rückblick auf Nizza mahnt zur Besonnenheit. Nicht nationale Eitelkeiten, sondern Recht, Öffentlichkeit und Verständigung müssen das Fundament der Politik bilden, soll Europa mehr sein als eine Bühne wechselnder Machtspiele.

  • Varian Fry – Von Berlin nach Marseille

    Ein Leben zwischen Beobachtung und Verantwortung.

    Aus dem Buch “Deutsche Exilanten an der Coté d’Azur”

    Als Varian Fry 1935 an Bord des Transatlantikliners Bremen nach Europa reiste, war er noch ein junger Journalist, getrieben von Neugier, Scharfsinn und einem unbestechlichen Blick für die politischen Spannungen seiner Zeit. Schon auf der Überfahrt, zwischen Diplomaten, Geschäftsleuten und Emigranten, hörte er Gespräche über Hitlers Arbeitsbeschaffungsprogramme, über Devisenkontrollen und über den wachsenden Antisemitismus. Es war eine Vorahnung dessen, was ihn auf dem Kontinent erwartete.

    In Berlin bezog er Quartier in der Hotel-Pension Stern am Kurfürstendamm, einem bürgerlichen Haus im Herzen der Hauptstadt. Dort, in den Frühstücksräumen, beim Rascheln der Zeitungen, führte er seine ersten Interviews: Politiker, die noch zwischen Loyalität und innerem Widerstand schwankten, Wirtschaftsführer, die im Regime ebenso Bedrohung wie Chance sahen, und Universitätsdozenten, die zwischen akademischer Vorsicht und offener Ideologietreue lavierten. Doch Fry hörte nicht nur den Stimmen der Eliten zu. Er sprach mit Ladenbesitzern, die von Boykottaktionen berichteten, mit Kellnern, die im Flüsterton von verschwundenen Gästen erzählten, mit Kirchenbesuchern, die den Druck auf ihre Pfarrer schilderten, und mit Taxichauffeuren, deren nüchterner Zynismus oft mehr Wahrheit enthielt als die offiziellen Parolen.

    Der Kurfürstendamm wurde für Fry zu einem Brennspiegel. Elegantes Flanieren und Einschüchterung durch SA-Männer existierten nebeneinander. Eines Abends geriet er in eine Straßenschlacht: Studenten protestierten gegen die Gleichschaltung, SA-Männer trieben sie mit Stiefeln und Schlagstöcken auseinander. Fry, der nur beobachten wollte, wurde in das Getümmel hineingezogen. Er entkam, aber nicht ohne Verletzungen – und nicht ohne ein Bild jener Gewalt, die er später so eindringlich beschrieb. Berlin hatte ihm gezeigt, wie tief Ideologie, Angst und Gewalt bereits in den Alltag eingedrungen waren.

    Als Fry 1940, nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich, im Auftrag des Emergency Rescue Committee nach Marseille entsandt wurde, war er vorbereitet. Was er in Berlin nur beobachtet hatte, bestimmte nun sein Handeln: Menschen retten, die auf den schwarzen Listen der Gestapo standen.

    Marseille, der letzte große Hafen im unbesetzten Frankreich, war ein Ort der Hoffnung und Verzweiflung zugleich. Flüchtlinge aus ganz Europa strömten dorthin – Schriftsteller, Künstler, Wissenschaftler, politische Dissidenten. Fry arbeitete unter dem Deckmantel eines Journalisten, doch sein eigentlicher Auftrag war die Organisation einer Rettungsmaschine, die zugleich improvisiert und lebensgefährlich war.

    Sein Team war bunt zusammengesetzt: Miriam Davenport, die Kunsthistorikerin; Mary Jayne Gold, eine wohlhabende Amerikanerin, die Geld und Mut beisteuerte; Daniel Bénédite, der französische Gewerkschafter, der Kontakte zu Beamten und Arbeitern hielt; später auch der junge Ökonom Albert Hirschman, der Pässe fälschte und Fluchtwege organisierte. Gemeinsam retteten sie Hunderte – unter ihnen Marc Chagall, Heinrich Mann, Lion Feuchtwanger, Max Ernst, Hannah Arendt und viele andere, deren Werk das kulturelle Gedächtnis des 20. Jahrhunderts prägt.

    Die Kooperation der USA war ambivalent. Das Emergency Rescue Committee hatte ihn entsandt, doch Washington hielt Distanz: Offiziell wollte man keine Konfrontation mit Vichy-Frankreich oder Berlin riskieren. Fry agierte daher im Graubereich, geduldet, aber misstrauisch beäugt. Auch Frankreich zeigte zwei Gesichter: Einzelne Beamte halfen im Stillen, doch die Vichy-Administration kooperierte eng mit den Deutschen und lieferte Flüchtlinge aus. Nur durch Bestechungen, Fälschungen und heimliche Netzwerke gelang es Fry, seine Arbeit fortzuführen.

    Von Marseille aus reichten seine Kontakte auch an die Côte d’Azur: nach Nizza und nach Sanary-sur-Mer, wo bereits seit den frühen 1930er Jahren deutsche Exilanten lebten – Heinrich und Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Franz Werfel, Alma Mahler-Werfel und viele andere. Fry knüpfte an diese Strukturen an, half beim Weitertransport, organisierte Visa und Schiffspassagen nach Spanien und Portugal. So verband er die Fluchtwege an der Küste mit den Rettungsrouten in Marseille.

    Doch 1941 setzte Vichy seiner Arbeit ein Ende. Fry wurde ausgewiesen, ausgelaugt und von Schuldgefühlen geplagt, weil er nicht alle retten konnte. Zurück in New York berichtete er, schrieb 1945 sein Buch Surrender on Demand, doch es blieb lange unbeachtet. Amerika wollte in den ersten Nachkriegsjahren nicht erinnert werden an jene Zeit der Untätigkeit, als Einzelne mehr Mut gezeigt hatten als Staaten. Fry selbst lebte am Rande der intellektuellen Szene, gezeichnet von dem, was er erlebt hatte.

    Erst Jahrzehnte später erhielt er die Anerkennung, die ihm gebührte. 1996 ehrte ihn Yad Vashem als ersten Amerikaner mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“. Auch in Frankreich und Deutschland erinnert man heute an den „amerikanischen Schindler“, der nicht aus politischem Kalkül, sondern aus moralischer Klarheit handelte.

    Varian Fry war Beobachter und Akteur zugleich. In Berlin hatte er gelernt, hinter die Fassaden zu sehen, in Marseille hatte er gehandelt, in den USA hatte er für Erinnerung gestritten. Sein Lebensweg – von den Salons des Linienschiffs Bremen über die Pension Stern am Kurfürstendamm bis zu den improvisierten Rettungsbüros in Marseille – ist ein Zeugnis dafür, dass auch ein Einzelner im Angesicht der Gewalt Verantwortung übernehmen kann.

    Varian Fry

    Photo: Varian Fry in Marseille. Frankreich, 1940–1941 in Marseille. US Holocaust Memorial Museum, courtesy of Annette Fry

  • Nietzsche in Nizza und Èze

    Nietzsche an der Coté d’Azur – Ein Porträt

    Wenn Friedrich Nietzsche im Winter 1883/84 nach Nizza reist, sucht er nicht allein das milde Klima der Côte d’Azur. Er sucht die Erleichterung für seinen schmerzgeplagten Körper, den Rhythmus des Meeres, die Klarheit des Himmels. Was sich hier für ihn eröffnet, ist mehr als ein bloßes „Kuraufenthalt“: es ist eine ästhetische Erfahrung, eine neue Topographie des Denkens.

    In einem Brief an seine Schwester Elisabeth schreibt er aus Nizza:
    „Ich habe noch nie einen solchen Himmel gesehen, eine solche Helle der Luft, die sich wie ein lichter Mantel über alles legt. Man lebt hier in einer Welt der Farben, die nicht den Rausch, sondern die Klarheit gebiert. Blau, das unerschöpfliche Blau, wie es mein ganzes Denken durchdringt.“

    Dieser Blick ist bezeichnend: Nietzsche sieht in den Farben Nizzas nicht die dekorative Idylle, sondern eine existentielle Verstärkung. Anders als in Turin oder Genua, wo der Winter für ihn immer wieder Schwere und Krankheit brachte, öffnet Nizza ihm die Möglichkeit, den Leib nicht als Feind, sondern als Resonanzraum der Wahrnehmung zu erfahren. Hier spricht er nicht verächtlich vom Körper, sondern anerkennt ihn als Teil jenes „großen Ja“, das seine Philosophie sucht.

    Der Weg nach Èze – Philosophie im Gehen

    Von Nizza aus führt ein alter Saumpfad die Küste entlang hinauf nach Èze, das Adlernest über dem Meer. Nietzsche ging diesen Weg häufig. Die steilen Stufen, das Flimmern des Lichts auf den Olivenblättern, das Spiel von Schatten und Felsen begleiteten ihn wie ein stiller Chor.

    Er notiert:
    „Es ist, als ob man mit jedem Schritt in eine andere Welt von Gedanken trete. Der Aufstieg ist schwer, doch er gleicht dem, was das Denken selbst verlangt: Schwere, um zur Höhe zu gelangen.“

    In diesen Spaziergängen reifte der Keim zu jenem großen unvollendeten Werk, das später unter dem Titel Der Wille zur Macht bekannt werden sollte. Nietzsches Aufzeichnungen aus dieser Zeit zeigen eine Bewegung: weg von der reinen Kritik an der Moral hin zu einer Philosophie der Schöpfung, des Gestaltens, der „Bejahung des Lebens“.

    Der Wille zur Macht war für Nietzsche keine abstrakte Metapher. Er verstand ihn als jene dynamische Energie, die alles Lebendige antreibt, nicht nur den Geist, sondern auch die Natur, die Farben, die Kraft des Meeres, die er in Nizza so unmittelbar empfand. Der Leib war nicht mehr die Last, die man überwinden muss, sondern der Ort, an dem sich diese Macht zeigt.

    Briefe aus einer Welt der Farben

    In einem anderen Brief an seine Schwester findet sich der Satz:
    „Hier in Nizza lernt man, wie leicht das Leben sein kann, wenn es nur durch Farben spricht. Alles ist hell, nicht in der Weise des blendenden Schnees, sondern wie die zarteste Musik.“

    Diese Worte sind nicht bloß private Schwärmerei. Sie markieren einen Wendepunkt: Nietzsche entwirft ein Denken, das den Reichtum der Erscheinungen bejaht, das den Körper nicht verachtet, sondern ihn als Mittler der Erfahrung anerkennt. Die Welt der Farben ist ihm nicht Illusion, sondern Ausdruck einer Tiefe, die das Leben selbst ausmacht.

    Nizza als Ort der Affirmation

    So wird Nizza für Nietzsche zum symbolischen Ort der Affirmation. Der Weg nach Èze, das mediterrane Licht, die leuchtenden Fassaden der Altstadt, die Weite des Himmels – all dies ist kein Hintergrund, sondern aktiver Teil seines Denkens. Es prägt jenen Ton, den man später als das „Dionysische“ seines Spätwerks beschreiben kann: ein Denken, das nicht aus der Verachtung, sondern aus der bejahenden Kraft geboren wird.

    Das Meer, die Steine, die Olivenbäume – sie treten in seine Philosophie nicht als romantische Staffage, sondern als Verbündete. Das Konzept des Willens zur Macht ist hier nicht abstrakt, sondern konkret: das Meer zeigt es im Wogen, der Körper im Schmerz, die Farben im Glanz.

    Schluss

    Nietzsches Nizza ist kein Fluchtort, sondern ein Denkraum. Indem er die Côte d’Azur ergeht, indem er in Briefen von den Farben spricht, indem er den Körper als Resonanz der Welt erfährt, öffnet er eine neue Möglichkeit der Philosophie: eine Philosophie ohne Verachtung des Leibes.

    Auf dem Pfad nach Èze, hoch über dem Meer, schien es, als ob sich seine Gedanken mit dem Licht verbanden – als ob die Philosophie selbst zum Spaziergang geworden wäre, ein Weg, auf dem das Denken Schritt für Schritt die Höhe sucht.


    Einige Originalzitate und ihre Bedeutung

    1. Brief aus Genua, Ende November 1883 „[…] morgen geht es fort, meine Herzenslieben, ich will etwas Neues, nämlich Nizza, versuchen, denn Genua hat mir diesesmal nicht gutgetan. Auch war ich inzwischen hier zu bekannt geworden – ich konnte nicht mehr leben, wie ich wollte. Genua ist mir eine ausgezeichnete Schule harter, einfacher Lebensweise gewesen; ich weiß jetzt, daß ich wie ein Arbeiter und Mönch leben kann. […] Sobald ich mich fest für Nizza entschlossen habe, schreibe ich.“ Projekt Gutenberg Hier zeigt sich deutlich sein Sehnen nach Nizza, nicht nur als Ort körperlicher Erleichterung, sondern als Ort, an dem er „leben, wie er wollte“ kann – frei von dem Beklemmenden, das er in Genua empfand.
    2. Brief an Schwester aus Nizza, 26. Januar 1887 „… bisher noch kein Stäubchen Schnee; und wenn auch die ferneren Berge um Nizza herum sich weiß gepudert haben, so möchte dies mehr unter die Toilettenkünste dieser südländischen Schönheit und Zauberin gehören als unter ihre Bösartigkeiten … Tatsächlich fehlt noch viel an der wirklichen Gesundheit; ich erinnere mich aber eines ganzen Nachmittags, wo ich mir gesund vorkam,…“ Projekt Gutenberg Dieses Zitat vermittelt, wie Nietzsche das milde Klima, das Licht und die Schönheit der Umgebung positiv erlebt – und wie diese Umgebung mit seiner Gesundheit, seiner Wahrnehmung und seinem Körperempfinden verbunden ist. Man merkt: Der Körper ist nicht Objekt der Verachtung, sondern Teil seiner Erfahrung.
    3. Brief an Schwester, Nizza, „es wimmelt …“ (später Winter) „Die Tage kommen hier mit einer unverschämten Schönheit daher; es gab nie einen vollkommneren Winter. Und diese Farben Nizzas: ich möchte sie Dir schicken. Alle Farben mit einem leuchtenden Silbergrau durchgesiebt; geistige, geistreiche Farben; nicht ein Rest mehr von der Brutalität der Grundtöne. Der Vorzug dieses kleinen Stücks Küste zwischen Alassio und Nizza ist eine Erlaubnis zum Afrikanismus in Farbe, Pflanze und Lufttrockenheit: das kommt im übrigen Europa nicht vor.“ Projekt Gutenberg Das ist wohl einer der besten Belege dafür, wie Nietzsche die Farben und das Licht empfindet, wie er Nizza selbst als fast einzigartigen Erfahrungsraum malt. „Nicht ein Rest mehr von der Brutalität der Grundtöne“ – hier klingt durch, dass die Umgebung ihn sensibilisiert, lasst Körper und Sinne in positiver Weise wirken.
    4. Brief vom 23. März 1887 „Ich wünsche etwas mehr Geld zu haben, so daß ich … eine eigene Küche haben könnte. … Es ist auch eine Sache des Stolzes: ich möchte ein Leben führen, das wirklich mir gemäß ist und nicht derartig schablonenmäßig erscheint …“ Projekt Gutenberg In diesem Zitat kommt heraus: Nietzsche wünscht sich Bedingungen, unter denen Leben und Leib in einem Einklang stehen, ohne fremde Zwänge, möglichst im Einklang mit eigenem Wesen. Auch das spricht gegen Verachtung des Leibes und für eine Philosophie, die Körper, Sinne und äußere Umgebung ernst nimmt.
  • Thomas Mann über Wagner, Nietzsche und Freud

    Thomas Mann über Wagner, Nietzsche und Freud – Deutschtum im Spiegel der Moderne

    Wenn Thomas Mann das Wort ergreift, horcht man auf – nicht nur wegen der Eleganz seiner Sprache, sondern wegen der Schärfe seines Blicks auf die deutsche Kultur. In seinem Vortrag vom 10. Februar 1933 über Richard Wagner wagte er eine Deutung, die den Komponisten aus dem Bannkreis nationalistischer Verehrung löst und ihn in die Nähe einer anderen, gerade erst wirksam werdenden Autorität rückt: in Sigmund Freud’s neue Ideen.

    Thomas Mann entwirft Richard Wagner als Künstler einer gebrochenen Moderne, als eine Gestalt, die nicht in der Erhabenheit ruht, sondern von inneren Zwiespalten gezeichnet ist. Die Überfülle, das Pathos, die ekstatische Übersteigerung seiner Musik erscheinen bei Mann wie Symptome eines psychischen Kampfes – Ausdruck des Unbewussten, das Freud erstmals sichtbar gemacht hatte.

    Gerade in dieser Lesart wird das „Deutschtum“ Wagners nicht als stolze, makellose Kraft begriffen, sondern als ein geistiges Gewebe von Größe und Krankheit, von schöpferischer Vision und zersetzender Selbstanalyse. Wagner ist für Mann kein Nationalheiliger, sondern der erste große Repräsentant eines modernen, sich selbst infrage stellenden Deutschland.

    Doch Thomas Mann blieb nicht bei der psychoanalytischen Deutung stehen. Er zog die Linien weiter – zu Friedrich Nietzsche, jenem Philosophen, der dem „Meister von Bayreuth“ zunächst glühend ergeben war, um sich dann in einem radikalen Bruch von ihm abzuwenden. Für Mann war gerade dieses Verhältnis aufschlussreich: Nietzsche erkannte im Rauschhaften, in der Dämonie und Maßlosigkeit Wagners die Gefahr einer Übersteigerung, die ins Krankhafte kippen konnte.

    In Nizza, wo Mann zeitweise lebte, spürte er die gleiche Spannung zwischen Krankheit und Schöpfung, die Nietzsche im Süden so eindringlich erfahren hatte. Nizza, mit seinem Licht und seiner Weite, wurde für beide zu einem Kontrastbild – ein Ort der Genesung und Klarheit, zugleich aber auch der schmerzhaften Selbstbeobachtung. Wagner verkörperte für Mann das abgründig Deutsche, Nietzsche hingegen die kritische, klärende Instanz, die dieses Erbe verwarf und zugleich schöpferisch verwandelte.

    Doch in dieser Konstellation spiegelte sich immer auch Thomas Mann selbst. Wie Wagner verstand er sich als Künstler, der aus innerer Zerrissenheit schöpfte. Die „bürgerliche Solidität“, die er nach außen verkörperte, überdeckte nur teilweise die Abgründe und Ambivalenzen, die sein Werk nährten. Von Nietzsche übernahm er die Rolle des Selbstanalytikers, der Schwäche erkennt, sie kritisch durchdringt und dadurch überwindet.

    In Nizza, im Licht der Côte d’Azur, wurde Mann diese Selbstdeutung besonders klar. Der Süden ließ ihn erkennen, dass das Deutschtum nicht nur Schicksal war, sondern eine Aufgabe: es kritisch zu reflektieren, seine Gefahren zu benennen und es von innen her zu verwandeln. Wagner, Nietzsche und Freud bildeten für ihn keine bloßen Bezugsgrößen, sondern Spiegelungen seiner eigenen Existenz.

    Damit führt dieser Vortrag über Wagner weit über die Musik hinaus. Er erweist sich als Schlüsseltext auf dem Weg Thomas Manns vom Verteidiger des „deutschen Wesens“ in den Betrachtungen eines Unpolitischen hin zum scharfen Kritiker, der im Exil dem Nationalsozialismus entgegentrat. Was in Nizza im Nachdenken über Wagner und Nietzsche begann, fand seine Konsequenz in der klaren Absage an ein selbstzerstörerisches Deutschtum.

    Thomas Manns Wagner-Deutung ist so ein Dokument geistiger Selbstfindung: die Verknüpfung von Musik, Philosophie und Psychoanalyse zu einer Trias der Moderne – und zugleich das Bekenntnis eines Dichters, der im Spiegel Wagners und Nietzsches sein eigenes Schicksal erkannte.

    Thomas Mann und Friedrich Nietzsche
  • Matisse und Nizza

    Matisse und das Licht der Côte d’Azur

    Der in Nordfrankreich geborene Künstler verliebte sich in Nizza und sein Licht, das er im Dezember 1917 entdeckte, als er sich dort von einer Bronchitis erholen wollte, und das er zum Schauplatz des größten Teils seines Werks machte.

    Mit Mitte 50 war Matisse bereits ein etablierter Künstler, der in Paris und von Amerika bis Russland gesammelt wurde. Den Menschen in Nizza war er kaum bekannt, doch 14 Zugstunden von der Hauptstadt entfernt hatte er einen Zufluchtsort gefunden, an dem er sich ungezwungen seinem Streben nach Malerei widmen und eine relative Anonymität genießen konnte, die ihn von der Weltläufigkeit und den Zwängen des gesellschaftlichen Lebens fernhielt.

    In den 1920er Jahren richtete Matisse sein Atelier zunächst in einem Hotel direkt am Meer ein (Hotel Beau-Rivage und Hotel de la Méditerranée), ab 1924 dann auf dem Cours Saleya. Die damals entstandenen Gemälde zeugen von dem visuellen und lichtdurchfluteten Spiel zwischen Innen und Außen. Der Maler machte aus seiner Atelierwohnung, die von unzähligen, von seinen Reisen mitgebrachten Gegenständen bevölkert war, ein offenes (oder durch die Jalousien erahnbares) Theater mit Blick auf das Meer und andere Orte.

    An der Ecole nationale des Arts décoratifs in Nizza, Rue Tondutti-de-l’Escarène, perfektionierte der 50-Jährige seine Skulpturentechnik.

    Ende der 1930er Jahre wurde das Luxushotel Excelsior Regina, das fünfzig Jahre zuvor für den Empfang von Königin Victoria auf dem Hügel von Cimiez entworfen worden war, in ein Wohnhaus mit 98 Wohnungen umgewandelt, die den damaligen Gepflogenheiten besser entsprachen.

    Der 69-jährige Matisse, der von der Geräumigkeit und dem Licht, das durch die Erkerfenster fiel, begeistert war, kaufte zwei der Wohnungen und zog 1938 ein. Nach einer Operation im Jahr 1941, die ihn in einen Rollstuhl zwang, begann der Künstler in diesem durchgehenden Atelier-Apartment mit der Herstellung seiner berühmten Collagen aus großen, zugeschnittenen Gouache-Papieren, wobei er Assistenten zu Hilfe nahm, denen er mit einem Stab zeigte, wo die einzelnen Formen platziert werden sollten.

    1943 musste der Künstler in der Villa Le Rêve in Vence Zuflucht suchen, während das Régina zum Nizzaer Hauptquartier der Gestapo wurde. Ende Dezember 1948 kehrte er in den Régina zurück, dessen hohe Räume und große weiße Wände besser als seine Villa geeignet waren, um seine großen Modelle für die Glasfenster für die Kapelle in Vence zu fertigen. Vom Boden bis zur Decke wurden die Wände mit großen Kompositionen aus Papierschnitten in hellen und fröhlichen Farben bedeckt…

    Matisse in Vence

    Auf Wunsch seiner ehemaligen Krankenschwester Monique Bourgeois (Schwester Jacques-Marie) dekoriert Matisse die Rosenkranzkapelle des Dominikanerinnenklosters in Vence, die von dem Architekten Auguste Perret (1874-1954) entworfen und ab 1949 errichtet wurde.

    Die großen dreifarbigen Glasfenster (gelb, grün und blau) durchfluten die weiß getünchten Wände und die drei großen Gemälde mit schwarzen Strichen auf weißen Keramiken, die an den Heiligen Dominikus, die Geburt Christi und den Kreuzweg erinnern, mit Licht.

    Das Musée Matisse in Nizza besitzt wichtige Werke rund um die Rosenkranzkapelle: dreizehn Entwürfe für Messgewänder und priesterliche Gewänder, drei Modelle der Kapelle, zwei Versuche für das Glasfenster Das himmlische Jerusalem und den Entwurf für Les Abeilles, zwei große Zeichnungen rund um den Heiligen Dominikus.

    Matisse im Dienst von Nizza

    Um beim Wiederaufbau der Stadt, die er besonders liebte, zu helfen, schenkte Matisse 1945 eines seiner Gemälde (Eine Siesta in einer Wohnung) dem Komitee für Soforthilfe für die Familien der patriotischen Kriegsopfer.

    1949 schlug der Bürgermeister Jean Médecin auf Anregung der Union méditerranéenne pour l’art moderne Matisse vor, ein touristisches Plakat für Nizza zu entwerfen, das von der lithografischen Werkstatt Mourlot gedruckt werden sollte. Dreizehn Jahre später beauftragte die Stadt einen anderen großen Künstler, Marc Chagall, mit einem ähnlichen Projekt.

    Von diesem Stillleben mit Granatäpfeln wird es mehrere weitere Abzüge geben (1959, 1962).

    Das 1947 in Vence gemalte Ölgemälde ist Teil der Serie Intérieurs de Vence, ein Stillleben, das Granatäpfel auf einem roten Tisch vor einem Fenster zeigt, das sich zu einer Palme hin öffnet. Der Künstler schenkte das Originalgemälde 1953 der Stadt. Es wird heute im Musée Matisse aufbewahrt.

    Matisse - La Danseuse Créole
    Musee Matisse -Action Culturelle
    Donation Marie Matisse